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Full text of "Novus Thesaurus Adagiorum Latinorum: Lateinischer Sprichwörterschatz"

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Boughtfrom the Fundfor 
IH Current Modern Poetry 

MORRIS GRAY || 

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THESAURUS 

Adagiorom Latinorum v 



Lateinischer Sprichwörterschatz. 



Die bis jetzt reichhaltigste Sammlung von lateinischen Sprichwörtern 
und sprichwörtlichen Redensarten, aus den classischen Schrift- 
stellern der Römer und den Werken der bedeutendem neueren 
Latinisten, mit möglichst genauer Angabe der Quellen und durch- 
gängiger Beifügung der sinnentsprechenden deutschen 
Sprichwörter. 

Von 

Dr. Wilhelm Binde?. 



Stuttgart 

Verlag von Eduard Fischhaber. 
1861* 



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Vorwort. 



»Paivum servabis, donec majora parotis.«— Mit dieser. 
Aufmunterung, den meiner »Medtdla Proverbiorum lalinorum* 
(Stuttgart 1856) zugewendeten Fleiss auf ein umfassenderes, den 
Forderungen der Wissenschaft mehr genügendes Unternehmen 
auszudehnen, schliesst eine höchst anerkennende Anzeige des 
genannten Werkchens im Londoner »Clerical-Journql« y und ihr 
hauptsächlich verdankt gegenwärtiger Thesaurus, der Nichts weni- 
ger, als eine blos erweiterte „Medulla", sondern eine ganz neue, 
nach Plan und Zweck von jener wesentlich verschiedene Arbeit 
ist, seine Entstehung und Herausgabe. 

Beim Erscheinen der„Medulla" hatte es sich zunächst blos um 
den Versuch gehandelt: ob überhaupt, und welcher Erfolg 
der Wiederbearbeitung eines Feldes zu Theil werden würde , das 
seit Er asm us von Rotterdam und dem Jüngern Manutius, 
also seit mehr als drei Jahrhunderten, fast gänzlich brach gelegen > 
hatte. Denn alle, seitdem erschienene, lateinische Sprichwörter- 



IV 

Sammlungen sind — ohne einige Ausnahme — völlig planlos, 
ungenau, ohne Zurückgehen zu den Quellen, blos mit mehr oder 
weniger willkürlichen Zusätzen und Auslassungen, aber ohne 
einige kritische Behandlung des vorhandenen* reichhaltigen Stoffes, 
immer eine von der andern abgeschrieben worden, und nicht 
einmal dem Momente wurde die gebührende Rechnung getragen : 
ob das Aufgenommene Überhaupt auch wirklich ein Sprichwort, 
oder eine sprichwörtliche (im Munde des Volkes gäng und gäbe) 
Redensart, oder nicht vielmehr nur eine allgemeine : religiöse, 
moralische, politische oder praktische, Sentenz sei. Hat doch 
der gelehrte und feine Erasmus selbst hierin keinen Unterschied 
gemacht, ganz abgesehen davon, dass auch die Citationen der 
classischen Quellen bei ihm (und ganz dasselbe gilt vonManutius) 
nicht nur meist ungenau , sondern in sehr vielen Fällen geradezu 
falsch sind. Ich selbst bekenne, dass auch ich in der Medulla 
bei meiner Auswahl nicht immer streng genug verfahren bin, 
daher nahe an hundert Nummern , welche dort stehen , als nicht 
berechtigt aus dem Thesaurus ausgeschlossen worden sind. 

Gleichwohl hat jener erste Versuch, ungeachtet der eben ge- 
rügten Mängel, eine über Alles günstige Aufnahme bei dem Publi- 
kum gefunden, und ich trug daher um so weniger Bedenken, mich 
vom Kleinen an das Grosse zu wagen. Zu diesem Zwecke sind 
-'alle betreffende elassische Auetoren der Römer theils Wort für 
Wort im Texte selbst (diess gilt namentlich von Horaz , VirgÜ, 
Ovid, Juvenal, Persius, Cornelius Gallus, Petronius), theils nach den 
besten Indices von mir durchgearbeitet, sodann die lateinischen 
- Sprichwörters ammiungen von Erasmus an, so viel ich* deren nur 
habhaft werden'konnte, genau geprüft, die deutschen Sammlungen 



vonZincgref, Eiselein 1 , Sailer*, Simrock u. A. verglichen 
worden, und nun liegt, als Resultat dieser mühevollen Arbeit, ein 
Schatz von über vierthalbtausend lateinischen Sprichwörtern, mty 
durchgängiger Beifügung der entsprechenden deutschen, nebst mQg* 
liehst genauer Angabe der Quellen, woraus geschöpft worden,, vor, 
Ersteres, nämlich die Auffindung des, dem lateinischen 
wirklich entsprechenden , deutschen Sprichwortes war nic)U immer, 
leicht, doch glaube ieh in den allermeisten Fällen 'das Richtige 
getroffen zuhaben, wobei mir namentlich die Werke von Eise» 
lein und Sailer gute Dienste leisteten. Was aber die Quellen- 
angabe betrifft, so trage ich kein Bedenken, zu behaupten, dass 
ich der Erste bin, der die Quellen wirklich erforscht hat 
Es besteht nicht ein einziger Fall , wo ich Anderen auf Treue und 
Glauben nachgeschrieben' hätte; ich habe jedesmal selbst an Ort 
und Stelle nachgeschlagen : diess gilt von den Neueren , wie von 
den Alten. Daher sind auch in gegenwärtigem Thesaurus nicht 
wenige Irrthümer , die sich seit Jahrhunderten von Buch zu Buch 
fortgepflanzt hatten, zum ersten Male berichtigt. Um nur drei 



1 Ueber Zincgref und Eiselein s. das Quellenverzeichniss. 

* Die* Weisheit auf der Gasse, oder Sinn and Geist deutscher 
Sprichwörter. Ein Lehrbuch für uns Deutsche, mitunter auch eine Ruhe- 
bank für Gelehrte, die von ihren Forschungen ausruhen mochten, von 
Johann Michael Sailer. Augsburg 1810.— Teutsche Sprach und 
Weisheit. Thesaurus linguae et sapientiae germanicae. Studio 
Georgii Heinischii B. Medicinae Doctoris et Mathematici Augustani, 
MDOXVI. Augustae Vtndelicoram. — Sechs Tausend deutsche Sprich- 
worter und , Redensarten. Stuttgart 1840. — Dass auch die deutschen 
Sprichwörter-Sammlungen von Sebastian Frank, Georg Schottelius, 
Leonhard Weidner, Friedrich Koeber u. A. nicht unbenutzt geblieben 
sind, bedarf wohl nicht erst der besondern Versicherung. 



vi 

Fälle, statt vieler, zum Beweise hiefiir anzuführen. »A bove mar 
fori discit arare minor« wird überall , auch von mir selbst 
m der Medulla, mit »Ot)id,« citirt, und es sieht in der Thai 
einem Ovid'schen Pentameter so gleich , wie ein Ei dem andern 
es steht aber nicht bei Ovid, sondern ist ein lateinischer Sinnsprach 
ans neuerer Zeit; keine einzige Auctorität geht über die Samm- 
lungen von S e y b o i d und S c h o n h e im (s. das Quellenverzeich- 
niss), d. h. bis über die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts, zurück, 
daher auch ich mich mit Anführung dieser begnügen musste. 
— »Incidit in Scyllam, qui mit vitctre Charybdin« stellt 
sich nach Form und Inhalt vollkommen als ein Hexameter aus 
classischer Zeit dar, ist aber kein solcher, sondern findet sich zum 
ersten Male in Philippi Gvalteri Alexandras V, 304, wo 
übrigens die Worte lauten: »Incidis inScyllam, cupiens vitare 
Charybdin.« — »Nonmulta, sed multum« führen mehrere 
der vorhandenen Sammlungen mit der Auctorität Sallust's an, je- 
doch ganz mit Unrecht: es findet sich keine Spur davon bei Sallust, 
wohl aber steht bei Plinius Epist. 7, 9. »Multum, non multa,« 
was ich denn auch in dieser Fassung in den Thesaurus aufgenom- 
men habe. 

Aus diesen wenigen Beispielen springt deutlich genug in die 
Augen , dass zwischen citiren und citiren ein grosser Unterschied 
ist, und ich werde wenigstens nicht zu befürchten haben, das Ver- 
dienst meiner Arbeit, wenn es auch kein grosses genannt werden 
kann, unter seinen wirklichen Werth hinabgeschätzt zu sehen. — 
Dass ich nicht immer aus den wirklich ältesten Quellen citirt 
habe, sondern nicht selten eine neuere, mir näher zur Hand liegende, 
statt der schwerer zugänglichen , oder mir gar unbekannten altern 



vn 

nahm, wird man mir um $o weniger zum Vorwurfe machen, ab 
diess bei vorliegendem Werke ja doch von keinem praktischen 
Momente ist, es sich vielmehr blos darum handelt, nachzuweisen, 
dass das betreffende Sprichwort kein von mir willkürlich gemach- 
tes ist, sondern seit langer Zeit schon seine Berechtigung alt 
solches besitzt Oft habe ich auch eine jüngere Quelle der mir 
wohlbekannten altern absichtlich vorgezogen : dann nament- 
lich, wo erstere dem prüfenden Leser zuganglicher Ist, als letztere, 
odei wo sich bei jener ein passenderes deutsches Sprichwort neben 
dem lateinischen vorfand, als bei dieser. In den nur sehr selten 
vorkommenden Fällen , wo die traditionelle Existenz eines lateini- 
schen Sprichworts zwar unbestritten ist, eine Auctorität aber durch- 
aus nicht aufgefunden werden konnte , habe ich mich mit der all- 
gemeinen Bezeichnung » Vetus proverbium« begnügen müssen. 
Was meine Sammlung vor allen übrigen noch weiter auszeich- 
net, ist endlich das, dass sie, neben den ursprünglich lateini- 
schen Sprichwörtern, auch eine Menge solcher enthält, die, ursprüng- 
lich deutsch , mit Glück in's Lateinische zurückübersetzt worden 
sind. Das Recht, als Sprichwort zu gelten, habe ich auch den am 
meisten im Munde des Volkes lebenden Bibelsprüchen und einigen 
allbekannten alten Gesangbuchsversen, sowie den Axiomen der 
alten Rechtslehrer eingeräumt. 

Ist schon die kleine, unbedeutende »Mediitta« Gegenstand 
mehrfacher öffentlicher Beurtheilungen — worunter übrigens nur 
eine einzige ungünstige — geworden, so lässtsich voraussehen, dass 
das vorliegende Werk, welches einigen Anspruch auf wissen- 
schaftlichen Werth macht, in noch weit höherem Grade der 
Kritik verfallen werde. Ich habe auch, geleitet von dem Be- 



vm 

wusstsein, mir redlich Mühe gegeben und dem Publikum in 
diesem meinem Thesaurus das Ergebniss vieljähriger Arbeit 
und Ausdauer vorgelegt zu haben, keinen Grund, mich vor einer 
anständigen und billigen Kritik viel zu furchten : weiss ich 
doch selbst eben so gut, und vielleicht besser, als mancher 
Dritte, wie viel meiner Arbeit immer noch mangelt; aber den- 
noch kann ich den Wunsch nicht unterdrücken, die HH. Recen- 
senten möchten nicht blos und einzig das Fehlende, sondern 
auch in gleichem Verhältnisse das Geleistet e in's Auge fassen, 
und dann wird ihr Urtheil gewiss so ausfallen , dass ich mich dabei 
beruhigen kann. Für sittenrichternde Pedanten aber sei kurz be- 
merkt , dass der Thesaurus kein Schul - oder Lehrbuch für die 
studirendc Jugend sein soll, sondern Vollständigkeit in Auf- 
führung des vorhandenen Sprichwörter-Materials wenigstens an- 
strebt, daher hier am allerwenigsten der Ort war, eine Auswahl 
für gar zu keusche Seelen zu treffen. 

So möge denn auch dieses Werk in die Welt hinaus- 
gehen, und dem Verfasser die Anerkennung, deren sich sein Stre- 
ben auf dem Gebiete der alten Literatur schon seit einer langen 
Reihe von Jahren zu erfreuen hatte, auch dieses Mal nicht fehlen. 

Stuttgart, im November 1860. 

Binder. 



Verzeichniss 
der Quellen und Hilfemittel, 

zum Verständnisse der in den Citationen vorkommenden 
Abkürzungen. 



(SB. Von den römischen Classikern , deren Citate jeder sachkundige Leeer, 
auch ohne nähere Erklärung der gebrauchten Abkürzungen, mit leich- 
ter Muhe wird ermitteln können, sind in nachstehendem Verzeichnisse 
nur diejenigen angefahrt, wo nach bestimmten Ausgaben und Seiten- 
zahlen citirt ist) . 



AgriCOla. — Siebenhundert und funffzig Deutscher Sprüchwörter, 
emewert und gebessert durch Johann. Agricola. Mit vielen schönen 
lustigen und nützlichen Historien und Exempeln erkläret vnd ausgelegt 
Wittenberg, Gedruckt durch Hans Kraffts Erben. Anno 1582. 12. — (We- 
niger wichtig für die Ausbeute an lateinischen, als an deutschen Sprich- 
wörtern.) 

Alan. _ Alani Proverbia cum exponibilibus sententüs diligenter cor- 
recta. — Am Schlüsse: Impressum Liptzk per Melchior Lotter, Anno salu- 
tis nostrae MDII. 4. (Ohne Seitenzahlen. Die in den Citationen beige- 
setzten Ziffern bezeichnen die Gapitel, deren es im Ganzen VX sind.) 

AnOtl. Fab. Ae*. — Anonymi Fäbulae Aesopicae. LX. (DerZwd- 
brucker Ausgabe des Phaedrus beigedruckt) 

ApOStoL _ Michaelis Apostolii proverbiorum Genturiae XX graece 
Jjktine. (Angebunden an „Clavis Homerica," Roterodami 1662. 8. ex 
Offlcina Arnoldi Leers.) 

ApuL — Apuleji Maudaurensis Platonici Opera omnia, quae exstant 
(Metamorphoses — Apologia — Florida — De doctrina Piatonis) recen- 
«*it Elmenhorst Frankf. 1621. 

Avian. — Flava Aviani Fabulae XLII. (Der Zweibrücker Ausgabe 
des Phaedrus beigedruckt.) 

Bebet. _- Henrici BebelU Justingensis Opuscula. Argentorati ex 
gaibus Matth. Schurerii. 1512. 4. — (Die Ausgabe ist nicht paginirt) 
speziell gehören hieher: Proverbia germanica, colleota atque in latinum 
»adacta. 



Buchler. — Thesaurus proverbialium sententiarum uberrimus, exger- 
manicis, latinis, galltcis graecisque paroemlis in juventutis studiosae gra- 
tlam congestus per Joannem Buchlerunt a Gladbach. Coloniae 1618. 12. 

CatO. _ JHonysii Catonis Distichornm de moribus ad fllium Li- 
tri VI. ed. J. M. Bernhold. (Ohne Angabe des Druckorts.) 1784. 8. 

Coltimö. _ 8. Colutnbani Abbatis Carmina — ad Honaldnm — 
ad Sethum — Monosticha. (Der Bernhold'schen Ausgabe des D. Cato bei- 
gedrnckt.) 

Com. Gatt. _ Comelü Galli Elegiae VL (Sind den meisten Aus- 
gaben des Catullus, Tibullns und Propertins beigedruckt.) 

Eiselein. — Die Sprichwörter und Sinnreden des deutschen Volkes in 
alter und neuer Zeit. Zum ersten Mal aas den Quellen geschöpft, erläu- 
tert und mit Einleitung versehen von J. Eiselein, weil. Oberbibliothekar 
der Universität Heidelberg. Donaueschingen 1888. 8. (Den deutschen 
Sprichwörtern hat der Verfasser an vielen Stellen auch die sinnentspre- 
chenden lateinischen beigesetzt, jedoch, mit wenigen Ausnahmen, ohne 
Angabe der Quellen.) 

EnrÜUS. — Ennianae Poeseos Reliquiae, recensuit loannes Vah- 
len. Lips. 1854. 8. Enthalten: Annalium Reliquiae. — Tragoediarum Re- 
liquiae — Gomoediarum et ceterorum carminum Reliquiae. 

Enum. — Desiderii Erasmi Roterodami Adagiorum epUome, ex 
novissima chiliadum recognitione excerpta. Colonjae Agripp. 1681. (Ent- 
hält alles Brauchbare aus der grossen Sammlung, und wurde desshalb, und 
cur grossem Bequemlichkeit des Lesers, statt dieser benutzt und citirt) 

Fasel. — Latfam, oder das alte Rom in seinen Sprichwörtern. 
Eine Sammlung der beliebtesten lateinischen Spruchwörter m alphabeti- 
scher Folge, mit Angabe der Quellen , wo sie zu finden sind, sowie mit 
Anfuhrung der gleichlautenden oder ähnlichen deutschen Sprüchwörter. 
Herausgegeben von August Faselius. Weimar 1859. 8« — (Das Werk hat 
manches Verdienstliche, ist aber, was die Quellenangaben betrifft, ausseist 
oberflächlich und ungenau behandelt) 

Gaftner. _ ProverbialiaDioteria, ethicam et moralem doctrinamcom- 
plectentla. Versibus veteritfus rhytmicis, ab antiquitate mutuatis, una cum 
germanica interpretatione conscripta et studiose collecta per Andream 
Gnrtnerum, Mariaemontanum (sine loco) 1574. 8. 

'Germberg. — Proverbiomm Oenturiae XIV, quibus adjecta est cen- 
turia una, somniorum suam interpretationem implicatam habentium, item 
•pistolarum sacrarum decades V. omnia graece latineque in usum schola- 
rum congesta, Hermanni Germbergii, scholae Corbachianae prorectoria 
studio et labore. Basileae 1588. 8. (Die römische Ziffer in der Citation 
bezeichnet die Centurie, die deutsche die Seitenzahl.) 

Hoffmann. _ Fredertci Hotfmanni Silesii Lusuum epigrammatioo- 
rum Centuriae VIII, cum Epigrammatum seriorum serie. Amstelod. 1665. 12. 

Inc. Auct. Qms. _ incerti Auctoris Consolatio ad Liviam Augu- 
stam , de morte Drusi Neronis , fllii ejus , qui in Germania morbo periit. 
(Im ersten Bande der Zweibrücker Ausgabe des Ovidius.) 

Inc. Auct Monost. - incerti Auctoris Monosticha de moribus. 
(Bei der Bernhold'schen Ausgabe des D. Cato.) 



XI 

Lang. *_ Adagia, sive sententiae proverbiales graecae, latmae, germa- 
nieae, ex praeripnis auctoribus collectae ac brevibus notis illustratae, inque 
Jocos eommunes redactae per Josephum Langium Gaesareomontanum. Ex- 
eudebat Joslas Rhenus.* Argentorati 1596. 8. 

Lehmann. _ Floiilegiumpoliticum Politischer Blumengarten, darin 

auserlesene politische Sentenzen , Lehren , Reguln und Sprüchwörter , ans 
Theologis, Jurisconsultis, Politicis, Historicis, Poeten vnd eygener erfah- 
rnng, zn soliderem nutzen und lüst, Hohen vnd niederen, im reden, rathen 
▼nd schreiben das Out zu brauchen -vnd das böss zu meiden, in locos 
eommunes zusammengetragen durch Christoph Lehmann. Getruckt im- 
pensis autoris anuo 1690. 12. (Ohne Angabe des Druckortes.) 

Leib. Stlld. — Johannis Leibi Studentica. h. e. Apophthegmata, 
Bymbola et proverbia germanico-latino-italica. Coburg 1627. 12. 

Locher Nllth. _ Jacobi Locheri, philomusi Suevi, Nuthesiae tres, 
moralia praecepta continentes, e graeco Phoeylide ad latinos elegos traduc- 
tae. Auripol. 1512. 4. 

MaCTOb. _ MacrobU Ambrosii Theodosii Opera. — Citirt sind 
daraus in unserem Werke; Common tarii in Ciceronis Somnium Scipionis 
Libri n. - Saturnalium Libri YII. 

ManÜ t _ m. Manila Astronomicon. Ex recensione et cum notis 
Bichardi Bentleji. Lond. 1739. 4. 

Manth. Parth. — Baptistae Mantuam Parthenopaei, Carmelitae, 
Opera, omnia, in TV Tomos dtstincta, pmribus libris aucta et restituta. 
Antverp. 1576. 8. 

Atss. Majer. — Manuscriptum Majeri. Ein in meinem Besitze 
befindliches Manuscript meines mütterlichen Grossvaters, des im J. 18<>6 
verstorbenen Diakonus M. Majer in Schorndorf, ungefähr 600 lateinische 
Sprichwörter, ohne nähere Quellenangabe, enthaltend. 

Mannt. _ Adagia optimorum utrlusque linguae scriptorum omnia, 
quaecunque ad hanc usque diem exierunt. Pauli Manutii studio atque in- 
da8tria, doctissimorQm theologorum consilio atque ope, ab Omnibus men- 
dis vindicata, quae pium et veritatis cathoücae studiosum lectorem poterunt 
•offendere. Cum pluribus indicibus locupletissimis. Urseliis 1603. 8. 

MetVUr. blling. — Mercurius bilingui* — ist der geschrie- 
bene Titel einer mir von Freundeshand zum Gebrauche mitgetheilten alten 
Druckschrift, welcher der ursprüngliche Titel fehlt, worüber daher auch 
Näheres hier nicht angegeben werden kann. Die darin enthaltenen Sprich- 
wörter sind in lateinischer und italienischer Sprache aufgeführt. 

Muret. Inst. — M. Antonü Mureti Institutio puerilis ad M. An- 
tonmm, ftatris fllinm. (Mureti Operum edit. Rhunken, Lugdun. Batav. 
1789. 8. Vol. I, nach deren Seitenzahlen auch citirt ist.) 

Ne ander. __ Ethice vetus et sapiens veterum latinorum sapientum, 
sive: Praecepta veterum sapientum, philosophorum, medicorum, rhetorum, 
historicorum , philologorum, de virtutibus, vitiis et moribus admonitiones 
variae, sapientes, eruditae et utiles, de omnibus fere Ulis, quae in communi 
hominum vita, singulis et universis accidere solent, descripta et selecta ex 
observationibus , lectionibus et notationibus variis Michaelis Neandri, So- 
raviensis. III Partes (mit fortlaufenden Seitenzahlen) Lipsiae. 1590. 8. 

Novarin. _ Aloysii Novarini Yeronensis,! clerict regularis, Ada- 
gia fozmulaeaue proverbiales , ex sanctorum patrum ecclesiasticorumque 



xn 

p 

iOriptorum monumentis accuxate promptae; qnae explicantnr illostrantur- 
que; additie, ut res exigebat, vitiis evellendis, virtutibus implantandis, ex- 
cursibus ethologieis et moribus expoliendis , inseitig salubribus monitia 
etc. etc. — Opus in duos tomos tributum: quorum alter lertia parte plu* 
auctior, quam prima ejusdem editio, alter vero posthumus nunc recens ex- 
hibetur, ut jam de hoc argumenta nihil exactius desiderari queat. Veronae, 
typis Merulams 1651. Fol. 

Oldenburg. — Constantini Germanici (der wahre Name des Ver- 
fassers ist Oldenburger, f 1678; vgl. Jöeher's Gelehrtenlexikon) ad 
Jnstum Sincerum Epistola politica de peregrinationibus Qermanorum recte 
et rite juxte interiorem civüem prudentiam instituendis. Cosmopoli. (Ohne 
Jahreszahl) 12. 

Owen* — Johannis Oweni Oxoniensis Epigrammata. Wratislaw« 
1658. 12. — Enthalten: 1) Epigrammatum Libri HL — 2) Epigrajnma- 
tum Liber unus ad Arbellam Stuart. — 3) Monosticha ethica et politica, 
— 4) Epigrammatum ad Henricum principem Gambriae Libri II. — ft) Epi- 
grammatum ad Garolum Eboracensem Liber unus. — 6) Epigrammatum 
ad Maecenates Libri III. 

Palingen. _ Marcelli PalingenU Stellati Zodiacus Vitae, h. e, 
de hominis vita, studio ac moribus optime instituendis Libri XII. Am- 
stelod. 1628. 12. 

Petron. — Tili Petronii Arbitri Satiricon quae supersunt, curante 
P. Burmano. Amstelod. 1748. 2 Voll. 4. (Bei den Citationen bedeutet 
die erste Ziffer das Kapitel, die zweite die Seitenzahl der genannten Aus- 
gabe.} 

Pomp. Fest _ sexti Pompeji Festi de verboium significa- 
tione Libri XX, notis et emendationious illustravit Andreas Dacerius, in 
usum Delphini. Amstelod. 1699. (Bei den Citationen bedeutet die erste 
Ziffer das Buch, die zweite die Seitenzahl der genannten Ausgabe.) 

PubL Syr. — PublU Syri Mimi et aliorum veterum sententiae. 
(Ich citirte nach dem in der Zweibrücker Ausgabe des Phaedrus befind- 
lichen Textabdrucke.) 

Heg. JUK — Regula Juris. — Bezeichnung für die dem Corpus, 
juris und den Werken verschiedener alter Rechtslehrer entnommenen, sprich-' 
wörtlich gewordenen Maximen. 

Ä. P. W. K. — Aphorismi et axiomata selecta; apposite in dis- 
cursu et utiliter in praxi applicanda. a R. P. W. K , Ordinis S. Bened. in 
imper. monasterio Weingartensi. Altdorfli ad Vineas 1745. 8. (Ohne Sei- 
tenzahlen; die beigesetzte Ziffer bedeutet die Reihennummer des Sprich- 
worts.) 

Salut. — Disticha CXm selectiora ex Salutari , medii barbariae 
aevi poemate. (Bei der Bernhold'schen Ausgabe des D. Cato). 

Schäme l. _ Lateinische Sprichwörter und Maximen, welche zum 
Deckel der Sünde oder Gemeiner Irrthümer vorgeschützet werden. Wor- 
über eine christliche Untersuchung anstellete Joh. Martinus Schamelius, 
Pastor Prim. zu Naumburg. Leipzig (ohne Jahreszahl). 8. — V Stücke. 
(Die erste Ziffer in den Citationen bezeichnet das Stück, die zweite die 
Seitenzahl.) 

Schonhehn. _ Proverbia illustrata et applicata in usum juven- 
tutis Ulnstri8. Das ist: Erläuterte Sprichwörter mit moralischen Anmer- 
kungen vor Jugend von hohem und adeligem Stande, wie auch über- 



haupt vor alle <Uejeiugeu, welche die nützlichsten oncL besten Proverbia 
der lateinischen Sprache mit Verstand and Nutzen erlernen wollen. Ans 
licht gegeben von M. Otto Wilhelm Schonheim von Hartenstein« Leip- 
zig. 1728. 8. 

Schreger. — Studiosus jovialis, sen auxilia ad jocose et honesta 
discurrendum, in gratiam et usum studiosorum juvenum honesta© recrea- 
tionis amantinm , collect* a P. R. Odilone Schreger , Benedictin. in 
exempto monasterio Ensdorffenst edlt VL PedeponÜ 1766. 8. 

Seyböld. _ Viridarium seleirtissimis Panemiarum et Sententfaram 
Latino-Germanicarmn floseolis amoenissimom , ex optimis qnibnsqne tarn 
vetustiaslmis, quam recentissimis Auetoribus ita adornatum, ut non modo 
Schokribus et Studiosi« verum etiam Theologis , Politiois, imo quibua* 
eunque eliis, sive literatis sive ilüteratis, in Sermonibue et Scriptis per- 
magno usui esse possit. — Lustgarten von auserlesenen Spruchwörtern, 
auch schönen und denkwürdigen Sitten- und Lehrsprüchen, aus den besten 
sowohl alten als neuen Auetoribus bestehend: So nicht nur für die Scho- 
laren und Studiosoa, sondern auch für Geistliche und Weltliche, ja für 
jedermänniglich , er sei gelehrt oder ungelehrt, in Reden und Schriften, 
überaus dienlich, also zugerichtet und eröffnet von Johann Georg Sey- 
bold, Gymnasii Halensis Collega. Nürnberg 1677. 8. 

Steinmeyer. _ Sprichwörter. Das ist: Schöne, weise und kluge 
Beden, darinnen deutscher und anderer Sprachen Höflichkeit, Zier, höchste 
Vernunft vnd Klugheit, Was auch zu ewiger vnd Zeitlicher WeissheiL 
Tugend, Kunst vnd Wesen dienet, gespürt vnd begriffen, von Alten vnd 
jetzigen im Brauch gehabt vnd beschrieben. In etlfch Tausendt zusam- 
menbracht. Jetzt auffs neuw wiederumb fleissig ersehen, vnd mit einem 
nutzlichen zu End angehenkten Register gemehrt. Gedruckt zu Franck- 
rart a. H. — (Ohne Namen des Verfassers) in Verlegung Vincentij Stein' 
meyers. 1615. 8. 

Tapp. — Germanicorum Adagiorum cum latinis ac graecis colla- 
torum centuriae VII Eberhardi Tappii. Ex Libera Argentina in aedibus 
Wendelini Rihelii. anno 1539. 8. (Bios die Blätter sind paginirt, daher 
in den Citationen die Bezeichnung a. b. neben den Ziffern.) 

Tscherning. — Centuria Proverbiorum Alis , imperatoris Mosle- 
mici, distichis latino-germanicis expressa ab Andrea Tschemingio (in 
dessen „poetischem Lustgarten". Hamburg 1688. 8.) 

Vergil. _ Polydori Vergtlü Urbinatis, presbyteri, Proverbiorum 
über, quo paroemiae insigniores omnium lere scriptorum luculentis- 
sima enarratione explicantur. Schuererius Helvetensis Argentorati venustis- 
simis formis denuo exeudit. Mense Novembri an. humanae salutis 1511. 4. 
(Bios die Blätter sind paginirt.) 

Weber* — Dicta Sapientum selectiora et insigniora graeco-latina, 
ex optimis et probatissimis autoribus hinc inde collecta et in rhytmum 
germanicum redaetaj interprete Johanne Webero t Scholae Salfeldensis 
Coli Francof. 1705. 8. 

Zinegref. — Teutscher Nation Klug-ausgesprochene Weisheit, das 
ist: Deren auss Teutschen Landen erwehlten und erkohrenen Päbste, Bi- 
schoffe, Keyser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen und Herren, Edlen, 
Gelehrten und jedes Standes wohlbenahmter Personen lehrreiche Sprüche, 
geschwinde Anschlag, artige Hofreden, denkwürdige Scherzfragen, Ant- 
worten, Gleichnüsse, und was dem Allen gleichförmig, von Griechen 
Apophthegmata genannt ist etc. — Auss allerhand Schriften zusammen- 



XIV 

getragen durch Julium Wilhelmum Zincarefen, der Reckten Doctotei|. 
Frankfurt u. Leipzig 1683. 5 TU. Id. (Gibt für die lateinischen Sprich- 
worter nur spärliche Ausbeute, desto reichere aber ffir die deutschen.) 
Zuber Mo/lOSt, A. B. C. D. - Matthaei Zuberi Monostichon, 
Series IV. — Die erste series steht in Zuberi Gatenuh illustrium sen- 
tentiarom. Amberg 1618. 8. — Die zweite in: Bpicilegia Gnomotyptae, 
ibid. 1616. — Die dritte in: Snboles effructicans Gnomotrpiae. Amberg 
1618. — Die vierte in: Badnk segrex Aphorlsmornm. ibid. 1617. 

Zuber Man. K~-*ß — Matthaei Zuberi Monostichologia, dfrersis 
peregrinationibus inter otii abundantiam concinnata et nunc in gratiam 
studfosae juventutis, voto ac tempore mpacius, foras data. Ambergae 
1618. 8. (Die einzelnen Bücher dieser Sammlung sind nach den Buck- 
ataben des hebräischen Alphabets benannt und auch in den Citationen 
mit denselben bezeichnet.) 



Lateinischer 

Sprlchwörterschatz« 



Possutn multa tibi veterum praecepta referre, 
Ni refugis, temesque piget cognoscere curat. 

VirgU. Gtorg 1, 179. 177. 



« WKWWWWVWWVW 



A. 

AB JOVE PR1NCIP1ÜM. Virgil. Ecl. 3, 60. 
Unser Anfang geschehe mit Gott 



l. 

A bove majori discit arare minor. Seybold p. 2. 
Wie^die Alten sangen, 
Sofzwitschern auch die Jungen. 

2. 

A caliga ad consulatum perductus. Seneca de benef. 5, 16. 
Von der Pike auf General geworden. 
3. 
A cane non magno saepe tenetur aper. Ovid. remed. 422. 

Es kommt nicht auf die Grösse an, sonst überliefe 
der Esel den Hasen. 

4, 
A capillis usque ad ungues. Petron. ed. Burm. c. 102. jp.619. 
VomJKopf bis zum Fuss. 

A capite arcessere. Er asm. p. 3. 

Beim rechten Flecke angreifen. 
6. 

A Deo vocatusjrite paratus* Sehreger p. 2. 

Wen.. Gott schickt, den macht er geschickt. — 
WemJGott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand. 

7. 

A fronte simul et occipitio oculatus. Er asm. p. 537. 
Er hat vornen und hinten Augen. 

1 



8. 
A ksso rixa quaeritur. Seneca de ira 3, 10. 
Mit einem Müden ist leicht anbinden. 
9. 
A limine salutat. Steinmeyer 294 b. 

Er hat kaum hingeechmeckt — 

Er ist mit der Sau durch die Schule gegangen. 

10. 
A Bneis excidis. TertulUan contra Hermog. 
Du bist auf dem Holzwege. 
11. 
A mortuis tributum exigit. Tapp 38 b. 

Er nimmt's und wenn Blut daran hängt 
12. 
A primis et nos pueriliter eglmus annis. Seybold p, 32. 
Wir sind auch einmal jung gewesen. 
13. 
A prora et puppi periit. Buchler p. 79. 

Von Grund und Boden aus verdorben. 
14. 
A puro pura defluit aqua. Eiselein p. 99. 

Aus lauteren Brunnen fliesst lauteres Wasser. — 
Dem Reinen ist Alles rein. 

15. 
A solls occasu, non ortu describe diem. Buchler p. 143. 
Lobe den Tag nicht vor dem Abend. — 
Es kann vor Abend anders werden, 
Als $s am frühen Morgan war. 
16. 
A studlis venter nimium distentus abhörtet Buchler p. 374 
Ein voller Bauch studirt nicht gern. 
17. 
A temerario judlce praeceps sententia. Seybold p. 42. 

Ytet einen grossen Sprung thun will, der muss zu- 
vor hinter sieh gehen. 



18. 
A Titiis nescit desistere, quando seneaeik Gärtner p* 14. 
Jung gewohnt, alt gethan. 

19. 
Ab acra et acu. Petron. c. 76. p. 495. 
Von Anbeginn an. 

20. 
Ab alio eispectes, alteri quod fecerls. Publ. Syr. 2. JEd. Bip. 
Wie man in den Wald schreit, so hallt es wieder 
heraus. 

21. 
Ab asinis ad boves transcendere. Plaut. Atdul. 2, 2, 58. 

Vom Esel auf den Ochsen (in eine bessere Lage) 
kommen. 

22. 

Ab asino länam. Seybold p. 1. 

Bratwürste im Hundestalle suchen. 

23. 

Ab equis ad asiuos. Apostol. Cent. 5. 
Vom Gaul auf den Esel kommen. 

24. 
Ab ipso Lare indpe. Eiselein p. 870. 
Kehre zuerst vor deiner, Thüre. 

25. 
Ab ovo Ledae ordiri. Nach Borat. A. P. 147. 
Bei Eva's Fall anfangen; 

26. 
Ab ovo üsque ad mala. Horat. Sernu 1, 3, 6, 7» 
Von Anfang bis zu Ende. — 
Durch die Bank. 

27. 

Ab unguibus incipit. Erasm. p. 26. 

Er zäumt den Gaul beim Schwänze auf. 

1* 



28,. 
AMerit^nae pectora plebis. Maräal 10, 35. 
Abderiten-, Krähwinkelerstreiche. 

20. 
Aberras a janua. Steinmeyer 294 a. . 
Du bist noch weit vom Schasse. 

30. 

Abs re qul vadtt, res sibi nulla cadit. Gärtner p. 155. 

Wer mit leerer Tasche ausgeht, verliert Nichts. — 
Wer Nichts gelernt hat, vergisst Nichts. 

81. 

Absens carens. Eiselein p. 149. 

Wer nicht kommt, bekommt auch Nichts. 

32. 

Absentes habentur pro mortuis. Inscript Curiae rom. 
Aus den Augen, aus dem Sinn. 
33. 
Absenti non nocet anguis. Patingen. 4, 769. 
Weit vom Ziel ist gut fiVn Schuss. 
34. 
Absint offensae, cum fit celebratio mensae. Neander p. 265. 
An diesem Tische hat 
Kein Afterreden Statt. 

35. 
Absque aere mutum est Apollinis oraculum. Lehmann p. 254. 
Umsonst wird kein Altar gedeckt. 
36. 
Accessorium sequltur suum principale. B. P. W. K. p. 136. 
Wer das Schaf hat, dem gehört auch die Wolle. 
37. 
Accidit in puncto, quod non speratur in anno. Buchler p. 90. 
Lange Erwartetes kommt oft über Nacht. — 
Was man in einem Jahr nicht hofft, 
Schickt eich im Augenblick gar oft. . 



38. 

Accipe dum dolet. Zfncgref 4, p> 71. 
Doktor, lass dich alsbald zählen. 
So lang noch Schmerzen den Kranken quälen. 

39. 
Accipe quäle datur, sl cupis esse satur. Buchler p. 121. 
Hunger ist der bebte Koch, 
40. 
Accipe quam primum, brevis est occasio lucri. Martial. 8, 9. 
Schneide in der Erndte, — 
Schmiede das Eisen, so lange es warm ist. 

41. 

Accipere quam facere praestat injuriam. Cicero Tusc. 5, 19. 
Lieber Unrecht leiden, als Unrecht thun. 
42. 
Accipias paleam, si non vult solvere nequam. Buchler p. 82. 
An schlechten Schulden soll man Haberstroh nehmen. 
43. 
Accusare et judlcare stand fas non est. Nach Menand. Seyb. p.4. 
Niemand kann Kläger und Richter in einer Person 
sein. 

44. 
Acetum habet in pectore. Plaut. Bacch. 3, 3, 7. HoraL 

Serm. 1, 7, 32. 
Er hat Flöhe hinter den Ohren sitzen. — 
Nach Andern: Er hat Witz im Leibe. 

45. 
Actam rem agere. Plaut. Cist, 4, 2, 36. 
Actum agere. Terenl. Phorm. 3, 2, 71. 

Leeres Stroh dreschen. — 

Sand in's Meer führen. 

46. 
Acti labores jucundi. Cicero de fin. 2, 32. 
Acti laboris comes est laetitia. Lehmann p. 209. 
Nach der Arbeit ist gut ruhen. 



47. 

Acu rem tetigistl. Plaut Rud. 5, 2, 19. 

Da hast den Nagel auf den Kopf getroffen« 

48. 
Acutas manus habere. 

AjnU. Metam. ed. Ehnenhortt 5, p. 172. 
Lange Finger haben. 
49. 
Ad amussim applica lapfdem, non ad laptdem amussim. 

Nach Plutareh. Ürasm. p. 370. 
Schick' dich in die Welt hinein, 
Denn dein Kopf ist viel zu klein, 
Dass sich schick' die Welt hinein. 

50. 

Ad calamitatem quilibet rumor valet. PubL Syr. 5. 
Wer lustig ist zu Zank und Streit, 
Der findet bald Gelegenheit. 

51. 

Ad ctatam dominus vadit saepissime parcus. Sckreger p. 28. 

Ein häuslicher Mann 
Schaut oft den Brodlaib an. 

52. 

Ad corvos! Apostol. Cent. 9. 

Geh* zum Henker! 

53. 
Ad graecas Calendas. Sueton. Octav. 87 u. A. 0. 

Am Nimmerleinstag, wann die Eulen bocken. — 

Um Pfingsten auf dem Eis. 

54. 
Ad Herculis columnas. Erasm. p. 499. 

Wo die Welt mit Brettern vernagelt ist. 

55. 

Ad impossibile nemo obHgatur. Reg. jur. 

Wo Nichts ißt, hat der Kaiser das Recht verloren. 



56. 
Ad inritas redactus. Ptaut Trin. 2, 4, 136, 
Er hat das liebe Brod nicht zu essen. 

57. 
Ad mala facta malus socius socium trahit. Alan. pag. 6. 
Böse Gesellschaften verderben gute Sitten. 
58. 
Ad molam primo qui venit, non molet imo. Neanderp. 267. 
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. 
59. 
Ad mores natura recurrit. Juvenal. 13, 239. 

Art lässt nicht von Art. — 

Die „ Katze lässt das Mausen nicht. 

60. 
Ad nova omnes concurrunt. Seneca Exe. contr. 
Etwas Neues hört man gern. — 
Neukommen, willkommen. 

61. 
Ad novercae sepulcrum flere. Apostol. Cent. 16. 
Krokodilsthränen weinen. 
62. 
Ad perniciem solet agi sinceritas. Phaedr. 4, 13, 3. 

Wer die Wahrheit geigt, dem schlägt man den Fidel- 
bogen um den Kopf. 

63. 
Ad praesens ova cras pullis sunt meliora. Neanderp. 267. 
Besser ein Spatz in der Hand, 
Als ein Kranich über Land. 

64. 
Ad restim res rediit. Terent. Pharm. 4, 4, 5. 

Hier ist ein Kreuzer, kaufe dir einen Strick. 
65. 
Ad secreta poli curas extendere noli. Gärtner p. 52. 
Greife Gott nicht in's Handwerk. 



8 

66. 

Ad sonitum Musae ducuntur saepe choreae. Gärtner p. 89. 
Nach der Pfeife aoll man tanzen. 
67. 
Ad suum quaestum callidus est Plaut Min. 1, 8, 36. 
Er lügt in seinen eigenen Beutel. 
68. 
Ad tristem partem strenua est suspicio. Publ Syr. 7. . 
Das Böse glaubt man immer am liebsten. 
69. 
Ad unguem factus homo. Horat Serm. 1, 5, 32. 33. 
Ein feiner Weltmann. 
70. 
Adam fodiente, quis nobilior, Eva nente? Gärtner p. 142. 
Als Adam grub und Eva spann, 
Wer war da wohl ein Edelmann? 

71. 
Adamanta movet. Ovid. Trist 4, 8, 45. Mar Hat 7, 99 
Das könnte einen Stein rühren. 
72. 
Adde parum parvo, modicum superadde pusillo, 

Tempore sie parvo magnus acervus erit. Schreger p. 31. 
Viele Körnlein machen auch einen Haufen. — 
Aus dem Sächlein wird ein' Sach, 
Und aus dem Rinnelein ein Bach. 

73. 

Äddiscunt juvenes, quod cecinere senes. Seybold p. 2. 
Wie die Alten sungen, 
So zwitschern auch die Jungen. 

74. 

Adhuc coelum volvitur. Erasm. p. 600. 

Der alte Gott lebt noch. 

75. 

Adhuc tua messis in herba est. Ovid. Heroid. 17, 263. 

Deine Erndte steht noch auf dem Halme. 



9 

76. 
Adöüidis horti. Nomrin p. 55. 
Eitelkeit der Welt! 
77. 

Adversa magnos probant. PHnzus paneg. 31. 
Daß Unglück zeigt den grossen Mann. 
78. 
Adversum necessitatem ne Dii quidem resistunt. 

Schamel III, p. 100. 
Noth kennt kern Gebot. — 
Noth bricht Eisen. 

79. 
Adversus solem ne loquitor. Er asm. p. 14. 
Mache aus weiss nicht schwarz. 

80. 
Adversus stimulum ne calcitres. Mercur. biling. 129. 
Lecke nicht wider den Stachel. 
81. 
Aedibus in nostris et prava et recta geruntur. Nach Homer. 
Lang p. 231. Auch Gellius 14, 6. 

(führt dieses Sprichwort, aber griechisch, an). 
Kehre Jeder vor seiner Thüre, 
Dann wird bald die ganze Gasse sauber. 

82. 

Aedibus in propriis canis est mordacior omnis. Buchler p. 103. 
Der Hund ist keck auf seinem Miste. 
83. 

Aedificare domos et corpora pascere multa, 

Ad paupertatem proximus est aditus. ZincgrefS, p. 110. 
Gross Häusser bauen und viel Mäuler speisen, 
Den nächsten Weg znm Bettelstab thut weisen. 

84. 
Aegre fonnosam poteris servare puellam. Owen Monost. 20, 
Lieber eine Wanne voll Flöhe, als ein hübsches 
Mädchen hüten. 



10 

85. 
Aegroto dum anlma est, spes est' Cicero ad AU. 9, 10. 

Der Kranke hofft, dieweil ihm der Athem ausgeht — I 
Es ist Niemand so krank, er hofft auf Besserung. 

86. 

Aequalem tibi quaere uxorera. Steinmeyer 102 a. 

Ueberweibe dich nicht. — 
Eh' wieg's, dann wag's. 

87. 
Aequalis nulli confringit sarcina dorsum. Seybold p. 13. 

Was Einer tragen kann, bricht ihm den Hals nicht 

88. 
Aequalitas non parit bellum. Fasel, p. 8. 

Gleich bei Gleich macht langen Frieden. 

89. 
Aeque pars ligni curvi, ac recti, valet igni. Gärtner p. 18. 

Ein krummes Holz gibt so gut Kohlen, wie ein 
gerades. 

90. 
Aequum est, a quo quid velis, ad eum currere. 

Lehmann p. 65. 
Das Pferd muss der Krippe — 
Die Maus dem Loche nachlaufen. 

91. 
Aeris alieni comes miseria. Buchler p. 81. 
Borgen macht Sorgen. 

92. 
Aestas non semper durabit, condite nidos. Eiselein p. 23. 
Schneide in der Erndte. — 
Schneide Pfeifen, wenn du im Rohre sitzest. 

93. 

Aestate perulam deteris. Lang p. 300. 

Wenn du die Kleider im Sommer zerreissest, 
Musst du im Winter nackt gehen. 



11 

94. 

Aestimatur unius assis. Catuü. 5, S. 
Er ist keinen Heller werth. 
9S. 
Aetate reddimur prudentiores. Buchler p. 16. 
Man lernt alle Tage etwas Neues. 
M. 
Aethiops non albescit. Erasm. p. 325* 

Die Katze lässt das Mausen nicht. — 
Die Elster lässt ihr Hüpfen nicht. 

97. 
Affectus non punitur, nisi sequatur effectus. Reg. jur. 

Nicht der böse Wille, nur die böse That wird he- 
straft. 

98. 
Agas asellum. Eteelein p. 150. 

Besser, den Esel treiben, als den Sack selbst tragen. 
99. 
Age, si quid agis. Plaut Pers. 4, 4, 108. 
Was du thust, das thue recht. 
100. 
Agens et consentiens eadem poena digni. Neander p. 92. 
Hehler und Stehler verdienen gleiche Strafe. 
101. 
Agninis lactibus alligare canem. Plaut. Pseud. 1, 3, 85. 
Den Hund an eine Bratwurst binden. — 
Die Katze zum Schmerlaib — 
Den Bock zum Gärtner setzen. 

102. 
Agricolis optatissimum otium." Cicero ad AU. 7, 7. 
Wenn der Bauer nicht muss, 
Rührt er weder Hand noch Fuss. 

103. 
Ajunt gallinas Augusti tempore surdas. Buchler p. 74. 
In der Habererndte sind die Hühner taub. 



12 

104. 
Alata aetas. Buchler p. 17. 

Die Zeit ist an keinen Pfahl gebunden. 
105. 
Alba avis. Cicero ad fam. 7; 28. 
Ein Wunderthier. 

106. 
AM lineft. Gelttus praef. $. 11. 
Nachlässig; ohne Wahl. 

107. 
Albae gallinae filius. Juvenal 3, 141. 

Im Glücksstern geboren. Ein Sonntagskind. 

108. 
Albo reti aliena captate bona. Plaut. Per*. 1, 2, 22. 
Den Leuten das Ihrige abschwindeln. 

109. 
Albus an ater sit, ignoro. Cicero. Phil. 2, 16, 41. 

CatuU. 94, 2. 

Ich komme nicht recht aus ihm. — 

Ich kenne weder seine Hühner, noch seine Gänse. 

110. 
Aleam emere. Paulus Diac. 18, 4, 7. 
Die Katze im Sack kaufen. 

111. 
Aleator, quanto in arte melior, tanto nequior. Schonheim p. 7. 
Je besser Spieler, je ärger Schalk. 

112. 
Alere luporum catulos. Nach Theocrit Erasm. p. 327. 
Schlangen im Busen wärmen. 

113. 
Alia facies pectoris, aüa peius. Lehmann p. 338. 

Mancher trägt auf der einen Achsel Gott, auf der 
andern den T 



13 



114. 
Alia res sceptram, alia plectrmn. Erasm. p. 175, 

Ein Anderes ist der Degen, ein Anderes die Feder. — . 
Reiten und Singen ist zweierlei. 

115. 
Alia Tita, alia diaeta. Schamel. I, p. 10. 
Neues Amt, neue Sitten. 

116. 
Aliam excute quercum. Zuber monost A. 38. 
Klopfe auf einen andern Busch. — 
Gehe vor eine andere Thüre. 

117. 

Alieaa vitia in oculis habemus, a tergo nostra. 

Seneca de ira 2, 28. 
Wir sehen den Splitter in des Bruders Auge, aber 
den Balken im eigenen Auge sehen wir 
nicht 

118. 
Aliena vivere quadra. Juvenal 5, 2. 
Aus fremdem Beutel zehren. 

119. 
Alieno praesidio ferox. Buchler p. 40. 

Er hat einen Christoffel, der ihn trägt. 
120. 
Alienos agros irrigas, tuis sitientibus. Neander p. 88. 

Du willst Andern Katzen fangen, und kannst dir 
selbst keine Maus fangen. 

121. 

Alienum fundum arare. Cod. Justin. 

Seine Nase in fremde Sachen hineinstecken. 
122. 
Alienum nobte, nostrum plus aliis placet. Publ. Syr. 11. 

Was eines Andern ist, 

Darnach trägt man Gelüst. 



14 

128. 
Ali! semeatem faciunt, all! metuat. Ekelein p> 35. 
Der Eine hat Arbeit und Fleißß, 
Der Andere Nutzen und Preis. 

124. 
Alio coquente ollam paratam sustuü. Eiselein p. 387. 
Mancher kann wohl kochen, aber nicht anrichten. 
125. 
Aliorum medicus ipse vulneribus scates. Weber 3, 14. 
Arzt, hilf dir selber ! — 
Wer eines Andern Arzt will heissen, 
Der darf nicht eig'ne Wunden weisen. 

126. 
Aliter catuli longe olent, aliter sues. Plaut. Epid. 4, 2, 9. 
„Aeneas roch Lavendelduft 
Und kannte seine Mutter/* (Blumauer Aen. B. I.) 
— So übersetzt Eiselein p. 27, mir nicht ganz 
erklärlich, dieses Sprichwort, welches zur Be- 
zeichnung von zwei ganz verschiedenen Dingen 
oder Begriffen angewendet wird. — 

127. 
Aliter haec sacra non constant. Auson. Edytt. 13, 14. 

in fine EpilogL Etil. BiponL p. 214. 
Auf solchen Kirchweihen gibt es keinen andern 
Abiaas. 

128. 
Aliud ex alio malum. Terent. Eun. 5, 6, 17. 

Ein Unglück tritt dem andern auf die Fersen. 
129. 
Aliud stans, aliud sedens (loquitur). Erasm. p. 294. 

(Wird gewöhnlich, aber unrichtig, mit Sallurt citirt) 
Er bleibt bei seinem Worte , wie der Hase bei der 
Trommel. 

130. 
Alium silere quod voles, primus sile. Seneca Hipp» 876. 
Was Du willst verschwiegen han, 
Das sollst Du Niemand wissen lahn. 



15 



131. 
Alium spoliat, at alium ditet. Seybold p. 20* 

Er stiefalt dem Gerber das Leder und macht den 
Armen Schuhe daraus. 

132. 

AUeetor columbarum. Buchler p. 175. 

Taubenmelker. 

133. 
Ate plus, quam mellis. Tapp. 25. b. 

Der Welt Lust ist Unlust. 

134. 

Atta die solo non est exstructa Corinthu^ Buchler p. 90. 
Rom ist nicht in einem Tage erbaut worden. 

135. 
Alter frenis eget, alter calcaribus. Cicero ad Att 6, 1. 

Dem Einen thut der Zaum, dem Andern der Sporn 
noth. 

136. 
Alter nare cupit, alter pugnare paratus. Entüus Annal. näiq. 

Ed. Vahlen p. 39. 
Dem Einen gefällt das, dem Andern jenes. — 
Die Geschmäcke sind verschieden« 

137. 
Alter occidit apros, alter pulpamento fruitur. Seybold p. 21. 
Der Eine schiesst den Hasen, 
Der Andere isst den Braten. 

138. 
Altera manu fert lapidem, panem ostentat altera. 

Plaut. Aul. 2, 2, 18. 

Das thun alle bösen Katzen: 
Vornen lecken, hinten kratzen. 

139. 
AJterius non sit, qui suus esse potest. Owen ad Henr. 1, 13. 
Besser eigenes Brod, als fremder Braten. 



16 



140. 
Alterius poenis fit castigatio lenis. Gärtner p. 161. 
Wer fremdes Unglück nimmt m Herzen, 
Hat eine Zucht ohn' grosse Schmerzen. 

141. 
Alterum pedem in cymba Charontis habet. Nach Lucian, 

Suidas u. A. Erasm. p. 392. 

Er steht mit dem einen Fuss im Grabe. — 
Er riecht schon nach Tannenholz. 

142. 

Altivolans volucris victum sibi quaerit in imis. Gärtner p. 196. 

Kein Vogel fliegt so hoch ; er sucht seine Nahrung 
auf dem Boden. 

143. 
Alvus homini plurimum negotii exhibet. Buchler p. 374. 
Das Maul kostet am meisten. 

144. 
Amantes amentes. Fasel, p. 15. 
Liebe macht närrisch. — 
Bei Verliebten ist der Verstand im H / 

145. 

Amantium irae amoris redintegratio. Terent. Andr* 3, 3, 23. 

Liebeszorn ist neuer Liebeszunder. — 

Die sich bei Tage zanken, lecken sich bei Nacht 

146. 
Amata res coecos amantes efficit. Zuber Mm. 5, 49. 
Liebe macht blind. 

147. 
Ambitiosa vivere paupertate. Juvenal 3, 182. 

Gross thun, und wenn der Bettelsack an der Wand 
verzweifelt. 

148. 
Aftud fures temperum. R. P. W. K. 48. 

Bei guten Freunden verliert man viele Zeit. ' 



IT 

143. 
Amici magnam partem cessatores sunt Buchler p, 24. 
Freunde in der Noth, 
Hundert auf ein *Loth. , 

150. 
Amici Yitia noyeris, non oderis. Publ. Syr. 30. 

Freundes Gebrechen sollst du kennen und tragen, 
Aber nicht nennen und nicht benagen. 

151. 
Amicitia inter pocula contracta plerumque vitrea. Sckregerp.%. 
Freundschaft beim Glas, 
Wie bald bricht das! 
152. 
Amicitia, quae desinere potuit, nunquam vera fuit. 

Ambros. de Off. L. 3* 
Freundschaft, so ein Ende fand, 
Niemals acht und rein bestand. 

153. 
Amicitias tibi junge pares. Oftfrf. Trist. 3, 4, 44. 
Geselle dich zu deines Gleichen. 
154. 
Ami eis communia iater se omnia. Terent Adelph. 5, 1, 18. 
Zwischen Freunden ist Alles gemeinschaftlich. — 
Vor guten Freunden schliesst man kein Brod ein. 

155. 

Amicerum limina raritts sunt frequentanda. Buchler p. 24. 

Gute Freunde musfc man nicht überlaufen-. 

156. 
Amicos res seeuodae parant, adversae probant. Buchler p. 21. 
Glück erwirbt Freunde, Unglück erprobt sie. 
157. 
Amicus certus in re incerta cernitur. Ennius Trag. rel. p. 146. 
Ein treuer Freund ist Goldes werth. — 
Noth und Ungelück 
Entdecken falscher Freunde Tück\ 

2 



18 

158. 
Amicus ollaris. Steinmeyer 97. a. 

Ein Häfeleinsfreund; Tellerlecker. 
159. 
Amicus verus rara avis. Seybold p. 24. 
Wahre Freunde sind dünn gesäet. 
160. 

Amissis rebus nemo sapiens. Seybold p. 25. 
Gut verloren, Muth verloren. — 
In des armen Mannes Beutel verdirbt viel Witz. 

161. 

Amor docet musicam. Buchler p. 26. 
Die Lust lehrt p feilen. 

162. 
Amor non vult fidibus extorqueri. Zincgref. 3, p. 22. 

Gezwungene Liebe und gemalte Wangen währen 
nicht lange. 

163. 
Amor Omnibus haud idem. Palingen, 2, 402. 403. 
Die Geschmacke (Neigungen) sind verschieden. 
164. 
Amor sine onere portat. R. P. W. K. 1. 
Li\8t und Lieb zu einem Ding 
Macht alle Müh' und Arbeit ring. 

165. 
Amor tussisque non caelatur. Fasel, p. 15. 

Die Liebe und der Husten lassen sich nicht ver- 
bergen. 

166. 

Amphora sub veste raro portatur honeste. Eiselein p. 398. 
Das heimlich Krüglein, voll mit Wein, 
Lässt unter deinem Rock nicht fein. 

167. 
Amplis in domibus sunt amplae curae et opimae. 

Leib. Stud. 201. 
In grossen Häusern stecken grosse Sorgen. 



19 

168. 
Amyclas Silentium perdidit Heyne ad Virg. Arn. 10, 564. 
Am rechten Orte muss man das Maul aufthun. 

169. 
An nescis, longas regibus esse manus? 

Ovid. Heroid. 17, 166. 
Herrenhand 
Reicht in alle Land. 

170. 
Ancora domus. Lang p. 151. 
Haasgemach 
Geht über alle Sach\ 

171. 
Ancoras tollere. Varro de re rust. 3, 17. 
Sich aus dem Staube machen. — 
Durch die Latten brennen. 

172. 
AnguiHam cauda capessis. Mercur. biling. 192. 
Du greifst den Aal bei seinem Schwanz 
Und hast ihn weder halb, noch ganz. 

173. 

Anguinos gestes oculos in corde columbae. Zuber Man. £, 14» 
Sei klug, wie die Schlangen, 
Und ohne Falsch, wie die Tauben. 

174. 
Animam debet Terent. Pharm. 5, 3, 56. 

Er ist Gott und der Welt schuldig. — 

Er hat mehr Schulden als Haare auf dem Haupte. 

175. 
Animo dat gloria vires. Ovid. Trist. 5, 12, 37. 
Viel Ehr, viel Muth. 

176. 
Animo nunc huc, nunc fluctuat illuc. Virgil. Aen. 10, 680. 
Er ist wie ein Rohr, das der Wind hin und her 
wehet. 

2* 



»0 

J77. 
Alterns In pedes decidtt. Nach Homer. Eram. p. 62& 
Das Herz ist ihm in die Hosen gelallen. 
178. 
Anni ad tesseram venerunt Petnm. c. 81. p. 521. 
Er ist kein heuriger Hase mehr. 
179. 

Anni superioris semper meliora. Lang p. 148. 
Es kommt selten etwas Besseres nach. 

180. 
Annos indicat ruga. Weber 3, 42. 
Die Runzeln zeigen an 
Den wohlbetagten Mann. 

181. 
Annosa vulpes non capitur laqueo. Apostol. Cent. 6. 
Ein alter Fuchs ist schwer zu fangen. — 
Alte Hunde sind schwer zu bändigen. 

182. 
Annoso prospectandum latrante molosso. Buchler p. 49« 

Wenn die alten Hunde bellen, ist es Zeit, dass man 

hinausschaut. — 
Alter Hund macht gute Jagd. 

183« 
Annulis plus quam amicis creditur. Seneca de benef. 3, 15. 
Schwarz auf Weiss 
Behält den Preis. 

184. 

Annus producit, non ager. Buchler p. 31. 

Die Zeit bringt Rosen, nicht der Stock. 

185. 
Anser inter olores. VirgiL EcL 9, 36. 
Die Krähe unter den Pfauen. — 
Saul unter den Propheten. 

186. 
Ante barbam doces senes. Erasm. p. 23. 

Das Ei will klüger sein, als die Henne. 



21 • 

187. 
Ante Dei vultum nil unquam rcstat imrituro. B. P. W. K. VRt. 
* Das göttlich G'richt 
Verschonet nicht. 

188. 
Ante fuit vitulus, qui nunc fert cenraa taarus. Gärtner p, 17. 
Aus Kindern werden Leute 
Und aus Mädchen Bräute. 

189. 
Ante lentem augere ellam. Steinmeyer p. 55 b. 

Des Bären Pelz verkaufen, ehe der Bär gestochen ist. 

19a 

Ante tubam trepidat. EUtlein p. 384. 
Ante tubam treiaor artos occupat. Novarin p. 406. 
Er schreit vor dem Streiche. 
191. 
Antiqua non facite mutantur, nisi in pejus. Lehmann p. 177. 
Es kommt selten etwas Besseres nach. 
191 
Antiqua virtute et fide. Eiselein p. 447. 
Vom alten Schrot und Korn. 

193. 
Antiquior quam chaos et saturnia tempora. Fasel, p, 18. 
Aelter als Methusalem. 

194. 
Antiquus amor carcer est. Petron. c. 43. p. 261. 
Lange Liebschaft, schwere Gefangenschaft. 

195. 
Anus bacchatur. Buchler p. 190. 
Die alte Kuh will beissen. 

196. 
Anus cum ludit, morti deücias facit. Publ Syr. 49. 
Alter Weiber Fröhlichkeit 
Ist des Todes Lustbarkeit. 



• 22 

1*7. 
Anus, hircissat. Apostol. Cent 6. 

Alte Geissen lecken auch gern Balz, — 
Alte Fahrleute hören auch noch gern knallen. 
198. 
Apelles post tabulam. Fasel, p. 18. 
Der Horcher an der Wand 
Hört seine eig'ne Schand. 

199. 
Apertis (ut ajunt) tibik Quincül. Inst 11, 3, 50. 
Er bläst den Zinken. (So bei Eiselein.) 
200. 
Apes fugat flimus. Weber. Append. 23. % - 

Dej Hase bleibt nicht bei der Trommel. 
201. 
, Aphrodiseum jusjurandum. Nach Ovid. Art. am. 1, 633. 

vgl Propert. 2, 28, 8. 
Ein Liebesschwur (der nicht leicht gehalten wird). 

202. 
Apparet etiam satis coeco. Livius 32, 34. 

Das leuchtet selbst einem Blinden ein. 
203. 
Aprura fluctibus appingit Horat. A. P. 30. 

Er zäumt den Gaul beim Schwänze auf. 
204. 
Apud bonae fidei promissorem non est opus flagitatione. 

Erasm. p. 216. 
Gute Schuldner mahnen sich selber. 

205. 

Apud inferos est aequalitas. Lehmann p. 329» 

Der Tod macht Alles gleich, darum fürchtet ihn 
auch Jedermann. 

206. 

Apud novercam queri. Plaut Pseud. 1, 3, 80. 

Dem Teufel beichten. 



23 . 

207. 
Aqua et panis vita cutis. Afss. Majer. 

Wasser und Brod ist ein Hundeleben. 

208. 
Aquae furtivae dulciores. Buchler p. 140» 

Gestohlenes Brod schmeckt am besten. 

209. 

Aquam e pumice postulare. Plaut, Pen. 1, 1, 42. 
Bratwürste im Hundestalle suchen. 
210. 

Aquam frigidam suffundere. Plaut CistelL 1* 1, 37. 

Lärmen zu Etwas blasen. 

211. 

Aquam plorat, cum lavat, profundere Plaut. Aul. 2, 4, 29* 

Den Geizigen dauert das Wasser zum Waschen — 
Das Licht, das er anzünden mnss. 

212. 

Aquas infundere cineri. QuinctiL Declatn. 12, 23. 

Mit Spritzen kommen, wenn das Haus abgebrannt ist 

213. 

Aquila non captat muscas. Erasm. p. 115. 

Grosse Herren bekümmern sich nicht um Lappalien. 

214. 

Aquilam noctuae comparas. Erasm. p. 187. 
Du stellst Gaul und Esel zusammen. 

215. 

Aquilam testudo vincit. Lang p. 174. 

Mit gemach Gehen kommt man auch weit 

216. 

Aquilam volare doces. Germberg I, 5. 

Du willst den Hühnern die Schwänze aufbinden« 

217. 

Arator, nisi incurvus, praevaricatur. Plin. Hist. nat. 18, 19. 
Wer seine Arbeit nicht recht thut, kommt nicht zum 

Ziele. — 
Wie man den Acker bestellt, so trägt er. 



24 

218. 
Arbitrii non est nostri, quid quisque foqnatur. Cato 3, 3. 
Man kann den Leuten nicht vor das Maul sitzen. — 
219. 
Arbor honoretur, cujus I nosumbra tuetur. R. P. W. K. 254. 
Halt* In Ehren Jedermann, 
Der dir helfen und nützen kann. 

220. 
Arbor naturam dat fructibus atque figuram. Eiselein p. 57. 
Wie der Baum, so die Frucht. 
221. 
Arbor per primum non quaevis corruit ictum. Gärtner p. 163. 
Kein Baum fällt auf den ersten Streich. 
222. 
Arbore dejecta quivis ligna colligit Weber 3, 25. 

Liegt der Baum, so klaubt alle Welt Holz. — 
Wenn der Wagen bricht, hat er fünf Räder. — 
Wer da fällt, 
Ueber den läuft alle Welt. 

223. 

Arbores cadunt post folia. Nach Plaut. Menaech. 2, 3, 24. 25. 

Wenn man Einem den Finger bietet, 
Will er gleich die ganze Hand haben. -*- 
Lässt man den Teufel in die Kirche, gleich will er 
auch Messe lesen. 

224. 

Arcanum demens detegit ebrietas. Virgil. de Venere et rino 6. 

Trunkener Mund 

Spricht aus Herzensgrund. 

225. 
Arcem ex cloaca facere. Cicero pro Plane. 40. 5* 95. 

Eine schlechte Sache herausstreichen. 

226. 
Arcus nimium tensus rumpitur . Nach Plutarch. Tapp . 20 1 . a. 
Wftnn man den Bogen tiberspannt, so bricht er. 



35 

227. 
Ärdea culpat aquas, cum nesciat rpsa natere. Buchler p. 158* 
„Es ist bös Wasser* — sagt der Reiher. 
228. 
Ardet de facili stramen, cum jungitur tgni. Mss. Majer. 
Feuer und Stroh neben einander brennen leicht. 
229. 
Ardua res, regi carum simul esse gregique. 

Owen ad. Henr. 1, 45. 
Man kann es nicht leicht nach oben und nach unten 
zugleich recht machen. 

230. 
Arduum conflcit iter, qui absolvitur a scorto. Seyboldp. 35. 
Wer von einer Hure scheidet, hat eine gute Tagreise 
gemacht. 

231. 
Areopagita taciturnior. Lang p. 392. 

Stumm wie ein Fisch; — wie das Grab. 

232. 

Argentanginam patitur. VergiL Fol. 8, 6. 
Er leidet an der Geldsucht. — 
Er ist silberkrank. 

233. 
Argento radient hastae, sie euneta doraabis. Seyboldp. 36. 
Geld bezwingt die Welt. — 
Mit güldenen Spiessen und silbernen Klingen 
Man Alles leichtlich wird bezwingen. 

234. 

ArguituTx dictis vir, velut ungue leo. Tsckeming p. 9. 
Die Rede zeigt den Mann, 
Den Löwen seine Klaue. 

235. 
Aries nutricatiotiis mercedem persolvit. Seyboldp. 36. 

Wer einen Andern vom Galgen erlöst, brächte sich 
selbst gerne daran. 



26 

236. 
Anna in armatos suraere jura staunt. timd< Art am. 3, 492» 
Nothwehr ist erlaubt. 

237. 
Armaturara in lingua habet. Buchler p. 195. 
Er hat ein Maul wie ein Sehwert. — 
Er hat Haar auf der Zunge. 

238. 
Arrepta candela candelabrum quaeris. Erasm. p. 254. 
Du suchst den Gaul und reitest darauf.. 
239. 
Arrogantia facit stultum. Chrysost. HomiL XX. ad Rom. 
Hochmuth macht dumm. 
240. 
Ars deluditur arte. Cato 1, 26. 

List mit List bezwungen wird. — 

Man muss Füchse mit Füchsen fangen. — 

Man muss den T mit Beelzebub austreiben. 

241. 
Ars longa, vita brevis. Nach Hippocrates. Lehmann p. 186, 
Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang. 
242. 
Ars multa vulpi. Eiselein p. 192. 

Der Fuchs weiss mehr als ein Loch. 
243. 
Ars Optimum viaticum. Buchler p. 32. 
Kunst hat ßrod 
Und dient zur Noth. 

244. 
Ars sterilis. Buchler p. 236. 
Kunst geht betteln. 

245. 

Artem quaevis alit terra. Steinmeyer 14. b. 
Kunst fischt nirgends umsonst« — 
Kunst ist ein guter Zehrpfennig. 



27 

246. 
Artem scruteris, quamvis opulentus haberis, Neanderp.2ß7. 
Kunst geht durch alle Lande. 
247. 
Artes discuntur peccando. Buchte* p. 33. 

Wer's nicht bös macht, macht's auch nicht gut. -*• 
Man muss bei allen Sachen zuerst Lehrgeld geben. 

248. 
Artes port partes — veteres dixere poetae — 
Primum dictando et postea versiftcando. Alan. 6. 
Uebung macht den Meister. 
249. 
Artibus ingenuis quaesita est gloria multis. 

Ovid. ex Pont. 2, 7, 47. 
Durch Kunst und durch Geschicklichkeit 
Sind Viel gelangt zum Ehrenkleid. 

250. 
Artificem commendat opus. Buchler p. 10. 
Das Werk lobt den Meister. 

251. 
Asdam ipse sibi in crus impingit. Petron. c. 74. p. 481. 

Er haut sich selbst in's Fleisch. — 

Er bindet sich die Ruthe selbst über den Hintern. 

252. 
Asini caput ne laves T nitro. Weber 5, 53. 

Wer den Esel mit Seife wascht, hat schlechten Lohn 

davon. 
Man braucht die Hunde nicht mit Bratwürsten zu 

werfen, so lange man noch Prügel hat. — 

253. 
Asinl cauda non facit cribrum. ApostoL Cent. 14. 
Des EseLä Wedel wird kein Sieb. 
254. 
Asini lanam quaerere. Buchler p. 182. 
Mit Ochsen Hasen jagen. 



28 



255. 
Asinos non curo. Fasel, p. 22* 

Was von mir ein Esel spricht, 
Das acht' ich nicht. (Geliert.) 

256. 
Asinus ad lyram. Gellius 3, 16. 
Der Esel beim Dudelsack. 

257. 
Asinus compluitur. Lang p. 253. 

Er ist so nass, .als er nur werden kann. 
258. 
Asinus in paleas incidit. Germberg X, 190. 
Ihm kälbert der Ochs. — 
Er hat mehr Glück, als Verstand. 

259. 
Asinus in pelle leonis* JSovarin p. 576. 
Viel Geschrei und wenig Wolle. 
260. 
Asinus in tegulis. Petron. c. 63. p. 414. 

Der Esel aui dem Dache (etwas Unerhörtes). 

161. 
Asinus in unguento. Seybold p. 40. 

Was hellen der Kuh Muskaten? 
262. 
Asinus portat mysteria. Germberg X, 189. 
Der Narr will den Doktor lehren. 
263. 
Asper equus duris contunditur ora lupatis. Ovid. Amor. 1, 2, 15. 
Narren muss man mit Kolben lausen. — 
Auf einen grindigen Kopi gehört eine scharfe Lauge. 

264. 
Asperitas odium movet. Agrtcola p. 104. 
Oben aus und nirgend an. 



2» 

265. 

Asperius nil est humfii, cum surgit in altum. 

Claudian. in Eutrop. 1, 181. 
Wenn der Bauer auf den Gaul kommt, reitet er 

stolzer, als der Edelmann. — 
Kein Scheermesser so scharf je schiert, 
Als wenn der Bauer ein Herre wird. 

266. 
Assabis nidum, si non inveneris ovum. Eiselein p. 136. 
Wer keine Eier hat, bratet das Nest. 

267. 

Assideat portae non invitatus honeste, Sckonheim p. 17. 

Ungebetene Gäste 

Setzt man nicht gar feste. 

268. 
Assiduos Deus ipse juvat. Buchler p. 181. 
Andeates Deus ipse juvat» Ovid. Met 10, 586. 
Hilf dir selbst, so wird Gott dir helfen. 

269. 
Associat similes natura. Palingen. 10, 93. 
Gleich und gleich gesellt sich gern. 

270. 
Assueja relinquere durum. Buchler p. 172. 

Was Hänschen sich gewöhnt, läs#t Hans nimmer. 
271, 
Athenae nil habent commune cum Hierosolymis. Seybold p. 38. 
Wie kommt Saul unter die Propheten? — 
Wie stimmt Christus mit Belial? 

272. 

Atheniensium temeritas. Germberg /, 7. 

Mehr Glück als Verstand. 
273. 
Atticas in portu. Erasm. p. 65. 

Daheim ist Mancher am klügsten. 



ao 

274. 

Atticus moriens porrigit manum. Steinmeyer p. 55 b. 

„Geld her!" — läuten die Glocken, wenn auch der 
Pfaff schon todt ist. 

275. 

Auetor abit operis, sed tarnen exstat opus. 

Incert. Auct. ConsoL ad Liviam 238. 
Das Werk überlebt den Meister. 
276. 
Auetor opus laudat. Ovid. ex Pont 3, 9, 9. 
Jeder lobt seine eigene Arbeit. 

277. 

Auctoritates majorum non sunt contemnendae. Seyboldp. 49. 

Die Alten sind auch keine Narren gewesen. 

278. 
Audacter cum eo in tenebris micare potes. Petron. c. 44, p. 277. 

Du kannst ihm ohne Gefahr die Katze im Sack 
abkaufen. 

279. 
Audax est ad poculum sermo. Seybold p, 45. 
Der Wein macht kühn reden. 
280. 
Audendum est, fortes adjuvat ipse Deus. Tibull. 1, 2, 18» 
Audentes fortuna juvat. Virgil. Aen. 10, 284. 
Frisch gewagt ist halb gewonnen. 
281. 
Audi, cerne, tace, si vis cum vivere pace. B.P. W.K.p. 150* 
Viel sehen, hören, wenig sagen, 
Ist gut und nütz in allen Tagen. 

282. 
Audiatur et altera pars. Reg. jur. 

Man höre auch den andern Theil. — 
Ein'8 Mannes Red' ist nur ein 1 halbe Red', 
Man soll die Theil verhören beed. 

(Inschrift auf dem Gerichtssaale des Nürnberger Rathhauses.> 



31 



283. 
Audit quod non vult, qui pergit dicere quod vult. 

Incert Auct. MonosL 10. 
Sage du mir nicht, wer ich bin, so sage ich dir 
auch nicht, wer du bist. 

284. 
Augiae cloacas (stabulum) purgare. Senec* Apocol. 7. 
Den Augiasstall misten. — 
Eine Höllenarbeit verrichten. 

285. 
Aulica vita, splendida miseria. Buchler p. 39. 
Hofleben ist ein glänzendes Elend. 
286. 
Aurea ne credas, quaecunque nitescere cernis. Seyboldp, 46; 
Es ist nicht Alles Gold, was glänzt. 
287, 
Aurea nunc vere sunt saecula. Ovid. Art am. 2, 277. 
Geld regiert die Welt. — 
Um Geld ist heutzutage Alles feil. 

288. 

Aurea praxis, sterilis theoria. Eiselein p. 515. 

Grau ist alle Theorie, doch grün des Lebens gold'ner 
Baum. (Goethe.) 

289. 
Aureum habet quaeque ars fündum, sed oportet eundem 
Qüaerere nocturnis studiis operisque diurnis. Leib. Stud. 299. 
Jedes Handwerk hat einen goldnen Boden, 
Man muss ihn aber bis an den Ellenbogen suchen. 

290. 
Aures non claudit mala sors, velociter audit. Buchler p. 205. 
Man braucht dem Unglück keinen Boten zu schicken. 
291. 
Auri sacra fames, quid non mortalia cogis pectora? 

Virgtt. Aen. 3, 56. 
Geiz ist eine Wurzel alles Uebels. 



32 

292, 

Auribus lupum tenet Terent Pharm. 3, 5, 21. 

Er steckt zwischen Thüre und Angel. — 

Er hat den T geladen, nun muss er ihm auch 

Arbeit geben. 

293. 
Auriculas asini assuere. Mss. Majer. 

Einem Etwas aufbinden; — weiss machen.. 
294. 
Auriculas asini quis non habet? Persius 1, 121. 
Eselsohren sind aller Menschen Wappen.. — 
Wer hat in seinem Leben nicht schon einmal einen 
dummen Streich gemacht? 

295. 
Auto loquente omnis sermo inanis est. ApostoL Cent 20. 
Wo Geld redet, da gilt alle Rede nicht. — 
Ein Quentlein Gold wiegt mehr , als ein Centner 
Recht. 

296. 
Auro quaeque janua panditur. Qldenb. je?. 211. 

Ein goldener Schlüssel macht jedes Schloss auf. 

297. 

Aurora musis amica. Mercur. biling. 256. 

Morgenstund 

Hat Gold im Mund. 

298. 

Aurum lex sequitur. Propert 3, 12, 51. 

Vor Geld, dann Recht. 

299. 
Aurum Tolosanum. Gelüus 3, 9, 7. 

Unrecht erworbenes Gut. 

300. 
Austrum perculi. Plaut Epid. 4, 2, 27. 

(K. Comment Taubmannt) 
Ich bin in's Blaue hineingefahren. 



38 

801. 
Aut bibat, aut abeat. Cicero Tusc. 5, 14. 
Friss Vogel, oder stirb. 
302. 
Aut Caesar, aut nihil Zincgref 3, p. 76. 

Entweder etwas Rechtes, oder gar Nichts. — 
General oder Korporal. — 
Bischof oder Bader. 

303. 
Aut non tentaris, aut perfice. Ovid. Art am. 1, 389. 
Bei jedem Werk erwäge das Ende. 
304 
Aut pluit, aut ningit, aut nostra pedissequa mingit. 

Eiselein p, 400. 
Wo es nass ist, da tropft Etwas. 

305. 
Automat hoc in me, quod novit perfidus in se. Gärtner p. 42. 
Man sucht Keinen hinter dem Ofen, man sei denn 
selbst zuvor schon dahinter gesteckt. 

306. 
Auxilio indigent, quae de novo emergunt. Seyboldp. 50. 
Kinder müssen an den Bänken gehen lernen. 
307. 
Avaritiae desunt omnia. Seybold p. 44. 
Geiz ist bodenlos. 

308. 

Avarus, nisi cum morityr, nil recte facit Mannt p. 1089* 
Ein Geizhals und ein fettes Schwein 
Uns erst im Tode nützlich sein. (Logau.) 



34 



B. 

309. 
Baculatoria argumenta. Mss. Majer. 
Handgreifliche Beweise. 

310. 
Bacchus et argentum mutant mores sapientum. 

Gärtner p. 80. 

Wein, Geld und Gut 
Verkehren der Weisen Muth. 

311. 
Baibus balbum rectius intelligit. Erasm. p. 581. 
Ein Kind versteht das andere am besten. 

312. 
Balnea cornici non prosunt, nee meretrici. Neander p. 268. 
Raben und H.... lassen sich nicht weiss waschen. 

313. 
Balnea, vina, Venus conservant corpora nostra; 

Corrumpunt eadem balnea, vina, Venus. Fasel p. 28. 
Bade genug, aber sitze nicht ein. — 
Es trinken Tausend wohl den Tod, 
Eh' Einer stirbt in Durstes Noth. — 
Wollust pfeift dem Fleische zum Todtentanz. 

314. 
Balneator, pereunetator. Eiselein p. 50. 
Bader, Salbader. 

315. 
Balneatoris asinus. Tapp. 51 b. 

Ein karger Reicher ist Salomo's Esel. 

316. 
Barba non facit philosophum. Sckreger p. 4« 
Das grosse Maul macht's nicht aus. 



317. 
Barba virile decus, quam vix duo puncta notabunt. 

Sckreger p. 32, 
Ein kleiner Bart macht auch einen Mann. 
318. 
Barbaiies grandis habere nihil. Ovid. Amor. 3, 8, 4. 

Zu Rom ist Nichts eine Sünde, als : kein Geld haben. 
319. 
Beati possidentes. Reg. jur. 
Wer hat, der hat. — 
Der Besitz schützt " 

320. 
Beatius est dare, quam accipere. Sckreger p. 4. 
Geben ist seliger, als nehmen. 
321. 
Bella gerunt mures, ubi cattum non habet aedes. 

Gärtner p. 3$. 
Wenn die Katze das Haus yerlässt, treiben die 
Mäuse Kurzweil. 

322. 
Bella movet citius cui desunt cornua taurus. Ahm. 2* 
Kleine Hunde bellen am lautesten. 
323. 
Bellerophontis tabellae. Plaut. Bacch. 4, 7, 12. 
Uriasbriefe. 

324. 
Bellum Cononi curae sit Tapp. 182 b. 

Lassen wir Das den Gelehrten über. — 
Lass Gottes Wasser über Gottes Land gehen. 

325. 
Bene audire est optimum Patrimonium. Schonheim p. 24. 
Ein guter Name ist das beste Erbgut. 
326. 
Bene loculis; bene scrinio. Erasm. p. 180. 
So viel Einer hat, so viel gilt er. 

3* 



36 

327. 
Bene qui latait, bene yixit. Ovid. Trist. 3, 4, 25. 
Unter der Bank neidet man Niemand. 

328. 

Benefecta male locata, malefacta arbitror» 

Enrtius bei Cicero Off. 2, 18. 
Wohlthat, übel angewandt, 
Wird Uebelthat gar wohl genannt. — 
Unzeitige Wohlthat 
Hat weder Dank, noch Gnad'. 

* 329. 

Beneflcia in arta non mitto. Seneca de benef. 2, 10. 
Ich lasse meine Wohlthaten nicht austrompeten. 

330. 
Beneficium accipere libertatem vendere est Publ. Syr. 71. 
Geschenk nehmen, macht eigen. 

331. 
Beneficium benefido provocatur, Seybold p. 52. 
Wer mir gibt, der lehrt mich geben. 

332. 
Beneficium datur propter officium. Schonheim p. 24. 
Man zahlt Einen nicht umsonst. 
333. 
Denefitlum est, si cito negas, quod petitur. Lehmann p. 1. 
Kurz abschlagen ist eine Freundschaft. 

334. 
Beneficium invito non datur« R. P. W. K. 72. 

Wer das Ferkelein haben will, muss den Sack auf- 
heben. 

335. 

Beneficium quibuslibet datum, null! gratum. 

Seneca de benef. 2, 13. 
Aller Welt Freund, und Jedermanns Geck. 



87 

SS6. 
Benignior pellace vulpe. Nach Diogenian. Erasm. p. 28. 
Er wirft die Wurst nach der Speckseite. 
337. 
Bestia bestiam novit. Nach Aristol Erasm. p # 583. 
Ein Schalk kennt den andern. — 
Es muss ein kalter Winter sein, wo ein Wolf den 
andern frisst. 

338. 
Bipedum nequissimus. Plin. EpisL 1, 5. 
Der schlechteste Kerl auf der Welt. 



Bis ac ter, quod pulchrum est. Seybold p. 53. 

Ein schönes Liedlein soll man öfter singen. 

340. 
Bis ad eundem lapidepi offendere. Auson. EpisL 11. 
Bis ad eundem scopulum naufragium facere. Oldenb. p. 211. 
Den gleichen Streich zweimal machen. 

341. 
Bis dat, qui celeriter dat. PubL Syr. 321. 

Wer schnell gibt, der gibt doppelt. — 
Eine Gutthat, die bei Zeit geschieht, 
Dieselb' ist doppelt ausgerichf t. 

342. 
Bis datur a superis hominuffl juvenescere nulli. 

Zuber Mon. 2, 65« 
Niemand kann zweimal jung werden. 

343. 

Bis est gratum, quod ultro offeras. PubL Syr. 83. 

Was freiwillig geschieht, ist doppelt angenehm. 

344. 

Bis pueri senes. Plaut Merc. 2, 2, 24. 
Alte Leute werden wieder Kinder. 

345. 

Bis vincit, qui se vincit PubL Syr. 86. 

Sich selbst besiegen isf der grösste Sieg. 



38 

346. 
Bfenda patrum segnes ftdt indulgentia natos. 

Mant. Partlu Ecl 1, 169. 

Wer viel den Kindern thut nachgeben, 
Wird wenig Freud daran erleben. 

347. 

Boeotica sus. Apostol cent 5. 
Eine Bayersau. 

34S. 
Boeoticum Ingenium. Erasm. p. 339. 

Ein ungehobelter Kotz. — 
So grob, wie S . . bohnenstroh. 

349. 
Bolum e faucibus eripere. Terent HeauL 4, 2, 6. 
Einem das Brod vor dem Mund wegnehmen. 
350. 
Bona sua pro stercore habet. Plaut Truc. 2, 7, 5. 

Er geht mit seinem Geld um, als wäre es nur Dreck. 
3S1. 
Bona terra, mala gens. Eiselein p. 40S. 
Gut Land, bös Leut. (Luther.) 
352. 

Bon\ ad bonorum convivia ultro accedunt. Erasm. p. 574. 
Gute Freunde kommen ungeladen. 

353. 

Boni pastoris est, tondere pecus, non deglubere. 

Sueton. Tib. 32. 
Die Wolle nehmen sammt der Haut, 
Der Obrigkeit nicht ist erlaubt. 

354. 

Bonis nocet, quisquis pepercit malis. PubL Syr. 99. 
Wer die Schlechten schont, schadet den Guten. 

355. 

Bonis quod bene fit, haud perit. Plaut Rud. 4, 3, 2. 3. 

Was Gutes man erweist den Frommen, 
Das pflegt nicht leichtlich umzukommen. 



39 



356. 
Bono melius inveniri potest. Seybold p. 57. 

Es ist kein Meister so gut, er findet einen bessern 
über sich. 

357. 
Bonum est, engere domos cum vicinis. Bebel. 

Mit guten Nachbarn hebt man den Zaun auf. 
358. 
Bonum vinum hedera non indiget. Ä. P. W. K. 184. 
Gute Waare verkauft sich von selbst 
359. 
Bonus animus in mala re dimidium est mali. 

Plaut. Pseud. 1, 5, 37. 
Ein gut Gemüth in bösen Sachen 
Kann's um die Hälfte leichter machen. 

360. 
Bonus cantor, bonus cupediarius. Apostol. cent. 1. 
Ein guter Sänger, 
Ein guter Schlinger. 

361. 

Bonus condus, bonus promus. Schonheim p. 30. 

Wer spart, wann er hat, der hat, wann er braucht. 

362. 

Bonus dolus est, quo malus pellitur. Lehmann p. 89. 

Das ist ein guter Betrug, durch den man einem 
schiechten den Hals absticht. 

363. 

Bonus dux bonum reddit comitem. Novarinp, 458. 
Wohl vorgehen macht wohl folgen. — 
Freudiger Hauptmann, lustige Kriegsleut. 

364. 

Bonus est, sed mala habet latera. Novarin p 9 353. 
Wohl gezogen, aber übel gewöhnt. 

365. 

Bonus quilibet praesumitur in dubio. Reg. jur. 

, Im Zweifelfall wird Jeder als gut angenommen. 



40 

366. 
Bos adversus se ipsum pulverem movet. Mannt p. 622. 
Er schlägt sich selbst in das Gesicht. 

367. 
Bos apud acervum. Nach Siädas. Lang p. 221. 
Wer im Rohr sitzt, kann Pfeifen schneiden. 

36S. 
Bos hie non comedat, qui jam juga ferre recusat. 

Eiselein p. 34. 

Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen. 

369. 
Bos in civitate. ApostoL cent 5. 
Eine Bauernkircbweihe. 

370. 
Bos in lingua. Germberg IV, 55. 

Er ist mit silbernen Büchsen geschossen. 

371. 
Bos lassus fortius figii pedem. Novarin. p. 605. 
Müde Ochsen treten übel. 

. 372. 
Bos sub jugum. Buchler p. 174. 

Der Dieb ist nirgends besser aufgehoben, als am 
Galgen. 

373. 

Bovem si non possis, asinum agas. Eiselein p. 153. 

Wer keinen Wagen hat, muss mit dem Karren fahren. 
374. 
Bovi clitellas imponere. Cicero ad Alt. 5, 15. 
Dem Ochsen den Saumsattel auflegen. 
1 (Eine nutzlose Arbeit thun.) 

375, 
BoTibus aratrum praeferre. Novarin. p. 555. 
Den Hund zum Jagen tragen. 



41 

376. 
Breve sit, quod turpiter audes. Juvenal. 8, 165. 

Wann der Schimpf am besten ist, soll man aufhören. 
377. 
Breyis est magni fortuna faToris. Buchler p. 46. 
Gross Glück hält nicht lange Färb. 
378. 
Breyis missa cito decantatur. BebeL 
Kurze Mess ist bald gesungen. 
379. 
Brevissimi docendo sunt optimi. Zuber. Mon. ft, 16. 
Die kürzesten Predigten sind die besten. 
380. 
Brevitas delectat. Schamel. II, 56. 

Kurz und gut gefällt Jedermann. 
381. 
Bubo canit lusciniae. Er asm. p. 190.' 
Der Narr will den Doktor lehren. 
382. 
Bubulcus antea, nunc caprarius. Eiselein p. 402. 
Vormals Kuhhirt, jetzt Geishirt. — 
Unter sich gewachsen, wie ein Kuhschwanz. 

383. 
Bursa manet vacua, vox licet ampla tua. Neanderp. 268. 
Kein Geld im Beutel und doch ein grosses Maul. — 
Versprechen lullt den Sack nicht. 

384. 
Bursa vacans aere vetat inter vina sedere. Gärtner p. 155. 
Wer nicht kann blechen, 
Der lass das Zechen. 

385. 
Bursula calcatur, dum grandis bursa paratur. Gärtner p. 57. 
Wann der grosse Beutel kommt, wirft man den 
kleinen weg. 



42 



c. 

386. 
Caecorum in patria luscus rex imperat omnis. Apostol cent. 8. 
Unter den Blinden ist der Einäugige König. 
387. 
Caecus amor prolis. Buchler p. 26. 

Der Affe drückt seine Jungen au Tode. 
388. 
Caecus caeco dux. Buchler p. 56. 

Ein Blinder will des andern Wegweiser sein. 
389. 
Caecus convicia jacit in luscum. Er asm. p. 612. 
Ein Esel heisst den andern Langohr. 
390. 
Caecus inops dictus, quamvis variis sit amictus. 

Gärtner p. 38. 
Ein blinder Mann ein armer Mann, 
Hätt > er gleich seid'ne Kleider an. 

391. 
Caedimur et totidem plagis consumimus hostem. 

Horat. Ep. 2, 2, 97. 
Caedimus inque vicem praebemus crura sagittis. 

Persius 4, 42. 
Wir geben aus und nehmen auch wieder ein. — 
Wir schlagen einander den Ball zu. — 
Im Kampfe muss man Alles wagen, 
Muss Hiebe geben, Hiebe tragen. 

392. 
Caesar ad Rubiconem. Fasel, p. 36. 
Herkules am Scheidewege. 
393. 
Caesaribus censum, solvite vota Deo. Schreger p. 46. 

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, 
was Gottes ist. 



43 

394. 
Calamitas virtutis occasio. Seneca de Prov. 4, 6. 
Noth macht erfinderisch. — 
Noth lehrt ein altes Weib traben. 

395. 
Calcanda semel via leti. Horat Carm. 1, 28, 16. 
Man trägt Eins nach dem Andern hin. 
396. 
Caliga Maximini. Lang p. 37. 

Gross und faul ist zwiefacher Schaden. 

(Kaiser Maximin mass 8y 2 Foss.) 

397. 
Caligare in sole. Quinctilian Inst 1, 2, 19. 
Mit sehenden Augen blind sein. — 
Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. 

398. 
Calles antiquos serves, veteres et amicos. Gärtner p. 2 h 
Alte Wege und alte Freunde sind die besten. 
399. 
Calumniare audacter, semper aliquid haeret. Seyboldp. 51. 
Verlällmd , und lüg' nur ohne Scheu, 
Es haftet immer was dabei. 

400. 
Calvum vellis. Erasm. p. 269. 
Du drischest leeres Stroh. 
401. 
Calvus comatus. Mar Hai. 10, 83. 
Die Krähe mit Pfauenfedern. 
402. 
Camelus desiderans cornua, etiam aures perdidit 

Erasm. p. 417. 
Wer zuviel verlangt, verliert auch das, was er hat. 

403. 
Camelus saltat. Buchler p. 30. 

Die Kuh geht auf Stelzen. 



44 

404. 
Cancer leporem capit. Germberg VIII, 139. 

Den Hasen mit der Trommel fangen. — I 

Das Pferd hinter den Wagen spannen. 

405. 
Candidum.linum lucri causa ducere. 

Nach Diogenian. Fasel, p. 39. 
Ein altes Weib wegen des Geldes heirathen. 
406. 
Candor in hoc aevo res intermortua paene. 

Ovid. ex Pont 2, 5, 3* 
Ehrlichkeit ist heut zu Tage ein seltenes Wildprei 

407. 
Cane pejus et angue odisse. Mannt p. 734. 
Einander spinnenfeind sein. 

408. 
Canem excoriatam excoriare. Eiselein p. 521. 
Einen durch zwei, Rechen ziehen. — 
Mit zwei Ruthen strafen. — 
Nach der Plünderung brandschatzen. 

409. 
Canere surdo. Virgil Ecl 10, 8. 
Tauben Ohren predigen. 

410. 
Canes et mulieres mingunt, quando volunt. Eiselein p. 367. 
Nach freier Wahl, zu jeder Stund 
Weint die Frau und pisst der Hund. 

411. 
Canis timidus vehementius latrat, quam mordet. Curtius 7, 4, 7. 
Hunde, die viel bellen, beissen nicht. 

412. 
Caninum prandium. Gellius 13, 30, 12. 
Ein Hundefressen. 



45 

413. 
Canis a corio nunquam absterrebitur uncto. 

Horat Serm. 2, 5, 83. 
Am Riemen lernt der Hund Leder kauen. — 
Die Katze lässt das Mausen nicht. 

414. 
Canis caninam non est. Vergil Fol 21 ft. 

Keine Krähe hackt der andern die Augen aus. 
415. 
Canis canistri malus est custos. Seybold p. 53. 
Es ist übel gehütet, wenn man: 
Die Katze zum Schmeerlaib — 
Den Bock zum Gärtner setzt. 

416. 
Canis circum intestina. Erasm. p. 547. 

Wie die Katze um den heissen Brei gehen. 
417. 
Canis festinans coecos parit catulos. 

Nach Aristot. Erasm. p. 213. 
Uebereilen thut nicht gut. 

418. 

Canis in praesepi. Nach Lucian. Germberg IX, 156. 

Er liegt auf seinem Gut, wie der Hund auf dem Heu. 
419. 

Canis panes somnians. Nach Theocrit. Mannt p 4 992. 

Was man wünscht, davon träumt man. 

420. 

Canis peccatum sus dependit. Erasm. p. 653. 
Oft muss das Kalb mit der Kuh gehen. 

421. 

Canities senii, non prudentia indicium est. Lehmann p. 6+ 

Alter schützt vor Thorheit nicht. 

422. 

Cantabit melius colluto gutture gallus. Eiselein p. 272. 
Viel besser krähet jeder Hahn, 
So er die Kehle feuchtet an. 



46 

423. 
Cantabit vacuus corum latrone viator. Juvenal. 10, 22» 
Bei leerer Tasche «fürchtet man keinen Dieb. 

424. 
Cantat avis quaevis, sicut rostrum sibi crevit. Gärtner p. 138. 
Jeder Vogel singt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. 

425. 
Cantatum satis est. Schreger p. 4. 
Der Tanz ist aus. 

426. 
Cantilenam eandem canere. Terent Phmm. 3, 5, 10. 
Cantilenam repetere. ApuL Florid. p. 349. 
Immer das alte Lied singen. — 
Die alte Leier spielen. 

427. 

Cantores amant humores. Schamel. IV, 147. 
Die Sänger sind immer durstig. 

428. 
Capere crines. Plaut Mos teil, t, 3, 69. 

Die Gelegenheit beim Schöpfe nehmen. 

429. 
Capienda rebus in malis praeceps via. Seneca Agam* r. 154. 
Dem Unglück muss man mit gleichen Füssen ent- 
gegentreten. 

430. 
Capillis trauere. Eiselein p. 266. 

An den Haaren herbeiziehen. 

v 431. 

Capillos liberos non habet. Petron. c. 38. /?.]126. 

Er hat mehr Schulden, als Haare auf dem Haupt 

432. 
Capra ad festum. Eiselein p. 88. 

Gerade recht, wie der Bock zur Kirchweihe. 



47 

433. 
Capra contra se cornua. Er asm. p. 419. 

Er bindet sich die Ruthe selbst über den Hintern. 

434. 
Capra nondum peperit, sed hoedus ludit in tectis. 

Nach ZenodoL Erasm. p. 16. 
Er freut sich zu frühe. — 
Er greift das Hinterste zu vorderst an. 

435. 
Capta avis est melior, quam mille in gramine ruris. 

Schreger p. 60/ 
Ein Spatz in der Hand ist besser, als hundert auf 
dem Dache. 

436. 
Caput columbae, cauda scorpionis est. Novarin. p. 84. 
Das thun alle bösen Katzen: 
Vornen lecken, hinten kratzen. 

437. 

Caput melancholicum diaboli est balneum. Eiselein p. 459. 

Melancholischer Kopf 

Ist des Teufels Topf, * 

Darin er übel kocht 

438. 
Carbone notare. Horat. A. P. 447. 

Etwas schwarz anstreichen (missbilligenj. 
439. 
Carcer mala mansio. Seybold p. 55. 

Gefangener Mann, ein armer Mann. 
440. 
Care taxata merx est non undique grata. Gärtner p. 205. 
Zu theuer geboten, macht die Waare unwerth. 
441. 
Carl rixantur, rixantes conciliantur. Eiselein p. 55. 
liebe muss gezankt haben. — 
Liebeszorn ist neuer Liebeszunder. 



48 



442. 
Carior fides, quam pecunia. Sallust. Jug. 16. 
Credit ist besser, als baar Geld. 

443. 
Carissimus Deo flagello proximus. Zuber Man. 1 26. 
Wen der Herr lieb hat, den züchtiget er. 

444. 
Caritas bene ordinata incipit a se ipso. Neander p. 92. 
Jeder ist sich selbst der Nächste. 

445. 
Cannina proveniunt animo deducta sereno. 

Ovid. Trist. 1, 1, 39. 
Froher Sinn singt gern. 

446. 
Carnes carnifices, carnes vendunt meretrices. 

Eiselein p. 174. 

Kein theurer Fleisch, als Ross- und Weiberfleisch. 

447. 
Carnibns est dignus, qui bene mandit olus. Gärtner p. 29. 

Wer Kraut isst, darf auch Speck essen. 

448. 
Carpet citius aliquis, quam imitabitur. Erasm. p. 471. 
Können wir nicht Alle dichten, 
Wollen wir doch Alle richten. 

449. 
Cascus cascam ducit. Varro de ling. tat 7, 3, 28. 
Gleich und gleich gesellt sich gern. 

450. 
Caseus et panis sunt optima fercula sanis. Gärtner p, 39. 
Ein schlechter Käs und trocken Brod 
Ist G'sunden gut g'nug in der Noth. — 
Käs' und Brod 
Macht die Wangen roth. 



! 



4P 

451. 

Casta refert castae genitricis filla mores; 

Lascivae nunquam filia casta fuit Owen Monost 103. 
Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. — 
Der Wein schmeckt nach dem Stock. 

452. 
Castis omnia casta. Schreger p. 4. 
Den Keinen ist Alles rein. 
453. 
Casus dementis correctio fit säpientis. Gärtner p. 74. 
Des Narren Unfall ist des Weisen Warnung. 
454. 
Catilinam 
Quocunque in populo videas, quacunque sub axe. 

Juvenal 14, 41. 42. 
Es gibt in allen Gärten Unkraut. 
455. 
Cattorum nati sunt mures prendere nati. Neander p. 271. 
Was von Katzen kommt, mauset gerne. 
456. 
Cattus amat pi^cem, sed non vult tangere flumen. 

Gärtner p. 105. 
Die Katze frisst gerne Fische, will aber nicht in's 

Wasser. — 
Mancher hätte gerne Etwas, will aber Nichts verdienen. 

457. 

Cattus saepe satur cum capto mure jocatur. Eiselein p. 367. 
Der Katzen Scherz ist der Mäuse Tod. — 
Wann die Katze scherzt, 
Das Mäuslein sie verletzt. 

458. 

Cauda blandiri. Erasm. p. 28. 

Mit dem Hundeschweife wedeln. 

459. 

Cauda de vulpe testatur. Weder Append. 49. 
Man kennt den Vogel an den Federn. 

4 



50 

Caudae parvae villosis animalibus. Eiselein p. 202. 

Gott weiss, warum er der Geiss den Schwanz abge- 
hauen. 

461. 

Cauponum nullus tondendae nescius artis. Buchler p. 151. 
Es ist kein Wirth, er scheert den Gast. 
462. 
Causidicum vendit purpura. Schamel II, 52. 
Kleider machen Leute. 
463. 
Causidicus Utes, sed vinitor undique vites, 
Vulnus amat medicus, presbyter interitus. 

Eiselein p. 157* 
Jedem gefällt sein Fach. 

464. 
Cautela abundans non nocet. Seybold p. 71. 
Doppelt genäht hält wohl. 
465. 
Cautis prodesse pericula aliorum solent. 

Phaedr. Append. 30, 8. 
Der Weise wird durch fremden Schaden klug. 

466. 
Cautus homo cavit, quotquot natura notavit Gärtner p. 38. 
Cave tibi a signatis. Buchler p. 244. 

Hüte dich vor dem, den Gott gezeichnet hat. 
467. 
Cave canem. Varro bei Nonius p. 153. Petron. c. 29. 
Nimm dich in Acht, hier sind Schlingen gelegt. 
468. 
Cave doctor, dissonus esse tibi. Salut. 104. 
Lehrer, thue nach deinen Worten. 
469. 
Cave raultos, si singulos non times. Capitol. in vü. Maxim. 9. 
Viele Hunde sind des Hasen Tod, 



51 

470. 

Cave quod est njmium. Lehmann p, 508. . 
Zu viel idt ungesund. 
471. 
Cave tibi a sitente aqua et muto cane. 

Zuber. Monost. D. 69. 
Stute Wässer gründen tief. — ' 

Stumme Hunde beissen gern. 

472. 
Cavum pedis osteadere. Seybold p. 71. 
Fersengeld geben. 

473. 
Cede majori« Mercur. büing. 303. 

Heller steh' auf, lass den Pfennig sitzen. 

474. 
Cedendo Victor abibfe. Ovid. Art. am. 2, 197. 
Der Geschcidteste gibt nach. 

475. 
Cedendum multitudini. Erasm. p. 95. 

Viele Hunde sind des Hasen Tod. 

476. 
Celitones farcire. Plaut. Epid. 3, 4, 19. 

Einen Bettelmannsmantel zusammenflicken. 

477. 
Cereas imagines movet. Nach HoraL Serm. 1, 8, 30. 
Er kann mehr als Brod essen. — 
Er ist ein Hexenmeister. 

478. 

Cereus in Vitium flecti juvenis. Horat. A. P. 163. 
Jugend hat nicht Tugend. 

479. 
fernere plus uno tamina bina queuut Zuber Man. X 14. 
Vier Augen sehen mehr, als zwei. 

4* 



52 

480. 
Certius est quam mors, quam mors incertius uil est. 

Palingen. 8, 343. 
Der Tod bleibt nicht aus, aber Niemand weiss, wann 
er kommt. 

481. 
Certo veniunt ordine Parcae. Seneca Herc. fitr. 188. 
Der Tod vergisst Keinen. 
482« 
Cessante causa, cessat effectus. Zuber Man. K. 30. 

' Wenn man den Hummel (Zuehtfarren) begrabt, hört 
die Viehseuche auf. 

Ein spezifisch schwäbisches Sprichwort. Solches ge- 
schah im Jahre 1796 in dein württembergischen Dorfe 
Beutelsbach im Remsthale, auf den Bath eines humo- 
ristischen Vieharztes, welcher von den Vorstehern 
der Gemeinde «onsultirt worden war: wie man wohl 
der im Orte grassirenden Viehseuche, welche durch 
das von den durchmarschirenden Oesterreichern mtt- 
*eführte angarische Schlachtvieh eingeschleppt wor- 
den war, am wirksamsten ein Ziel setzen könne? 
Das arme Thier wurde wirklich, dem erhaltenen 
Bathe gemäss, lebendig begraben. 

483. 
Cesto Veneris pellacius. Eiselein p. 177. 

Drei Haare vom goldenen Vliess ziehen stärker, als 
ein hänfener Strick. 

(Vergl. übrigens das ungleich naturwüchsigere deut- 
sche Sprichwort Geilers von Kaysersberg bei Eiselein 
am angef. Orte.) 

484. 
Cibi copia fastidium parit. Mercur. biling. 297. 

Wenn die Maus voll ist, ist das Mehl bitter. 
485. 
Cibum e fiamma petere. Terent Eun. 3, 2, 38. 
Sein Brod mit Seufzen essen. 
486. 
Cibum in matellam immittere. Nach Plutarch. Lang p. 62. 
Die Perlen vor die Säue werfen. 



58 

487. 
Ciccum non toterdulm. Plaut Psettd. 1, 8, ÄO» 
Ich kehre die Hand nicht darum um. 
488, 
Cicero pro domo. R. P. W. K. 58. 

Er giesst Wasser auf seine Mühle. 

489. 
Cicerone non opus est, ubi fantur opes. Lehmann p. 255. 
Wo Geld redet, gilt keine andere Rede. 

49a 

Cineres evitans, in carbones incidit Apostol. cent 18. 
Er kommt vom Regen in die Traufe. 

491. 
Circumstantiae rem variant. Hoffmann 5, 52. 
Umstände verändern die Sache. 

492. 
Circumtondere comam. Eiselein p. 52. ' 

Ueber den Löffel barbieren. 
498. 
Cittas usura currit, quam HeracHtus. Tapp 178 «. 

Wir wachen oder schlafen, so schläft der Hauszins 
nicht. 

494. 
(Tito pede labitur aetas. Ovid. Art am. 3, 85. 
Die Zeit ist an keinen Pfahl gebunden. 

495. 

Citra arationem citraque sementem. 

Nach Lucian. Eraem. p. 101. 
Gott gibt's den Seinigen im Schlafe. 

496. 

Citra pülverem. Eiselein p. 474. 
Mit leichter Muhe. 



u 

Clamabunt E et A, yiftlquot nascuntur ab Eta. 

Leib. Stud. 34. 
Alle Kinder kommen mit Weinen zur Welt. — 
Was ist das E und Ä, so Jedes Kindlein singet 
Wann es geboten wird? Weil Eva solches bringet. 

498. 
Clarior est soüto post maxima nebula Phoebus. Alan. 1. 
Naek Regen folgt wieder Sonnenschein. 

499. 
Clarior hoc luna est, quo sole remotlor illa. Buchler p. 152. 
Je weiter der Mond von der Sonne entfernt ist, desto 
heller scheint er. 

»06. 
Claudi vicinus Claudicat ipse brevi. Tapp 62 ö. 

Wer mit Dieben umgeht, lernt bald stehlen. 
501. 
Claudicat alterius nemo dolore pedum. Buchler p. 102. 
Niemand hinkt an. eines Andern Wehe. 

»02. 
Claudite rnipc rivos, sat prata Wberunt, Virgil. Ecl. 2, 111. 
. 'Es ist jetzt Heu genug herunten. — 
Schlaget den Pförch weiter, ehe er &u mast wird. 

503. 
Clauditur ortnti, sed panditur aula fereuti. BwMer p. 39. 
Die krumme Hand kennt man bei Hofe. — 
Hans Schenk hat Onad bei Hofe. 

504. 

Clausa fides miseris, et toto solus in orbe est. 
< Lucan Phars. 9, 246. 

Arme Leute werden keine Rathsherren. 
50$. 
Clausis thesauris incubat. Qtänctil. ImL 10, 1. 2. 

Er schläft auf dem Geldkasten. 



55 

50B. 
Clavus clavo pellltur.* Erasm. p. 160. 
Ein Keil treibt den andern. 

507. 
Clericos clericum non decimat. 

Jus can. DecreL I caus XVI. Quaest. 1. consL 56—68. 
Keine Krähe hackt der andern die Augen aus. 

508. 
Clericus annosus, licet imber sit furiosus, 
Non poscit prunam, dum. drachmam suscipit unam. BebeL 

Es war noch kein Winter so kalt, 

Und auch kein Pfaffe so alt, 

Dass er der Kohlen begehrte, 

So lange das Opfer yväbrte. 

509. 
Clericus applaudit, cum pulsum funeris audit. 

Zmcgref 4, p. 284. 

Dem Pfaffen es gross Freude bringt, 
Wann die Begräbnissglocke klingt. 

510. 
Clericus in cella gaudet veniente puella. Gärtner p. 122. 
Dem Pfaffen lacht das Herz im Leib, 
Wann zu ihm .tritt ein sauber Weib. 

511. 
Clericus uxorem qui ducit, perdit honorem; 
Amittit florem propter mulieris amorem. 

lincgref 4, p. 284. 
Dem Pfaffen gilt's für keine Sund', 
Wenn er erzeugt ein H . . ... kindj 
Nimmt aber er ein Eheweib, 
Thut man ihn strafen an dem Leib. 

512. 

| Clivo sudamus in ime. Ovid. fferöid. 20, 41. 

Da stehen die Ochsen Am Berge. * 



56 

$13. 

Cloaca plus commota plus foetida est. Novarin p. 471. 
Je mehr man in dem D . , > .. rührt, desto mehr 
stinkt er. 

514. 
Clypeum post vulnera sumere; Ovidi TrisL 1, 8,^ 35. 

Den Brunnen zumachen, wenn das Kind ertrunken ist. 

515^ 
Cochlea consiliis, in factis esto volucris. Eiselein p. 519. 
Sei eine Schneck' im Rathen, 
Ein Vogel in den Thaten. — 
Bedacht im Rathen, 
Geschwind in Thaten. 

516. 
Codro pauperior. JuvenaL 3, 203. 
Arm wie Lazarus. 

517. 
Coecis hoc darum est. Quinctil. Inst 12, 7. 
Das sieht ja selbst ein Blinder. 
518. 
Coelestes omnia possunt. Nach Homer. Lang p. 71. 
Bei Gott ist kein Ding unmöglich. 
519. 
Coelum avarus in caeno quaerit. Lehmann p. 250. 
Der Geizige sucht den Himmel im Kothe. 

520. 

Coelum, non animum mutant, qui trans mare currunt. 

Horat. Epist. 1, 11, 27* 
Es flog ein Gänschen tiber'n Rhein 
Und kam als Gagag wieder heim. — 
Man treibt den Ochsen nach Montpellier, 
Und kommt er heim, bleibt er ein Stier. 

521. 

Coena comesa veait. Varro de re rust. 1, 2, IL . 
Er kommt, wann die Kirohweihe vorbei ist. 



57 

522. 

Coenat, tribus ursis quod satis esset. HoraU Ep. 1, 15, 35» 

Er frisst bärenmässig. 

523. 
Cogitationis poenam nemo patitur. 

Ulpian. Dig. 48, 19, 18. 

Gedanken sind zollfrei. 

524. 
Cogitato, quam longa Sit hiems. Cato de re rusL 
Junges Blut, 
Spar' dein Gut, 
Noth im Alter wehe thut. 

525. 

Colla canum veterum durum est adsuescere loris. 

Schamel. V 9 190* 
Alte Hunde sind schwer zu bändigen. 

526. 
Collatis signis depugnare. Plaut. Casin. 2, 5, 44. 
Mit aller Macht dreinschlagen. — . 
Mit Kolben lausen. 

527. 
Colophonem addere. Eiselein p. 516. 
Punktum und Sand darauf. 

528. 
Colubra restim non parit. Petron. c. 45. /?. 297. 
Ein Geier heckt keine Zeislein aus. 
529. 
Columbae serpentem miscere. JS ovarin. p. 18. 

Klug wie die Schlangen, und ohne Falsch wie. die 
Tauben. 

530. 
Comes facundus in via pro vebiculo est. Publ 8yr. 124« % 
Gut Gefach kürzet den Weg. 



58 

531. 
Commercia turpia sanctos corrumpunt mores. 

Palingen. 10, 90. 91. 
CorrumpiiDt bonos mores colloquia prava. Tapp 63« a. 
Böse Gesellschaften verderben gute Sitten. 
532. 
Cömmoditas omnis sua fert incommoda secum. 

Mant. Parth. Eel. 2, 25. 
Keine Rosen ohne Dornen. — 
Wer das Feuer geniessen will, muas auch den Rauch 

leiden. — 
Kein Sach also gelegen fällt, 
Dran sich nichts Ungeleg'nes hält. 

533. 
Commoditas sequitur metuentem incommoda nunquam. 

Leib. Sind. 205. 

Wer alle Hecken scheut, kommt nie in den Wald. — 
Wer das Wasser fürchtet, lernt nie schwimmen. 

534. 

Communio parit discordiam. Lehmann p. 260. 

Es ärgert den Bettler, wenn ein anderer vor der 

Thtire steht. — 
Besser, ein Zeislein allein, als eine Kuh gemein. 

535. 
Compescas semper linguam, ventrem atque pudenda. 

Leib. Stud. 243. 

Zung, Bauch und Scham 
Halt wohl im Zahm (Zaum). 

586. 
Compressis manibus sedere. Erasm. p. 300. 
Die Hände in den Schoos legen. 
537. 
Goncbas legere et umbilicos. Cicero de Orat, 2, 6. 
Sich mit Kindereien abgeben. 
538. 

Conciliant homines mala. Nach Aristot. Erasm. p. 47. 
Gemeine Gefahr macht die Menschen e*inig. 



SS9. 

Concio grata brevis, longum farcimea agresti. 

Bachler p. 46. 
Die Bauern haben gerne kürue Predigten Und lange 
Bratwürste. 

540. 
Concordia parvae res crescunt, discordia maximae dilaiwntux. 

SallusL Jug. 10. 
Eintracht (Friede) ernährt. — 
Zwietracht (Unfriede) verzehrt. 

541. 
Condita verax aperit praecordia Liber. 

Horat Serm.'l, 4, 89. 

Der Wein löst die Zunge. 

542. 

Conditus in palea a stupido comedetur asello. Seybold 82. 
Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die 
Säue. 

543. 

Confessioni proxima est poenitentia. Seybold p. 83. 
Wohl bekannt ist halb gebfisst. 

544. 
Confirmat artes usus. Lehmann p. 771. 
Uebung macht den Meister. 
545. 
Congruit ingenti crassissima Chorda latroni. Buchler p. 141. 
Dem grössten Dieb gehört der dickste Strick. 
546. 
CoDjugium humanae divina academia vitae. Seybold 83. 
Im Ehestand lernt man nie aus. 
547. 
Conjugium sine prole est dies sine sole. Sehonheim p. 38. 
Eine kinderlose Ehe ist wie eine Suppe ohne Salz. 

548. . 

ConnübU sunt fatalia. Steinmeyer 8 a. 

Ehen werden im Himmel geschlossen. 



€0 

SM. 

Conscia mens retti scaadit bene stramina lecti. 

Leib. stud. 113. 
Ein gutes Gewissea 
Ein sanftes Kissen. 

550. 
€onstia mens recti famae mendacia ridet. Ovid. Fast. 4,311. 

Thue recht, scheue Niemand. 
551. 
Conscientia mala facinora flagellantur. Seneca Epist. 97. 
Bös Gewissen, böser Gast, 
"Weder Ruhe, weder Rast. 

552. 
Conscientia mille testes. VergiL Fol 12 «. 
Das Gewissen lüfft nicht. — 
Das Gewissen gilt für hundert Zeugen. 

553. 
Conscius ipse sibi de se putat omnia diel. Cato 1, 17. 
Wer etwas Böses hat gethan, 
Meint, ^ Jeder seh' ihn darum an. 

554 

Consent unus agrum, sed fruges demetit alter. Weber 3, 93. 
Der Eine streut den Samen aus, 
Der And're trägt die Frucht nach Haus. 

555. 

Consilii non est et cursus idem exitus. Zuber Mon. 1 69. 

Schneller Rath 

Nie gut that. 

556. 
Consilio subest auxilium. Seybold p. 85« 

Wem zu rathen ist, dem ist auch zu helfen. — 

Warners Haus steht am längsten. 

557. 

Consilium ne adeas invocatus. Seybold p. 86. 

Wo man rathschlägt oder Geld zählt, da bleibe 
weg. 



53$; 

Consilium nobis resque locusque^abunt. Opid> Amo)rA 9 4,&4. 
Der Markt lehrt kramen. 
559. 
Consilium post facta imber post tempore frugum. - 

Mant Parth. Ecl. 2, 93. 
Ein Rath nach der That 
Ist gemeiniglich zu spat. 

560. 
Consilium praeceps praecipitare.solet. Leib, stud» 651. 
Schneller Rath 
Nie gut that. 

561. / 
Consilium simul cum re amisit. Agricola p. 117. 
Er hat Gut und Muth verloren. 
562. 
Consonus esto lupis, si lupus esse cupis. Gärtner p. 193. 
Wer unter den Wölfen ist, muss mitheulen. 
563. 
Consuetudine efficitur quasi altera natura. 

Cicero de fin. 5, 25. 
Consuetudo quasi secunda natura dicitur. 

Augustin. X. 6. de Muse. 14, 28/ 
Gewohnheit wird zur zweiten Natur. 
564. 
Consuetudinis magna vis est. Cicero Tusc. % 17. 
Gewohnheit thut viel. — 
Gewohnheit pfleget in den Sachen 
Oft ein' Gerechtigkeit zu machen. 

565. 

Consule vir, fac vota senex, juvenisque labora. 

Seybold p. 87. 
Der Jungen That, 
Der Mittlern Rath, 
Der Alten Wunsch, 
Sind nicht umsonst. 



Cttftsultar homini tempus uttHssimiis. Stybaid p. 87. 
Kommt Zeit, kommt Roth« 
.567. 

Consultum male consultari pessima res est. Buchler p. 80. 
Wer Andere jagt, wird selber müde. — 
Wer Andern eine Grabe gräbt, fallt selbst hinein. 

568. 
Contemnunt spinas, cum cecidere rosae. Ovid. Fast 3, 354. 
Das Kind ist todt, die Gevatterschaft hat ein Ende. 
569. 
Contenti simus hoc Catone. Sueton. Octav. 87. 
Wir wollen uns in die Umstände -schicken. 
570. 
Conterraneus prodit hominem. Eiselein /?. 409. 
Landsmann, Schandsmann. 
571. 
Contigit etiam ignavis praeda. Weber 1, 59. 

Zuweilen findet auch ein blindes Schwein eine Eiche]. 

572. 
Contra aquam remigare. Seneca EpisL 122. 
Contra torrentem niti. Erasrn. p. 283. 
Gegen den Strom schwimmen. 

573. 
Contra audaces non est audacia tuta. B. P. W. K. 240. 
Wenn zwei Kieselsteine zusammenstossen, gibt es 
Feuer. 

574. 
Contra tonitrua oppedere. Petron. c. 42. p. 264. 
Den Mond anbellen. 

575. 

Contra vim mortis non est medicamen in hortis. 

Hoffmann 8, 40. 
Wider den Tod ist kein Kraut gewachsen. 



*9 

57». 
Contra ftttpem vulpütaodum. Bnchler p. 47. 
Man raus» Diebe mit Dieben fangen. •*— 
Man muss den Teufel mit Beelzebub austreiben. 

577. 
Contumeliam si dices, audies; Plaut. Pseud. 6, 7, 77. 

Wer schlechte Recfen ausgibt, muss sie auch ein- 
stecken. — 
Wie man in den Wald schreit, so hallt es wieder 
heraus. 

578. 
Conveniunt rebus nomina saepe suis. SchameU V, 209. 
Gute Namen gerne anen (ähnlichen). 
579. 
Conrentio est lex. Reg. Jur. 

Dingrecht bricht Landrecht. 
580. 
Copia ciborum subtilitas anlmi impeditur. Seneca Epist 15. 
Ein voller Bauch, 
Ein fauler Gauch. 

581. 
Copia nummorum trahit ad se corda virorum. Neanderp.271. 
Wer Geld hat, der hat auch Freunde. 
582. 

Coquus domini debet habere gulam. MarHal 14, 218. 
Wess Brod Einer isst, dess Lied muss er singen. 

583. 

Cor ne edito. Lang p. 143. 

Lass den Hund sorgen, der braucht vier Schuhe. 

584. 
Corbitä tardior In tranquillo mari. Plaut Poen. 3, 1, 4. 
Schläferiger, als ein Murmelthier. — 
Langsamer, als eine Schnecke. 

585. 

Cornea fibra. Persius 1, 47. 

Nerven, wie ein Batzenstrick. 



84 

58«; I 

Cornix cornici nunquam confodit ocellum, Seybold p. 90: 

Keine Krähe hackt der andern die Augen aus. i 

587. i 

Corporis exigui vires contemnere noli: 

Ingenfo pollet, eui Tim natura negavit. Cato. 2, 9.* | 

In kurzer Haut stecken auch Leute. — I 

Kleiner Leute halber ist noch keine Schlacht ver- , 

loren gegangen. — 
Die kleinen Leut' lass unveracht't, 
Denn oft sie haben grosse Macht. 

588. 
Corvi lusciniis honoratiores. Er asm. p. 194. ! 

Eüiem Schalk zündet man zwei Lichter an, einem 
Frommen kaum eines. 

589. 
Corvo rarior albo. Juvenal 7, 202. 

. So selten, wie ein weisser Rabe. 
590. 
Corvos in cruce pasces. Horat. Epist. 1, 16, 48. 
Du kommst gewiss noch an den Galgen. 
591. 
Corvum delusit hiantem* Horat Seim. 2, 5, 56. 
Er hat ihm das Maul wässerig gemacht. 
592. 
Corvus corvo nigredinem objicit. Novarin p. 440. 
Ein Esel heisst den andern Langohr. 
593. 
Cos sitiens rigidum ferrum non reddit acutum. 

Buchler p. 93. 
Ohne Wasser ist bös mahlen. 

594. 

Cothurno versatllior. Nach Smdas. Erasm. p. 294* 

Unbeständiger als eine Wetterfahne. — 

An beide Füsse gerecht, wie ein polnischer Stiefel. 



65 

595. 
Crabrones non sunt irritandi. Nach Plaut AmpMtr. % % 77. 
Stich in kein Wespennest. 
596. 
Crambe repetita occidit. Juvenal 7, 154. 

Ein gewärmtes Essen schmeckt nicht wohl. — 
Immer die alte Leier hören müssen, ist lästig. 

597. 
Crassa Minerva (homo). Horat. Serm. 2, 2, 3. 
€rassiore Minerva (Musa). Quinctil Inst 1, 10. 

Von derbem Schlage. — 

Vom alten Schrot und Korn. 

598. 
Crassi cerebri. Palingen. 8, 837. 

Ein Dickkopf — Dummkopf. 

599. 
Crassi erassis delectantur. Erasm. p. 343. 

In einen harten Klotz gehört ein derber Keil. — 
An einen groben Sack gehört ein grober Bändel. 

600. 
Crastinus sine sollicitudine exspectandus. Seneca Epist. 12. 
Sorget nicht für den morgenden Tag. 

601. 
Credat Judaeus Apella. Horat Senn. 1, 5, 100. 
Das mache einem Andern weiss. 
602. 
Crede parum, tua serva, et quae periere relinque. 

Lehmann p. 793. 
Glaub' wenige und was dein, behalt, 
Was hin ist, das vergesse bald. 

603. 
Credere fallaci gravis est dementia famae. 

Mant Parth. Ecl 9, 170. 
Nur Narren glauben jedem Geschwätze. 

5 



604. 
Qradeve nil Vitium est, vitiura est quoque, credere Cimet». ' 

Zuber Monost, B. 93- 

Wer Niemand glaubt und Jedermann, 
Hat beiderseits nicht wohl gethan. 

605. 
Credite, me vobis folium recitare Sibyllae. Juvenal. 8, 126. 
Es ist so wahr, wie das Evangelium. 

606. 
Credula res amor est. Ovid. Heroid. 6, 21. 
Liebe ist leichtgläubig. 

607. 
Crescentem sequitur cura pecuniam. Horat. Carm. 3, 16, 17. 
Je mehr Geld, desto mehr Sorge. 

608. 
Crescit amor nummi, quantum ipsa pecunia crescit* 

Juvenal. 14, 139. 
Je mehr man hat, je mehr man will. 

609. 
Crescit audacia experimento. Plin. Ep. 9 r 33, 6. 
Probiren macht gelüstige Leute. 

610. 
Crescit in adversis virtus. Luc an. Phars. 3, 604. 
Mit der Gefahr wächst der Math. 

611. 
Cretiza cum Cretensi. Schamel III, 91. 
Heule mit den Wölfen. 
612. 
Cribro aquam haurire. Erasm. p. 273. 
Wasser in ein Sieb schöpfen. 
613. 
Crispi capilli, crispus sensus. Seybold p. 96. 
Krause Haare, krauser Sinn. 



614. 
Cratae HB swgunt. J&eenaL 4, 73: ' 

Der Kamm schwillt Am. 

645; 

Crobyli jftgum. Tapp 227 «. 

B. . . . und Buben ein Geroann. — 
Vier Hosen von gteiehem Tücke. 

616. 
Croesi pecuniae terundom addere. Cicero de fin. 4, 12. 
Wasser |p's Meer fuhren. — '; 

Giessen, wo es schon vorher nass ist 
617. 
Croeso Crassoque ditior. Schreger p. 5. 

Reiche wie der Sautreiber an Martini 
618. 
Crucis offla. Petron, c. 58. p. 380. 
Ein Galgenstrick. 

619. 
Crometia generosm facit. Mama. p. 699. 

Wer Geld hat, kann den Adel kaufen. 
620. 
Crus sentit, dum in baculo equitamus. BebeU 

Die Schenkel spüren,'* wohl, wenn man auf SteefceU 
reitet. 

621. 
Crux est generis oranis. Ä. P. W. K. 180. 

Das Kreuz ist allgemein in der Well — 
Jeder Mensch hat seinen Wurm. 

622. 
Cui bonus est vicihus, felix illuxit dies. Fasel p. 53. 

Wer einen guten Nachbar hat, bekommt einen guten 
Morgen. 

623. 
Gui Dii propitii sunt, lucrum objiciunt. Plaut. Cure. 4, 2, 45* 
Gott gibt's den Seinigen im Schlafe. 



624 

Cid fortuna favet, sponsa petita maaet. Neander p. 272. 
Wer das Glück hat, führt die Braut heim. 
625. 
Cid plus licet, quam par est, plus vult, quam licet, 

Publ. Syr. 142. 
Wer mehr darf, als recht ist, 
Der will mehr, als erlaubt ist. 

626. 
Cui secreta quidem credas, cautissime cerne» Columb. 5, 167. 
Trau, schau, wem? 

627. 
Cui Tis est, jus non metuit Paüngen. 10, 825. 

Wer die Gewalt hat, fürchtet das Recht nicht. — 
Den Weinberg nahm der König, 
Und Naboth schlug man todt. 

628. 
Cuique suus crepitus pomo est fragrantior omni. 

Zuber. Man. X 40. 
Suus cuique crepitus ölet. Erasrn. p. 487. 

Jeder riecht seinen eigenen Wind gerne. 

629. 
Cuilibet fatuo plaoet sua dava, BebeU 

Jedem Narren gefallt seine Kappe. 
630. 
Cui vis potest accidere, quod cuiquam potest. Publ Syr. 144. 
Was Einen treffen kann, kann Alle treffen. 
631. 
Cujus edis panes, illius et ädspice nutum. Seyboldp. 98.] 
Wess Brod du issest, dess Lied du singe. 
632. 
Citfusvis hominis est errare, nullius, nisi insipientis, in erröte 
perseverare. Cicero Phil 12, 2. 
Irren ist menschlich, im Irrthum verharren närrisch 



69 

esa. 

Culeum roerolt. Sueton. Ner. 46. 
Er hat den Galgen verdient. 
634. 
Culicem elephanti conferre. Nach Lucian. Erasm. p. 189. 
Aus der Mücke einen Elephanten machen. 
635. 
Culices elephas non curat Weber 2, 7* 
Der Elephant bemerkt es nicht, 
Wenn eine Mück' ihn etwa sticht. 

636. 
Culpa fontis est, si unda turbida. Lehmann p. 19. 

Wer den Flüssen wehren will, muss die Quellen 
verstopfen. 

637. 
Culpam poena premit comes. HoraL Cartn. 4, 5, 24. 
Die Strafe folgt der Sünde auf dem Fusse. — 
Womit Einer sündigt, daran wird er gestraft. 

638. 

Culta puella nimis casta puella minus. Seybold p. 98. 

Je grösser eines Mägdleins Putz, 
So minder, ist sie selber nutz. 

639. 
Cultus ingenii nulluni unquam divitem fecit. Lehmann p. 296. 
Die Gelehrten werden nicht reich. 

640. * 

Cum cane simul et lorum (periit). Erasm. p. 358. 
Es ist Mann und Maus verloren. 
641. 
Cum caput aegrotat, corpus simul omne laborat Fasel p. 54, 
Wenn das Haupt krank ist, trauern alle Glieder. 
642* 
Cum domino cerasum res est mala inandere servuro. 

Gärtner p. 166, 
Es ist nicht gut mit grossen Herren Kirschen essen. 



«48. 
Cum duplicantur lateres, teptt Moses. &selem p. 473. 
Wenn man den Bogen zu schroff sjxaimt, blicht er. — 
Allzu scharf macht schartig. 

644. 
Cum farit atque ferit Deus, olira parcere quaerit, 

Neander p. 269. 
Gott lässt zwar sinken, 
Aber nicht ertrinken. 

645. 
Cum ludus adlubesdt, fncidendus est. Zuber Man. 3. 31. 
Wann das Spiel am besten steht, soll man aufhören; 
646. 
Cum mercede labor gratior esse solet. Seybold p. 101. 
Guter Lohn macht fertige Hände. 
647, 
Cum Minerva manum quoque move. Erasrn. p. 309. 

Hab' Gott vor Augen und fleissig bet', 
Ohn' das dir sonst kein Ding geräth, 
Doch thu' dabei auch stets das Dein', 
So wirst du reich und selig sein. 

648. 
Cum moritur dives, concurrunt undique cives; 
Pauperis ad funus vix currit clericus unus. 

Gärtner p. 129. 
Stirbt der Reich, 
Geht Alles mit der Leich; 
Stirbt der Arm, 
So geht man mit, dass Gott erbarm. 

649. 
Cum mortius larvae luctantur. Min. Mst. nat. U p. 6. Hard. 
Laest die Todten ruhen! 
650. 
Cum mula peperit. Sueton. Qalb. 4. 
Cum NÄiß coccyssAverit, Lang p< 21. 

Wann die Hühner vorwärts scharren. — 
Wann 41« Etlen backen. 



n 

65 t. 
Cum paribus pares faftbttant vtamtque libenter. 

Palingen. 10, 94* 
Gleich und gleich gesellt sich gern. 
652. 
Com pluit molendum. Seybold p. 102. 

Mali muss die Gelegenheit beim Schöpfe nehmen. — 
In der Erndte muss man schneiden. 

653. 
Cum principe non pugnandum. 

Nach SopAocles. Mannt p. 977. 
Mit grossen Herren ist nicht gut Kirschen essen. 

654. 
Cum recte vivas, ne eures verba malorum. Cato 3, 3. 
Thue recht, scheue Niemand. 
655. 
Cum res trepidae, reverentia divüm nascitur. 

Sil. Ital 7, 88. 
Noth lehrt beten. 

656. 
Cum sale panis 
Latentem stomachum bene leniet. 

Horat. Sal 2, 2, 17. 18* 
Salz und Brod thut's auch, wenn man hungrig ist. 

657. 
Cum stolidis risu durum verbisqne jocari. Seybold p. 103. 
Mit Narren ist nicht gut spassen. 
658. 
Cum sunt matura, breriter pyra sunt ruitura. Neander p. 296. 
Wann die Frucht reif ist, fällt sie. — 
Wann der Dieb zeitig ist, fangt ihn auch ein lahmer 
Scherge. 

659. 

Cum vulpe prudens vulplnabitur. Lehmann p. 861. 

Wer mit einem Fuchs zu thun hat, muss selbst dmn 
Fuchsbalg anziehen. 



660. 

Cum tibi displiceal rerum fortuna tuarum, 

Alterius specta, quo sit discrimine pejor. Cato 4, 32. 

Wenn man alles Kreuz auf einen Haufen zusammen- 
trüge, würde Jeder wieder zu dem seinigen 
greifen. — 
Eines Jeden Ungelück 
Schickt sich am besten auf seinen Rück 9 . 

661. 
Cum tu pravissima tentes, 
Alterius censor ne vitiosa notes. Aviani Fab. 3, 11, 12. 

Cum tua pervideas oculis mala lippus inunctis, 
Cur in amicorum vitils tarn cernis acutum? 

Horat. Serm. 1, 3, 25. 26. 

Suche nicht den Splitter im fremden Auge, während 

du den Balken im eigenen nicht wahrnimmst. 

662. 
Cum tumulum cernis, cur non mortalia spernis? 

Gärtner p. 129, 
Wenn du gedenkst des Todes Bahn, 
Warum ficht dich das Zeitlich' an? x 

663. 
Cuncta manus avidas fagient haeredis, amico 
Quae dederis animo. Horat. Carm. 4, 7, 19. 20. 

Alles verzehrt vor seinem End', 
Macht ein richtiges Testament 

664. 
Cunctabundus natura Deus. Buchler p. 228. 
Gott kann die Zeche wohl borgen. 
665. 
Cunctando senescunt consilia. Seybold p. 107. 
Zu später Rath verliert an Werth. 

666. 
Cunctarum rerum doctor certissimus usus. Zuber Mon. 1 8. 
Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. 



73 

667 - 
Cunctis qnl placeat, non credo, quomodo vitat. 

Neander p. 270. 
Niemand in der Welt kann es allen Leuten recht 
machen. 

668. 
Cura esse, quod audis. HoraL Epist. 1, 16, 17« 
Lobt man dich, so halte dich darnach. 
669. 
Cura facit canos, quamvis homo non habet annos. 

Gärtner p. 48. 
Sorgen machen vor der Zeit grau. 

670. 
Cura fugit multo diluiturque mero. Ovid. Art. am. 1, 238. 
Der Wein vertreibt die Sorgen. 
671. 
Cura, quid expediat, prior est, quam quid sit honestum. 

Ovid. ex Pont. 2, 3, 9. 
Man fragt zuerst: was trägt es ein? 
Und dann erst: ist es recht und fein? 

672. 
Cura viris levibus rerum solet esse novarum; 
Cura viris gravibus rerum solet esse suarum. 

Mant. Parth. Ecl. 10, 155. 156. 
Nach neuen Händeln fragen, das ist Leichtsinnigkeit; 
Sein's eig'nen Thuns abwarten, ist wahre Tapferkeit. 

673. 
Curae est sua cuique voluptas. Ovid. Art. am. 1, 749. 
Des Menschen Lust ist sein Himmelreich. 
674. 
Curia pauperibus clausa est. Ovid. Amor. 3, S, 55. 
Arme Leute werden keine Rathsherren. 
675. 
Curios Simulant et Bacchanalia vivunt. Jnvenal 2, 3. 
Sie thun, als ässen sie Haberstroh 
Und leben in dulci jubilo. 



74 

676, 

Currens per prata non est lepus esca parata. Neanderp. 270. 

Mache die Rechnung nicht ohne Wirth. — 

Verkaufe des Bären Fell nicht, ehe er gestochen ist. 

677. 

Currus bovem trahit. Mercur. biling. 186« 

Die Pferde sind hinter den Wagen gespannt 
678. 
Cursu lampada tradere. Varro de re rust 3, 15. 
Ein Geschäft unvollendet abgeben. — 
Sich aus der Affaire ziehen. 
679. 
Curtae semper abest nescio quid rei. 

HoraL Oirm. 3, 24, 64. 
Die Sache hat kein rechtes Ansehen. — 
Es fehlt immer noch Etwas zum Ganzen. 

680. 
Curva solet claudum scilicet umbra sequi. Tschermng p. 66. 
Der Zopf der hängt ihm hinten. (Chamisso.) 
681. 
Curvatur truncus cito, quae tibi post erit uncus. 

*" Gärtner p. 54. 

Was ein Haken werden will, krümmt sich bei Zeit. 
682. 
Custode et cura natura potentior omni. Seybold p. 111. 
Natur geht vor Lehre. 
683. 
Custoditur periculo, quod placet multis. Buchler p. 78. 
Was Jedermann gefallt, 
Darnach man eifrig stellt. 

684« 
Cymbalum mundi. Plin. HUt. nat. praef. §. 25. 
Ein Weltlicht 



75 



D. 

685. 

Da spatium tenuemque moram, male cuncta ministrat 
Impetus. Stat Tiub. 10, 704.. 705. 

Eile mit Weile. — 

Eilen thut kein Out. 

.686« 
Daedaleum remigiunh Plaut. Supposit. in Amph. p. 70, 

ed. Taubmann* 
Geschwind. 
Wie der Wind. 

687, 

Danmamus, quia nihil habet. Lehmann p* 43. 

Der Niedrige gilt wenig, 
Der Arme ist in Noth: 
Den Weinberg nahm der König 
Und Naboth schlug man todt. 

688. 
Damnum appellandum est cum mala fama lucrum. 

Publ. Syr. 152. 
Unrecht Gut gedeiht nicht. 

689. 
Danda merces acto opere. Lehmann p. 74« 

Man gibt den Taglobn nicht Morgens, sondern nach 
gethaner Arbeit, 

690. 
Dandum est aliquid, quura tempus postulat, aut res. 

Cato. 3, 5. 
Man muss manchmal ein Opfer bringen. 

691. 
Dant auiraoe vina, Ovid. Met. 12, 242. 
Ein guter Trank macht Muth. 



76 

692. 
Dantur opes nullis, nisi divltibus. Martini. 5, 81. 

Es regnet gemeiniglich dahin, wo es schon vorher 

nass ist. — 
Der T hofirt immer auf den grössten Hänfen. 

693. 
Dat census honores. Otrtd. Fast. 1, 217. 
Geld gibt Witz. — 
Arme Leute werden keine Rathsherren* 

694. 
Dat Deus omne donum, sed non per comua taurum. 

Gärtner p. 52. 
Gott bescheert wohl den Ochsen, aber nicht bei den 
Hörnern. 

695. 
Dat veniam eorvis, vexat censura columbas. Jurenal. 2, 6S. 
Kleine Diebe hängt man, grosse lässt man laufen. — 
Der grosse Mörder triumphirt, 
Der kleine aber wird kutschirt 
Zum Galgen, weil er grosse Ding 
Sich nachzupfuschen unterfing. 

696. 
Davus sum, non Oedipus. Terent Andr. 1, 2, 24. 
Ich bin kein Gelehrter; — kein Hexenmeister. 

697. 
De alieno ludere corlo. Apul. Met 7, p. 193. 
Aus fremdem Leder Riemen schneiden. 
698. 
De asini umbra disceptare. Jpostol. cent. 16. 
De lana caprina rixari. Horat. Epist. 1, 18, 15. 
Um des Kaisers Bart streiten. 
699. 
De calcaria in carbonariam decurrere. 

Tertull. de carn. Christi. 
Aus dem Regen in die Traufe kommen. 



77 

7oa 

De cetero non facere, optima poenjtenfla. Eiselein p. 104« 
Nimmer thun ist die beste Buss^. 
701. 
De corio tuo mihi satisfaciam, Seybold p. 115., . 
Ich will dir's am Leibe herunterschlagen. 
702. 
De fera comedisti. Buchler p. 85. 

Du bohrst nicht gerne harte Brettlein. 
703. V 
De fruetu arborem cognoscere. Erasm. p. HO. 
Den Baum an den Früchten — 
Den Vogel an den, Federn kennen. 

704. 
De gustibus nou est disputandum. Fasel p. 59. 
Die Geschmäcke sind verschieden. 
705, 
De lana cogitat sicca. Eiselein p. 543. 

Er hat sein Schäflein im Trockenen- 

706. 
De lingua stulta veniunt incommoda multa. Gärtner p. 198. 
Narrenzunge kann viel Böses stiften. 

707. 
De male quaesitis non gaudet tertius haeres. Buchler p. 209. 
Unrecht Gut gedeiht nicht« — 
An übel erworbenem Gut 
Hat der dritte Erbe nicht Freud, noch Muth. 

708. 

De mane consilium. R. P. W. K. 60. 

Des Morgens früh 
Rathschlagen thu. 

709. 
De nünimis granis fit grandis summa. Alan. I. 
Viele Körnlein geben auch einen Haufen. 



78 

710. 
Jfc mortuis non nisi bene. SchameL 1, 7. 

Von den Todten soll man nur Gutes reden. 
711. 
De nihilo nihilum. Pertius 3, 84. 
Aas Nichts wird Nichts. 

712. 
De npcte consilium. BucMer p. 64. 

Wir wollen über die Sache schlafen. — 
Guter Rath kommt über Nacht. — 
Kommt Tag, kommt Rath. 

713. 
De nuce fit corulus, de glande fit ardua quercus. Alan. L 
Grosse Leute waren auch einmal klein. — 
Der Papst ist auch einmal in die Schule gegänge*. 

714. 

De occultis non judicat ecclesia. SchameL /, 30. 

Die Kirche richtet nicht 
Ueber das, was heimlich geschieht« — 
Die Nürnberger henken Keinen, 
Sie hätten ihn denn vor. 

715. 
De omnibus aliquid, de toto nihil. BucMer p. 239. 
Vierzehn Handwerk, fünfzehn Unglück. 

716. 
De pilo pendet. Tapp 64 a. 

Es hängt an einem Härlein. 

717. 
De plaustro loqui. Eiselein p. -81. 

Kein Blatt vor den Mund nehmen. 

718. 
De rugis crimina multa cadunt. Ovid. Amor. 1, 8, 46. 
Wo der Teufel nicht selbst hin will, da schickt er 
ein altes Weib. 



79 

719. 
De siccis lignis componitur optimus ignis. Neanderp. 27S» 
Trockene« Holz brennt am besten. 

720. 
De sole coecus judicat. Novarin. p. 465. 
Der Blinde streitet über die Farbe. 

721. 
De tenero ungut Borat. Carm. 3, 6, 24. 
Von Kindesbeinen an. 

722. 

De vento vivere. Novarin. p. 584. 
Von der Luft leben. 

723. 

Debilibus robusta nocent. Palingen. 6, 692. 

Rosskuren sind nicht für Jedermann. — 
Was einem Schmiede taugt, ist nicht immer gut für 
einen Schneider. 

724. 
Decipiuntur aves per cantus saepe suaves. Neander p. 275. 
Mit Speck fangt man die Mäuse. 
725. 
Dediscit animus sero, quod didicit diu. Seneca Troad. 63 U 
Was einmal recht gelernet ist. 
So leichtlich nimmer sich vergisst. 

726. 
Deficit ambobus, qui vult servire duobus. Neander p. 274. 
Wer zweien Herren dient, kann es keinem von bei- 
den recht machen. 

727. 
Degeneres auimos timor arguit Virgll. Aen. 4, 13. 
Dem Bösewicht wird Alles schwer, 
Er thue, was er thu', 
Der Teufel treibt ihn hin und her 
Und lässt ihm keine Ruh'. (Hölty.) 



80 

728. 
Dei respectus hominis profectus, Schreger p 4 5 f 
Damit die Sach' dir wohl geling'. 
Hab' Gott vor Augen bei jedem Ding. 

729. 

Delectant alterna magis. Palingen. 2, 393. 
Veränderung macht Vergnügen. 

730. 
Delectum sequitu* poenituisse grave. Leib. Sind. 609. 
Wahl macht Qual. 

731. 

Deliberando saepe perit occasio. Publ. Syr. 158. 
Ueber langem Rathen 
Versäumt man oft das Thaten. 

732. 

Deliberandum est diu, quod statuendum est semel. 

PuU. Syr. 159, 
Man muss zuvor bedenken wohl, 
Was man am End' beschliessen soll, 
Denn vor gethan und nach bedacht, 
Hat Manchen in gross Leid gebracht. 

733. 
Delingere salem. Plaut. Cure. 4, 4, 6. 
Ein Hundeleben führen. 
734. 

Deliramus aliquando senes. Lehmann p. 8. 
Alter schützt vor Thorheit nicht. 

735. 

Delphinum natare doces. Jpostol. cent. 6. 
Du willst Wasse* in's Meer führen. 

736. 

Delphinum silvis appingit. HoraL A. P. 30. 
Er zäumt den Gaul beim Schwänze auf. 
737. 

Deme lucrum, superos et sacra negabunt. Palingen. 5, 602. 
, Umsonst wird kein Altar gedeckt. — 



Sl 

788 v 
Demulcere Caput Lang. p. 339« , .. 

Die Ohre», melken. 

- 739. 

Dente Tneonino drcumrodi. Borat. Ep. 1, 18, 82. 
Durch die Hechel gefzogen werden. 

740. i 

Deo dante, non valet invidia ; 

Deo non dante, nil valet labor. Seyböld p. 119. 
Wo Gott geit, 
Da schad't kein Neid; 
Wo Gott nicht geit, 
Hilft kein' Arbeit. — 
Lass Neider neiden und Hasser hassen, 
Was Gott dir gibt, muss man dir lassen. 

741. 
Deo Yolente vel vimine navigabis. Buchler p. 134. 

Wer Glück hat, der fährt auf einem Besenreis über 
den Rhein. 

742. 

Deos absentes testes facit. Seybold p. 119. 
Er schwört nicht gar theuer. 
743. 
Depugnäto proelio venit. Plaut Mert. 5, 6, 31. 

Er kommt hinten nach, wie der Baseler Bote. 
744. 

Deserit Ille suos nunquam, qui cuncta gubernat. 

Buchler p. 88. 
Gott verlässt die Seinigen nicht. — 
745. 
Desidi semper feriae. Mercur. biling. 94. 
Faule Leute haben immor Feiertag. 
746. 
Desperado aut militem facit, aut monachum. Lehmann p. 435. 
Wer nicht weiss, wo hinaus, der läuft entweder in 
den Krieg, oder in das Kloster. 

6 



82 

747. 
Desperatis Hippocrates vetat adhibere medicinam. 

Cicero ad AU. 16, 15. 
Umsonst Arznei gebrauchet wird, 
Wenn schon der Tod am Kranken rührt 

748. 

Destitutus ventis, remos adhibe. Mannt, p. 1105. 

Was auf dem einen Wege nicht geht, das probire 
auf einem andern. 

749. 
Deus ex machina. Apostol. cent. 3. 
Der Gott im Zufall. — 
Eine unerwartete Hufe. 

750. 
Deus judicat, cum nemo accusat. Seybold p. 121. 
Gott richt't, 
Wenn Niemand spricht. 

751. 
Deus omnia non dat omnibus. Mant Parth. EcL 5, 59. 
Gott vertheilt seine Gaben mannigfaltig. 
752. 
Dextera praecipue capit indulgentia mentes. 

Ovid. JrL am. 2, 145. 
Gutes Wort 
Findet guten Ort. 

753. 
Dextra gerat gladium, pacem manus altera monstfet. 

Seybold p. 122. 

Wann du dir noch getraust die Feinde zu besiegen,. 
Mach' Fried, und nicht erst dann ; wann du musst 
unterliegen. 

754. 
Dextra tenet calamum, strictum tenet altera ferrum. 

Ovid. Herütd. 11, 3. 
Das thun alle böse Katzen: 
Vornen lecken, hinten kratzen. 



68 ^ 

755. 
Die cur hie Schonheim p. 46. 

Bedenke, wesshalb da da bist. 
75* 
Dicere et facere non semper ejusdem. Buckler p. 90. 
Wort und Werk ist zweierlei. 
757. 
Dicere id, quod res est Erasm. p. 987. 
Das Kindlein beim Namen nennen. 
758. . •' ' 
Dicere perfacile est, opus exercere molestum. 

Buchler p. 91. 
; £sist schnell gesagt, aber langsam gethan. 

759. 

Dici beatus 

Ante obitum nemo supremaque funera debet. 

Ovid. Metern. 3, 135. 
Vor dem Tode ist Niemand glücklich zu preisseil. 

760. 
Dicite pontifices: in sacro quid facit aurum? 

Persius 2, 69. 

Kupfernes Geld, kupferne Seelmess. 

761. 
Dicitur a niultis, quod sors est optima stultis. 

Schreger p. 42. 

Narren haben das meiste Glück. — 
Hans kommt durch seine Dummheit fort. 

762. 
Dicta semel nulluni patiuntur jure recursum. 

Horat. Ep. 1, 18, 70. 

Man kann die Rede nicht mehr hinunterschlucken. 

763. 
Dictum et factum. Germberg /, 18. 
Gesagt, gethan. 

6* 



84 

764, 
Dictum unius, dictum nullius. Lehmann p. 166. 

Ein Mann, kein Mann (nämlich vor Gericht). 

765. 
Diem numera meltore hipillo. Persius 2, 1. 

Schreibe den Tag roth in den Kalender. — 
Schreibt an den Balken, wo es die Geissen und 
Kälber nicht ablecken. 

766. 
Diem vesper commendat. Seybold p. 123. 

Lobe den Tag nicht vor dem Abend. , 
767. 
Dies adimit aegritudinem. Terent Heaut. 3, 1, 13. 

Man vergisst viel Leid in vierundzwanzig Standen. — 
Ein Augenblick 
Gibt das Glück. 

768. 
Dies ater. Seneca de Vit. beat. 25. 
Ein Unglückstag. 

769. 
Dies diem docet. Schonheim p. 47. 
Discipulus est prioris posterior dies. PubL Syr. 168. 
Ein Tag lehrt den andern. — 
Kommt Zeit, kommt Rath. — 
Verstand kommt nicht vor den Jahren. 

770. 
Dies quandoque parens, quandoque noverca. 

Nach Hesiod. Mannt, p. 355. 
Tage und Stunden sind verschieden. — 
Glück und Unglück kehren über Nacht ein. 

771. 
Differ, habent parvae commoda magna morae. 

Ovid. Fast. 3, 394. 
Eil' nicht zu sehr, bedenk dich wohl, 
Die Zeit gibt Rath, was man thun qpll. 



85 

772. 
Difficile est, assueta relinquere. B. P. W. K. 92. 
Difficile est, longum subito deponere amorem. Calull. 77, 13. 
Was Häuschen sich gewöhnt, treibt Hans immer. — 
Hat die Maus einmal in Speck gebissen, so kommt 

sie wieder. — 
Jung gewohnt, alt gethan. 

773. 
Difficile est, crimen non prodere vultu. Omd. Metam. 2, 447. 
Wenn Einer Unrecht hat gethan, 
Sieht man's ihm am Gesicht gleich an. 

774. 
Difficile est, tiisti fingere mente jocum. Tibull. 3, 7, 2. 
Es ist nicht gut lachen, wenn Einem nicht lächerlich ist. 
775. 
Difficile est valde, vulpem comprendere vulpe Eiselein p. 193. 
Wer Füchs , mit Füchsen fangen soll, 
Der muss die Schliche kennen wohl. 

776. 
Difficile eximias est custodire puellas. Locher Nuth. 3, 91. 
Lieber eine Wanne voll Flöhe hüten, als ein hübsches 
Mädchen. 

777. 
Difficiles aditus virtus habet. Palingen. 5, 722. 
Der Tugend Pfad ist steil. 
778. 
Difficilia, quae pulchra. Nach Solan. Er asm. p. 146. 
Gut Ding will Weile haben. 
779. 
Diffugiunt cadis cum faece siccatis amici. 

Horat. Cam. 1, 35, 26. 27. 
Leer Fass, leere Freundschaft. 
780, 
Digito coelum atttagit. Cicero ad Altic. 2, 1. 
Er ist überglücklich. 



86 

781. 

Diglto compesce labellum, Juvenal 1, 160. 

Halte das Maul. — 

Lege ein Schloss an dein Maul. 

782. 

Digitus docet podicem cacare. Beöei. 

Das Ei will klüger sein, als die Henne. 
783. 
Signa merces, quam quis acclplt. Apostol. cent S. 

Was der Mensch werth ist, das widerfahrt ihm. 
784. 
Dignitas non moritur. Lehmann p. 12. 

Der Amtmann stirbt, das Amt nicht. — 
Der König ist todt, es lebe der König. 

785. 
Dignitatem affert fortuna. Buchler p. 95. 
Gross Geld, gross Ehr. 

786, 
Dignum patella operculum. Mercur. büing. p. 307. 
Auf solchen Hafen gehört solcher Deckel. 
787. 
Dlgnus Seplasia et Capua» Cicero in Pison. 2. §. 24. 
Ein ächter Pomadehengst. 
788. 
Dil bona laboribus vendunt. B. P. W. K. 162. 

Gott bescheert wohl die Kuh, aber nicht am Strick. 
789. 
Dil lanatos pedes habent. Petron. c. 44. p. 288. 
Gott kommt langsam, aber sicher. — 
Gott kann wohl borgen. — 
Gottes Mühle mahlt langsam, aber fein. 

790. 

Dilige viclnum, veluti te deligis ipsum. 

Owen. Epigr. ad Jrb. Stuart. 54. 
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. 



87 

791. 

Diligentibus Deum omnia cooperantur in bonum. Agricola p. 6. 

Wer Gott zum Freunde hat, dem schadet keine 

Kreatur. — 
Wem Gott wohl will, dem will St. Peter nicht übel. 

792. 
Diligit hie natum, virga qui corrigit illum. 

Columb. MonoU. 204. 
Je lieber das Kind, je strenger die Zucht. 
793. 
Diligitur nemo, nisl cui fortuna seeunda est 

Ovid. ex Pont 2, 3, 23. 
Viel Geld, viele Freunde. 

794. 
Dimidium amittendarum est oblivio rerum. Leib. Stud. 297. 
Zum Verlust ist Nichts besser, als das Vergessen. — 
Lass fahren, hin ist hin! 

795. 
Dimidium facti qui coepit habet. Horat Ep. 1, 2, 40. 
Wohl begonnen, 
Halb gewonnen. — 
Frisch gewagt ist halb gewonnen. 

796. 
Dimidium studii recte precatus habet. Schonkeim p> 49. 
Fleissig gebetet ist halb studirt. 
797. 
Diomedis et Glauci permutatio. Nach Homer* Erasm. p. 288. 
Ein Ross um eine Pfeife geben. — 
Zwei alte Kreuzer um einen neuen geben. 

798. 
Dionysius Corinthi. Lang p. 225. 

Es war noch kein Berg so hoch, das Thal war noch 
niedriger. 

799. 

Discedit foetore relicto. Seybold p. 129. 

Er scheidet mit Gestank, wie der Teufel. 



88 

800. 
Dira fames auri culpae rtgina parensque. Seybold p. 128. 
Geld macht Schälke. — 
Der Hunger nach dem schnöden Geld 
Bringt alle Sünden' in die Welt. 

801. 
Discentem comitantur opes, comitantur honores, 
•At contra nemo alloquio dignatur inertem. 

Muret. Instlt. p. 807» 

Wer Etwas kann, den hält man werth, 
Des Ungeschickten Niemand begehrt. 

802. 

Discere non est vitiosum, sed ignorare. Mss. Majer. 

Das Lernen ist keine Schande, aber das Nichtswissen. 

803. 
Discessum reditus non sinit esse gravem. Seybold p. 130. 
Wiederkommen macht, 
Dass man des Gchn's nicht acht't. 

804. 
Discrimina nescit. Juvenal. 6, 300* 

Er malt, wie Schäfer Job, ein i 
Auf räudig's, wie gesundes Vieh. 

805. 

Discum, quam philosophum audire malunt. Cicero de orn&2,5. 
Sie studiren lieber auf der Bierbank, als im Collegium. 

806. 
Dispar vivendi ratio est, mors omnibus una. 

Inc. AuqL MonosL 3. 
Arm und reich 
Wird im Tode gleich. 

807. 
Disparibus bubus nunquam trahitur bene currus. 

, Neander p. 276. 
Ein ungleiches Paar Ochsen taugt nicht an einen 

Wagen. — 
Topf von Thon und Topf von Eisen 
Sollen nicht zusammen reisen. 



84 

808. 
Dispendiüfo propter cotoperidium. Buchler p. 240.'* 

Uta ist ein guter Batzen, der einen Gulden erspart. 

809. 
Dissuadet mores commansio turpis hohestos. Sahit 44. 
Böse Gesellschaften verderben gute Sitten« 

810. 
Distincta vestis, distmctus animus. Schonheim p. 51. 
Wie das &le4d, so der Sinn. 

811. 
Ditat, sanctificat, sanat quoque surgere mane. Seyboldp. 131. 
Früh auf und spät nieder, 
Bringt verloren Gut wieder. 

812. 
Diuturna quies vitiis alimenta ministrat. Cato 1, 2. 
Müssiggang ist aller Laster Anfang. 

813. 
Diuturna virtutis simulatio difficilis. Buchler p. 152. 
Angenommene Weis' 
Zerschmilzt wie Eis. 

814. 
Diuturnam molestiam creat. Eiselein p. 412. 
Das Ding heckt Läuse. 
815. 
Divelli a caro res est durissima amico. Buchler p. 23. 
Von guten Freunden scheidet man ungern. 
816. 
Diversi diversa putant. Pulingen. 3, 52. 

Die Meinungen sind verschieden. — 
Andere Hütten, 

Andere Sitten. . : > «• . r 

.'. . ' 817. 

Mversos diversa juvänt. Com. Galt. 1, 103. 
Ungleiche Naturen, ungleiche Lust. 



9Q 

818. 
Dives amico Hercule. HpraL Serm* 2, 6, 12. 18. 

Wer den Papst zum Vetter hat, wird bald Cardinal. 
819. 
Dives, aut iniquus, aut iniqui haeres. Novarin p. 555. 

Zwei Schälke müssen sein zu lang' erspartem Gut: 
Der Eine, der's erwarb, der And're, der's verthut. 

820. 
Dives eram dudum, fecerunt me trfa nudum: 

Alea Tina, Venus; tribus his sum factus egenus. 

Neander p. 277. 

Die Würfel, Wein und Venusspiel 

Sind Schuld, dass ich nicht behalten viel. 

821. 
Divide et impera. Eiselein p. 146. 
Entzweie und gebiete. 
822. 
Divinum ingenium plena crumena facit. Seybold p. 132. 
Wer Geld im Beutel hat, ist gescheidt genug. 
823. 
Divitiae non semper optimis contingunt. 

Nach Homer. Erasm. p. 181. 
Reich und fromm ist nicht immer bei einander. 
824. 
Divitiae pariunt curas. Bebet. 

Gross Gut, grosse Sorgen. 
825. 
Dixerat hie aequum, sed tulit alter equum. Zincgref^ p. 25. 
Der Eine hat das Urtheil g'fällt, 
Dem Andern wird 'das Pferd zug'stellt. 

826. 

Dixerit insanum qui me, totidem audiet. 

Horat Serm. 2, 3, 298. 
Wie man in den Wald schreit, so hallt es wieder 
heraus. 



91 

827. 
Docti male pingunt Schemel. IV, 159. 

Die Gelehrten halten nicht viel aufs Schönschreiben. 

828. 
Doctus aliis insenriendo consumitur. Lehmann p. 294. 
Wer viel weiss, der wird nicht feist. — 
Wer viel kann, der muss viel thnn 
Und erhält dafür der Welt Lohn. — 
Ein gutes Pferd treibt man so lange, bis es zuletzt 
der Schinder holt 

829. 
Doctus in se semper divitias habet. Phaedr. 4, 21, 1. 
Wer Etwas kann, ist immer reich. 

830. 
Doctus vina, rudis zythum, pecus hauriat aquam. 

Seybold p. 133. 
Allein den Gelehrten gehört der Wein, 
Den Andern mag Bier und Wasser g'nug sein. 

831. 
Dodonaeum aes. Weber 2, 49. 

Ein Maul, wie eine Klappermühle. 

832. 
Dogma tuum sordet, cum te tua culpa remordet. 

Buc/Uer p. 399. 
Wer redet, was er gerne wttl. 
Muss hören oft, was er nicht will. 

833. 
Dolo pugnandum est, dum quis par non est armis. 

Com. Nep. Hann. 10. 
Wo die Löwenhaut nicht reicht, muss man den Fuchs- 
schwanz daran Hetzen. 

834. 
Dolor est mediana doloris. Seybold p. 134. 

Schmerzen muss man mit Schmerzen vertreiben. 



02 

839. 
Dolorem longa consumit dies. Seneea consol. ad Marl & 
Man vergisst viel Leid in vierundzwanzig Stunden. — 
Die Zeit heilt. 

836. 
Dolus bonus est, quo malus pellitur. Eiselein p % 496. 
Eine Nothlüge schadet nicht 
837. 
Domesticum malum. Lang p* 298, 

Ein Haus und ein IVJantel bedecken viele Schande. 

838. 
Domesticum thesaurum calumniari. 

Nach Aristtd. Mannt p. 261. 
In sein eigenes Nest hofiren. 

839. 
Domesticus testis. Germberg X^ 186. 

Er lobt sich selber, weil die Nachbarn nicht daheim 
sind. 

840. 
Domi conjeeturara facio. Plaut. CtstelL 2, 1, 2., 
Ich nehme es an mir sejber ab. — 
Ich zupfe mich bei der eigenen Nase. 

841. 
Domi manere oportet belle fortunatum. Lang p. 214. 
Wer will haben Ruh', — (gut Gemach), 
Der bleib bei seiner Kuh. — (unter seinem Dach). 

842. 
Doraitrix otnnium patlentia. Seybold p. 135. 
Geduld ist der Seele Schild. 

843. 
Domum quum facis, ne relinquas impolitam, 

Nach Hertod.. Erasm. p. 499. 
Baust du ein Haus, 
So bau' es fertig aus. 



P8 

844. 
Domus prQpria, domus optima. Buchlpc p. 103. ,. ■ 
Eigener Herd 
Ist Goldes werth. 

. . ■• 845. 
Donare iis, qui donare maxima. possunt. Plin. Epist. 9, 30. 
Dia Wurst nach der Speckseite werfen. , 
846. 
Donato non sunt ora inspicienda caballo. Leib. Stud. p. 355. 
Donum quodcunque probato. Mich Strabo. Er asm. p. 449. 
Einem geschenkten Gaul 

Schaut man nicht in's Maul, (schon die Haut ist 
Danks werth). 

847. 
Doradt illaesus melius, quam verbere caesus. Gärtner p. 63: 
Auf heiler Haut ist gut schlafen. 
848. 
Dormit secure, cui non est flinctio curae. Seybold p. 136, 
Das allzu viele Schlafen macht, ' 

Daös man d&a Amtes wenig acht't. 

849. 
Dorsum prurit. Plaut, mil glor. 2, 4, 44. 
Der Buckel juckt ihm. 

850. 
Duabus ancoris nititur. Nach Plndar. Er asm. p. 560. 
Er hat eine Fickmühle. 

851. 

Duabus se venditat partibus. Phaedr. Append. 18, 10. 
Duabus sellis sedet. Macrob. Saturn. 2, 3. und 

Laberius bei Sen. controv. 3, 18. 
Er trägt auf beiden Achseln Wasser. 

852. 
Ducunt volentera fata, nolentem trahunt. Seneca JSpist. 107. 
Wer will, der kann, wer nicht will, muss. 



94 

853. 
Dulce est desrperc In loco. Borat. Carm. 4, 12, 28. 
Ein Spässchen zur Zeit. 
Hat Keinen gereut. — 
Thorheit ist manchmal auch gescheidt. 

854. 

Dulcia non meruit, qui non gustarit amara. R. P. W. K. 22. 

Wer den Kern kosten will, muss zuvor die Schale 
brechen. 

855. 

Dulcia poma absente custode. Germberg IV, 62. 

Gestohlenes Brod schmeckt wohl. 

856. 
Dulcia praefatur, qui fallere praemeditatur. Gärtner p. 86. 
So Einer dich betrügen will, 
Macht er der süssen Worte viel. 

857. 

Dulcia pro dulci, pro turpi turpia reddi 

Verba solent. Jnon. Fab. Aesop. 36, 31. 32. 

Wie man in den Wald schreit, so hallt es wieder 
heraus. 

♦ 858. 

Dulcibus est verbis alliciendus amor. Seybold p. 136. 
Gutes Wort 
Findet guten Ort. 

859. 
Duicis confecto rite labore qules. B. P. W. K. 88. 
Nach der Arbeit ist gut ruhen. 

860. 
Duicis inexpertis cultura potentis amici, 
Expertus metuit. Horat Ep. 1, 18, 86. 87. 

Es hat dem Esel nie gut gethan, des Löwen Geselle 

zu sein. — 
Dreimal glücklich ist der Mann, 
Der Herrendienst entrathen kann. 



95 

861. 
Dum canis os rodlt, soclum, quem diliglt, odit. Gärtner p. 56: 
Zwei Hunde an einem Bein 
Werden gut Freund selten sein. 

862. 
Dum cantat flamen, respondet clericus „Amen". 

Tincgref 3, p. 35. 

Der Pfaff mag singen, wie er wöir, 
Spricht „Amen** dazu sein Gesell. 

863. 

Dum felis dormit, mus gaudet et exilit antro. Buchler p. 29. 

Wann die Katze schläft, tanzen die Mäuse. 

864. 

Dum femina plorat, decipere laborat. M&$. Majer. 

So oft ein Weib weint, geht sie mit einem Streiche um. 
865. 
Dum ferrum candet, cudere quemque decet. Seybold p. 139. 
Dum satis est calidum, debemus cudere ferrum. 

Neander p. 275. 
Man muss das Eisen schmieden, so lange es heiss ist. 



Dum fortuna favet, parit et taurus vitulum. Bebet. 
Wer Glück hat, dem kälbert ein Ochs. 
867. 
Dum fugans canis mingit, fügiens lepus evadit. Novarmp. 73. 

Hätte der Hund nicht ge , so hätte er den 

Hasen gefangen. 

868. 
Dum liber est novus, scholasticus est Studiosus. 

Hoffmann 8, 55. 
Neue Besen kehren gut. 

869. 

Dum licet, in rebus jucundis vive beatus. Horat Serm. £, 6, 96. 

Freut euch des Lebens, 

Weil noch das Lämpchen glüht. 



96 . 

87(k 
fyim loqueris. Petrm. c. 99, /?. 6Q5. 

Im Nu. — Aus dem Stegreif, 
87L 
Dum ludus bonus est, ipsum dimittere fas est. 

Gattner pi 116. 
.' ; Wann das Spiel am besten steht, soll man aufhören. 

871 
Dum mea bursa sonat, hospes mihi fercula donat. 

Schreger p. 38. 
Wenn das Geld im Beutel klingt, 
Der Wifth mir gleich zu essen bringt. 

873. 
Dum pauper clamat, janua linien amak Gärtner p. 155. 
Dem Armen schliesst man die Thtire vor der Nase zu. 
874. 
Drän pirum mjtturuit, decidlt vel in caenum. Seybold p. 140. 
Wann der Dieb zeitig ist, fängt ihn auch em lahmer 
Scherge. 

875, 
Dum quis ditatur, animosior esse probatur. Gärtner p. 58. 
Wenn Einem wachsen Geld und Gut, 
So wächst damit ihm auch der Muth. 

876. 
Dum satur est venter, gaudet caput inde libenter, 

JVeander p. 277. 
Auf einem vollen Bauche steht ein fröhliches Haupt. 
877. 
Dum spectant oculi laesos, laeduntur et ipsi. 

Ovid. Remed. 615. 
Ein böses Auge verderbt das andere. 
878. 
Dum spiro, spero, sed dubito deinde, quis ero. Gärtner p. 188. 
Ich hoffe noch 
Und zweifle doch. 



97 

879. 

Dum tacet tasiplens, sapiens tantisper habetur: 
Index gtultitiae Unguaque voxque suae. 

Tscherning p. 55* 
Ein Narr scheint klug zu sein, so lang er schweigen 

kann; 
Durch Reden wird der Narr entdeckt und aufgethan. 

880. 
Dum virent genua. Eiselein p. 385. 

So lange mich die Kniee tragen. 

881. 
Dum Titant stulti vitia, in contraria currunt. 

HoraL Serm. 1, 2, 24. 
Die Narren laufen vom Regen in die Traufe. 

882. 
Dum vitat humum, nubes et inania captat. 

HoraL A. P. 230. 
Ein Mensch, der spekulirt, ist wie ein Thier auf 

* dürrer Haide, 
Von einem bösen Geist herumgeführt, doch mitten 
drin steht fette Weide. (Gcethe.) 

883. 
Dummodo sit dives, barbarus ille placet. 

Ovid. Art. amat. 2, 276. 
Wer Geld hat, darf so dumm sein, als er will. 

884. 

Duo cum faciunt idem, saepe non est idem. 

Nach Terent. Adelph. 5, 1, 37. 38. 
Zwei thun immer verschieden. — 
Dem Einen ist ein Ding oft recht, 
Dem Andern aber bekommt es schlecht. 

885. 
Duobus litigantibus, tertius gaudet. Eiselein p. 267. 

Wenn Zwei mit einander raufen, magst du die Haare 
auflesen. 



886. 
Duos Aires non aHt onus saitus. Tapp 204 a. 

Zwei Pfeifer taugen nicht In ein Wirthshana. — 
Zwei Gockel thun in einem Hofe nicht gut 

887. 
Duos insequens lepores neutrum capit. Weber % 70. 
Er ist zwischen zwei Stühlen niedergesessen. 

888. 

Duos parietes de eadem fidelia dealbare. 

Cicero Ep. ad Farn. 7, 29. 
Zwei Mäuse in einem Butten fangen. — 
Zwei Fliegen mit einem Schlage treffen. 

889. 
Duplex fit bonitas, si simul accesserit celeritas. 

FuM. Syr. 787. 
Wer schnell gibt, gibt doppelt. 

890. 
Dura est antiqua cum consuetudine pugna» 

Zuber Manost C 75. 
Jung gewohnt, alt gethan. — 
Was flanschen sich gewöhnt, lässt Hans nimmer. 



E. 

891. 

i 

E cantu dignoscitur avis. Er asm. p. 111. 

Man erkennt den Yogel am Gesang. 

892. 
E caula ad aulam. ScJtreger p. 7. 

Vom Bettelmann ein Edelmann. 



99 

998. 
E eocto pullus nunquam pradueUur 0*0. Ms$. Mqjer. 

Wenn man das Kalb sticht, wird kqin Oehß daraus. 

E <oauo£*lario sapit Seneca JEpüt. &3. 

Er hat seine Weisheit aas den CoUegienheften. 
895. 
E comcedia tragcedia. Mercur, biling. 284. 
Aus Freude Leid. 

&9& 
E copia ferocia. Steinmeyer p. 33. 
Gut macht Muth. 

897. 
E culmo perspicitur spica dewessa. Eiselein p. 13. 

Man sieht noch am Scherben, wie der Hafen w*r. 
898. 
E duobus maus minimum eligepdum. Cicero de off. 3, 1» 
Ans zwei Uebeln muss m#n daß Kleinste wählen. 
899. 
E firabria de texto judico. Tapp 85 b. 

Ich sehe am Neste, was für ein Vogel darin war. 1 
900. 
E fissis lignis componitur optimus ignis. Eiselein p. 168* 
Gespalten Holz fangt leicht Feuer. 
901. 
E granis acervus. Eiselein p. 391. 

Viele Körnlein geben auch sinen Haufen» 
902. 
E llngua stulta veniunt incemraoda multa. Gärtner p. 114» 
Ein Narr will allzeit reden vieV 
Und schwiege doch viel besser still. 

903. 
E magna coena stomacho fit maxima poena. Lehmann p. 191 i 
Viel Essen bekommt dem Magen übel. 

7* 



100 

904. 
E medüs Ord ftiudbus evadere. AptiL Met 7. p. 191. 

Dem T aus den Erallen entkommen. 

905. 
E minimo eresdt, sed non dto fama quiesdt Neander p. 278. 
Uebel Nachred' ist bald fiügg 
Und lädst viel Gestank zurticfc 

906. 
E musca elephantum fadt. ApostoL cent 8. 

Er macht aus der Mücke einen Elephanten. 
907. 
E parvo puero saepe peritus homo. Gärtner p. 17. 
Aas Kindern werden Leute. 
908. 
E plumis cognoscitur avis. Buchler p. 61. 
Man kennt den Vogel an den Federn. 
909. 
E relato referre fere mentiri est. Seybold p. 165. 
Hörensagen ist halb gelogen. 
910. 
E squilla non nascitur rosa. Eiselein p. 163. 

Man pflückt keine Feigen von den Dornhecken. 
911. 
E stipula cognoscere. Nach Lucian. Er asm. p. 111. 
Aus den Scherben erkennen, wie der Hafen war. 
912. 
E syngrapha agere. Cicero pro Muren. 17. 
Bis auf das Fell scheeren. 
913. 
E terra spectare naufragium. Erasm. p. 560. 

Von Nummer sicher ist gut der Gefahr zusehen. 
914. 

# E tripode confectum. Buchler p. 57. 

So wahr, als das Evangelium. 



101 

915. 
E tua officina est Erasm. p. 485. 
Da« ist dein Werk. 

916. 
E verbis fatuos, ex aure tenemus asellam. Gärtner p. 191. 
Wie den Esel an den Ohren, 
Kennt an den Worten man den Thoren. 

917. 
E visu domini fit- pulchritudo caballi. Neander p. 219. 
Des Herrn Auge macht das Pferd fett. 
918. 
E vitibus non amputatis ne libabis Diis« Seybold p. 167* 
Verhandle des Bären Fell nicht, ehe er gestochen ist. 
919. 
Ea tela texitur. Cicero de orat. $, 60. 

Das ist die Braut, um die man tanzt. 
920. 
Eadem mensura metiri. Cicero ßd. Att. 13, 12. 

(Steht dort griechisch.) 
Mit dem gleichen Masse messen. 
921. 
Eadem oberrare chorda. Horat. A. P. 356. 
Immer auf derselben. Saite geigen. 
922. 
Ebrietas et amor secreta produnt. Seneca Epist 6. 

Lieb' und Rausch 

Schauen zum Fenster hinaus. 

923. 

Ebrietas frangit, quidquid sapientia tangit. 

Oldenburg p. 319. 
Allzeit voll 
Macht endlich toll. 

924. 
Ebrietas — in proelia trudit inermem. HoraL Ep. 1, 5, 16. 17* 
Ein guter Trunk macht die Alten beritten. 



10* 

925. 

Ebrietas prodit, quod amat cor, sive qood ödHt. 

Gmther p. 67. 
Trunkener Mund 
Spricht aus Herzensgrund« 

926. 
Ebrliu atque satur stomachus male philostphaftir. 

Neander p. 278. 
Ein voller Bauch studirt nicht gern, 

927. 
Ebur atramento candefecere. Plaut Mos teil. 1, 3, 102. 
Sich mit Koth waschen. — - 
Sich flait Kohlen weiss machen. 

928. 

Ede 9 bibe, lüde, post mortem nulla voluptas. 

Wahlspruch der Epikuräer. Vgl Paed. p. 73. 
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. 
929. 
Ede nasturtium. Hardouin ad FUn. Biet. nat 19, 441 

Nimm Niesswurz, dass dir der Verstand hell wird. 
930. 

Efficimus pro opibus nostris moenia. Plaut Stich. 5, 4, 8. 
Kleine Vfrgelein, kleine Nestlein. 

931. 
Efficiunt tetrum teterrima crimina vultum. Seyboldp. 144. 
Das Angesicht verräth die That. 

932. 
Egeni manducant panem doloris. Lehmann p. 46. 

Der arme Mann hat mehr Storchen im Hause, als 
Frösche. 

933. 

Ego te intus et in cute novi. Persius 3, 30. 
Ich kenne dich von aussen und innen. 

934. 

est farinae. Persius 5, 115. 
Er ist von 'gleichem Kaliber. 



loa 

939. 

Ejus ego velfem viventte noscere nomen, 

Qui non feminea lusus ab arte foret. Segbold p. 145. 
Ich wollt' gern wissen, wie der hiess, 
Der nie von Weibern sich narren Hess. 

936. 
Ejusdem musae aemuli. Gellius Praef. %. 19v 
Sie sind in eine Schule gegangen. 
937. 

Elephanti corio circumtentus est Plaut, mit glor. 2, 2, 80. 
Er hat ein Eselsfell. 

938. 
Elephantum ex proboseide/ Mercur btUng. 140. 
Man kennt den Hafen am Klang, 
Den Vogel am Gesang, 
Den Esel an den Ohren, 
Und an den Worten den Thoren. 
939. 

Elephantus murem non mordet. Apostol. cent. 8. 
Grosse Leute verachten kleine Schmach. 

940. 

Eligas, quem diligas. Eiselein p. 185. 
Trau, schau, wem. 

941. 

Elue pelliceam, nee aqua tarnen imbue plane. Eiselein p. 185. 
Wasch' mir den Pelz, und mach' ihn nicht nass. 

942. 

Emere malo, quam rogare. Cicem in Verr. 2, 4, 6. 
Lieber kaufen, als betteln. 

943. 

Emere oportet, quem tibi obedire votes* Plaut. Pers. 2, 4, 2* 
Kaufe dir einen Narren, ich hin aber nicht feil. 
944. 

Eminentis fortunae comes invidia. Vellej. Paterc. 1, 9. 6. 
Neid ist des Glückes Gesell. — 
Viel Glück, viel Neid. 



104 

945; 

Emortuo verba facert. Plaut Pöen* 4, 2, 18. 

Tauben Ohren predigen. — 
An einen Stock hinreden. 

946i 

Emtio locatum tollit. Reg. für. 
Kauf bricht. Miethe. 

. 947. 

Emtio nulla sine pretio. Seybold p. 102. 
Wo Geld, da Waare. ~- 
Geld macht den Markt. 

946. 

Emunctae naris homo* HoraL Serm. 2, 1, 8. 

Wohl geschneuzt. — 

Ein Schlaukopf; heller Kopf. 

949. 
Emunctae sit naris homo, qui degit in aula: 
Regum ignara solent urere iabra dapes. Tscherning p. 33. 
Wer «ich gen Hof begibt, muss Kalt und Heisse» 

kennen: 
An Fürstentafeln kann. man leicht das Maul verbrennen. 

950. 

Emungens acrius elicit sanguinem. Seybold p. 146. 

Allzu scharf macht schartig. — 

Wenn man den Bogen zu straff spannt, bricht er, 

951. 

Encomia canere ante victoriam. Steinmeyer p. 294. 

„Ju" schreien, ehe man über dem Graben ist. — 
Den TVig vor dem Abend loben. — 
Die Rechnung ohne den Wirth machen. 

952. 

Endymtonis somnum dormSs: Nach Aristot. Germberg Vi, 94« 
Du bist ein Siebenschläfer. — 
Du schläfst wie eine Ratze. 

953. 

Ensis haeret jugulo. Omd. Trist. 1, 1, 44. 

Das Messer ist ihm schon an die Kehle gesetzt. 



tos 

954. 
Eodem bibere pocirio; Ptmt. Ca*. 5, 2, 52. 
An dem gleichen Uebel leiden. — 
In demselben Spital krank sein. 

955. 
Eodem collyrio mederi omnibus. 

Hieranymus in Enarrat Epist. atf. Ephes. 
Mit einer Salbe alle Krankheiten heilen. 
956. 

Epistola non erubescit. Cicero Ep. ad Farn. 5, 12. 
Das Papier ist geduldig. 

957. 
Equi senecta. Lang p. 317. 

Der Mohr hat seine Schuldigkeit gethan, der Mohr 
kann gehen. (Schiller.) 

958. 
Equitandi peritus ne eantet. 

Nach Gregor. Theol. Erasm, p. 559. 
Reiten und Singen ist zweierlei. — 
Der Schuster bleibe bei seinem Leiste. 

959. 

Equitat in arundine longa. Mercur. biling. 606. 
Er reitet auf einem langen Stecken. 

960. 

Equum habet Sejanum. Gelltus 3, 9, 6. 

Das Unglück folgt ihm auf der Ferse. 
961. 
Equus in quadriga, in aratro bos. Buchler p. 30. 

Der Fisch, gehört in's Wasser, der Dieb an den. 
Galgen. 

962. 
Eridis pomum. Seybold p. 148. 
Ein Zankapfel. 

963. 

Erranys ex tragcedia. Nach Aristoph. Mannt p. 1039. 
Eine böse Sieben. ' 



106 

964 
Eripit se aufertque ex oculte perfecta virtus. 

Smeca de comol 23, 2. 
Tugend kennt eich selber nleht. 
965. 
Erranti medicina confessio. Mercur MUng. 280. 
Wohl bekannt ist halb gebtisst. 
966. 
Errare humanuni est. Nach Cicero Phil 12, 2. 
Irren ist menschlich. 

967. 
Errare humanuni, in errore perseverare diabolicum. 

Neander p. 98. 
Irren ist menschlich, im Irrthum verharren teufelisch. 

968, 
Error hesternus tibi sit doctor hodiernus. Bchreger p. 6. 
Lasa dich durch Schaden klug machen. 
969. 
Error saepe repetltus tandem vindicatur. Seybold p. 148. 
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. 
970. 
Erubescit, salva res est. Schonheim p. 55. 
Er färbt sich, er hat's gewiss gethan. 
971. 
Esse solet raro pulchra pudica caro. Gärtner p. 171. 

Schönheit und Zucht stehen selten in einem Stalle. 
972. 
Esse solent vitae consona verba. Anon, Fab. Aesop. 39, 10. 
Wie Einer ist, so spricht er auch. — 
Die Rede verräth den Mann. 

973. 

Est arbuscula, non truncus curvandus in uncum. 

Seybold. p. 149. 
Man muss den Baum biegen, so lange er noch jung ist. 



1W 

974. 

Est bonus is Indus, cum vtrgine fordere nAdus. 

Gärtner p. 116« 
^Wer möchte das nitibt?" sagte der Abt von Posen. 
»75. 
Eä captu fecilis turbata piscis in unda. Seybold p. 150« 
Im Trüben ist gut fischen. 
976. 
Est commune mori, mors nulli parcit honori. Gärtner p. 130. 
Der Tod nimmt alle Menschen gleich, 
Wo er sie findet, arm und reich. 

' 977, 
Est fades testis, quales intrinsecus estis. Schreger p. 36« 
Das Gesicht verrath't, 
Was man in sich hat. 

978. 
Est foculus proprius multo pretiosior auro. Seybold p. 150.. 
Eigener Herd 
Ist Goldes werth. 

979. 
Est jam potata, sed erat cerevisia grata. Gärtner p. 89. 
Es war Bier da, aber der Zapfen ist ab, 
980. 
Est labor ingratus, quem deWta praemia fallunt. 

Owen, monost 7«. 
Niemand arbeitet gerne umsonst. — 
Der Arbeiter ist seines Lohnes werth. 

981. 
Est melius regredi, quam male coepta sequi. Mss. Majer. 
Besser umkehren, als übel fortlaufen. 
982. 

Est mirum bellum, quod asellus culpat asellüm. 

Gärtner p. 47. 

Es ist ein wundersamer Streit, 
Wann ein Esel den andern reift. 



108 

983* 
Est modus in rebus, fforat. Serm. 1, 1, 166. 
Mass ist gut in allen Dingen. 
984. 
Est modus in rebus: pomum, pater, adjice virgis. 

Leib. Sind. 209. 
Man muss so strafen, dass der Apfel neben der Rathe 
liegt. 

985. 

Est natura coquls et promis semper iniqua. Eiselein p. 128. 
Brätst du mir die Wurst, 
So lösch' ich dir den Durst. 

986. 
Est nullt certum, cul pugna velit dare sertum. 

Gärtner p. 73. 
Der Letzte hat noch nicht geschossen- 
987. 
Est patris, nato vestem praebere cibumque. Seybold 153. 
Wer Kinder hat, muss für sie sorgen. 
988. 
Est procerum, vere procerum corpus habere. 

ULncgref 3, p. 56. 
Aufrecht und lang 
Steht Fürsten wohl ata. 

989. 
Est quadam, prodire tenus, si non datur ultra. 

Horat Ep. 1, 1, 32. 

Ein Hundsf.. . thut mehr, als er kann. •> 

990. 

Est quandoque olitor valde opportuna locutus. 

Gelttu* 2, 6, 9. 
Ein schlichter Mann redet manchmal auch etwas 
Kluges. 

991. 
Est quasi grande forum vox alta trium mulieruni. Gärtner p. 1 33. 
Drei Weiber und drei Gänse machen einen Jahrmarkt. 



169 

992. 
»Est« qui non potuit dicere, dicit >erit< Seyboldp. 154. 
Was jetzt nicht möglich ist, wird später möglich. — 
Alles mit der Zeit. 

993. 
Est requies grata sub cute non lacerata. Neander p. 279. 
Auf heiler Haut ist gut schlafen. 
994. 
Est rerum omnium mffgistef usus. Caesar bell. cto. 2, 8. 
Uebung macht den Meister. 
995. 
Est rogare ducum species violenta precandi. Seybold p. 153. 
Grosser Herren Bitten sind Befehle. 
996. 
Est tarde nimium, post bombum claudere culum. 

Neander p. 277. 
Es ißt zu spät, den Stall schliessen, wenn die Kuh 
schon hinaus ist. 

997. 
Esto bonus saltem, si non potes esse peritus. 

Palingen. 2, 363. 
Nicht Jeder kann klug, wohl aber rechtschaffen sein. 

998. 
Esuriens silva patiens lupus exit opaca. Buchler p. 119. 
Der Hunger treibt den Wolf aus dem Busche. 



Et genus et formam regina pecunia donat. 

Horat Epist \, 6, 37. 
üiü Geld ist Alles feil. — 
Geld regiert die Welt. — 
, War' ich gleich eine Hur' und Dieb, 
Hätt' ich nur Geld, so war' ich lieb. 

1000. 
Et mala sunt vicina bonis. Seybold p. 156. 
Keine Fread' ohne Leid. — 
Keine Rose ohne Dornen. 



110 

1001. 
Et fgesos et virtu, nisi cum re, villor alga est 

Borat. Serm. 2, 5, 8. 

Ohne Geld 

Gut man Nichts in der Welt. — 

In des armen Mannes Beutel verdirbt viel Witz. — 

Tagend hin, Tagend her, 

Ohn' Geld bin ich ein armer Herr. 

1002. 

Et mihi sunt vires, et mea tela noeent. 

Ovid. Heroid. 16, 352. 

Mein Degen ist auch spitzig. — 

Ich stecke die Hände auch nicht in die Tasche. 

1003. 
Et puero perspicuum. Nach Plato. Erasm. p. 508. 
Das kann selbst ein Kind merken. — 
Das löset sich mit Händen greifen. 

1004/ 
Et videt et librat justa Deus omnia lance. 

Mant. Barth, de cal. temp. 2. 
Gott siehet Alles allezeit, 
Und richtet's nach Gerechtigkeit. 

1005. 
Etiam Baetylum devoraret. Nach Hesych. Erasm. p. 207. 
Er könnte selbst ein Hufeisen verdauen. 
1006. 
Etiam corchorus Inter olera. Weder Append. 3. 

Der Mäusedreck ist immer unter dem Pfeffer. 
1007. 
Etiam post malam segetem serendum. Seneca Ep. 11. 
Geräth es heuer nicht, 
Verzage drum nicht gar; 
Vielleicht, was jetzt gebricht, 
Geräth im nächsten Jahr. 

1008. 
Eundein calceum omni pedi induere. Lang p. 8. 
Alle Schuhe über einen Leist schlagen. 



111 

1009. 
E?a geaus nftstnup feliribus expulit arvis. 

Mantuan. Parth. EcL 4, 170. 

Eva hat uns um das Paradies gebracht — 
Durch Adam's Fall ist ganz verderbt 
Menschlich' Natur und Wesen. 

1010. 
Eventus stultorum magister. Idvius 22, 39. 
Narren werden durch Schaden klug. 
1011. 
Ei abundantia cordis os loquitur. Novarin p. 592. 

Wess das Herz voll ist, dess gehet der Mund über. 
1012. 
Ex amphiteto bibere. Erasm. p. 401. 

Der Flasche gern auf den Riemen treten. — 
Gerne in das Gläschen gucken. 

1013. 
Ex aspectu nascitur amor. Nach Terent Virgil. u. Juvenal. 

Erasm, p. 50. 
Die Liebe sitzt in den Augen. 
1014. 
Ex aurea sede in paludem rana resilit. /?. P. W. K. 126. 
Der Frosch hüpft wieder in den Pfahl, 
•Und säss' er auf 'nem gold'nen Stuhl. — 
Art lässt nicht von Art. 

1015. 
Ex ephebis excessit. Terent Andr. 1, 1, 24. 
Er hat die Kinderschuhe ausgetreten. 
1016. 
Ex habitu colligitur persona hominis. Mercur. biling. 25. 
An dem Kleide erkennt man den Mann. 
1017. 
Ex improviso subvenit ipse Deus. Buchler p: 89. 
Wann die Noth am grössten, 
Ist die Hilf am Nächsten. 



112 

1018. 
Ex incomprehensibili parvitafe arenae fliiils effid nonpotest. 

Colum, 10, l 
Aus Heckerling kann man keinen Strick drehen. 

1019. 
Ex ipso bove Iora sumere. : Weder 3, 18« 

Einen' mit seiner eigenen, Ruthe plagen. 

1020. | 

Ex oculis, poculis, loculis cognoscitur homo. Sckregerp. 27. 
Von aussen erkennt man* den Vogel. 

Ex \vis pravis non bona venit avis. Schreger p. 50. 
Schlechte Eltern, schlechte Kinder. 

1022. 
Ex Ovis pullus non natis sero fit ullus. Gärtner p. 141. 
Ungelegtp Eier geben ungewisse Hühnchen. 

.• ' . • 1023. 

Ex ovo prodiit. Erawn. p. 223; 

Er könnte nicht schöner söäl 

1024. 
Ex praeteritis praesentia aesiimantur. • ■ 4 

QuincllL Inst. 5, 10, 28. 

Es gibt nichts Neues unter der Sonne. — 
Es ist Alles schon da gewesen. 

1025. 
Ex re nomen habet. Ovid! Amor. 1, 8," 3. 
Er hat den Namen mit Recht. 

1026. 
Ex se finxit, sicut aranea. Steinmeyer /?. 17. 

Er spinnt es aus sich selber, wie eine Spinne. — 
Er hat's aus dem eigenen Finger gesogen. — 
Er weiss an seinen Birnen, wenn anderer Leute 
ihre zeitig sind. 



io**< 

Ex ungue leonem. . Mercur. biliryg. p> 140; 
An den Klauen den Löwen — 
An den Federn den Vogel erkennen. . 

1028. 
Ex Titio alterius sapiens emendat suum. Publ. Syr. 206. 
Der Weise wird an anderer Leute Sehaden klag. 

1029. 
Excidi ab uxore. s Erasm. p. 399. 

Ich habe einen Korb bekommen. 
1030. 
Excitat auditor Studium. Ovid. ex Pont, 4, 2, 35. 

Ein fleissiger Zuhörer macht einen fleissigen Lehrer. 
1031. 
Exeat aula, qui vult esse plus. Lucan. Phars. 8, 493. 494. 
Lange bei Hofe, lange in der Hölle. — 
Gottseligkeit ist bei Hofe ein rares Wildpret. 

1032. 
Exigua his tribuenda fides, qui multa loquunfur. Cato 2, 20. 
Wer viel schwatzt, der lügt auch viel. 
108». 
Exiguum malum, ingens bonum« Nach Macar. Manut p. 618. 
Ein kleiner Verdriess 
Bringt oft grossen Oeniess. 

1034. 
Exilis nummus brevem parit missam. Oldenburg p. 205. 
Kupfernes Geld, kupferne Sedmess. 
1035. 
Eximere e manu manubrium. Plaut. Aulul. 3, 4, 12. 
Das Heft aus der Hand nehmen. 
1036. 
Exinüa est virtus, praestare silentia rebus. 

Ovid. Art amaL 2, 603. 
Verschwiegener Mund, ein güldener Mund. 

8 



f!4 

im. 

Exitus acta proütf. Oviä. Herold. 2, 85. 

Der Ausgang wird's lehren. — 

Man witift bälm Außkehren finde*. — 

Ende gut, Alles gut. 

1038. 

Exitus ostendit, quo mundi gloria tendit. Schreger p. 26. 

Das Ende macht manches Weltkind gescheidt. 

1039. 

Expedit esse medicos, ne mundus habitatoribus opprimatur. 

Lehmann p. 48. 
Schaffte man die Aerzte ab, so brächten die Leute 
einander selbst um. 

1040. 
Experientia rerum magistra. Lehmann p. 183. 
Erfahrung ist die beste Lehrmeisterin. 
1041. 
Experto crede Ruperto. Coronis Apolog. pro Erasm. Coli 

ed. Gumprecht p. 1118. not 
Probiren geht über stadiren. 
1042. 
Expletur lacrymis egeriturque dolor. Otrtd. Trist. 4, 3, 38. 
Durch Weinen wird der Schmerz linder. 
1043. 

Exspectat tempus sapiens. Palingen. 4, 816. 
Der Kluge wartet die Zeit ab. 

1044. 
Extincta lucerna omnis mulier eadem. Bucklet p. 236. 
Bei Nacht sind alle Kühe schwarz. 

1045. 
Extis plult. Erasm. p, 84. 

Es re net Bratwürste. — 

Es geht zu wie im Sthlaraffenlande. 

1046. 

Extra cantionero. Eiselein p. 429. 
Das gehört nlfeht zum Ligde. 



MS . 

1047. 
Extra chorura saltare. Nach Plato. Erasm. p. 35. 
lieber die Schnur haäfi. — 
Ueber das Böglein treten. 

1048. 
Extra lutum pedem habet. Nach Homer. ApostoL cent. JL 
Er ißt schon Tiber dem Graben. 
1049. 
Extra pericnlum ferox. Steinmeyer p. 54. 
Ein guter Soldat hinter dem Ofen. 
1050. 
Extra telornm jactum seder«. Apostel, cent. 8. 

Weit vom Schuss stehen. — 
Hinter dem Berge halten. 

1051. 
Extra viam non defleetas publicam. Seybold p. 166. 
Bleibe auf der Landstrasse. — 
Fange nicht« Besondres an, 
Bleib' auf der gemeinen Bahn. 

1052. 
Externa sunt vitiosa. Seybold p. 1 60. 
Zu wenig und zu viel 
Ist des Teufels Spiel. 

Exultat levitate puer, gravitate senectus. - ^ 

43om> Gall 1, 105. 
Jedes Alter hat seine Weise. 
1054. 
Eurwtttfe. Erasm. p. 284 ., •? 

Leeres Stroh duatchen. 



116 



F. 



1055. 

Faba in me cudetur. Terent Eun. 2, 3, 89. 
Ich werde es aasbaden müssen. 

1056. 
Faber compedes, quas fecit, ipse gestet. 

Aman. EdylL 7. Praef. 6. 
Wer Andern Ruthen bindet, 
Zuletzt sie selbst empfindet. 

1057. 
Fabianae artes. Idvius 22, 34. 

Langsam voran thut oft auch gut. 
1058. 
Fabula impleta est. Apul. ApoL p. 301. 
Das Lied ist zu Ende. 
1059. 
Fabula non omnis spernenda est. Pattngen. 1, 208. 
Gemein Geplärr 
Ist selten leer. 

1060. 
Fabulam surdo narrare. 

Taubmann ad Plaut. Casin. 3, 3. p. 341. 
Tauben Ohren predigen. 

1061. 
Fac modo, qnae moriens facta ftüsse voles. Schreger p. 46. 
Lebe, wie du, wann da stirbst, 
Wünschen wirst gelebt zu haben. (Geliert) 

1062. 
Fac tantum incfpias, sponte dlsertus eris. 

(Md. ArL am. 1, 610. 
Ftiflcfy darauf los und es muss gehen« 



irr 

106*. 
Fac tua, quae tua sunt, quae fanctto justa requirit; 

Commendes uni caetera cuncta Deo. Seybctd p. 171. 
Thn' da mit aHem Fteiss das Dein', 
Las» And'res Gott befohlen sein. 

1064. ' 
Fadem perfricare. Erasm, p. 267. 
Ausgeschämt sein. 

1065. 
Facientis et eonsentientis poena par» Zuber Monost A. 34. 
Stehler und Hehler verdienen gleiehe Strafe. 
1066. 
Facies tua computat annos. Juvenal. 6, 199. 

Man sieht dir dein Alter im Gesichte an. 
1067. 
Facile, cum valemus, recta consilia aegrotis damus. 

Terent Andr. 2, 1, 9. 
Der Gesunde hat dem Kranken gut rathen. — 
Wem's gut geht, der kann Andere leicht trösten. — 
* Es ist leichter zu rathen, als zu helfen. 

1068. 
Facile est, ventis dare vela secundis. ManiL 3, 26. 
Auf ebenem Boden ist leieht laufen. 
1069. 
Facile perit aniicitia coacta. Buchler p. 27. 
Gezwungene Lieb' hat nicht Bestand. 
1070. 
Facile volentem trahas. B..P. W. K. 260. 
Wer gern tanzt, dem ist gut pfeifen. 
1071. 
Facilis descensus Averni. Virgil Aen. 6, 126. 

Man braucht dem T keinen Boten zu schicken. 

1072. 
Facile vulpes pyrum coroest. Plaut Mast. 3, 1, 32. 

Ein Hund ist nicht lange an eine Bratwurst gebunden. 



low. 

Facilius aliquid cansenwtar, quam de novo acquirite* 

Besser bewahrt, als takkgt, 
1074 
Facilius corrumpitur pauper, quam dives. Reg. jur. 
Arrauth thut der Rechtschaffenheit wehe. 

1075. 
Factt experientia cantos. ManL Parth. Ecl. 9, 195. 
Gebrannte Kurier fürchten das Feuer. 

1076. 
Factum fieri tnfectam hob potest Plaut. Autol. 4, 1% 11. 
( Zu geschehenen Dingen muss man das Beste reden. — 

Hin ist hin; es leibt kein Jude mehr darauf. 

1077. 

Partum stultus agnosdt. Nach Homer. Er asm. p. 568. 

Nach geschehener That 
Finden die Narren Rath. 

1078. 
Faex IUI placeat, qui bona vina bibit. Zincgref 4. p. 91. 
Wer den Wein getrunken hat, muss auch die Hefe 
haben. 

1079. 
Fallaces sunt rerum species. Seneca de benef. 4, 34. 
Der Schein betrügt. 
Der Spiegel lügt. 

1080. 

Fallacia alia allam trudit. TerenL Arndt: 4, 4, 39. 

Eine Lüge bringt zehn mit. — 

Das eben ist der Fluch der bösen That, 

Dass sie, fortzeugend, Böses muss gebären. (Schüler.) 

1081. 
Fallax fiducia formae. QvM. Heroid, 16, 321. 
. Schönheit ist ein zerbrechlich Ding. 



CUP 

108t 
Fafle* mdetfem non est operosa pueljw 
Gloria. 0trftf. Zfentfrf. 2, 63. 

Ein Mädchen ist leicht fiir'n Karren au haben. 

*os*. 

Fallere qui nesctt, vaßtae gft cuJtor emipL Bvchkrp. Jtf* 
Wer der Wek Trug nicht mitmachen kann, der 
bleibe allein. 

1084. 
FaBitur augurio spes bona saepe suo. Qvid. Herold. 17, 234. 
Hoffen und harren 
Macht Manchen zum Narren. 

1085. 
Fallitur, aut fallit, qui vulgi pendet ab ore. Buchler p. 405. 
Wer vom Pöbel abhängt, muss entweder flammer, 
oder Abstob sein. 

1086. 
Fama malum, quo non aliud vdocius ullum. 

Virgü f Jen. 4, 174 
fachte«}' reifet über Nacht* 

1087. 
Fama mendax. Buchler p. 11?. 

Man sagt vjpl und lügt viel. 

1088. 
Fama non temere spargitur. Schonheim p. 65. 

Man heisst keine Kuh Blässlein, sie habe denn ein 

Sternlein, -r 
Gemein Geplärr 
Ist selten leer. 

106Q. 
Fama pluris, quam Ppes. Bnchlw p. 119, 

Guter Name ist mehr, als Geld und Gut. 

1696. 
Fama repieta maus räocfyus evelat alis. j». A W. & WWfc 
Ein böses Geschrei wächst übtr Nacht, 



120 

, 1091. 

Fama tarn ficti tenax, quam nuntia Verl: Vtrgü. Am. 4, 188. 
Geschrei bat oft betrogen, 
Oft hat's »ach nicht gelogen. 

1001 
Fama» qnotasquisqoe potest effugere? Mm. Majer. 
Wer kann den Leuten die Manier stopfen? — 
Man muss die Leute reden lassen, denn die Gänse 

können nicht. — 
Der muss Mehl haben mehr als viel, 
Der Jedem 's Maul verstopfen will. 

1093. 
Famelicus non est interpellandus. Buchler p. 119. 
Ein Hungriger lässt nicht viel mit sich reden. 
1094 
Farnes artium magistra. Buchler p. 120. 
Hunger lehrt mausen. 

1095. 
Farnes et mora Wlem in nasum conciunt. 

Plaut. Amphit. Suppos. Taubmann p. 69. 
Einem Hungrigen ist nicht gut lange predigen. 

1096. * 
Farnes malum panem tenerum et slligineum reddlt. 

Seneca Epist. 1 19. 
Hunger macht rohe Bohnen süss. 
1097. 
Farnes non est ambitiosa. Seneca Epist 119. 
Hunger ist der beste Koch. 

1008. 
Farinae ejusdem est. Nach Persius 5, 115. 

Er ist aus dem gleichen Teige gebacken. 

1009. 
Faeces sunt ffcsces. Schonheim p. 66. 
Würde hat Bürde, 



m 
1100. 

Fata manent omnes, metam properamus ttd unam; 
Omnia sub leges mors vocat atra suas. 

Inc. Anct. ConsoL ad Liv. 357. 359. 360. 

Der Tod nimmt alle Menschenkind', 

Wo er sie find't, 

Fragt nicht, wess Stand's und Ehr'n sie sind. 

HOL 
Fata regunt orbem, certa staut omnia lege« Manil 4, 14. 
Gott regiert und führt Alles. — 
Was geschehen soll, geschieht. 

1102. 
Fata vtam invenient. Virffil Arn. 10, 113. 
Gott wird's schon machen. 
1103. 
Fatetur foctaus is, qui Judicium fügit. PuU. Syr- 213. 
Wer das Gericht flieht, gibt sich schuldig. 
1104. 
Fato junguntur, fato solvuutur amores. Palingen. 4, 365. ' 
Mit Gott kommt man zusammen und wieder aus- 
einander. 

. 1105, 
Faucibus Cerberi reluctarjL ApuL Met. 4, p. 151. 
Sieh mit dem Teufel herumbalgen. 
1106. 
Feiern misit pro axungia. Bebet. 

Er hat die Katze statt des Schmeers geschickt. 

1107. 
Feles esuriunt, dum panis crustula rodunt. 

Eiselein p. 366« 
Die Katze ist hungrig, wenn sie an das ßrod geht. — ' 
Dem Hungrigen schmeckt Alles wohl.' 

1108; 
Fett crocoton addere. Lang p, 61. 

Die Stühle auf die Bänke setzen. 



IM». 
Felicem $4* I» m», qui quod vellet haberot, 
Sed qui per fatum non dal« aon cuperefc. 

iitWMt, jErfji//. 319, 23- 24 
Was Einem im Leben nicht wwlen kann* 
Das soll er auch zu begehrest lafen... 

1110. 
Felkes faciet natos benedictto patris. Columb. MonosL 179. 
Des Vater« Segen bttuet den Kinder« Häuser« 
IUI. 
Felices frustra nobis promittimus annos, 

Seraper enim curae tristitfaeque premunt. Mant. Parth. 
Es wird, je länger, * desto schlimmer. ~~ 
Es kommt selten etwas Besseres nach. 

ina. 

Fettcftus sunt et trimestres ftlH. Buchler p, 243. 

Wer Glück hat, dem kälbert der Hokschlegel auf 
dem Speicher. 

im. 

Feficiter sapit, qui alieno periculo sapit. 

Fkmt Merc. 4, 4, 40. 

Felix, alterius cui sunt documenta flagella. Columb. Mon. 77. 

Felix, quem faciunt aliena pericula cautum. 

(Wahrscheinlich neuer« Nachbildung obiger Stelle 
bei Plaut us.) 

Wohl dem, der durch fremden Schaden klug wird. 
1114. 
Felicium multi cognati. Tapp 194 b. 
Viel Geld, viele Vettern. 
1115. 
Felis, dum catulos habet, studiosissime venatur. Bebet. 
Hat die Katze Junge, so lernt sie otauaen» 
1116, 
Felix grammaticus non est Autm, Epigr. 136, 1. * 
Schulmeister werden selten reich. 



1*3 

HIT. 
Felix, qul 4UMt canteütus vivece ptü». Pvtingen.t, 4f\. 
Wohl dem, der mit Wenigem auskommt. 
1118. 
Felix, qui Dihil debet. Weber 3, 30. 

Wohl dem, der keine Schulden hat. 
1119. 
Felix scelus virtus vocatur. Seneca Herc. für. 25 1. 

Ein Verbrechen mit glücklichem Erfolg heisst Tugend 
1120. 
Femina ai osculatur te, tua est vel maxime. 

Lehmann, p> 105. 
Einen Kubs kann man abwischen, 
Aber das Feuer im Herzen nicht löschen. 

lffl. 
Ferae inter se placidae sunt Seneca de im. 2, 8» 

Es hackt keine Krähe der andern die Augen aus. — 
Es muss ein kalter Winter sein, wo ein Wolf den 
andern frisst. 

1122. 
Feras, non culpes, quod Titari non potest. Publ Syr. 218. 
Was man nicht kann meiden, 
Soll man willig leiden. — 
Glücklich ist, 
Wer yergisst 
Das, was nicht zu ändern ist. 

1123. 
Ferendum et sperandum. Weber 2, 97. 
Dulde und hoffe. 

1124. 
Feriunt summos fulnlina montes. Horat. Carm. 2, 10, 11, 12. 
Je grösser das Glück, 
Je naher die Tück\ 

1125. 
Ferrum ferro acuitur. Mm. Majer. 
Ein Messer watet das andere. 



134 

111«. 

F&rutn cequere 'facfltas,' quam muHerem flecfere. 

Weber 1, L 
Viel leichter kann man Eigen kochen, 
Ate Etwas von dem Weib crpochen. 

1127. 
Ferrum cessans rubigine sordet. Palingen. 8, 970. 971. 
Läset man das Schwerdt in der Scheide, so rostet es. 
1128. 
Fertilior seges est alienis semper in agris, 
Vicinumque pecus grandius über habet. 

Ovid. Art amat. 1, 351. 352. 
Fremder Leute Kühe haben immer grössere Euter. — 
Mancher lobt ein fremdes Schwerdt, 
Hätt' er's, war* es ihm unwerth. 

1129. 
Fervet olla, vivit amicitia. Erasm. p. 487. 
Gute Freunde hab' ich viel, 
Bis ich sie gebrauchen will. 

1130. 
Fervidior locus est, cui propior focus est. Neanderp. 281, 
Je näher beim Ofen, desto wärmer. 
1131. 
Festina lente. Nach dem Griech. Sueton. Octat. 25. 
Eile mit Weile. 

1132. 
Festinans tardo non se committit asello. Buchler p. 125. 
Wer Eile hat, reitet auf keinem Esel. 

1133. 
Festiaatio curam exiroit. Seybold p. 181. 
Eilen thut nicht gut. 

1134. 
Fiat justitia, pereat mundu*. Reg. jur. 
Fiat justitia, pereat licet integer triria. Leib. Sind. 167. 
Was recht ist, musa geschehen, koste es, was es will. 



1135, 
Fici cadunt ln.os comedefttis. Fa$eL p. 90. 

Es fliegen ihm die gebratenen Tauben in's Maul. 
1136, 
Flcta cito ad naturam recldefint suam. P*t4. 8yr. 220. 
Angenommene Weis' 
Zerschmilzt wie Eis. 

1137. 
Ficura dividere. VergiL Fol. 31 a. 

Die Laus um den Balg schinden. — 
Den Kümmel spalten. 

1138. 
Ficus avibus gratae, at plantare nolunt Lang p. 373. 

Die Katze frisst gerne Fische, will aber nicht in's 
Wasser. 

1139. 
Ficus Ileus, iigonem ligonem vocat. Weder Append. 22. 
Er nimmt kein Blatt vor das Maul. — 
Er nennt das Kind bei dem Namen. 

1140. 
Ficus post pisces. Tapp 34 a. 

Käse her! wir sind des Fleisches satt. 
1141. 
Fida terra, infidum mare. Seybold p. 182. 

Das Wasser hat keine Balken, drum ist es besser, 
auf dem Lande zu bleiben. 

1142. 
Flde Deo soll, mundo diffide tibique. Seybold p. 182. 
Vertraue Gott allein, 
Das wird das Beste sein. 

1143. 
Flde, sed ante vlde, qul fldit, nee beöe vidlt, 
Fallitur: ergo Tide, ne capiare flde. Mss. Majer. 
Flde, sed etil vlde. Seybold p. 182. 
Trau, schau, wem. 



1144: 

Fideliores sunt oculi auribtis. Lehmann p. 54* 

Man glaubt den Airgen mehr als den Öhren. 
1145. 
Fidcpn.qui penüt, perdere ukra all poteat AiM, <$pK 221 
Glauben verloren, Alles verloren. 
1146. 
Fides facit fidem. Lehmann p. 322. 

Vertrauen erweckt Yertrauen. — 
Hält der Herr, so hält auoh der Knecht. 
1147. 
Fides nimia equura abegit. BebeL 
Fiso fe» periit, dtffiso sataa Teraanait Seytodd p. 184. 
TrmmoM reitet das Pferd weg. 
1148. 
Fides praevalet divitiis. Mas. Mqjer. 
Kredit ist besser, als baar Geld. 
1149. 
Figulus figulo invidet, lignarius lignario. Weber 2, 1. 

Es ärgert den Bettler, wenn ein anderer vor der 
Thtire steht. 

1150. 

Filia moechatur, quae moecha matre creatur. Gärtner p. 122. 

Geräth das Kalb nach der Kuh, 
So werden bald der Huren zwu. 

1151. 
Finls coronat opus. Lehmann p. 174. 
Ende gut, Alles gut. 

1152. 
Fiscum cum anima avertere. Plaut Truc. Prol. 22. 
Den Beutel s^mmt dem Geld nehmen. 

1158. 
Fit nihil ex nlhilo,summusifliilasopiMisiBquit. Gärtner p. 162. 
„Aus Nichts wird Nichts« ist eine alte Wahrheit. 



m 

1154. 
Fistula dulce Wbit, vötaürcnl dum decfpit aucepe. ' 

Cato 1, 27. 
Wer Vögel fangen will, darf nicht mit Prügeln da- 

. rein schlagen. — 
SfaÄ f&ngt mfchr Fliegen in einem Löffel voD Öonfg^' 

als in einem Fasse voll Essig, — 
Mit Speck fängt maw Mäuse. 

1155. . . . 

FR puer tngdteus daenofi vefweate senecta* Seyboldp. 184. 
Jung ein Engel, alt ein Teufel. 
1156. 
FlMt Netones miseri facti locupletes. Neumierp. 2£2. 

Wenn der Bauer auf den Gaul kommt, reitet er 
stolzer, als der Edelmann. 

1157. 

FtommB fumo est proxima. Flaut. Cure. 1, 1, 53. 

Feuer und Bauch sind nahe beisammen. — 

Wer den Nutzen hat,, muss auch die Mühe ertragen. 

1158. 
Flarama recens parva sparsa resedit aqua. 

Ovid. Heroid. 17, 190. 
Dem Feuer und der Liebe muss man bei Zeit 

wehren. — 
Die neu entstand'ne Feuerglut 
Dämpft eine schlechte Wasserfluth. 
1159. 

Flebile prineipium melior fortuna secuta est. 

Ovid. Met. 7. 518. 
Manches hat schlecht beigonnen und schlägt wohl aus. 

1160. 
Flet victus, vidor interiit. Tapp 243 b. 

Fällt der Krug auf den Stein, so 1 zerbricht er; ffilft 
der Stein auf den Krug, so zerbricht er auch. 

1161. 
FIos iö pfüufa non est, ntei sota flgüra. Eiselein p. 84. ! 
Gemalte Blumen riechen nicht. 



1*8 

1162: 

Flos uuus hob fielt hortum. Nomrin p 208. 
Eine Schwalbe macht keinen Sommer. 
1168. 
Flpctus excitare in shapulo. Cicero de legg. 3, 16. 
Viel Lärmen um Nichts machen« 
1164. 
Fluvius non semper fert secures. 

Nach Ae$op. Manul, p. 1049 
Was einmal gerathen ist, geräth nicht immer. 
1165. 
Fluxa nrinisterium res est herate in horte. Seytoldp. 161 
Herrendienat erbt nicht 
1166. 
Foecundi calices, quem non fecere disertum? 

Horat RpisL 1, 5, 19. 
Der Wein löst die Zunge. 
1167. 
Foemina nil pestilentius. Nach Hotner. Erasm. p. 219. 
Nichts Aergeres, als ein böses Weib. 
1168. 
Foeminae naturam regere, omnium desperare. 

Steinmeyer p. SSO. 
Wer ein Weib schlägt, der schlägt ihr drei Feier- 
tage: denn drei Tage lange thut sie Nichts 
und gibt Niemanden ein gutes Wort. 
1169. 
Foenum habet in cornu, longe fuge. Horat. Serm> 1, 4, 34 
Nimm dich in Acht vor ihm, er ist von Qott gezeichnet. 
1170. 
FoBura recito Stbyllae. Juvenal. 8, 126. 

Mein Wort ist so wahr, wie das Evangelium. 
1171. 

Forea habet tritts, ut pastorum casa. Eieeieto p. 207. 
Auf dem Fusswegse wächst fcein Gras. 



129 

1172. 
Föns malus est, in qoem latices abuade ferendi. 

Buekler p. 207. 

Es ist ein böser Brunnen, in den man Wasser hinein- 
tragen muss. 

1173. 
Forma bonum fragile est. Ovid. Art. amat. 2, 113. 
Schönheit ist ein zerbrechliches Gut. 
1174. 
Forma dat esse viro. Lehmann p. 29. 

Schön Gestalt x 

Hat gro.?s Gewalt. 

1175. 

Forma decens foedas vendit prurigine nates. 

Seybold p. 188, 
Ein schönes Gesicht verkauft oft ein räudiges Gesäss. 
1176. 
Forma viros neglecta decet. Ovid. Art. amat. 1, 509. 
Ungeziert ist der Mann am schönsten. 
1177. 
Formicae quoque sua bilis est. Mercur. büing, 408. 
Kleine Thierlein haben auch Galle. — '- 
Auch der Wurm krümmt sich, wenn man ihn tritt 

1178. 
Formicinos gradus facit. Schreger p. 8. 
Es geht auf der Schneckenpost. 
1179. 
Formosa facies muta commendatio. Publ. Syr. 225. 
Schönheit ist ein guter Empfehlungsbrief. 
1180. 
Fors domina campi. Erasm. p. 227. 

Wer das Glück hat, fuhrt die Braut heim. 
1181. 

Fortior in fulva novus est luctator arena. Ovid. Trist. 4, 6, 31. 

Neue Besen kehren gut. 

9 



130 

1182. 
Portes creantur fortibus et bonlfi. Horat Carm. 4, 4, 49. 
Etwas Rechtes 
Bringt nichts Schlechtes. — 
Wie der Vogel, so die Eier. — 
Ein Adler brütet keine Tauben aus. 

1183. 
Fortes fortuna adjuvat. Terent. Pharm. 1, 4, 25. 
Fortibus est fortuna vkls data. Ennius Annal. Bei p. J9. 
Frisch gewagt ist halb gewonnen. 
1184. 
Fortiter lile facit, qui miser esse potest. Martial 1 1, 57, IS. 
Der sich gedulden kann, 
Das ist ein tapfrer Mann. 

1185. 
Fortius adstringunt duo vincula, simplice nodo. 

Zuber. Man. #, 20. 
Doppelt genäht hält wohl. 

1186. 

Fortuna aestuaria. Lang p. 224. 

Das Glück ist kugelrund, 

Dem Einen läuft's in den Hintern, 

Dem Andern in den Mund. 

1187. 
Fortuna favet ignavos. Steinmeyer p. 59. 
Er hat mehr Glück als Verstand. — 
Er kommt durch seine Dummheit fort. — 
Der faulesten Sau gehört der grösste Dreck. 

1188. 
Fortuna miserrima tuta est. Ovid. ex Pont 2, 2, 31. 
Unter der Bank beneidet man Niemand. — 
Wo Nichts ist, hat der Kaiser das Recht verloren. 

1189. 

Fortuna nimium quem fovet, stultum facit PubL Syr. 232. 
Voll macht toll. — 

Wem das Glück zu wohl will, den macht es zum 
Narren. 



ist 



1190. 
Fortuna obesse null! contenta est semel. Publ. Sgr. 234. 
Es kommt kein Unglück allein. 

1191. 
Fortuna reddlt Insolentes. Buchler p. 135. 
Glück macht übennüthig. 

im. 

Fortuna vitrea est, tum jcnm splendet, frangttur. 

Publ Stfr. 236. 
Glück und Glas, 
Wie bald bricht das! 

1193. 
Fortuna YolubiHs errat. (Md. Trisi. 5, 8, 15. 
Das Glück kann über Nacht umschlagen. 

1194. 
Fortunae faber est quilibet ipse suae. R. P. W. K. 122. 
Fabrum quemque esse fortunae ajunt. Sattuat de rep. ord. U 
Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. 

1195. 
Fortonam re?erenter habe. Auson. Epigr. 8, 7. 

Hat dir das Glück wohl gewollt, so halte es in Ehren. 

1196. 
Fragrantes vtcina rosas Urtica perurit Alan. p. 1. 
Unkraut wächst in allen Gärten. 

1197. 
Frangat nucem, qul nucleum esse vult. Zuber Man. 8, 40. 
Wer den Kern will, muss die Nuss aufknacken. 

1198. 
Frangenti fidem, fides frangatur eidenu Neander p. 283. 
Treu' gegen Treu' steht Jedem zu, 
Wer dir sie bricht, dem Gleiches thu'. — 
Wer Treu' und Glauben nicht halten will, 
Erfährt der Untreu' gleich so viel. 

9*^ 



182 

1199. 
Frangit et attollit vires in milite causa. ProperL 4, 6,51. 
Die Sache, um die es sich handelt, macht im Kriege 
gar viel aus. 

1200. 
Fratrum concordia rara est. Nach Ovid. Met. 1, 145. 
Geschwister bleiben selten einig. 
1201. 
Fricantem refrica. Erasm. p. 497. 
Wurst wieder Wurst. 

1202. 
Frigidus in Venerem senior. Virgil. Georg. 3, 97. 
Liebschaften taugen für das Alter nicht. — 
Der alte Mann macht der jungen Frau Freude, wie 
der Floh im Ohre. 

1203. 
Frigus et fames durissimi hostes« Zuber Mon. D, 5. 
Hunger und Frost sind zwei böse Feinde. 
1204. 
Frons domini plus potest, quam oeeipitium. 

Plin. HM. nat 18, 5. 
Wer haben will, dass ihm's gelingt 
Der sehe selbst zu seinem Ding. 

1205. 

Frons est animi janua. Cicero de petit. cons* 11. 

Das äusserliche Angesicht 
Entdeckt das innerliche Licht. 

1206. 
Fronte capillata, post est occasio calva« Cäto % 26. 

Man muss die Gelegenheit beim Schöpfe nehmen, 

denn hinten ist sie kahl. — 
Wer die Gelegenheit verlassen, 
Kann sie von hinten nimmer fassen. 

1207. 
Front! null* fides. Juvenal 2, 8. 

Aufs blosse Gesicht hin borgt Niemand. 



1208. 
Fructus bonos onerfs, fructus honoris onus. 

Neander p. 282. 

Auf die Bürde ■ - 

Folgt die Würde, 
Auf die Ehr* 
Folgt die Beschwer. 

1209. 
Erustra conatur, cui non Deus auxiliatur. Neander p. 282. 
Vergebens ist all' Müh' und Kunst, 
Wo Gott nicht gibt sein 7 Gnad' und Gunst — 
Wo der Herr das Haus nicht baut, da arbeiten die 
Bauleute umsonst. 

1210. 
Fugere cum licet, ne quaere litem. Steinmeyer p. 16. 
Besser, ehrlich geflohen, als schmählich gefochten. 

1211. 

Fugit irreparabile tempus, 

Singula dum capti circumvectamur amore. 

Virgü. Georg. 3, 284. 
Mit Liebhabereien wird viele Zeit vergeudet 

1212. 
Fugiunt freno non remorante dies. Ovid. Fast 6, 772. 
Die Zeit eilt schnell dahin. — 
Die Zeit ist an keinen Pfahl] gebunden. 

1213. 

Fuimus Troes. Virgü. Aen. 2, 325. 

Es ist aus mit uns. — 
Vor diesem war's anders. 

1214. 

Fulgor ex pelvi. Mannt p. 687. 

Ein blinder Lärm. 

1215. 
Furaos vendere. Marttat 4, 5. 

Einem Flausen vormachen. — 
Einen blau anlaufen lassen. — 
Einem blaue Nebel vormachen. 



134 

121«. 
Fumum fligiens in ignem incidit. Novarin. p. 40. 
Er tot vom Regen in die Traufe gekommen. 
1217. 
Funera quod dat huic, alfis dat tempora vitae. 

Buchler p. 397. 
Des Einen Sdhaden ist des Andern Gewinn. 
1218. 
Fungus una nocte nasdtur. Eiselein p. 5 IS. 
Pilze schiessen über Nacht auf. 
1219. 
Für furera cognoscit, lupus lupum. Nach Aristoteles. 

Erasm. p. 516. 
Ein Schalk weiss, wie es dem andern um's Hers ist 
1220. 
Für male füratur, cum für domui dominatur. Gärtner p. 75. 
Es ist schwer stehlen, wo der Wirth selbst ein Dieb ist 
1221. 
Fures clamorem timent. Steinmeyer p. 27 a. 

Dem Schuldigen träumt immer vom Teufel. — 
Der Wind im Wald, das Laub am Baum 
Saus't ihm Entsetzen zu. (Hölty.) 

1222. 

FurfUre se miscens porcorum dentibus estur. 

Zuber. Man. O, 67. 
Wer sich unter die Kleie mischt, den fressen die Säue. 
1223. 
Furor fit laesa saepius patlentla. Publ. Syr. 243. 

Wenn man den Wurm tritt, so krümmt er sieh. 



135 



G. 



1224. 

Galllnis gallus ter qulnis sufficit uous, % 
Ast ter quiaque viri vix sufficiunt mulieri. 

EUelein p. 272. 

Fünfzehn Hennen zwingt ein Hahn, 
Und ein Weib grad so viel Mann. • 

1225. 
Gallus in suo sterquilinio plurimum potest. 

Seneca Apocoh 402, 
Der Hahn kräht auf seinem Miste. — 
In seinen vier Pfählen ist er Manns genug. 

1226. 
Gaudent praenomine molles auriculae. 

Horat. Serm. 2, 5, 32. 33« 
Mein Mäuschen. — Mein Täubchen. 
• 1227. 

Gaudet Deus eminentlssima quaeque deprimere. 

Lehmann p. 940* 

Gott sorgt, dass die Bäume nicht in den Himmel 
wachsen. 

- 1228. 
Gaudet patientia duris. Lucan. Phars. 9, 403. 
Geduld übt sich in hartem Stand. 
1229. 
Gaudet uterque parens, cum filius est bene parens. 

Neander p. 284 
Gehorsame Kinder machen ihren Eltern Freude. 
1230. 
Gaudet Tita umbratili. Cicero Tusc. 2, 11. 
Er lebt wie ein Einsiedler. 



1 36 

1231. 

Gaudia post luctus veniunt, post gaudia luctus. 

Owen. Epigr. ad Arb. Stuart. 218. 
Nach Leiden scheint die Freud', 
Und nach der Freud' das Leid. 

1232. 

Gaudia principium nostri sunt saepe doloris. 

(Md. Met. 7, 796. 
Es stehe an kurz oder lang, 
So ist die Freud* des Leid's Anfang. 

1233. 
Gaudii moeror comes. Steinmeyer p. 28 b. 
Keine 'Freud* ohne Leid — 
Keine Rosen ohne Dornen. 

1234. 

Geminis sellis sedere. Buchler p. 106. 

Zwischen zwei Stühlen niedersitzen. 
, 1235. 

Generosus ex crumena. Er asm. p. 124. 

Schimmelig Geld macht edel. — # 

Man kann den Adel für Geld haben. 

1236. 
Genios iratos habeam. Petron. c. 62. p. 413. 

Ich will des T s sein. 

1237. 
Genu crure propius. Apostol. Cent. 6. 

Das Hemd ist näher, als der Hock. 
1238. 
Gladiator in arena consilium capit. Seneca Epist. 22. 
That bringt Rath. — 
Der Markt lehrt kramen. 

1239. 
Gladium dedlsti, quo se occideret. 

Plaut. Trinumm. 1, 2, 92. 
Du hast ihn aufs Eis geführt. 



IS7 

1240. 
Gloria virtutem tanquam umbra seqtritnr. Cicero Tum. I, 45. 
Gleich wie der Schatten dem Leib, so folgt die Ehr' 

der Tugend. — 
Tugend trägt ein Ehrenkleid! 

1241. 
Graculo cum fidibus nihil. Gellius praef. §. 19, 
Die Sau gehört nicht an's Spinnrad. 

1242. 
Graculus graculo assidet. Weber 3, 93. 

Vögel gleicher Farbe fliegen gern mit einander. — 
Gleich und gleich gesellt sich gern. 

1243. 

Graculus inter musas. Erasm. p. 174. 

Die Krähe unter den Pfauen. — 
Saul unter den Propheten. 

1244 
Graeca fide mercari. Plaut. Asin. 1, 3, 47. 
Im Handel und Wandel betrügen. 

1245. 
Graeculus esuriens in coelum, jusseris, ibit. Juvenal 3, 78. 
Was thut der Deutsche nicht um's Geld! 
1246. 
Grammatici certant, et adhuc sub jndice lis est. 

Horat. A. P. 78. 
Die Sache ist aus, bis auf den streitigen Punkt. 
1247. 
Grata novitas. Steinmeyer p. 13 ä. 

Neue Liedlein singt man gern. — 
Neue Besen kehren gut. 

1248. 

Grata quies post exhaustum solet esse laborem. 

Eoban. Ecdes. 7, 497. 
Nach der Arbeit ist gut ruhen. 



m 

124». 
Grata superveniet, quae non spcrabitur, hora. 

HoraL Ep. 1, 4, 14. 
Unverhofft 
. Kommt gar oft. 

1250. 
Gratia gratiam parit. Lehmann p. 117. 
Dank gebiert Dank. — 
Ein gutes Wort 
Findet einen guten Ort 

1251. 

Gratia magnatum nescit habere statum. Neander p. 283. 
Herrengunst, Aprilenwetter. 
1252. 
Gratia regalis non est res perpetualis. Gärtner p. 91. 
Herrendienst erbt nicht. 
1253. 
Gratior est pulchro veniens e corpore virtus. 

VirgÜ. Arn. 5, 344. 
Tugend und Schönheit stehen einander wohl an. 
1254. 
Gratissimura auxilium preces praevenire. Lehmann p. 376. 
Gratius est donum, quod venit ante preces. SeybeUp. 138. 
Was von Freiem wird gewährt, 
Dünket uns um viel mehr werth, 
Als was man durch Bitt' begehrt. 

1255. 
Gratissimus nummus. Seybold p. 205. 
Baar Geld lacht. 

1256. 
Gratius ex ipso fönte bibuntur aquae. Ovid. ex Pont 3, 5, 18. 
Lieber zum Brunnen, als zum Nebenbächlein. — 
Lieber zum Schmied, als zum Schmiedlein. 

1257. 

Grege amisao septa claudere. Tapp 401 a. 

Den Stall schliefen, wann die Kuh schon hinaus ist 



189 

1258, 
Gravis malae conscientiae lux est. Seneca Ep, 122. 
Bös Gewissen, böser Gast, 
Weder Ruhe, weder Rast. 

1259. 
Gravissimum est Imperium consuetudinis. Pübl Syr. 255. 
Nimmt Gewohnheit überhand, 
Kommt sie übert ganse Land. 

1260. 

(frei totos in agris 

ünius scable cadit et porrigine pord. 

Juvenal 2, 79. 80. 
Ein räudiges Schaf steckt die ganze Heerde an. 

1261. 
Grus ne te rapiat, tutus in urbe mane. Seybold p. 207. 
Bleibe daheim, dass dich der Habicht nicht hole. 
1262. 
Gulosi morbosl. Schonheim p. 86. 
Güsse machen Flüsse. 

1263. 
Gustavit, ut canis e Nilo. Tapp 99 ft. 

Er ist darüber gelaufen, wie der Hahn Über die 
Kohlen. 

1264. 
Gutta cavat lapidem, consumltur annulus usu. 

Ovid. ex Pont. 4, 10, 5. 
Die Zeit frisst jeden Strick, 
Und war' er noch so dick. 

1265. 
Gutta cavat lapidem, non vi, sed saepe cadendo. 

Nach Galen. Schonheim p. 86. 
Es kann nicht Alles auf einmal sein. — 
Mit gemach gehen kommt man auch weit. — 
Rom ist nicht an einem Tage gebaut worden. — 
Mit Zeit und Geduld wird aus dem Hanfetengel ein 
Halskragen. 



140 



H. 



1266. 

Habent damnura cum sanna. Bebel 

Wer den Schaden hat, darf Air den Spott nicht 
sorgen. 

1267. 

Habent sua commoda niorae. R. P. W. K. 145. 
Gut Ding braucht Weile. 

1268. 
Habent sua fata libelli. Ms*. Majer. 

Bücher haben ihr eigenthümliches Schicksal. 
1269. 
Habenti datur. Buchler p. 75. 

Wer da hat, dem wird gegeben. — 
Es regnet gemeiniglich dahin, wo es schon vorher 
nass ist. 

1270. 
Habet et musca splenem. Apostel. Cent. 9. 

Auch der Wurm krümmt sich, wenn man ihn tritt 

1271. 
Habet et sua gaudia pauper. Palingen. 2, 377. 

Mancher ist beim Haberbrei so vergnügt, als ein 
Anderer beim Braten. 

1272. 
Habitus virum indicat. Buchler p. 61. 
Kleider machen Leute. — 
Der Rock macht den Mann. 

1278. 
Hac urget lupus, hac canis. Horat. Serm. 2, 2, 64 
Ich bin zwischen zwei Feuer gerathen. — 
Ich sitze zwischen Thür' und Angel. 



141 

1274. 
Haec Helena. Nach Lucian. Manuti p. 14S. 
Das ist die Braut, um die man tanzt. 

1275. 
Haec tibi succedent, ut gramina pasta catello. 

Seybold p. 209. 
Es wird dir gedeihen, wie dem Hunde das Gras. 

1276. 
Haeredem medicum facere, est accessere mortem. 

Zuber Mono st. Ä 18. 
Wer den Arzt zum Erben einsetzt, wird nicht alt. 

1277. 
Haeredis fletus sub persona risus. Pubh Syr. 261. 
Des Erben Weinen ist heimliches Lachen. 

1278. 
Haeret in luto. Plaut. Pen. 4, 3, 66. 

. Er hat den Karren in den D geschoben. — 

Er sitzt im Peche. 

1279. 
Haeret mihi in summis laWis. Mss. Majer. 
Es liegt mir auf der Zunge. 

1280. 
Haesitantia cantoris tussis. Weber Append. 32. 
Fehlt der Sänger, so hustet er drein. — 
Er weiss immer eine Ausrede. 

1281. 
Hannibal ante portas. Schreger p. 9. 
Die Gefahr ist vor der Thtire. 
1282. 
Hansellus quidquid teneris non discit in annis, 
Hans nunquam discet, semper ineptus erit. 

Gärtner p. 180. 
Was Hänsehen nicht lernt, lernt Hans nimmer. 



142 

1283. 
Hastam abjicere. EUelein p. 235. 
Das Gewehr strecken. 
1284. 
Hastis pugna argentatis, atque omnia vinces. 

EUelein p. 101. 
Wer mit silbernen Büchsen schiesst, trifft immer. 
1285. 
Haud canit paternas cantiones. Tapp 72 a. 
Er schlägt seinem Vater nicht nach. 
1286. 
Haud fädle emergunt, quorum virtutibus obstat 
Res angusta domi. Juvenal 3, 164. 165. 

In des armen Mannes Beutel verdirbt viel Witz. — 
Armuth ist aller Künste Stiefmütter. 

1287. 
Haud ultra nostras tentant nos nuraina vires. 

Zuber Monott. D. 2. 

Gott lässt wohl sinken, 
Aber nicht ertrinken. 

1288. 
Haurit aquam cribro, qui discere vult sine libro. 

Schreger p. 54. 
Es lallt kein Gelehrter vom Himmel. 
1289. 
Hedera post anthesteria. Enum. p. 570. 

Du kommst, wann die Kirchweihe vorbei ist. — 
Hinten drein, wie der Baseler Bote. 

1290. 
Herbam dare. Pün. fflst. nat. 22, 4. Pomp. Fest. 8, 170. 
Ben Kurzem ziehen. 

1291. 
Herculana Scabies. Germberg VII, 123. 

Wo mich's beisst, darf ich nicht kratzen. 



143 

1291, 
Herculis cothurnos aptare infanti. Quinctil. Inst. 6, 1. 
Dem Esel eine Harfe geben. 
1293. 
Hennoderus verba iniportat. Tapp 146 b. 

Hans oder Klaus speiset mit Worten. 
1294. 

Heroum filil noxae. Erasm. p. 133. 

Vornehmer Leute Kinder gerathen selten. 

♦ 1295. 
Herum nemo bene gerit, nisl servierit bene. Mannt, p. 27. 
Wer nicht gehorchen gelernt hat, taugt auch nicht 
zum Befehlen. 

1296. 
Heu, patior telis vutaera facta meis. Oeid. Heroid. 2, 48. 
Ach ! ich bin selbst an meinem Unglück schuldig. — 
Ich habe mir die Suppe selbst eingebrockt. 

1297. 
Heu, quam cuncta abeunt celeri mortalia cursu! 

Patingen. 10. 716. 
Ach, wie nichtig, 
Ach, wie flüchtig 
Ist der Menschen Leben! 

1298. 
Hie haeret aqua« Cicero de off, 3, 33. 
Da stehen die Ochsen am Berge. 
1299. 
Hie juvenis crescit velut hoc, quod crescere nescit 

Seybold p. 215. 
Er wächst hinter sich, wie ein Schürstecken. 

1300. 
Hie mos est genti: panis praebetur habenti. 

Neander p. 285. 
Es regnet gewöhnlich dahin, wo es schon vorher 

nass ist. — 
Der T hofirt immer auf den grössten Haufen. 



144 

1801. 

Hie jnurus aheneas esto: 

Nil conscire sibi, nulla pallescere culpa. 

Hont. Ep. 1, 1, 60. 61. 

Ein gutes .Gewissen ist der beste Schild. 

1302. 
Hie Rhodus, hie salta. Nach Aesop. Apostol. cent. 10. 
Hier gilt's! — 
flier lass sehen, was du kannst: 

1303. 
HIc telam texuit, flle deduxit. Jul. Pollux 7, 10. 

Der hat's angefangen, der Andere ausgemacht 

1304. 
Hinc illae lacrymae. Horat Ep. 1, 19, 41. 

Da steckt der Butzen. — 

Da liegt der Hase im Pfeffer. — 

Da liegt der Hund begraben. 

1305. 
HJppoclidi non est curae. Nach Herodot. Mannt, p. 406. 
Was geht das den Graf Ego an? '— 
-Dass nur kein Weiher davon verbrennt.. — 
Gott geb's, was der Pfaff sagt. 

1306. 
Hirundinum musea. Nach Aristoph. Mannt, p. 486. 
Eine Klappermühle. — Eine Judenschule. 

1307. 
His oculis vidi, tunicis plerosque superbis 
Vestiri, atque foro regali incedere gressu, 
Quos secreta fames premit atque domestica egestas,' 

Mant. Parth. Ecl. 6, 117—119. 

Der Staat muss vor den Leuten getrieben sein, und 

wenn daheim der Bettelsack an der Wand 

verzweifelt — 

Kutschen fahren ! und wenn der Bettelmann an allen 

vier Ecken Schildwache steht. 



145 

1308. 

Hoc facias homini, quod cupis esse tibi. Neander p. 284. 

Was da willst, dass dir die Leute thun sollen, das 
thue ihnen auch. 

1309. 
Hoc noveram, priusquam Theognis natus est. 

Lucilius apud. Gell. 1, 3, 19. 
Das habe ich schon gewusst, ehe du auf der Welt 
wärest. 

1310. 
Hoc opus, hie labor est. Virgil. Aen. 6, 128. 
Das ist ein schweres Stück Arbeit. 

1311. 
Hoc pungit, non perforat. Seneca de benef. 1, 4. 
Der Stich gibt kein Blut. 
1312. 
Hoc scio pro certo: quoties cum stercore certo, 

Vinco, seu vincor, semper ego maculor. Gärtner p. 97* 
Wer mit dem Koth ringt, bekommt kothige Hände. — 
Man macht sich an keinem russigen Kessel sauber. 

1313. 
Hoc volo, sie jubeo, sit pro ratione voluntas. Juvenal 6, 223« 
Es muss ganz nach meinem Kopfe gehen. — 
Es muss gescheh'n, wie ich befiehl; 
Genug, dass ich 's so haben will. 

1314. 
Hodie mihi, cras tibi. Schonheim p. 90. 
Heute mir, morgen dir. 
1315. 
Homines dum docent, diseunt. Seneca Ep. 7. 
Wer Andere lehrt, lernt selbst dabei. 
1316. 
Homines in regis mores se formant. Livius 1, 21. 
Wie sich die Obrigkeit verhält, 
So folgt ihr auch die and're Welt. 

10 



146 

1317. 
Bomines plus in alieno negotie vident, quam in suo. 

Seneca Epist. 109. 

Die Leute kehren gewöhnlich lieber vor fremden 
Thtiren, als vor der eigenen. 

1318. 
Homines studia in diversa feruntur. Palingen. 4, 614. 
Die Neigungen sind mancherlei. — 
Die Geschmäcke sind verschieden. 

1310. 

Homo bulla. VergiL Fol. 5 a. 

Der Mensch ist hinfällig. — 

Es ist bald um ein Menschenleben geschehen. 

1320. 
Homo frugi omnia recte facit. Cicero Tusc. 4, 16. 
Der Fromm' macht Nichts krumm; 
Der Schlecht (schlicht) macht Alles recht. 

1321. 
Homo homini Deus. Lang p. 2. 

Ein Mensch ist des andern Gott. 
1322. 
Homo homini lupus. Plautus Asin. 2, 4, 88. 
Ein Mensch ist des andern Plage. 
1323. 
Homo longus raro sapiens. Lehmann p. 9^9. 

Ein langer Mensch kann schwer aus dem Sacke 

kommen. — 
Hohe Häuser sind gewöhnlich unter dem Dache leer. 

1324. 
Homo mortuus non facit guerram. Steinmeyer p. 19. 
Todte Hunde beissen nicht — 
Hin ist hin, da leiht kein Jude mehr darauf. 

1325. 
Homo non semissis. Cicero Ep. ad Famil, 5, 10. 
Ein Kerl, der keinen Heller werth ist. 



147 

1326. 
Homo nullius coloris. Plautus Pseud. 4, 7. 99.. 
Er ist weder wann, noch kalt. — 
Weder Fleisch, noch Fisch. 

1327. 

Homo proponit, Deus disponit. Lehmann p. 32. 
Der Mensch denkt's, Gott lenkt's. 

1328. 
Homo simplex nequam duplex. Lehmann p. 163. 
Einfältig ist neunfältig. 
1329. 
Homo sum, humani nihil a me alienum esse puto. 

TerenL Heaut. 1, 1, 25. 
Jeder Mensch hat seinen Wurm. — 
Jeder hat ein Hemd von Menschenfleisch. 

1330. 
Honesta fert exitium veritas. Phaedr. Append. 24, 26. 
Wer die Wahrheit geigt, dem schlagt man den Fidel- 
bogen um den Kopf. 

1331. 
Honesta mors turpi vita potior. Tacitus Agric. 33. 
Lieber ehrlich gestorben, als schlecht gelebt. 
1332. 
Honesti nulla satietas. Tapp 109 b. 

Man kann des Guten nie zu viel thun. — 
Ein schönes Liedlein soll man dreimal singen. 

1333. 
Honestius repellimur, quam fallimur. Zuber Manost B. 125. 
Besser abgewiesen, als geprellt. 
1334. 
Honestus rumor alterum est Patrimonium. Publ. Syr. 277. 
Guter Leumund ist ein stattliches Erbtheil. 
1335. 
Honor est honorantis, non honorati. R. P. W. K. 104. 
Wer Andere ehrt, hat selbst die Ehre. 

10* 



148 

1336. 
Honores mutant mores, sed raro in meliores. 

H. />. W. K. 105. 
Anderer Stand, andere Sitten. — 
Allweg die Ehren 
Die Sitten verkehren. 

1337. 
Honores onera. Neander p. 94. 
Würde hat Bürde. — 
Ehr' bringt Beschwer. 

1338. . 
Honos alit artes. Cicero Tuscul. 1, 2. 
Laus alit artes. Seneca Epist. 102. 

Ehre nährt Künste. — 
Kunst fischt nirgends umsonst. 

1339. 

Honos praemium Yirtulis. Cicero de clor, orat 81. 
Tagend trägt ein Ehrenkleid. 

1340. 
Honos sit auribus. Curtius 5, 1. 
Mit Respekt zu melden. 
1341. 
Hora, locus faciunt, quod füres non sua tollunt 

Neander p. 284. 
Gelegenheit macht Diebe. * 

1342. 
Horrent admotas vulnera cruda manus. Ovid. ex Pont. 1, 3, 16. 
Wenn das Unglück noch neu ist, ist nicht gut trösten. 
1343. 
Hospes ubi für est, durum est, subducere quidquam. 

Buchler p. 140. 
Wo der Wirth selber ein Dieb ist, ist nicht gut 
stehlen. 

1344 
Hostiles sedant %cxIqz valeque minas. Seybold p. 224. 
Mit gutem Gruss dir schaffe Rath: 
Ein gut Wort findet gute Statt. 



149 

1345. 
Hostimentum est, opera pro pecunia. Steinmeyer p. 53. 
Geld um Dienst ist nicht Danks werth. — 
Gevatter über den Zaun, Gevatter wieder herüber. 

1346. 

Hostium raunera non munera. Nach Homer. Eratm. p. 445. 

Die Geschenk' der Feind' 
Sind nicht gut gemeint. 

1347. 

Humana nequit mens lucem attingere veri. Palingen. 8, 68. 
Unser Wissen ist Stückwerk. 
1348. 
Humiles laborant, ubi potentes dissident Phaedr. 1, 30, 1. 
Bei grosser Herren Händeln müssen die Bauern Haar 
lassen. 

1349. 
Humillimum tutissimum. Lehmann p. 118. 

Wer auf dem Boden bleibt, fallt nicht hoch herab. 
1350. 
Hunc homines decorant, quem vestimento decorant. 

Zincgref 3, p. 20. 
Man ehrt den Mann um des Kleides willen. 



I. 



1351. 
1 in malam rem. Terent. Phorm. 5, 9, 37. 

Geh* hin, wo der Pfeffer wächst. 

1352. 
I modo venare leporem, nunc cirim tenes. Plaut. CapL 1, 2, 81. 
Besser eine Laus im Kraut; als gar kein Fleisch. 



150 

1353. 
Ibant, qua poterant, qua non poterant, ibi stabant. 

Lehmann p. 77. 
Man kann nicht anders fahren, als angespannt ist. 

1354. 
Ibyd grues. Apostol Cent. 2. 

Es ist Nichts so fein gesponnen, 
Es kommt doch endlich an die Sonnen. 
1355. 
Id maxime decet quemque, quod est suum maxime. 

Cicero de off. 1, 32, 
Jedem steht sein eigenes Kleid am besten. 
1356. 
Wem Accio, quod Titio, jus esto. VergiL Fol. 2. 

Was dem Einen recht ist, ist dem Andern billig. 
1357. 
Idem delictum non debet bis punki R. P. W. K. 156. 
Man straft Einen nicht mit zwei Ruthen. 
1358. 
Idem jugum trahere. Seybold p. 226. 

An dem gleichen Karren ziehen. — 
In demselben Spital krank sein. 

1359. 
Idem sutor, idem coquus. Petron. c. 68. p. 144. 
Special und Hirschwirth. 

Spezifisch schwäbisch. — In dem württembergischen 
Städtchen Schorndorf war die Amtswohnung des Spezial- 
superintendenten mit dem Gasthause zum goldenen Hirsch 
so zusammengebaut, dass beide Häuser nicht nur von 
aussen fast als eines erschienen, sondern es fanden auch 
im Innern verschiedene Communicationswege zwischen 
beiden statt, was nicht selten zu den komischesten Ver- 
wechselungen Anlass gab. Daher dieses Sprichwort, mit 
Anwendung auf Solche, die zwei oder mehrere durchaus 
unvereinbare Beschäftigungen treiben. 

1360. 

Idiota mulget hircum. Manul, p. 140. 

Der Ungeschickte zäumt den Gaul beim Schwänze 
auf; — greift Alles verkehrt an. 



151 

1361. 
Ignava est opulentia. Seybold p. 226. 

Reicher Leute Kinder gerathen selten. 
1362. 
Ignaviam necessitas acuit Curäus 5, 4. 

Noth macht den Hinkenden hurtige Plisse. — 
Noth lehrt alte Weiber traben. 

1363. 
Ignavis semper feriae. Nach Theocrit Zuber Monost. A. 6. 
Faule Leute feiern viel. 
1364. 
Ignem gladio ne fodito. Buchler p. 105. 

Wecke keinen schlafenden Hund auf. 
1365, 

Ignem igni addere* Germberg XII, 224. 
Oel in's Feuer giessen. 
1366. 
Ipis divisus citius exstinguitur. Buchler p. 93. 
Getheilt Feuer brennt nicht lange. 
1367. 
Ignis, mare, mulier, tria mala. Fasel, p. 111. 

Feuer, Wasser, Weiber, sind gute Diener, aber 
schlechte Herren. 
1368. 
Ignis non exstinguitur igne. Buchler p. 157. 

Man soll keine Läuse in den Pelz setzen, sie kommen 
schon von selbst hinein. 
1369. 
Ignoti nulla cupido. Ovid. Art. am. 3, 397. 
Was Einer nicht weiss, 
Das macht ihm nicht heiss. 
1370. 
Ipotuni tibi tu noli praeponere notis. Cato 1, 32. 

Besser ein Spatz in der Hand, als eine Nachtigall 
auf dem Dache. 



152 

1371. 
Illacos intra muros peccatur et extra. Horat. Ep. 1, 2, 16. 
Man findet überall zerbrochene Töpfe. — 
Es menschelt überall. 

1372. 
Diada post Homerum scribit. Seybold p. 228. 

Er kommt, wann die Kirchweihe vorbei ist. 
1373. 
Utas malorum. Cicero ad Alt. 8, 11. 
Unglück über Unglück. 
1374. 
Dia mihi patria est, ubi pascor, non ubi nascor. 

Owen ad CaroL Eborac. 100. 
Es ist überall gut Brod essen. — 
Wo mir's wohl geht, da ist mein Vaterland. 

1375. 
Die crucem sceleris pretium tulit, hie diadema. 

Juvenal 13, 105. 
Ein Orden und der Galgen werden manchmal auf 
demselben Wege verdient. 

1376. 
Ille Thalete mihi sapientior esse videtur, 

Qui suus et, pro re, non suus esse solet. Seybold p. 228. 
Den achtet man iür klug und weis', 
•Der in Zeit und Leut' sich zu schicken weiss. — 
Der ist ein weiser Mann, 
Der Schickelmann zur Hand geh'n kann. 

1377. 
Illotis pedibus accedere. Gellius 17, 5, 14. 

Hinlaufen wie das Schwein zum Troge. 
1378. 
Illuc, quorsum asinus, caedit calcibus. Plaut. Poen. 3, 3, 70. 
Er trägt den Spiess hinter sich, wie die Bauern. 
1379. 
Ulud et indictum intelligitur. Buchler p. 01. 
Das lässt sich mit Händen greifen. 



153 

1380. 
lllura nullus amat, qui semper »da mihi« clamat. 

Schreger p. 34. 
Zu dem trägt Jedermann ein'n Haas, 
Der haben will omV Unterlass. 

1381. 
Ima latent ignota malis. Palingen. 2, 426. 
Ima tenent pacem,, perflant altissima venti. 

Ovid. Remed. 369 ad parL 
Im Verborgenen lebt man glücklich. — 
Wer auf dem Boden liegt, fällt nicht hoch herab. 

1382. 
Imber adest soli, comitantur gaudia fletum. Buchler p. 1&6. 
Freud' im Haus, Verdruss vor der Thür. — 
Man muss den Hund mit sammt den Flöhen haben. 

1383. 
Imberbis senes docet. Seybold p. 151. 

Das Ei will klüger sein, als die Henne. 

1384. 
Imbrem in cribrum gerere. Plautus Pseud. 1, 1, 100. 
Wasser in ein Sieb giessen. 

1385. 
Immensuni gloria calcar habet. Ovid. e<r Ponl. 4, 2, 35. 
Ehrgeiz macht fleissige Leute. 

1386. 
Immunis est hominum cogitatio. Zuber Monost. A. 37. 
Gedanken sind zollfrei. 
1387. 
Impatiens socii est omnis amor. Seybold p. 231. 
Liebschaft duldet keine Gemeinschaft. 

1388. 
Impedit ira animum, ne possit cernere verum. Cato 2, 4. 
Der Zorn weiss nicht, was er thut. 



154 

1389. 
Impedit omne forum defectus denariorum. Gärtner p. 156. 
Wer kein Geld hat, kann nicht zu Markte gehen. 

1390. 
Impia sub dulci melle venena latent. Ovid. Am. 1, 8, 104 
Honig auf den Lippen, Galle im Herzen. 

1391. 
Impiger extremos currit mercator ad Indos. 

HoraL Ep. 1, 1, 45. 

Kein Handelsmann gedeiht hinter dem Ofen. 

1392. 
Impium est, ab uno exigere, quod ab alio debetur. 

Lehmann p. 179. 
Niemand stinkt nach anderer Leute Mist. 

1393. 

Improbitas si laudetur, intolerabilis fit. Seybold p. 233. 
Man braucht keine Läuse in den Pelz zu setzen, 
sie kriechen schon von selbst hinein. 

1394. 

In acumine res est. Eiselein p. 574. 

Die Sache steht auf Spitz und Knopf. 

1395. 

In adulationem compositus est. Curtius 4, 7. 

Er versteht den Fuchsschwanz zu streichen. 

1396. 

In aßre meo est. Cicero Ep, ad Farn. 15, 14. 
Ich zähle ihn unter die Meinigen. 

1397. 

In aäre piscari. Plautus Asin. 1, 1, 86. 

Den Gaul beim Schwanz aufzäumen. 

1398. 

In alieno choro pedem ponere. 

Nach Plutarch. Navarin p. 623. 
Sich in fremde Händel mischen. — 
Auf fremden Kirchweihen tanzen. 



155 

1399. 
In alieno foro litigare. Eiselein p. 85. 
Auf fremdem Boden fechten. 
1400. 
In alio pediculum vides, in te ricinum non vides. 

Petron. c. 57. p. 377. 
Du siehst den Splitter in deines Bruders Auge, aber 
den Balken in deinem Auge siehst du nicht. 

1401. 
In antecessum accepisse. Seneca Epist. 7. 
Vorgegessenes Brod haben. 
1402. 

In antiquam silvam itur. Sckreger p. 10. 
Es geht auf den alten Schlag. 

1403. 

In aqua scribere. Catull. 71, 4. 

Nicht mehr an Etwas denken. 

1404. 
In auctorem poena redit suum. Anon. Fab. Aesop. 3, 16. 
Wer Andern eine Grube gräbt, fallt selbst hinein. 
1405. 
In Bellonae hortis nascuntur semina mortis. Leib. Said. 196. 
Im Kriegsgarten wachsen Unglücksblumen. 
1406. 
In bonum virum non cadit mentiri. Seybold p. 234. 
Einem rechten Biedermann 
Stehet lügen nicht wohl an. — 
Ein Mann, ein "Wort. 

1407. 
In caducum inclinare parietem. SparUan. vit. Hadrian. 23. 
Sich auf ein schwaches Rohr setzen. 
1408. 
In causa facili cuivis licet esse diserto. Ovid. Trist. 3, 11, 21. 
Bei einem geringfügigen Prozesse ist leicht Advokat 
sein. 



156 __ 

1409. 

In cavea fit atrox et aspera vulpes. Alan. 3. 

Hinter'm Ofen hat der Fuchs Courage. — 

Der Hahn kräht am lautesten auf seinem Miste. 

1410. 
In cavea minus bene canlt luscinia. Steinmeyer p. 137. 
Freiheit geht über Geld und Gut. — 
„Der Wille geht über Gold" — sprach der Papagei 
im Käfig. 

1411. 
In cella vinaria siti moritur. Novarin. p. 39. 
n Der Esel steht beim Haber und frisst nicht. 

1412. 
In coelo nunquam spectati inpune cometae. Seyboldp. 236. 
Es kam nie ein Komet, 
Der nicht was Böses thät. 

1413. 

In compilis esse praestat, quam in compedibus. Eiselein p. 7. 
Besser in Acht, als in Hacht. 

1414. 
In cornua irasci. Virgil Aen. 12, 104. 

Sich die Ruthe selbst über den Rücken binden. 

1415. 
In crastlnum seria. Nach Plutdrch. Buchler p. 65. 
Nüchterne Räthe sind die besten. — 
Kommt Tag, kommt Rath. 

1416. 
In cruce se cruciat mage, qui se opponit eidem. 

Leib. Stud. 28. 
Ein Centner Ungeduld lindert das Kreuz nicht um 
ein Qnentlein. 

1417. 
In dextram, aurem dormiens. Plin. EpisL 4, 29. 
Hans ohne Sorge. 



157 

1418, 
In diera istud est quod minaris. Seybold p. 237. 

Es hat mit deinem Drohen noch lange keine Noth. 
1419, 
In diem vivere. Tapp 90 b. 

In den Tag hinein leben. 
1420. 
In digitos mittere. Macrob. in Somn. Scip. 2, 11, 17. 
An den Fingern herunterzählen. 
1421. 
In discrimine apparet. qui vir sit. Seybold p. 237. 
In der Noth lernt man seine Leute kennen. 
1422. 
In duobus maus levius est eligendum. Cicero de off. 1, 35. 
Unter zwei Uebeln muss man das kleinste wählen. 
1423. 
In eadem navi esse. Cicero Ep. ad Farn. 2, 5. 
In dem gleichen Spital krank liegen. 
1424. 
In eburnea vagina plumbeus gladius. Er asm. p. 176. 
Auswendig der Glanz, 
Inwendig der St. Veits-Tanz. 

1425. 

In eo cardo rei vertitur. Seybold p. 238. 

Das ist die Hauptsache. — 

Da liegt der Hase im Pfeffer. — 

Da liegt der Hund begraben. 

1426. 
In eodem luto haesitare. Terent Phorm. 5, 2, 3. 

In dem gleichen Spital krank liegen. 

1427. 
In eodem prato bos herbam quaerit, canis leporem, ciconia 

lacertum. Seneca Epist. 108. 
Jeder ist sich selbst der Nächste. 



]$S_ 

1428. 

In eodem valetudlnario Jacere. Seneca Ep. 27. 
In dem gleichen Spital krank liegen. 

1429. 

In fermento jacet. Plaut Merc. 5, 3, 3. 

Er ist ein wenig heiss gebadet. - 
Er ist leicht in den Harnisch gejagt. 

1430. 
In fine videbitur, cujus toni. Schamel. IV, 149. 
Man wird's beim Auskehren finden. 
1431. 
In flammam flammas, in mare fundis aquas. 

Ovid. Amor, 3, 2, 34. 
Du giessest Oel in's Feuer. — 
Du trägst Wasser in's Meer. 

1432. 

In foveam cecidit, quam fecerat ipse. 

Moni. Barth. Ecl. 2, 138. 

Wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. 

1433. 

In freta aquas addere. Ovid. Amor. 2, 10, 4. 
Wasser in den Rhein tragen. 

1434. 
In frigidum furnum panes imniittere. Erasm. p. 263. 
In einen kalten Ofen blasen. — 
Vergebliche Arbeit thun. 

1435. 

In horam vivere. Cicero Philipp. 5. 
In den Tag hinein leben. 

1436. 

In idem flumen bis non descendimus. Seneca Ep. 59. 

Ein gebranntes Kind furchtet das Feuer. 

1437. 
In labris primis animam habere. 

Seneca Nat. Quaest. 3, praef. 
Das Herz auf der Zunge haben. 



159 

1438. 
In laqueos, quos posuere, cadunt. Ovid. Art. am. 1, 646. 
Er hat sich in seiner eigenen Schlinge gefangen. 
1439. 
In lecto tua vota fecis, resupinus adoras: 
Quid mirum, ignotas posse perire preces? 

Owen Epigr. 3, 379. 
Wie das Gebet ist, also wird es auch erhört 

1440. 

In lente unguentum. Gellins 13, 28, 5. 

Es reimt sich, wie eine Faust auf ein Auge. 

1441. 
In magnis et voluisse sat est Proper t. 2, 10, 6. 
Der Wille gibt dein Werke den Namen. — 
Kannst du nicht auf den Berg, so bleibe doch auch 
nicht im Thale. 

1442. 

In magno magni capiuntur flumine pisces. Buchler p. 202. 
In grossen Wassern fängt man grosse Fische. 

1443. 

In inajus äuget fama. Lehmann p. 300. 

Der Ruf macht die Sau feister, als sie ist. 

1444. 
In malam crucem abi. Plaut, Pseud. 1, 3, 101. 
Geh* zum Henker! — 
Geh* hin, wo der Pfeffer wächst! 

1445. 

In mar! aquam quaerit. Fasel, p. 115. 

Er sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht 

1446. 
In media luce caecutire. Seybold p. 243. 
Mit sehenden Augen blind sein. 

i447. 

In medio clivo laborare. Petron. c. 47 p. 318. 
Mitten im Geschäfte stecken bleiben. — 
Wie die Ochsen am Berge stehen. 



160 

1448. 
In raedio uxores et pisces sunt meliores. Gärtner p. 134. 
Weiber und Fische sind in der Mitte am besten. 
1449. 
In medio virtus. Hoffmann 6, 18. 
In medio sedet inelyta virtus. Palingen. 4, 852. 
Die Mittelstrass' 
Das Beste was (war). 

1450. 

In molli carne vermes naseuntur. Fetron c. 57* p. 372. 
Im faulen Fleisch wachsen Würmer. 

1451. 
In morte alterius spem tu tibi ponere noli. Cato 1, 19. 
Wer sich aufs Erben verlässt, der ist verlassen. 
1452. 
In multiloquio non deerit peccatum. Steinmeyer p. 359. 
Wer viel schwatzt, der lügt auch viel. — 
„Viel Geschrei und wenig Wolle" — sprach der 
Schäfer und schor eine Sau, 

1453. 
In nihil sapiendo jueundissima vita. Bebet. 
Wer Nichts kann, 
Ist am Besten dran. — 
- Narren haben das beste Leben. — 

Hänscnen, lerne nicht zu viel, du musst sonst viel 
thun. 

1454. 

In oeeipitio quoque habet oculos. Plaut. Aulul. 1, 1, 28. 
Er hat auch hinten Augen. 

1455. 
In pace leones, in proelio cervi. 

Qutnt. Septim. in üb. de corona miliU*- 
Maulhelden. — 
Tapfer hinterm Ofen. 

1456. 

In patria natus non est propheta vocatus. Gärtner p. 15^* 
Der Prophet gilt Nichts in seinem Vaterlande. 



lai 

1457. 
In peculio Proserpinae numeratur. Jpul. Met. 3, p. 138. 
Er steht schon mit einem Fusse im Grabe. — 
Er schmeckt schon nach Tannenholz. 

1458. 
In pertusum dolium dicta ingerere. Plaut. Pseud. 1, 3, 135. 
Wasser in ein löcheriges Fass schöpfen. — 
In's Blaue hineinreden. 

1459. 

In piano frangit, cui sors est invida, plantam. 

R. P. W. K. 62. 
Wer Pech hat, bricht den Finger im Haberbrei ab. 

1460. 
In portu narigo. Terent. Andr. 3, 1, 22. 

Ich habe mein Schäfchen im Trockenen. 

- - 1461. 

In proclivi mala. Buchler p. 205. 

Man braucht dem Unglück keinen Boten zu schicken. 

1462. 
In propria pelle quiescere. Horat. Serm.. 1, 6, 22. 
Sich auf sich selbst verlassen. 

1463. 
In puteo constrictus est. Seybold p. 248. 
Er steckt zwischen Thtire und Angel. 

1464. 
In re mala animo si bono utare, adjuvat. 

Plaut. Capt 2, 1, 18. 

Glücklich ist, 
Wer vergisst, 
Was nicht mehr zu ändern ist. 

1465. 
In rebus acerbis 

Aerius advertunt animos ad rellgionem. Lucret. 3, 53. 54* 
Noth lehrt beten. 

11 



162 

1466. 
lti regte ftula. Eiselein p. 547. 

Da, wo die Schellen klingen. 

1467. 
In risum pronis fluitant cito lumina fletu. Mss. Majer. 
Wer leicht lacht, der weint auch leicht. 

1468. 
In saltu uno duos apros capere. Plaut. Cas. 2, 8, 40. 
Zwei Mäuse in einem Butten — 
Zwei Mücken mit einem Schlage fangen. 

1469. 
In senem beneficium ne collocato. Mannt, p. 419. 

Es ist Alles verloren, was man in alte Säcke füllt. 

1470. 
In sinu gaudere. Tibull 4, 13, 8. 
In's Fäustchen lachen. 

1471. 
In sterquilinio margaritam reperit. Mss. Majer. 

Ein blindes Schwein findet manchmal auch eine Eichel. 

1472. 
In tali tales capiuntur flurainepisces. Neander p. 286. 
In solchen Wassern fangt man solche Fische. 

1473. 

In te descende. Persius 4, 28. 

Frage dein eigenes Gewissen. — 
Nimm dich bei der eigenen Nase. 

1474. 
In tenebris saltare. Eiselein p. 128. 
Im Dunkeln ist gut munkeln. 
1475. 
In teneris consuescere multum est. Virgil. Georg. 2, 272. 
Man nui88 den Stamm biegen, so lange er noch 
zart ist. 



163 

1476. 
In tranquillo gubernator quillbet esse potest, 

Eiselein p. 215. 
Auf ebenem Wege ist gut Fuhrmann sein. — 
Wenn es gut geht, sind alle Hebammen recht. 

1477. 
In triclinio vola, in cubiculo nola. Quinctil. Inst. 8, 6. 
Eine Maulh . . . 

1478. 
In turbani prorepere yirginibus inhonestum. Weber 1, 93. 
Jungfrauen sollen einsam sein 
Und sich nicht machen zu gemein. 

1479. 

In turpibus Argus, in discipünis talpa. Seybold p. 255. 

Auf Schelmereien gut abgerichtet, zum Outen aber 

Nichts nutz. — 
Abgeschlagen, wie ein Bettelmannsatecken. 

1480. 
In uno pede stare. HoraL Senn. 1, 4, 10. 
Auf schwachen Füssen stehen. 

1481. 
In utramvis aurem dormire. Terent. Heaut. 2, 3, 101- 
Sicher und sorglos schlafen. 
1482. 
In utrumque paratus. Virgil. Aen. 2, 61. 
Mir genügt, 
Wie .Gott es fügt. 

1483. 
In verba magistri jurare. HoraL Ep. 1, 1, 14. 
Auf des Meisters Worte schwören. — 
Dem Leithammel nachlaufen. 

.1484. 
In vestimentis non est sapknüa nientis. Neander p. 287. 
Die Kunst steckt nicht hn Rocke. 

11* 



164 

1485. 
In vino veritas. Nach Plutarch. Oldenburg, p. 307. 
Trunkener Mund 
Redet aus Herzens Grand. 

1486. 
In viscum volucres duclt cum cantibus auceps. Alan. 1 
Mit Speck fangt man die Mäuse. 
1487. 
In vulgus manant exempla regentum. 

Claudian. Paneg. 1 in laud. Stil. 168 
Wie der Herr, so die Unterthanen. — 
Wie sich die Obrigkeit verhält, 
So folget ihr die ganze Welt. 

1488. 
Incerta pro spe non munera certa relinque. 

Avian. Fab. 20, 17 
Der Habich ist besser, als der Hättich. — 
Ein Spatz in der Hand 
Ist besser, als ein Kranich über Land. 

1489. 
Incidit in Scyllam, qui vult vitare Charybdin. 

Philipp. Gualteri Alexandreis 5. 30 
Er kommt vom Regen in die Traufe. 
1490. 

Incudera eandem tundere. Cicero de Orat 2, 68, 162. 
Immer das gleiche Lied singen. — 
Immer auf der nämlichen Saite geigen. 
1491. 
Indurata pudor malus ulcera celat. Horat. Ep. 1, 16, 24. 
Vor dem Arzte braucht man sich nicht zu schämen 
1492. 
Index est animi sernio. Palingen. 1, 192. j 

Aus dem Gesänge erkennt man den Vogel. , 

1493. 
Indlget arvina saepe senex ocrea. Neander p. 286. 
Alte Stiefel muss man oft schmieren. 



165 

1494 
Ddicat artificem res. operata suom. Buchler p. 202. 
Am Werk erkennt man den Meister. — 
Das Werk muss den Meister loben. 

1495, 
ndigna digna habenda sunt, berus quae facit. 

Plaut Capt. 2, 1, 6. 
Bei grossen Herren nuiss man fünf gerade sein lassen. 
1496. 
indignus, qui Uli matellam praestet. Martial 10, 11. 
Er darf ihm das Wasser nicht bieten. — 
Er ist nicht werth, ihm die Schuhriemen aufzulösen. 

1497. 
Indulget fortuna malis, ut laedere possit. Cato 2, 23. 

Der Gottlosen Glück gereicht ihnen zum Schaden. 
1498. 

Indulget genio. Persius 5, 151. 

Er lässt sich Nichts abgehen. 

1499. 
Infelix nimium: cum damno dedecus aufert. Buchler p. 80. 
Wer den Schaden hat, darf für den Spott nicht 
sorgen. 

1500. 

Infirmis causa pusilla nocet. Ovid. Rem. am. 730. 
Bei Kranken ist's bald versehen. 

1501. 

Infixo aculeo fugere. Erasm. p. 470. 

Mit Gestank scheiden, wie der Teufel. 

1502. 
Inttati si rogentur, infiatlores sunt. Seybold p. 240. 

Wenn mau den Bauern bittet, schwillt ihm der Bauch. — 
Wann die Laus im Grind sitzt, streckt jsie den Hintern 
in die Höhe. 

. 1503. 
Ingenio pugnax, corpore parvus erat. Buchler p. 37. 
In kurzer Haut stecken auch rechte Leute. 



166 

1504. 
Ingenia coacta male respondent. Sckonheim p. 107. 
Gezwungene Köpfe thun selten gut — 
Gewalt und Zwang 
Hat kein'n Fortgang. 

1505. 

Ingenio tardo praeceptum firmius haeret. Eiselein p. 390, 
Was langsam eingeht, haftet lange. — 
Langsame Köpfe behalten lange. 

1506. 

Ingenium excellens non gignit venter obesus. Segbold p. 24t 
Selten steht ein feiner Kopf auf einem dicken Wanste. 1 

1507. 
Ingenium mala saepe movent. Ovid. Art. am. 2, 43. 
Armuth ersinnt List. — 
Noth macht erfindungsreich. 

1508. 
Ingenium non ante pilos venit Persius 4, 5. 

Verstand kommt nicht vor den Jahren. 

1509. 

Ingens telum necessitas. Er asm. p. 455. 

Necessitas durum telum. Schamel. III, p. 100. 
Muss ist eine harte Buss. — 
In der Noth isst man sogar Holzäpfel. 

1510. 

Ingenuitas non recipit ignominiam» PnbL Syr. 303. 

Ein wohlgezog'ner Mann 
Kein'n Schimpf ertragen kann. 

1511. 
Ingratum gratia tarda facit. Auson. Epigr. 83. 
Späte Wohlthat ist nicht angenehm. 
1512. 
Iniqua nunquam regna perpetuo manent. Seneca Med. 196. 
Gestrenge Herren regieren nicht lange. 



167 

1513. 
Iniquuiu petendum, ut aequum feras. Quinctil Inst 4, 5. 
Wer einen goldenen Wagen heischt, bekommt hie 
und da ein Rad davon. 

1514. 
Initia in potestate nostra, exitus fortunae. Seneca Ep. 15. 
Ist der Wurf aus der Hand, so ist er des T 

1515. 
Initii difficultas loleranda. Mss, Majer. 
Aller Anfang ist schwer. 

1516. 
Initium est salutis notitia peccati. Seneca Ep. 28. 
Wohl bekannt ist halb gebtisst. — 
Reu', des Herzens Arzenei. 

1517. 
Ipjicies fisco, quidquid non vis dare Christo. Gärtner p. 72. 
Was man Gott nicht geben will, holt der T . . . .- doch. 
1518. 
Inopiae desunt pauca, avaritiae omnia. Puöl. Syr. 320. 
Dem Armen mangelt nicht gar viel, 
Dem Geizigen aber ohne Ziel. 

1519. 
fasana laurus adest. Nach Plin. Hist. nat 16, 89. 
Es gibt Zank und Streit. 
1520. 
Insanire facit sanos quoque copia vini. Seybold p. 249. 
Wenn der Wein eingeht, geht der Witz aus. 
1521. 
Insano nemo in amore videt. Proper t. 2, 14, 17. 
Liebe macht blind. 

1522. 
Inscitia mater. arrogantiae. Lehmann p. 25. 
Dummheit und Stolz 
Wachsen, auf einem Holz. 



168 

1523. 
Insipido praestat sapiens inimicus amico. 

Tschernfng p. 70. 
Lieber einen klugen Feind, als einen dummen 
Freund. 

1524. 
Insipiens esto, quum tempus postulat, aut res. Cato 2, 18. 
' Ein Spässchen zur Zeit 

Hat Keinen gereut. 

1525. 
Insontes vanae rident mendacia famae. Seybold p. 258. 
Hüte dich vor der That, 
Dann wird der Lügen leichtlich Kath. — 
Thue recht, scheue Niemand. 

1526. 
Insperata accidunt magis saepe, quam quae speres. 

Plaut. Mosteil. 1, 3, 40. 
Unverhofft kommt oft. 

1527. 
Intacta invidia media sunt. Urins 45, 35. 

Unter der Bank beneidet man Niemand. 
1528. 
Integra pelle dormire jucundum. Seybold p. 251. 
Mit heiler Haut ist gut schlafen. 
1529. 
Intemperantia medicorum nutrix. Schonheim p. HO. 
Des Schlemmers Uebelleben, 
Des Arztes Wohlleben. 

1530. 
Inter calicem et os multa cadunt. Gellius 13, 17, 5. 
Der Gaul krepirt oft, ehe das Gras wächst. 
1531. 
Inter coecos regnat strabus. Er asm. p. 195» 
Inter indoctos et Corydus loquitur. Germber% VI, 103. 
Den Dummen ist leicht predigen. 



169 

1532. 
Inter finjtimos vetus atque antiqua simultas. Juvenal 15, 33. 
Niemand kann länger Frieden haben, als sein Nach- 
bar will. — 
Nachbarn sind selten gute Freunde. 

1533. 
Inter Ledaeos ridetur corvus olores. MartiaL 1, 46. 

Saul taugt nicht unter die Propheten. 

1534. 
Inter malleum et incudem versari v . Lang p. 310. 
Zwischen Thüre und Angel stecken. 

1535. 
Inter manura et mentem. Pomp. Fest. 11, p. 206. Dacer. 
Inter os et offam. Cato bei Gell 13, 17. . 

In einem Nu. — 

Aus dem Stegreife. 

1536. 
Inter Orci cancros adhaerere. 

ApuL Asin. aur. 6, p. 176 Elmenh. 

Zwischen Thüre und Angel stecken. — 
Bis an den Hals im Unglück stecken. 

1537. 
Inter pocula non est disputanclum. Sckamel. I, 19. 

Predigen gehört in die Kirche, nicht in's Wirthshaus. 

1538. 

Inter, praesenter, Deus hie et ubique potenter. 

Gärtner p. 52. 

,Gott ist allgegenwärtig. 

1539. 
Inter pygmaeos non pudet esse brevem. Mss. Majer. 
Unter den Blinden ist der Einäugige König. 
1540. 
Inter spem et desperationem haesitare. Curtius 4, 15. 
Zwischen Thüre und Angel stecken. 



170 

1541. 
Interdum verani portendunt somnia causam. Seyboldp. 253. 
Nicht alle Träume sind Schäume. 
1542. 
Intererit multum, Davusne loquatur, an heros. 

Horat. A. P. 114 
Ungleiche Leute, ungleiche Reden. — 
Wie der Mann, so seine Hede. 

1543. 
Interpone tuis interdum gaudia curis, 
Ut possis animo quemvis sufferre laborem. Cato 3, 7. 

Dein' Sorg' und Müh* mit Freuden misch', 

Die dich zur Arbeit mache frisch. 

1544. 

Intolerabilius nil est, quam femina dives. Juvenal 6, 460. 
Wenn das Weib den Mann reich macht, ist der 
T im Hause. 

1545. 
Intra fortunam quisque maneto suam. Ovid. Trist. 3, 4, 25. 
Wer will haben gut Gemach, 
Der bleibe unter seinem Dach. 
1546. 

Intra sacrum et saxum stare. Plaut. CapL 3, 4, 82. 

Zwischen Thüre und Angel stecken. 

1547. 
Intus et in cute notus. Persius 3, 30. 
Von Haut und Haar bekannt. — 
Bekannt wie ein Pudelhund. 

1548. 
Intus Hecuba, foris Helena. Eiselein p. 48. 
Intus Herodes, foris Johannes. Novarin p. 238. 

Auf der Strasse ein Engel, daheim ein Teufel. — 

Aussen fix, innen nix. 

1549. 

Intus tripudium, foris lamentum. Seybold p. 256. 
Inwendig Freud', auswendig Leid. 



171 

1550. 
Inveni portum, spes et fortuna valete! Lehmann. 

(Nach einem Epigramme in der griech. Anthologie.) 
Ich habe mein Schäfchen im Trockenen. — 
Ich habe den Rappen im Stalle. 

1551. 
Invenies aliam Galateam. Mss. Majer. 

Eine andere Mutter hat auch ein liebes Töchterchen. 
1552. 
Invenies maltos, mores qui pelle sub agni 
Celant luporum. Palmgen. 8, 943. 944. 

Es stecken viele Wölfe im Schafspelze. 
1553. 
Invia virtuti nulla est via. (Md. Met 14, 113. 
Tugend dringt allenthalben durch. — 
Es ist Nichts in der Welt so hoeh, 
Die Tugend gewinnt und erreicht es doch. 

1554. 
Invidia vexantur opes. Palingen. 2, 181. 
Wer Geld hat, wird beneidet. 
1555. 
Invidiae plenus super omnes exstat egenus. Eiselein p. 39. 
Armuth ist Neidesbrut. 

1556. 
Invidus alterius macrescit rebus opimis. Horat Ep. 1, 2, 57. 
Der blasse Neid 
Thut sich selbst Leid. 

1557. 
Invidus haud eadem semper quatit ostia daemon. 

Seybold p. 258. 
Der T . . . . . trägt allerlei Larven. 

1558. 
Invita Minerva (aliquid facere). Horat A. P. 385. 

Etwas gezwungen — ohne innern Beruf thun. — 
Den Hund zum Jagen tragen. 



172 

1559. 

Invitas canes Tenatum ducere. Haut. Stich. 1, 2, 82. 

Invitls canibus venator nil capit ullus. Gärtner p. 35. 

Den Hund zum Jagen tragen. — 

Mit solchen Hunden fällt die Jagd schlecht aus« 

1560. 
Iqvocatis jiullus est locus. Eiselein p. 207. 
Ungeladenen Gästen ist nicht gestuhlt. 
1561. 
Ipsa quidem virtus pretium sibi. 

Claudian. in Con. Mallii Theod. \. 
Ipsa quidem virtus sibimet pulcherrima merces. 

Sil. Ital. 13, 663. 
Die Tugend trägt ihren Lohn in sich selbst. 

1562. 
Ipse decor recti, facto si praemia desint, 

Non movet, et gratis poenitet esse probum. 

Ovid. ex Pont. 2, 3, 13. 
Nichts in der Welt ist umsonst. — 
Umsonst wird nicht einmal ein Altar gedeckt. 

1563. 
Ipse licet Musis venias comitatus, Homere: 
Si nihil attuleris, ibis Homere foras. 

Ovid, Art am. 2 5 279. 280. 
Verstand ohne Geld 
Gut Nichte in der Welt. 

1564. 
Ipse mihi asciam in crus impegi. Pelron. c. 74. p. 481. 
Ich habe mir selbst eine Schlappe versetzt. 
1565. 
Ipse semet canit. Apostol cenl. 4. 

Der Gukuk ruft seinen eigenen Namen. 
1566. 
Ipse tibi fer opem, Deus afferet ipse salutem. 

Buchler p. 181. 
Hilf dir selber, so wird Gott dir hellen. 



173 

1567. 
Ira impedit aninii Judicium. Lehmann p. 924. 
Im Zorn erkennt man den Thoren. 

1568. 

Ira odium generat, concordia nutrit amorem. Cato 1, 36. 
Eintracht (Friede) ernährt. 
Zwietracht (Unfriede) verzehrt. 

1569. 
Irae dilatio, mentis pacatio. Sehreger p. 11. 
Den Zorn verschieb', 
Wenn's Herz ist trüb, 

1570. 
Iratum gravis est res habuisse Deum. Eoban. 5, 42. 
Wem Gott zürnt, dem zürnen alle Creaturen. 

1571. 

Ire redire solet fides omnes per regiones. Steinmeyer p. 30. 

Treue Bfand 

Geht durch alle Land. 

1572. 
Iro pauperior. Martial. 5, 41. 

Arm wie Lazarus. 

1573. 
Irretit muscas, transmittit aranea vespasi Gärtner p. 99. 

Kleine Diebe hängt man, grosse lässt man laufen. 

1574. 
Irritare crabrones. Plaut. Amphit. 2, 2, 75. 
In ein Wespennest stechen. 

1575. 

Irus erit subito, qui modo Croesus erat. 

Ovid. Trist. 3, 7, 42. 
Gut Glück 
Ist nicht ohne Tück'. 



174 



1576. 
It, quocunque Übet, nummis instructus et astu. 

Mm. Majer. 
Mit Witz und Geld 
Kommt man durch die ganze Welt. 

1577. 

Ita fugias, ne praeter casam. TerenL Phorm. 5, 2, 3. 

Hüpfe nicht weiter, als der Graben breit ist. — 
Laufe, wohin du willst, du wirst überall den Wirth 
daheim finden. 

1578. 

Ite domum saturae, venit Hesperus, ite capellae. 

Ylrgil. Eel. 10, 77. 
Es ist jetzt Heu genug herunten. — 
Schlaget den Pförch vorwärts, damit er nicht zu 
mast wird. 



J. 

1579. 

Jacta est alea. Sueton. Caes. 32. 
Es sei gewagt I — 
Frisch darauf los! 

1580. 

Jactantiae comes invidia. Nach Homer. Mannt, p. 986. 
Willst du unbeneidet sein, 
So freu' dich deines Glück's allein. 

1581. 

Jaculari sine scopo. Mannt, p. 886. 
In's Blaue hinein schiessen. 



175 

1582. 
Jam faiaa nimium fedt 

Seneca in Apocoloc. p. 403. ed.s Heins. 
Geschrei macht den Wolf grösser, als er ist. 
1583. 
Jam proximus artet Ucalegon. Virgü. Aen. 2, 311. 312. 
Das Wasser geht ihm bis an den Hals. — 
Es geht ihm um die Hieinen. 

1584. 
Janua coelorura pia mors finisque malorum. R. P. W. K. 181. 

Ein seliger Tod 
Hilft aus aller Noth 

1585. 
Jejunus rare stomachus vulgaria temnit. 

Horat. Serm. 2, 2, 38. 
Hunger ist ein guter Koch. — 
Dem Hungrigen schmeckt Alles wohl. 
1586. 
Jocularium malum. Seybold p. 259. 
Ein übel abgelaufener Spass. 
1587. 
Jocus cum optimus est, cessandum. Bebel. 

Wann der Schimpf am Besten ist, soll man aufhören. 
1588. 
Jovem lapidem jurare. Cicero ad Farn. 7, 12. Gell. 1, 21. 
Aufs Evangelium beschwören. 
1589. ' 

Joris taxilli semper feliciter cadunt. Mannt, p. 122. 
Es geht ihm Alles nach Wunsche. — 
Der Holzschlegel kälbert ihm auf dem Speicher. 

1590. 

Jucunda est memoria praeteritorum malorum. 

Cicero de fin. 2, 32. 
Geht's nicht nach deinem Wunsch, lass dich's nicht 

heftig kränken, 
Vielleicht wirst du einmal mit Lust daran gedenken. 



176 

1591. 
Jucunda paupertas, honesta sit modo. Zuber Man. r, 24. 
Die Armuth ist so schlimm nicht, wenn man nur 
mit Ehren arm ist. 

1592. 
Jucunda post venationem mensa plena. Seybold p. 265. 
Nach der Arbeit schmeckt das Essen wohl. 
159S. 
Jucundissima navigatio juxta terram. Erasm. 'p. 437. 
Neben einem Schiffe ist gut schwimmen. 
1594. 
Judae osculum. Novarin. p. 307. 

Ein Judaskuss. — 
Ein Uriasbrief. 

1595. 
Judaice vivere. Novarin. p. 319. 
Ein Heidenleben fuhren. 
1596. 
Judex nemo potest esse in propria causa. Neander p. 91. 
Niemand kann in eigener Sache Richter sein. 
1597. 
Judicibus Utes, aurigae somnia currus. 

Claudian. VI Cons. Hon. Aug. Praef. 5. 
Womit man bei Tage umgeht, davon träumt Einem 
bei Nacht 

1598. 
Judicium rectum turbatur amore puellae. Zuber. Man. n, 69. 
Liebe macht blind. — 
Bei Verliebten ist der Verstand im H 

1599. 
Jugulum causae premere. PUn. Epist. 1, 20, 14. 
Auf den Hauptpunkt losgehen. 
1600. 
Jüngere vulpes. Vtrgil. EcL 3, 91. 

Gott und den Teufel in ein Glas bannen. 



irr 

1601. 

Jura vigilantibus. H. P. W. K. 29. 

Sei fleissig auf der Hut, 
Das ist für viele Dinge gut. 

1602. 
Jus est in armis. Seneca Herc. für. 251. 
Jus obruitur vi. Palingen. 10, 825. 

Der Stärkste behält Recht. — 
Gewalt geht vor Recht. 

1603. 
Jus sibi jure suo dicere nemo potest. Zuber. Mon. t 9 18* 
Niemand kann in eigener Sache Richter sein. 
1604. 
Jus superat vires. Anon. Fab. Aes&p. 60, 89, 
Recht geht vor Gewalt. 
1605. 
Justitla justior. Germberg V, 73. 
Katholischer, als der Papst. 
1606. 
Juvat et melli est Horat. Serm. 2, 6, 32. 
Es ist, mir wie Gebratenes. 
1607. 
Juvenile Vitium est, regere non posse impetum. 

Seneca Qed. 251. 
Jugend hat nicht Tugend. 

1608. 
Juveniles lacrymae vitiis obstant. Seybold p. 269. 
Besser, das Kind weint, als die Eltern. 
1609. 
Juvenis parato, queis senex uti voles. Zuber Mon. 1, 18. 
Sammle in der Jugend, so hast du im Alter. — 
Um im Alter reiten zu können, muss man in der 
Jugend zu Fusse gehen. 



12 



178 



1610. 
Labitur ex animo benefactum, injuria aunquam. 

Incert. Auct MonosL 33. 
Wohlthaten vergisst man leicht, Beleidigungen nie. 

1611. 

Labitur exiguo, quod partum est tempore longo. Qato 2, 7. 
Langsam erworben 
Und bald wieder verdorben. 

1612. 
Labor ingenium miseris dat. Maral 1, 80. 
Noth macht erfinderisch. 

1613. 

Labor omnia vincit improbus. VirgiL Georg. 1, 145, 

Arbeit gewinnt Feuer aus den Steinen. — 
Frisch gewagt ist halb gewonnen. 

1614. 
Labor senectuti Optimum obsonium. Buchler p. 180. 

Arbeite in der Jugend, so hast du im Alter zu zehren. 

1615. 
Labores pariunt honores. Seybold p. 270. 
Arbeit bringt Ehre. 

1616. 
Laboribus Dii bona vendunt. Steinmeyer p. 74. 

Gott beschert wohl die Kuh, aber nicht am Stricke. — 
Fleiss bricht all' Eis. 

1617. 
Lac gallinaceum. Pttn. Hist. nat. 1. p. 4. Hard. 

Ein seltsames Wildpret. 



17t 

1618. 
Lacryma nihil citus arescit. Cicero de interna, i, 561 
Hitzige Thronen trocknen bald. 

1619. 
Laedere qui potuit, prodesse aliquando valebit. Cato 4, 39. 
Wer schaden kann, kann zuweilen auch nützen. 

1620. 
Laeditur Urbanus, non Claudicat inde Rhabanus. 

Lehmann p. 179. 
Hat St. Paul einen Schaden am Fuss, 
St. Peter nicht drum entgelten muss. 

1621. 
Laesa etiam r,epugoat ovis. Propere. 2, 5, 20. 

Wenn man den Wurm tritt, so krümmt er sich. 

1622. 

Laetitia in vita est rara hora, brevis mora. Seyboldp. 27K 
la dieser Welt ist wenig Freud', 
Und währt dazu nur kurze Zeit. 

1623. 
Laetus in praesens aniinus quod ultra est 
Oderit curare. Hörnt Carm. 2, 16, 25. 26. 

Was geht uns der Weltlauf an? 
Froh gelebt ist wohl gethan. 

1624. 
Lanam in officinam fullonis ferre. Galen, de differ. puls. 2. 
Wolle in die Walkmühle tragen (d. h. überhaupt 
eine vergebliche Arbeit thun). 

1625. 
Laneis pedibus incedere. Nmarin p. 601. 
Leise auftreten. 

1626. 

Lapidea loqueris. Plaut. Aulul. 2, 1, 30. 
Du gibst harte Brocken von dir. 

12* 



180 

1627. 

Lapidl loqueris. Tapp 35 a. 

Es ist gerade, wie wenn man an einen Stock hin- 
redete; — 
Wie wenn man einen Ochsen in's Hörn kneipte. 

1628. 
Lapsana vivere. Min. HUt. nat 19, 41. 
Ein Hundeleben führen. 
1629. 
Laqueo suo captus est. Seybold p. 272. 

Er hat sich in seiner eigenen Schlinge gefangen. 
1630. 
Largissimi promissores, lentissimi exhibitores. Mss. Majer. 
Die am meisten versprechen, pflegen am wenigsten 
zu halten. 

1631. 
Largitio non habet funflom. Cicero de off. 2, 15. 
Schenken reicht nicht. — 
Er ist, wie Zaehäus, auf allen Kirchweihen. 

1632. 
Lari sacrificat Steinmeyer p. 106. 

Er ist seines eigenen Gutes Knecht. — 
Er gibt Niemand Etwas, man stehle es ihm denn. — 
Mildthätig, wie Pfeif Mangold : der ass die Eier und 
gab die Schaalen den Armen. 

1633. 
Latet anguis in herba. VirgiL Ecl 3, 93. 
Der Betrug lauert im Dunkeln. 
1634. 
Latrante stomaeho omnis mora bilem raovet. Buchler p. 121. 
Den Hungrigen ist nicht gut lange predigen. 
1635. 
Laudamus veteres, sed nostris utimur annisv 

Ovid. Fast. 1, 225. 
Wir loben die alte Zeit, müssen aber in der jetzigen 
leben. 



181 

1636. 
Laudat Yenales, qui vult extrudere merces. 

Harat Ep. 2, 2, IL 

Jeder Krämer lobt seine Waare. 

1637. 
Laudatur ab bis, cnlpatur ab Ulfs. Horal Serm. 1, 2, 11. 
Jeder hat seine Lober und seine Tadler. 

1638* 
Laurea desidiae praebetur nulla. Paüngen. 2, 16. 
Wer nicht wagt, gewinnt auch nicht. 

1639. 
Laui-eolam in mustacea quaerere. Cicero ad AU. 5, 20. 
Ruhm in Kleinigkeiten suchen. 

1640. 
Laus, fraus, muliebria sunto. Schreger p. 12. 

Weiberlob 
Betrüget grob. 

1641. 
Lectio lecta placet, decies repetita placebit. 

Nach HoraL A. P. 365. Neander p. 288. 
Nicht allein thut's das Studiren, 
Man muss auch fleiseig repetiren. 

1642. 
Legibus utere antiquis, obsoniis noTis. Buchler p. 187. 
Alte Gesetze und neue Gemüse sind die besten, 

1643. 
Lenonem lena non diligit absque crumena. Schreger p. 27. 
Ohne Geld 
Ist Alles gefehlt. 

1644. 
Leonem mortuum et fcatuli mordent. Schonheim p. 120. 
Dem todten Löwen gibt der Esel einen Tritt. — 
Wer da fällt, 
lieber den läuft alle Welt. 



182 

1045. 
Leonem vitans, ursae ungulbus oocurril Novarin p. 25. 
Er ist vom Hegen in die Traufe gekommen. 
1646. 
Leonina societas. Erasm p. 605. 

Mit grossen Herren ist nicht gut Kirschen essen. 
1647. 
Leonis vestigia quaeris. Lang p. 335. 

*Viel Geschrei und wenig Wolle" — sagte der Karr, 
als er eine Sau schor. 

1648. 
Lepus apparens infortunatum facit iter. 

Nach Suidas. Weber 5, 61. 
Wird dir ein Has' querüber laufen, 
Dann darfst du nicht das Unglück kaufen. — 
Wenn einem eine Sau über den Weg läuft, bedeutet 
es nichts Gutes. 

1649. 
Lepus pro carnibus. Nach Arintoph. Manul, p. 474. 
Man scheert das Schaf wegen der Wolle. 
1650: 
Lepus solo natali gaudet. Bebel. 

Wo der Hase gesetzt worden ist, will er bleiben. 
1651. 
Lenia malorum. Erasm. p. 303. 
Unglück über Unglück. 
1652. 
Lethale mulsuni. Mannt p. 353. 
Ein Judaskuss. 

1653. 
Leve fit, quod bene fertur, onus. Ovid. Amor. 1, 2, 10. 
Geduld macht jede Last leichter. 
1654. 
Levis est labor omnis amanti. Palingen. 10, 524. 

Was man gern thut, wird Einem nicht schwer. 



. , 183 

1655. 
Levius communia tangunt Seybold p. 179. 

Gemeinschaftliches Unglück ist leichter zu tragen. 
1656. 
Levius fit patientia, qnidquid corrigere est nefas. 

Hörnt Corui. 1, 24, 19. 20. 
Was ich nicht ändern kann, 
Nehm' ich geduldig an. 

1657, 
Lex et regio. Nach Macarius. Steinmeyer p. 46. 
Ländlich, sittlich. — 
Land's Art, Land's Sitte. 

1658. 
Lex rumpitur a validis, invalidosque tenet. B. P. W. K. 144. 
Kleine Diebe hängt man, grosse lässt man laufen. 
1659. 
Lex universi est, quae jubet nasci et mori. Publ. Syr. 355. 
Geboren werden und sterben ist Weltordnong. 
1660. 
Libera Corcyra: caca ubi übet. Tapp 207 a. 

Keine grössere Sünde zu Rom, als : kein Geld haben. 
1661. 
Libera religio res est et nescia cogi. Zuber Monost B. 23. 
Man soll Jeden auf seine Facon selig werden lassen. 
1662. 
Liberae sunt cogitationes. Cicero pro MiL 29, 79. 
Gedanken sind zollfrei. 
1663. 
Liberalis de alieno. Serie ca de dem. 1, 20. 

Aus fremden Häuten Riemen schneiden. — 
Er stiehlt, wie St. Crispinus, den Gerbern das Leder 
und macht den Armen Schuhe daraus. 

1664. 

Licet concedere veris. Horat. Serm. 2, 3, 305. 
Was wahr ist, darf man wohl sagen. 



. 184 

1665. 
Lignum tortum nunquam fit rectum. Germbertf JT, 184. 
Wer einmal gestohlen hat, heisst immer ein Dieb. 
1666. 
Lingua fuit damno. Ovid. Met. 2, 540. 

Die Zunge hat schon viel Unheil angerichtet. 
1667. 
Lingua lapsa verum dicit. Erasm. p. 368. 

Kinder und Narren sagen die Wahrheit. 
1668. 
Lingua mentem ne praecurrat. Buchler p. 19h 
Denke zuvor, ehe du redest. 
1669. 
Lingua, quo vadis? Erasrn. p. 231. 

Die Zunge spazieren laufen lassen. 
1670. 
Linguis potest, non imperari mentibus. Zuber Mon. \ 19. 
Gedanken sind zollfrei. 

1671. 
Lingularum für tandem et masurpia suppilat. 

Seybold p. 279. 
Wer am Kleinen anlangt zu stehlen, der treibt es 
nachher auch in's Grosse. 

1672. 
Linque malam Gretam, vitam capiesque quietam. 

Gärtner p. 122. 
Wer von ein'm bösen Weib sich macht, 
Hat eine schöne Reis* vollbracht. 

1673. 

Linque tuas sedes alienaque litora quaere. Petron. fragm. 27 # 

Werde kein Ofenhocker. 

1674, 

Linquito ruricolae sua bacchanalia turbae. Seybold p. 279« 

Lass den Bauern ihre Kirchweihe.: 



185 

1675. 
Lippis notura et tonsorlbus. Horat, Serm. 1, 7, 3, 

In allen Barbierstuben und Kneipen bekannt. — 
Die Pflastersteine reden davon. 

1676. 
Lis est cum forma magna pudicitiae. Ovid. Heroid. 16,' 288. 
Schönheit und Zucht sitzen selten auf einer Bank» 
1677. 
Lis litem parit. Apostol. cent. 7. 

Es entsteht ein Streit aus dem andern. — 
Wo man Hass aussäet, wächst keine Liebe. 

1678. 
Litern Ute resolvit. HoraL Serm. 2, 3, 103. 

Ein Schwerdt hält das andere in der Scheide. 

1679. 
Litem movebit, si vel canem asinus momorderit. 

Erasm. p. 527. 

Er muss gestritten haben, und sollte er den Anlass 
dazu vom Zaune herunterreissen. 

1680. 
Lites mortuae non sunt suscitandae. Lehmann p. 781. 
Man soll keinen alten D . . . . aufrühren. 
1681. 
Litigium de gallina compone vel ovo. Leib. Stud. 2, 237. 
Ein magerer Vergleich ist besser, als ein fetter Prozefcs. 
1682. 
Litis praeteritae noli maledicta referre. Cato 2, 15. 
Rühre keinen alten D . . . . auf.' 
1683. 
ütori loquerig. Erasm. p. 257. 

Du blasest in einen kalten Ofen. 
1634. 
Loculi mendicorum semper inane?. Eiselein p. 73. 
Bettelsack hat keinen ßoden. 



186 

1685. 

Litus arare. Amon, Epist. ad Theon. 393, 4. 
Leeres Stroh dreschen. — 

Ein alter Vers drückt den Sinn dieses Sprichwortes fol- 
gendermaßen aus: 

Wer einen Raben will baden weiss, 

Und darauf legt sein'n ganzen Fleiss ; 

Wer an der Sonne Schnee will dörren, 

Die Winde in ein' Truchen sperren, . 

Und Ungelück will tragen feil, 

Und Narren binden an ein Seil, ' 

Und einen Kahlen will bescheer'n: 

Der thut unnütze Arbeit gem. | 

1686. 
lolio vlctitat. Steinmeyer p. 106. | 

Wenn er in den Stall sieht, werden die Kälber blind. 
1687. 

Longa Tita, longa calamitas. Schonkeim p. 122. 

Viel Jahr', 
Viel Gefahr. 

1688. 
Longinquitas redargui non potest. Buchler p. 211. 
Von weither ist gut lügen. 
1689. 
Longius ille videt, qui multis spectat ocellis. Alan. 2. 
Vier Augen sehen mehr, als zwei. 
1690. 
Longius insidias cerva videbit anus. Ovid. Art. am, 1, 766. 
Alte Füchse sind schwor fangen. 
1691. 
Longius invalidae vivunt saepissime feles. Eiselein p. 369. 
Versengte Katzen leben am längsten. — 
Wenn es etwas Rechtes wäre, wäre es längst hin. 
1692. 

Loquacitas raro caret mendacio. Zuber Mon. £>, 26. 
Wer viel schwatzt, der lügt auch viel. 
1693. 

LoQui senlbus res est gratissima cunctis. Paüngen. 3, 33. 
Alte Leute schwatzen, gerne. 



187 

1694. 
Loricam duram possunt penetrare sagittae. Alan. 1. 
Viele Hunde sind des Hasen Tod. 

1695. 

Loripedem rectus derideat, Aethiopem albus. Juvenal 2, 23. 
Kein Esel soll den andern Langohr heissen. 

1696. 

Lueerna sublata nil disciiminis inter mulieres. 

Buchler p. 236. 
Bei Nacht sind alle Kühe schwarz. 

1697. 
Lucidior celerem facit ignis in aede magirum. Buchler p. 76. 
Ein helles Feuer macht einen geschickten Koch. 

1698. 
Lucri bonus est odor ex re qualibet. Juvenai 14, 204. 
Am Gelde riecht man's nicht, womit es verdient ist. — 
Gewinn riecht wohl, und käme er aus der Mistgrube. — 
Ein gestohlener Gulden gilt so viel, als ein anderer. — 
Geld ist die erste Frage, dann erst: „wie fromm?* 

1699. 
Lucrum sine damno alterius fieri non potest. Publ. Syr. 362. 
Des Einen Gewinn ist des Andern Schaden. — 
Kein Wucher kann jemals besteh'n, 
Es muss dem Nachbar stets abgeh'n. 

1700. 
Luctum depone pro rerum perditione. Gärtner p. 84. 
Um verlorenes Gut kümmere dich nicht mehr. — 
Lass fahren: hin ist hin! 

1701. 
Ludendum licite, talos abbate ferente. Gärtner p. 116. 

Wenn der Abt die Würfel dreht, darf der Convent 
frei spielen. 

1702. 
ludere qui nescit, ludum spectando quiescit. Neander p. 288. 
Wer das Spiel nicht versteht, soll zuschauen. 



188 

1703. 
Lud! quoque semina praebent nequitiae. 

Ovid. Trist. 2, 1, 279. 
Oft ist aus Spass trauriger Ernst geworden. 

1704. 

Ludibrii baud expers, mala quem fortuna fatigat 

Buchler p. 80. 

Wer den Schaden hat, darf für den Spott nicht 
sorgen. 

1705. 

Ludicra per verba res saepe notatur acerba. Neander p. 289. 
Man sagt Einem die Wahrheit oft mit lachendem 
Munde. 

1706. 
Ludit in humanis divina potentia rebus. 

Ovid. ex Pont. 4, 3, 49, 
Die Welt ist unsers Herrgotts Kartenspiel. 
1707. 
Ludus animo debet aliquando dari. Phaedr. 3, 14, 12. 
Man kann nicht immer ernsthaft sein. 
1708, 
Ludus bonus non sit nimius. Bebet. 
Gut Spiel soll bald aufhören. 
1709. 
Lumen soll mutuas. Nach Plutarch. Mannt, p. 310. 
Du giessest Wasser in den Rhein. — 
Du fuhrst Sand in's Meer. — 
Du trägst Ablass nach Rom. 

1710. 

Lumina inter umbras clariora sunt. Quinctil. Inst. 2, 12. 

Wo viel Schatten, da ist auch viel Licht. 

1711. 

Lunae radiis non maturescit botrus. 

Nach Plutarch. Lang p. 150. 
Am Mondschein wird keine Traube reif. 



189 

i . *. , , ... 

1712. 
Lupos apud oves custodes relinquere. Plaut. Pseud. 1, 2, 8* 
Den Bock zum Gärtner machen. — 
Die Katze zum Schmeerlaib setzen. 

1713. 

Lupus ante clamorem festioat 

Nach Diogenian. Mannt, p. 684. 
Er schreit vor dem Streiche, wie ein Hund. 

1714. 
Lupus circa puteum saltat. Apostol. cent 12. 

Er geht darum herum, wie die Katze um den heissen 
Brei. 

1715. 

Lupus in fabula. Terent. Adelph. 4, 1, 21. 
Wenn man den Wolf nennt, 
So kommt er gerennt. 

1716. 
Lupus non mordet lupum. Bebet. 

Es hackt keine Krähe der andern die Augen aus. 
1717. 
Lupus pilum mutat, non mores. ApostoL cent 14. 

Der Wolf wird zwar älter, aber nicht frommer. 
1718. 
Lusori fata resistunt. Seybold p. 286. 

Es spielen sich Zehne arm, bis Einer reich. 
1719. 
Lusus habet finem. Ovid. Art am. 3, 809. 
Das Spiel ist zu Ende. 
1720. 
Luto margaritam committere. Novarin p. 135. 
Die Perlen vor die Säue warfen. 
1721. 
Lutum luto purgare. Novarin p. 149. 

Ein Gift mit dem andern vertreiben. — 
Den T mit Beelzebub austreiben. 



190, 



1722. 
Latein nisi tondatur, non fit urceus. Buchler p. 171. 
Vom blossen Anschauen fällt kein Baum mm. 
1723. 
Lux altissima fati occultum nihil esse sinit. Oldenburg 505. 
Grosse Herren müssen viel von sicTi reden lassen. 
1724. 
Lux domini pulchrum facit ornatumque caballum. 

Neander p. 288. 
Des Herrn Auge macht das Pferd fett. 
1725. 
Luxuriae desunt multa, avaritiae omnia. PubL Syr. 363. 

Dem Verschwender fehlt viel, dem Geizigen Alles. 
1726. 
Luxuriant animi rebus plerumque secundis, 
Nee facile est, aequa ommoda mente pati. 

Ovid. Art am. 2, 338* 
Wann dem Esel wohl ist, so gumpt er, — 
Es müssen starke Beine sein, die gute Tage tragen 
können. 

1727. 
Luxurlat raro non bene pasta caro. Gärtner p. 109. 
Dem Hungrigen vergeht das Tanzen. 
1728. 
Lydo Tiro negotium non erat. Tapp 218 b. 

Wann dem Esel zu wohl ist, geht er auf das Eis 
tanzen und bricht die Beine. 

1729. 
Lynceo perspicatior. Apulejus Met 2, p. 124. 

Er hat Argusaugen ; — Augen, wie ein Luchs. 
1730. 
Lysistrati divitiae. Erasm. p. 169. 
Arm wie Lazarus. — 
Gottes Armuth, ein Säcklein voll. 



191 



M. 



1731. 

Machinas post bellum adferre. Buchler p. 42. 

Den Brunnen schliessen, wann das Kind ertrunken 

ist. — 
Den Stall zumachen, wann die Kuh hinaus ist. 

1732. 
Maculosum ut nutricis pallium. Plaut. Bacch. 3, 3, 30« 
Er hat alle Schäden, wie ein Judengaul. — 
Er hat ein Gewissen, wie ein Rohrstuhl. 

1733. 
Magis Ula juvant, quae pluris emuntur. Jutenah 11, 16. 
Was theuer ist, das hält man werth. 
1734. 
Magister artis ingentque largitor venter. Persius Prolog. 10. 
Der Bauch lehrt' alle Künste. 
1735. 
Magistratum gerens audi et juste, et injuste. 

Nach Solon. Lang p. 107. 
Regenten müssen hören und nicht hören. — 
Solch' Recht kein Mann kann erfragen, 
Das allen Leuten gleich kunnt behagen; 
Wer sich Rechtens unterstehet, 
Frage nicht, wem zu Lieb oder zu Leid es gehet, 
Wem zu Schaden oder zu fromme: 
Immer den Rechten er nachkomme. 

(Epko de Repkow, Vorrede zum Sachsenspiegel.) 

1736. 
Magistrats virum indicat. Weder 2, 58. 

Was der Mann kann, zeigt das Amt. 
1737. 
Magna promisisti, exigua Video. Seneca EpisL 109. 
Viel Geschrei und wenig Wolle. 



192 

1738. 
Magna venit nulli sine magno fama labore. Seyboldp. 290. 
Ohne Müh' und Tapferkeit 
Wird keinem grosses Lob bereite. 

1739. 

Magnae fortunae comes adulatio. Vellej. Paterc, 2, 102. 
Viel Geld, viele Schmeichler. 

1740. 

Hagnae periclo sunt opes obnoxiae. Phaedr. 2, 7, 14. 
Gross Gut, grosse Gefahr. 

1741. 

Magnam fortunam magnus decet animus. Steinmeyer p. 362« 
Gross Gut erfordert grossen Muth. 

1742. 

Hagnates dare parva pudet, dare magna recusant. 

ManL Par/h. Ecl. 5, 145. 
Grosse Herren dürfen nicht wenig, wollen aber auch 
nicht viel geben. 

1743. 
Magnatum preces imperia* Hoffmann 5, 80. 
Preces magnatum armalae. Mannt, p. 1219« 
Grosser Herren Bitten sind Befehle. 

1744. 

Magnorum fluviorum navigabiles fontes. Erasm. p. 485. 
Was etwas Rechtes werden will, schickt sich bei Zeit 

1745. 

Hagnos montes promptere. Persius 3, 65. 

Goldene Berge versprechen. 
1746. 
Hagnum est praesidium innocentia. Seneca Contr. 16. 

Ein gutes Gewissen, 

Ein sanftes Kissen. 

1747, 
Magnum vectigal parsimonia. Cicero Parad. 6. 

Was man erspart, ist auch gewonnen. — 

Ein ersparter Gulden gilt so viel, als ein verdienter. 



19» 

174». • 

Magnus es in verbis, in faoüs nullus haben* Buchher p. 14$. 
Schöne Worte, aber Nichte dahinter: -*- 
Viel Geschrei und weni$ Wolle. 

1749. 
Major pars concludit Schonhelm p. 127. 
Stimmenmehrheit entscheidet. 

1750. 
Majora potiora. Lehmann p. 2. 

Der Stärkste ist Meister. 

1751. 
Majorem Timm cave. Germberg 7, 11. 

Mit grossen Herren ist nicht gut Kirschen essen. 

1752. 
Majores pennas nido extendere. Horal. Ep. 1, 20, 21. 
Weiter hüpfen, als der Graben breit ist. 

1753. 
Majori metuat obvius esse minor. Jnm. Fab. Aesop. 51, 12. 
Heller steh' auf, lass den Kennig sitzen. 

1754. 
Majori minor cedat in arte sua. Anon. Fab. Aesop. 50, 16. 
Das Ei soll nicht klüger sein wollen, als die Henne. 

1755. 
Mala asina vehitur. Buchler p. 34» 

Er steht unter dem Pantoffel. — 
Er raucht einen schlechten. — 
Er reitet das Geckenpferd. 

1756. 
Mala avi vehi. Nach Horat Carm. 1, 15, 5. 
Strom und Wind gegen sich haben. 
1757. 
Mala gallina, quae yicinis ova parit. Bebet. * 

Schlechte Henne, die in des Nachbars Haus legt» 

13 



rt4 

• 1758. 

Mala herba cito crescit. Neander p. 03. 
Unkraut verdirbt nicht. 
1759. 

Mala Senium accelerant. Nach Homer. Mannt, p. 983. | 
Unglück macht vor der Zeit alt. 

1760. j 

Mala ultro adsunt. Erasm. p. 301. Buchler p. 205. 

Man braucht dem Unglück keinen Boten zu schicken. | 
1761. 
Mala vicini pecoris contagia laedunt. Mss. Majer. i 

Ein räudiges Schal' steckt die ganze Heerde an. 
1762. 
Halae naturae nunquam doctore indigent. Publ. Spr. 370. 
Das Böse lernt sich von selbst. 
1763. 
Haie agitur cum domino, quem villicus docet. 

Cato bei Colum. 11, 1, 4. 
Wenn der Herr vom Knecht lernen muss, steht es 
mit dem Geschäfte schlecht. 

1764. 

Male cum eo agitur, qui caret invidis. Seybold 293. 
Wer keine Neider hat, braucht Mitleider. 

1765. 

Male cuncta ministrat impetus. Stat. Theo. 10, 704. 
Eilen thut nicht gut. 

1766. 
Male imperatur, cum regit vulgus duces. Seneca Oclav. 579. 
Es ist schlecht gesattelt, wenn man den Gaul beim 
Schwänze aufzäumt. 

1767. 
Male parta male dilabuntur. Cicero. Phil. 2, 27. 
Male partum male disperit. Plaut. Poen. 4, 2,^22. 

Unrecht Gut gedeiht nicht. — 
Wie gewonnen, so zerronnen. 



195 

1768. 
Male, quod sie. Mss. Majer. 
Leider, dass es so ist 
1769. 
Male secum agit aeger, qui medicum haeredem facit. 

Publ Syr. 380. 
Setz'st du den Arzt zu deinem Erben, 
So musst du ohne Gnade sterben. 

1770. 
Mali bibunt improbitatis faecera. Er asm. p. 610. 

Die Gottlosen müssen die Hefe austrinken. — 
Wornach Einer ringt, darnach ihm gelingt 

1771. 
Mali commatis. Eiselein p. 391. 

Von schlechtem Schrot und Korn. 
1772. 
Mali corvi malum ovum. Nach Zenod. Steirtmeyer p. 15» 
Eine Eule heckt kein Zeislein aus. 
1773. 
Mali prineipii malus finis. Eiselein p. 28. 
Schlechter Anfang 
Geht den Krebsgang. 

1774. 
Malitiosi sunt, quos natura notavit. Lehmann p. 917. 

Nimm' dich in Acht vor denen, welche die Natur 
gezeichnet hat. 

1775. 
Halo aeeepto stultus sapit. Nach Hesiod. Lang p. 515. 
Narren werden durch Schaden klug. 
1776. 
Halo invidiam, quam misericordiam. Seybold p. 295. 
Lieber Neider, als Mitleider. 
1777. 

Halum bene conditum ne moveas. Lehmann p. 51. 
Rühre keinen alten D . . . . auf. 

13* 



196 

1778. 

Malo nodo malus quaerendus est cuneus. 

Nach Hiermymu*. Schreger p\ 129. 
In einen harten Ast gehört ein harter Keil — 
An einen groben Sack gehört ein grober Bändel 

1779. 
Malum consllktm consultori pessimum. 

Varro Ä. B. 3, 2, 1. Publ Syr. 392. 
Untreue schlägt ihren eigenen "Herrn. 

1780. 
Malum hierum aequale dispendio. 

Nach Hesiod. Buchler p. 198. 
Unrecht Gut gedeiht nicht. — 
Ein böser Heller schadet einen Gulden. 

1781. 

Malum malo mederi. Steinmeyer p. 17. j 

Den T , durch Beelzebub austreiben. 

1782. 
Malum nulluni est sine aliquo bono. Plin. Hist nat 27, 3, 2. 
Kein Unglück, es ist auch ein Glück dabei. — 
Kein Unglück ist so gross, 
Es hat ein Glück im Schooss. 

1783. 

Malum vas non frangitur. Er asm. p. 219. 
Unkraut verdirbt nicht. 

1784. 

Malum virum vel raus mordet. Seybold p. 297. 

Wenn der Dieb reif ist, fangt ihn auch ein lahmer 
Scherge. 

1785. 

Malus cum malo colliquescit voluptate. Tapp 167 b. 

Zeige mir den Wirth, ich zeige dir den Gast. — 
Huren und Buben kommen leicht mit einander überein. 

1786. 

Mandere cum dominis nou suadeo cerasa servos. 

IS e ander p. 291. 
Mit grossen Herren- ist nicht gut Kirschen essen. 



197 



1787« 
Hauet alte weilte repostmn. VirgU. Jen, 1, 26« 

Es ist wohl vergeben, aber nicht vergessen. — 
Grosse Herren denken lange. (Agzicola.) 

1788L 
Manibus pedibusque. Lang p* 155. 
Mit Händen und Füssen. — 
Mit allen Nerven. — 
Mit Spiess und Schild. 

1789. 
Manifeste non egent probatione. Reg. jur. 
Bei Tage braucht man kein Licht. 

1790. 
Hanliana imperia* Livius 8, 7, 
Strenges Regiment 

1791. 
Hamann ex ore dare. Nach Lacüms. Bitekin p. 80. 
Den Bissen ans dem Munde geben. 
1792. 
Manum continet intra pallium. Quinctil. JnsL 12, 10. 
Er macht eine Faust in den Sack. 
1793. 
Manum de tabula. Cicero Ep. ad Farn. 7, 25. 
Die Hand vom Butten! 

1794. 
Manum non verterim. ApuL JpoL p. 311. 

Ich wollte die Hand nicht dämm, umkehren, 

1795. 
Manus manum lavat. Petron. c. 45. p. 303. 
Manns manu indiget, pes pede. Novarin p. 481. 

Eine Hand wascht die andere. — 

Brätst du mir die Wurst, 

So lösch' ich dir den Durst. 



198 



1796. 
Mappam mittere. Marüal. 12, 29, 9. Sueton. Nero. 2t 
Mit einem weissen Tuche Winken. 
1797. 
Ihre prius vitem tulerit. Apostol cent. 14« 
Eher überliefe ein Esel einen Hasen. 
1798. 
Mari aquam addere. Erasm. p. 272. 
Wasser in's Meer giessen. 
1799. 
Maria montesque pollieeri. SallusL Catil. 23. 
Goldene Berge versprechen. 
1800. 
Marinas cum sis, ne terrestris fias. Aposlol. cent 10. 
Aendere deinen Stand nicht leichtsinnig. 
1801. 
Mars sua ipslus arma non jactat. Weber Append. 16. 
Ein tapfrer Krieger rühmt sich nicht, 
Was er im Krieg hat ausgerichtet. 

1802. 
Marti arma non sunt oneri. Seybold p. 299. 

Was man gewohnt ist, lallt Einem nicht schwer. 
1803, 
Matris, ut capra, dicitur. Steinmeyer p. 68. 

Es ist ein kluges Kind, das seinen Vater kennt; — 
die Mutter sagt es. 

1804. 
Matura satio saepe dedpit, sera semper mala. 

Columella de re rast 11, 2, 80. 
Frühe Saat trügt oft, späte immer. 
1805. 
Maturum stercus intolerabile pondus. Eiselein p. 468. 
Der reife Mist 
Am schwersten ist. 



199 

190«. 
Mature fias senex, $1 diu velis esse senex. 

Cicero de senect. 10. 
Jung denke an den alten Mann, 
Sofern du nicht willßt betteln gähn. — 
Halte dich warm, 
Füll' massig den Darm, 
Lieg* der Grete nicht zu nah', 
Willt du werden alt und graw. (Luther.) 

1807. 
Maxima debetur puero reverentia. JuvenaL 14, 47. 
Gib Kindern kein Aergerniss. — 
Solltest du was Schlechte vorhaben, 
Lass es nicht seh'n vor den Knaben; 
Denke nicht, dass es noch Kinderlein sind, 
Massen zu scheuen ein jegliches Kind. 

1808. 
Maxima pars hominum morbo jactatur eodem. 

HoraL Serm. 2, 3, 121* 

Die meisten Menschen sind in dem nämlichen Spital 
krank. 

1809. 
Maxima pars pecore amisso praesepia claudit. 

Patingen. 9, 828« 
Gemeiniglich verwahrt man den Brunnen, wann das 

Kind ertrunken — 
Schliesst man den Stall, wann die Kuh fort — 
Den Käfig, wann der Vogel ausgeflogen ist. 

1810. 
Maxima paulatim e minimis. Seybold p. 300. 

Der Papst ist auch einmal in die Schule gegangen. 
1811. 
Maxima quaeqiie domus serös est plena superbis. 

JuvenaL 5, 66. 
Grosser Herren Leute lassen sich was bedünken. 

1812. 

Maximum telum necessitas. Lwius 4, 28. 
Muss ist eine haarte Buss» 



200 

1813. 
Me absentem percuttont. Nach Dtogene*. Fitsei. p. 143. 
Mögen sie mich todtschlagen , wenn ich nur nicht 
dabei bin. 

1814. 

Me raea delectant, te tua, quemque sua. Mss. Majer. 
Jeder reitet sein Steckenpferd, 
1815. 
He mortuo terra misceatur iacendio. Tapp 200 a. 

Wann ich iodt bin, ist die ganze Welt ftir mich todt 
1816. 
Me quasi pilam habet. Seybold p. 804. 

Er macht mich zu seinem Spielballe. — 
Er treibt Schindluder mit mir. 

1817. 

Medice, cura te ipsura. Mss. Majer. 
Arzt, hilf dir selber. 

1818. 
Medici carnifices sub honesto nomine. Palingen. 5, 823. 
Neuer Arzt, neuer Kirchhof. 
1819. 
Medico male est, si nemini male est. Lehmann p. 51. 

Wenn die Leute gesund sind, ist des Doktors Beutel 
krank. 

1820. 
Medico tantum hominem occidisse summa impunitas est. 

Plin. Hist nat 9, 1. 
Die* Aerzte allein dürfen ungestraft einen Menschen 
umbringen. 

1821. 
Mediis tranquillus in undis. Zincgref 3, p+ 25. 
Still und von gutem Muth, 
Auch mitten in Meeres Fluth. 

1822. 
Mediis tua pinus in undte navigat. Ovid. Art. am. 2, 9. 10. 
Du bist noch nicht über den Graben. 



201 

1821 
Medto f« •'funhe qua«rffc aqua». Propfrt. 1, 9, 16. 
Er sieht den Wald vor lauter Bitumen nicht. 
1824. 
Medio tutissimus ibis. Ovid. Met. 2> 137. 
Mediam tcnuere beafl. It. P. W. K. 49. 
Die Mittelstrass', 
Das beste was (war). 

1825. 
Hei niraium saturo Huri censetur amarum. Ruckitr p. 225. 
Wenn die Maus voll ist, ist das Mehl bitter. 
1826. 
Mel null! sine feile datur. Seybold p. 202. 

Was süss ist, kommt auch sauer aa. — 
Keine Hosen ohne Dornen. 

1827. 
Melius est nubere, quam url Eiselein p. 466. 
3esser, sie nehmen, als sie brennen. 
1828. 
Melius est, pisciculos cepisse, quam desidia torpere. BebeL 
Wer Gnmdeln fangt, langt auch Fische. — 
Besser, eine Laus im Kraut, als gar kein Fleisch, 

1829. 
Melle litus gladiu*. Steinmeyer p. 296. 

Ein Schwerdt mit Honig geschmiert. — 
Ein Judaskuss. 

1830. 
Memento mori. Nach Gregor M. Mss. Majer. 
Gedenke, dass du sterben musst 
1831. 
Mendacem memorem esse oportet. Quinctil. bist. 4, 2. 

Wer lügen will, muss ein gutes Gedächtniss haben. 
1832. 

Mendacio fucum addft: Steinmeyer p. 49. 

Er kann seine Lügen schön herausputzen« 



262 

1833. 

Mendadum non senescit. Nach Soph*cles. Sehreger p. 12. 
Alle Lügen 
Ersticken in der Wiegen. 

1834. 
Mendax est fürax. Gutnprecht ad Erasrn. ColLp. 301. 
Wer lügt, der stiehlt auch. 
1835. 
Mendicat propere manus sine opere. Seybold p. 303. 
Wer nicht arbeitet, muss betteln gehen. 
1836. 
Mendici pera neutiquam impletur. Apostel, cent. 9. 
Bettelsack ist bodenlos. 
* 1837. 

Mendico ne parentes quidem amici. Erasrn. p. 467. 

An armen Leuten will Alles die Schuhe abreiben. 
1838. 
Mendicus nbique habet saccum paratum. Lehmann p. 46. 
Bettel hat einen langen Zettel, man trägt aller Welt 
Garn darin. 

1839. 
Mens abest in popina. Eiselein p. 213. 
Hentem habet peregrinam. Nach Terent. Andr. 3, 2, 11. 
Er ist mit seinen Gedanken im Gerotenfelde. 
1840. 

Mens cuique Deus. Mannt, p. 497. 
Mein Herz, mein Rath. 

1841. 
Mens tanmota manet, lacrymae volvuntur inanes. 

Virgü. Aen. 4, 449. 
Er ist härter, als ein Stein. — 
Er lässt sich durch keine Thränen erweichen. 
1842. 
Mense Hajo nubunt malae. Ovid. Fast. 5, 490« 

Im Mai gehen Huren und Buben zur Kirche. 



203 

184a. 

Mens pia, mens hilaris studiosaque et artis amatrix: 
Hae sunt divitiae, quas Studiosus habet» Seybold p. 304. 
Frisch, fröhlich, flefesig, fromm, 
Ist aller Studenten Keichthum. 

1844. 
Mens prava malorum 
Immemor accepti non timet esse boni. 

Anon. Fab. Aesop. 8, 7. 8. 
Undank ist der Welt Lohn. 

1845. 
Mensuram stomachi nescire et scire scyphorum, 

Stultitiae extremum dixeris esse modum. Leib, Sind, 79. ' 
Wer nicht weiss seines Magens Weit', 
Der ist fürwahr nicht recht gescheidt. 

1846. 
Mentem animumque viri malim sapientis habere, 

Regales inopis quam rationis opes. Seybold p. 304. 
Ich nehme des weisen Mannes Muth 
Für eines Thoren grosses Gut. 

1847. 
Meo me ludo lamberas, Plaut. Pseud. 2, 4, 53. 
Du zahlst mich mit gleicher Münze. 

1848. 
Merce proba emtor adest ultro. Seybold p. 305. 
Gute Waare verkauft sich selbst. 

1849. 
Mercede soluta non manet debltor. Ovid. Amor. 1, 10, 45, 
Was man bezahlt hat, dafür braucht man sich nicht 
zu bedanken. 

1850. 
Mergere nos patitur, sed non submergere Christus. 

Leib. Stud. 223. 
Gott lässt zwar sinken, 
Aber nicht ertrinken. 



204 

1851. 
Merx ultronca pulet ßückler p. 51. 

Ungebetene Dienste sind Henkens werth. 
1852. 
Messe tenus propria vive. Persius. 6, 25. 
Strecke dich nach deiner Decke. 
1853. 
Mica salis tibi non inest Seybold p. 306. 
Es fehlt dir aller Witz und Grtitz. 
1854 
Mihi isthic nee seritur, nee metitur. flaut. Epid. 2, 2, 80. 
Was geht mich Nürnberg an? ich habe kein Haus 
dort. 

1855. 
Miles fugiens iterum pugnare potest. Ä. P. W. K. 147. 
Besser, ehrlich fliehen, als schändlich bleiben. 
1856. 
Mille docent hominem, prope callem qui struit aedem. 

Gärtner p. 173. 
Wer will bauen an die Strassen, 
Muss die Leute reden lassen. 

1857. 
Mille hominum species et rerum discolor usus. Persius 5, 52. 
Tausend Köpfe, tausend Sinne. 
1858. 
Mille viae dueunt hominem per saecula Romam. Alan. 5. 
Es führen gar viele Wege nach Rom. 
1859. 
Minaruju strepitus, asinarum crepitus. Schreger p. 142. 
Wer über Drohungen stirbt, den sollte man mit s. v. 
Eselsf begraben. 

1860. 
Dfiogere cum bouibis res est dulcissima lumbis. Neanderp. 290. 
Jede gesunde Oeffnung ist dem Doktor fünfzehn 
Kreuzer Schaden. 



205 , 

1861. 
Minima non curat praetor. Svkamel I, Z% 

Man muss nicht Alles zu Bolzen drehen* 
1862. 
Minime canterium in fossam (sc. dejice). Livius 23, 47. 
Warum nicht gar mit dem Gatil m den Graben? — * 
Nur nicht den Gaul beim Schwanz aufgezäumt! 

1863. 
Minimo sonu labuntur alta flumina. Zuber Mon. % 22. 
Stille Wasser gründen tief. 
1864. 
Minimum decet lubere, cui multum licet. Seneca Troad. 334. 
Der soll sich desto mehr bezwingen, 
Wem viel frei stehet zu vollbringen. 

1865. 
Mimiit praesentia famam. Claiutian. de bell. Gildon. 385. 
Mancher fernet wohl, 
In der Nähe ist er Noll (Null). 

1866. 
Minus decipitur, cui cito negatur. Publ. Syr. 410. 

Kurz hören und abschlagen ist der Richter Morgen- 

imbiss. — 
Kurz abschlagen ist Freundschaft. 

1867. 
Minutae guttulae imbrem pariunt. Weber 2, 78. 
Viele Wässerlein geben auch einen Bach. 
1868. 
Minxit in patrios cineres. Horat. A. P. 471. 
Er hat weder Glück, noch Stern. 
1869. 
Miseratione melior invidia. Nach Pindar. Seybold p. 308. 
. Lieber Neider, als Mitleider. 
1870. 

Miserm invidiam non sentit. Seybold p. 308. 
Unter der Bank beneidet man Niemand. 



206 , 

1871. | 

Mtecentur tristia laetts. Otrid. Fast. 6, 468. 

Keine Freud* ohne Leid. — | 

Keine Rose ohne Dornen. 

1872. 
Miserteordia non causam, sed miseriam respicit 

Seneca de clem. 2, 5. 
Hilf und Gnad' hat kein Warum. 

1873. 
Hiserum te judico, quod nunquam flieris miser« 

PvbU Syr. 421 
Was nicht säuert, das stisst auch nicht. 

1874. 
Mista cum veris passim commenta vagantur« 

Ovid. Met. 12, 54. 
Geschwätz hat oft betrogen, 
Oft hat's auch nicht gelogen. 

1875. 
Mitte, arcana Dei coelumque inquirere, qui sit. Cato 2, 2. 
Greife Gott nicht in's Handwerk. 
1876. 
Mixta senum et juvenum densantur funera. 

Horat. Carm. 1, 28, 19. 
Der Tod nimmt Alt und Jung. — 
Man trägt eben so viele Kälberhäute, als Kuhhäute 
zu Markte. 

1877. 
Mobile mutatur semper cum principe vulgus. 

Claudian 7. Paneg. 6» 
Wie der Herr, so die Unterthanen. 

1878. 

Molestus interpellator yenter. Nach Homer. Buchler p. 120. 

Der Bauch fragt nicht, wie riel es geschlagen. 

1879. 

Momo satisfacere quis potest? Nach Hesiod. Mannt, p. 224« 

Wer kann es allen Leuten recht machen? 



207 

1880. 
Holliter vivit. (Ausdrücklich sprickwdrüich gebraucht bei 

Beneca Ep. 82.) 
N Er lebt, wie der Fink im Hanfsamen. 

1881. 
Monitor capras age. Fasel p. 148. 

Gib einem Jungen einen Groschen und thae es selber. 
1882. 
Mons monti non miscetur. Apostol. cent 14. 
Zwei harte Steine mahlen selten rein. 

1883. 
Montes auri polliceri. Terent Phorm. 1, 2, 18. 
Goldene Berge versprechen. 

1884. 
Mopso Nisa datur. Virgil. Ecl. 8, 26. 
Je grösser der Narr, 
Je besser die Pfarr. — 
Er hat mehr Glück, als Verstand. — 
Wer das Glück hat, führt die Braut heim. 

# 1885. 

Morbida facta pecus totum corrumpit ovile. Seyboldp. 311. 
Ein räudiges Schaf steckt die ganze Heerde an. 
1886. 
Mordere frenum. Cicero Ep. ad Brut. 11, 23* 
Eine Faust in den Sack machen. 

1887. 
Mores dicentis persuadent, non oratio* Seybold p. 311. 

Man kehrt sich mehr an des Predigers Leben, als 
an seine Lehren. 

1888. 
Moribus antiquis res stat Romana virisque. 

Ennius Annal Reh p. 73. 
Er ist noch Einer aus dar alten Welt. 



so* 

1889. 
Mqts et fugaccm ^ergequitur viruuu JüraL Carm. 3, 2, 14. 
Dem. Tode kann man auf keinem Gaul davonreiten. — 
Der Tod macht Alles gleich, 
Er frisst so arm, wie reich. 

1890. I 

Mors morte pianda est. Ovid. MM. 8, 488. I 

Wer Mensehenbhit vergiesst, dess Blut soll wieder 
vergossen werden« 

1891. I 
Mors optata recedit. Com. GalL El. U 115« j 

Der Tod kommt nieht gerade, wann wir wollen. 

1892. 
Mors optima rapit, deterrima relinquit: | 

Nach Homer. ManuL p. 974. 
Unkraut verdirbt nicht. — 
Wäre es was Rechtes gewesen, so wäre eB längst hin. 

1893. 
Mors sceptra ligonibus aequat. Weder 1, 28. 
Der Tod macht Alles gleich. 

1894. 
Mors similis vltae: respondent ultima primfe. Seybold 813. 
Wie man lebt, so stirbt man auch. 

1895. 
Mors ultima Hnea rerum. Harat. EpisL 1/ 16, 79. 
Der Tod macht Allem ein Ende. — 
Es hilft der Tod 
Aus aller Noth. 

1896. 
Mortales laetos vinum facit atque facetos, Neander p. 290. 
Der Wein erfreut des Menschen Herz. 

1897. 
Mortalia facta peribunt Borat. A. P. 68. 
Menschenwerk hat nicht Bestand. 



209 

1898. 
Mortem timere crudelius est, quam mori. Publ $yr. 427. 
Todesangst ist ärger, als sterben. 
1899. 
Mortui non dolent. Mannt p. 1238. 

Den Todten thut kein Zahn mehr wehe. 
1900. 
Mortui non mordent. Nach Theod. Chius. Buchler p. 234. 
Todte Hunde beissen nicht. 
1901. 
Mortuis mala nulla sunt. Seneca consol. ad Marc. 19. 
Den Todten thut kein Zahn mehr wehe. 
1902., 
Mortuis non conviciandum. Nach Homer. Mannt p. 988. 
Lasset die Todten ruhen. 
1903. 
Mortuorum crines secare. Novarin p. 100. 
Die Laus um den Balg schinden. 
1904. 
Mortuus jacet pedens. Eiselein p. 432. 
Er pfeift auf dem letzten Loche. 
1905. 
Mos est praelatis, praebendas non dare gratis. Gärtner p. 81. 
Grosse Herren geben ihre Lehen nicht umsonst. 
1906. 
Mulier taceat in ecclesia. Dictum Bernardi a Clara VaUe. 

Weiber sollen schweigen, wo Männer reden. 

(Im Dom zu Speier befand sich ein redendes Muttergottes- 
büd. Als Bernhard von Clairvaux 1146 den Kaiser Konrad HL 
vor demselben zum zweiten Kreuzzuge aufforderte, soll ihm 
das Bild zugerufen haben: „Unde tarn tarde, sancte Bern- 
harde?" worauf Bernhard demselben die Antwort gab : „Mu- 
lier taceat in ecclesia", und seitdem schweigt das Bild.) 

1907. 
Mulieres prurientes. Eiselein p. 405. 
Kuttentoll. 

14 



210 

1908. 
Hulieri ne credas, ne mortuae quidem. Weber 2, öl. 
Glaube keinem Weibe, wenn sie auch todt ist. 
1909. 
Mulierls podex. Lang p. 170. 
Lahma .... 

1910. 
Hulta cadunt inter calicem supreraaque lahra. 

Gelllus 13, 17, 3. 
Es kann sich in einem Augenblicke viel ereignen. — 
Der Gaul crepirt oft, ehe das Gras wächst. 

1911. 

Hulta cura summo imperio inest. Seybokl p. 315. j 

Grosses Amt, grosse Sorge. I 

1912. 
Hulta, Deum qui vult fallere, scibit homo. Leib. Stud. 634. 
Der muss ein guter Wachszieher sein, der unserem 
Herrgott eine wächserne Nase drehen will. 

1913. 
Hulta docet duris urgens in rebus egestas. 

VirgiL Georg. 1, 146. 
Der Hunger ist ein guter Lehrmeister. 

1914. 
Hulta et opportuna dicere non est ejusdem. 

Steinmeyer p. 109. 
Wer viel redet, redet nicht immer gescheidt. — 
Viel schwatzen geht nicht ohne Sünde ab. — 
Viele Wort' 
Sind ein Mord. 

1915. 

Hulta prudentia perit in pauperum crumena. Bebet. 

In des armen Mannes Beutel verdirbt viel Witz. 
1916. 
Hulta sub vultu odla, multa sub osculo latent. 

Seybokl p. 317. 
Joabs Grass und Judas Kuss ist der Welt Meisterstück. 



211 

1917. 
Malta regare, rogata teuere, retenta docere: 
Haec tria discipulum faciunt superare magistrum. 

Gärtner p. 60. 

Durch Fragen, Behalten und Repetiren 
Kommt man wohl fort in dem Studiren. 
1918. 
Hulta tulit, fecitque puer, sudavit et alsit. Horat A. P. 413. 
Der Teufel ist schon Alles gewesen, nur noch kein 

Lehrjunge. — 
Der Knabe, der viel lernen muss. 
Wird werden einst ein Dominus. 

1919. 
Multae interea rotae volventur. Mannt p. 1060. 

Es wird indess noch viel Wasser den Rhein hinunter 
lanfen. 

1920. 
Multae preces intrant saccum. Bebel 

Es gehen viele schone Reden in einen Sack. 
1921. 
Multae regum aures et oculi. Nach Lucian. Mannt p. 76. 
Grosse Herren haben viele Augen und Ohren. 
1922. 
Multam silvam gestat. Erasm. p. 211. 
Er hat viel Haar auf dem Kopfe. 
' 1923. 
Multi duces Cariam perdidernnt. Faber in Thes. sub v, Carla. 
Viele Köche versalzen den Brei. — 
Viele Hirten hüten nichts Gutes. 

1924. 
Multi mensae, non veritatis amici. Weber 4, 98. 
Viel' lieben zwar den fetten Bissen, 
Der Wahrheit sind sie nicht beflissen. 

1925. 
Multi multa sciunt, nemo omnia. Eiselein p. 47. 

Ihrer Viele wissen viel, aber Keiner hat ausgelernt. 

14* 



212 

1926. 

Multi modii salis simul edendi sunt, ut amicitiae munus 
expletum sit. Cicero de amic. 19. 
Trane Keinem, du habest denn zuvor einen Scheffel 
Salz mit ihm gegessen. 

1927. 
Multi nothi non sunt noti. Seybold p. 318. 

Wer kann wissen, wer jedes Kindes Vater ißt? 
1928. 
Multi, qui tauros stimulant, sed rarus arator. 

ApostoL cent 16. 
Multi Thyrsigeri, pauci Bacchi. Erasm. p. 554. 

Es sind nicht alle Köche, die lange Messer tragen. — 
Viele sind berufen, aber Wenige auserwählt. 

1929. 
Multiloqui mendaces. Bebet. 

Wer viel schwatzt, der lügt auch viel. 

1930. 
Multis annis jam peractis, 
Nulla fides est in factis, 
Mel in ore, verba lactis, 
Fei in corde, fraus in factis. Seybold p. 319. 

Joab's Kuss ist worden neu; 

Gute Worte, falsche TW ; 

Lach' mich an und gib mich hin: 

Das ist jetzt der Menschen Sinn. 

1931. 
Multis ictibus dejicitur quercus. 

Nach DiogeTiian. Mannt, p. 365. 
Viele Streiche 
Fällen die Eiche. — 
Viele Hunde sind des Hasen Tod. — 
Viele Hände im Haar rupfen hart. 
1932. 
Multitudo errantium non patrocinatur errori. Lehmann p. 191« 
Das viele unrecht Gehen macht den Weg nicht recht. — 
Fremder Russ macht Niemand weiss. 



213 



Multonim amicitias süentium dirimit. Seybold p. 320. 
Wohl aus den Augen, aus dem Sinn. 
1934. 
Multonim festorum Jovis glandes comedit. Eiselein p. 501» 
Er hat viele Ostereier gegessen. 
1935. 
Hultos calx celat nequam piper atque cucullus. 

Eiselein p. 508. 
Pfeffer, Kapp' und Kalk 
Bedecken manchen Schalk. 

1936. 
Multos imperitare malum: rex unicus esto. 

Nach Homer. Mannt, p. 663. 
Bei vielen Hirten ist schlecht gehütet. 

1937. 

Hultos morbos multa fercula fecerunt. Seybold p. 321. 
Viele Güsse 
Machen viele Flüsse. 

1938. 
Multos timere debet, quem mulli timent. Publ Syr. 437. 
Wer von Vielen gefürchtet wird, der muss auch 
Viele furchten. 

1939. 
Multum clamoris, parum lanae. Mss. Majer. 
Viel Geschrei und wenig "Wolle. 
1940. 
Multum deliro, si cuique placere requiro. Lehmann p. 21. 
Aller Welt Freund, Jedermanns Narr. 

1941; 

Multum in republica valent tempora* Lehmann p. 919. 
Wie die Zeit, 
So der Bescheid. 

1942. 

Multum, non multa. Plin. Ep. 7, 9. 
Wenig, aber gut. 



214 

1943. 
Mulus darum collo jactans tintinnabulum. Phaedr. 2, 7, 5. 
Die Katze hat die Schelle anhängen. 
1944. 
Mandus stultorum cavea. Palingen. 3, 44. 
Die Welt ist ein Narrenhaus. 

1945. 
Hundus regitur opinionibus. . Schamel. V, 192. 
Die Welt hängt an Vorurtheilen. — 
Jedermann 
Begiert der Wahn. 

1946. 
Mundus vult decipi, ergo decipiätur. Schamel. IV, 153. 
Die Welt will betrogen sein, darum werde sie es auch. 
1947. 
Munera, crede mihi, placant hominesque deosque. 

Omd. Art. am. 3, 6,55. 

Schmieren macht linde Häute. — 
Wer gut schmiert, der fährt gut. — 
Geschenke 

Machen dem Wort Gelenke. — 
An einem goldenen Strick führt selbst der Hase den 
Löwen. 

» 1948. 
Munera qui mittit, sperat majora remittL Owen Monoet. 88. 
Gemeiniglich wirft man die Wurst nach der Speck- 
seite. 

1949. 
Munus exiguum, sed opportunum. 

Nach Suidas. Mannt, p. 981. 

Die Gabe sei so klein sie wolT, 

So kommt sie mir doch jetzt gar wohl. 

1950. 
Murem pro leone ostendere. Erasm. p. 222. 
Viel Geschrei und Nichts dahinter. — 
Goldene Berge versprechen und keine bleiernen halten. 



215 

1951. 
Mures migrant. 

Cicero ad Alt. 14, 9. PÜn. HisL nat. 8, 28. 
Es findet keine Maus mehr Etwas bei ihm. 
1952. 
Murisin morem vivit. Nach Plaut. Capt. 1, 1, 9. Fers. 1, 2, 6. 
Er schmarotzt gerne. 

1953. 

Mus non uni Mit antro. Erasm, p. 38. 

Mus miser est, antro qui solum clauditur uno. Gärtner p. 43. 
Es ist eine schlechte Maus, die nur ein Loch weiss. 
1954. 

Mus picem gustat. Apostol cent. 13. 
Vorgethan und naehbedacht 
Hat Manchen in gross Leid gebracht. 

1955. 
Mus salit in Stratum, cum seit abesse catum. 

Neander p. 290. 
Wann die Katze von Hause weg ist, tanzen die Mäuse. 

1956. 
Mus satur insipidam dijudicat esse farinam. Eiselein p. 456. 
Wenn die Maus voll ist, ist das Mehl bitter. 
1957. 

Musae quando sonant, sonitum bene tympana donant. 

Neander p. 291. 
Zu der Pfeife gehört auch eine Pauke. 

1958. 
Musarum apertae januae. Manul, p. 623. 

Gelehrte Leute sind mit ihrer Kunst nicht neidig. 
1959. 
Musca, canes, mimi, sunt ad convivia primi: 
Non invitati, veniunt prandere parati. Neander p. 291. 
Mücken, Schmarotzer und Hund', 
Finden sich, wo man isst, zur Stund'. 



216 

1960. 
Huscae quoque spien est« Mannt, p. 875. 

Auch der Wurm krümmt sich, wenn man ihn tritt. 

1961, 
Musica abscondita nullius est rei. Gellius 13, 30, 3. 

Was hilft eine Musik, von der man Nichts hört? — 
Was nützt ein vergrabener Schatz? 

1962. 
Musice aetatem agitis. Plaut. Mosteil 3, 2, 41. 

Ihr lebt, wie der Pfeifer in der Garküche. ! 

1963. - | 

Mustelae sevum committere. Nach Diogenian. Mannt p. 164. i 

Die Katze über den Schmeerlaib — ' 

Den Bock zum Gärtner setzen. 

1964. 
Mutat vja longa puellas. Proper L 1, 12, 11. 

* .Wohl aus den Augen, aus dem Sinn. 

1965. 
Mutua quae debes, ridendo solvere debes. Neander p. 290. 
Geborgtes Geld soll man mit Lachen bezahlen. 

1966. 
Hutuo muH scabunt. Steinmeyer p. 16. 
Es kratzt ein Esel dem andern. — 
Sie schlagen einander den Ball zu. 

1967. 
Myconius calvus. Plin. Hist. nat 11, 47. und Hard. ad A. l 
Er hat Haar lassen müssen. 



217 



N. 

1968. 

Nacta est suum pateüa operculum. Erasin. p. 390, 
Wie der Hafen, so der Deckel. 
1969. 
Nanus cum sis, cede. Schonheim p. 136: 

Aus dem Wege, was kleine Leute sind ! 
1970. 
Narcissus nulli reddit depictus odorem. Seybold p. 327. 
Gemalte Blumen riechen nicht. 
-1971. 
Nascimur hac omnes lege, ut moriamur. Paarigen, 5, 653. 
Geboren werden und sterben ist Weltordnung. 
1972. 
Nasum nidore supinor. Horat. Serm. 2, 7, 38. 
Ich wittere den Braten. 
1973. 
Nascitur ex Venere et Baccho, solventibus artus, 
Filia, quae perdit membra, podagra, virum. 

Seybold p. 328. 
Bei Frau Venus und gutem Wein 
Pflegt das Zipperlein zu sein. 

1974. 
Nasu suspendit adunco. Horat. Serm. 1, 6, 5. 
Er trägt die Nase hoch. 
1975. 
Natura est paucis contenta. Owen ad Arb. Stuart 94. 
Die Natur ist mit Wenigem zufrieden, 
1976. 
Natura plus trahit septem bobus. Bebet. 

Die Natur zieht stärker, als sechs Ochsen. 



218 

1977. 
Naturae sequitur semina quisque suae. PraperL 3, 8, 20. 
Art lässt nicht von Art. — 
Die Katze lässt das Mausen nicht. | 

1978. 
Naturalia non sunt turpia. SchamelMH, 102. 
Was natürlich ist, ist keine Schande. 
1979. 
Naturam expellas furca, tarnen usque recurret 

Horat. Ep. 1, 10, 24. 
Die Natur lässt sich nicht zwingen. — 
Das Unkraut will aus dem Garten nicht. — 
Natur zieht stärker, als zehn Ochsen. 

1980. 
Naturam frenare potes, sed vincere nunquam. 

Palingen. 5, 694. 
Der Teufel stelle sich wie er wolle, so guckt ihm 
doch der Bocksfuss hervor. 

1981. 
Naturam mutare difficile est. Seneca de ira 2, 20. 

Natur lässt sich wohl biegen, aber nicht brechen. 
1982. 
Naufragium rerum mulier male fida marito. 

Inc. Auetor. Monost. 6. 
Ein liederliches Weib verschleppt mehr unter der 
Schürze, als der Mann auf einem Wagen in 
das Haus fuhren kann. 

1983. 
Navem mortuo applicat. Quinctil. Declam. 12, 23. 

Er kommt zum Tanz, wann die Kirchweihe vorbei ist 
1984. 
Navibus atque quadrigis. Horat. Epist. 1, 2, 28. 29. 
Zu Wasser und zu Lande. 
1985. 

Navis aut galerus. Nach Aristopkan. Mannt p. 743. 
Es war Etwas: ein Ochs, oder ein Spatz. 



119 

1986. 
Naviget Anttcyram. Horat. Serm. 2, 3, 166. 

Es ist bei ihm unter dem Hute nicht richtig. — 
Er gehört in's Narrenhaus. 

1987. 
Navita de veutis, de tauris narrat arator; 

Enumerat miles vulnera, pastor oves. Proper t. 2, 1, 43. 
Jeder redet gerne von seiner Handthierung. 

1988. 
Ne Aesopum quidem trivisti. Nach Suidas. Mannt p. 639. 
Du kannst ja nicht einmal das ABC. 

1989. 
Ne canas triumphum ante victoriam. Schreger p. 16. 

Das Spiel ist noch nicht gewonnen, die Karten liegen 
noch auf dem Tische. 

1990. 
Ne capra contra leonem. Nach Diogenian. Seyboldp. 331. 
Wage den ungleichen Kampf nicht. 

1991. 

Ne citus in lingua fueris, nee segnis in actu. 

Columb. 5, 182. 
Nicht schnell im Rathen, 
Nicht trag in Thaten. 

1992. 
Ne damans precare. Eiselein p. 71. 
Beten ist kein Katzengeschrei. 

1993. 
Ne credas aurum, quidquid resplendet ut aurum. 

Buchler p. 39. 
Es ist nicht Alles Gold, was glänzt 

1994. 

Ne credas, undam placidam non esse profundam. 

Neander p. 281. 
Stille Wasser gründen tief. 



220 

1995. 

Ne cuivis credas, neque nulli. Nach Muret Inst. p. 808. 
Trau, schau, wem? 

1996. 
Ne Df sirent. Plaut. Bacch. 3, 3, 64. 
Da sei Gott vor! 

1997. 
Ne Hercules quldem adversus duos* 

Nach Plato. Manut p. 208. 
Zwei werden über Einen Herr, drei fassen ihn gar. — 
Viele Hunde sind des Hasen Tod. 

1998. 
Ne judex fueris, partes ni audiveris ambas. 

Nach Phocyl Eiselein p. 140. 
Ein's Mannes Red' ist eine halbe Red', 
Vernimm die Partisanen beed'. 

1999. 
Ne Jupiter quidera omnibus placet. 

Nach Theogn. Weber 2, 37. 

Nicht einmal unser Herrgott kann es allen Leuten 
' nach ihrem Kopfe recht machen — nur der 

Hutmacher. — 
Geige, wie du willst, du geigest doch nicht allen 

Leuten recht. 

2000. 
Ne major poena, quam culpa, sit. Cicero de off, 1, 25. 
Die Strafe soll nicht grösser sein, als die Schuld. — 
Man soll Einen nicht mit zwei Ruthen strafen. 

2001. 
Ne mihi Suffenus essem. 

Nach CatulL 22. Varro bei Gell. 13, IL 
Ich will es dem Kukuk nicht nachmachen, der immer 
nur seinen eigenen Namen ruft. 

2002. 
Ne pudeat, quae nescieris, te velle doceri. Cato 4, 29. 
Etwas lernen ist keine Schande. 



221 

2003. 
Ne musca quidem cum eo est. 

Taubmann ad Haut TrUcul. 2, 2, p. 1187. 
Er ist ganz allein» — 
Es ist kein Mäuschen bei ihm. 

2004. 
Ne per somnium quidem hoc velim. 

Nach Lucian. Mannt, p. 144. 

Das Hesse ich mir nicht im Schlafe einfallen. 
2005. 
Ne puero gladium (committe). Apostol cent 13. 
Gib keinem Kinde ein spitziges Messer. 
2006. 
Ne quaere mollia, ne tibi contingant dura. Erasin. p. 224. 
Wer's zu gut haben will, bekommt's gewöhnlich 

schlecht. — 
Es will Einer fischen, derweil^ krebst er. 

2007. 

Ne quid moveare verborum strepitu. 

Nach Aristotel Mannt, p. 971. 
Bange machen gilt nicht. 

2008. 
Ne quid nimis. TerenL Andr. 5, 1, 34. 
Zu viel ist ungesund. 

2009. 
Ne supra pedem calceus. Weber 5, 79. 
"Wer grösser sein will, als er ist, 
Der wird verachte zu jeder Frist 

2010. 
Ne sutor ultra crepidam. Plan. Hist. nat. 35, 10. 
Der Schuster bleibe bei seinem Leiste. 
2011. 
Ne temere promitte. Ovid. Jrt. am. 1, 631. 

Mache keine Versprechungen in den Tag hinein. 



222 

3012. 

Ne verba pro farina. ApostoL cent. 13. 

Bank gibt kein Mehl in den Kasten. — 

Von Dank 

Wird die Küche mank. 

2013. 
Nee dependis, nee propendis, quin malus nequamque sis. 

Plaut Asin. 2, 2, 39. 

Wer einen Schalk in's Kloster trägt ^ bringt einen 
Buben heraus. 

2014. 
Nee elephantus ebiberet. Mannt p. 1126. 
Es ist ein ziemliches Tränklein. 
2015. 
Nee mors humano subjacet arbitrio. Com. Galt. El. 1, 124. 
Wir können nicht sterben, wann^wir wollen. 
2016. 
Nee »mu« nee »ma« argutat. Petron. c. 57. p. 377. 
Er gibt gar keinen Laut von sich. — 
Er thut keinen Mukser. 

2017. 
Nee mulieri, nee greniio credi oportet. 

Pomp. Fest XII, p. 271. Dacer. 
Es ist keinem Weibe zu tränen. 

2018. 
Nee paupertatem, nee opes desidero magnas, 
Nolo parum, nimiura non volo, sat mihi sat. 

Owen ad Maecen. 3, 68. 
Nicht zu wenig und nicht zu viel 
Der Genügsame haben will. 

2019, 
Nee, quae praeteriit, cursu revocaMtur unda, 
Nee, quae praeteriit, hora redire potest. 

Ovid. Art. am. 3, 63. 64 
Verlorene Zeit kehrt nicht wieder. 



223 

2020. 
Nee regna socium ferre, nee taedae sciunt« SenecaAgam. 259. 
Herrschaft und Liebschaft dulden keine Gemeinschaft. 
2021. 
Nee superos moratur, nee inferos. Seybold p. 234. 

Er fragt weder nach Gott, noch nach dem T 

2022. 
Nee te collaudes, nee te eulpaveris ipse. Cato 2, 16. 
Niemand soll sich selbst loben, noch verachten. 
2023. 
Nee timeat mortem bene conscia Tita, nee optet. 

Auson. Ephem. Orat. 73. 
Wer ein gutes Gewissen hat, soll den Tod nicht 
fürchten, aber auch nicht wünschen. 

2024. 
Nee tua laudabis studia, aut aliena reprendes. 

HoraL Ep. 1, 18, ?9. 
Dein' Neigung du nicht loben sollt, 
Noch fremde schilt, so bleibst du hold. 

2025. 
Nee veteris formae gratia tota perit. Com. Galt. El. 2, 32. 
Man sieht noch an dem Scherben, wie einst der 
Hafen war. 

2026. 
Necesse est, facere sumptum, qui quaerit lucrum. 

Plaut. Asin. 1, 3, 65. 
Wer nicht setzt, gewinnt auch nicht. — 
Wer kegeln will, muss aufsetzen. 

2027. 
Necessitas ante rationem est. Curtius 7, 7. 
Noth kennt kein Gebot. 
2028, 
Necessitatem ferre, non flere addecet PubL Syr. 448. 
Man muss die Noth ertragen 
Und nicht darüber klagen. 



224 

2029. I 

Necessitati parendum est. Cicero de off. 2, 21, 74. . 
Man muss aus der Noth eine Tugend machen. \ 
2030. 
Nectar et ambrosiam, qui bene discit, habet Seyboldp. 334. 
Lernst du wohl, 

Wirst du der gebratenen Hühner voll; 
Lernst du übel, 
Musst du mit der Sau zum Kübel. 

2031. 
Negandi causa avaro nunquam deficit. Publ Syr. 444. 
Wer Nichts geben will, findet immer eine Aasrede. 
2032. 
Neglecta solent incendia sumere vires. Horat Ep. 1, 18, 85. 
Aus einem Fünklein unbedeckt, 
Wird oft sehr grosse Brunst erweckt 

2033. 
Neglectisurendafilexinnascituragris. Horat Serm. 1,3,37. 
Wer den Acker nicht baut, 
Dem wächst eitel Unkraut. 

2034. 
Negotia pluribus commissa segnius expediuntur. 

Schonheim p. 141. 
Viele Köche versalzen den Brei. — 
Viele Hirten hüten nichts Gutes. 

2035. 
Neminem metuit innocens. Seybold p. 337. 
Thue recht, scheue Niemand. 
2036. 
Neminem nee aecusaveris, nee laudaveris cito« Publ Syr. 818. 
Tadle und lobe Niemanden zu bald. 
, 2037. 
Nemini fidas, nisi cum eo prius modicum salis absumpseris. 

Nach Aristoteles. Fasel p. 160. 
Traue Keinem, mit dem du noch nicht einen Scheffel 
Salz gegessen hast. 



225 

2038. 
Nemo adeo ferus est, ut non raitescere possit, 
Si modo- culturae patientem commodet aurem. 

HoraL Ep. 1, 1, 39. 40. 

Niemand ist von Natnr so wild, 
Horcht er der Lehr', so wird er mild. 

2039. 
Nemo beneficia (accepta) in calendario scribit. 

Seneca de benef. 1, 2. 
Empfangene Wohlthaten vergisst man bald. 

2040. 
Nemo cum diabolo jocatür impune. Notarin p. 347. 

Wenn man den Teufel an die Wand malt, so kommt er. 

2041. 
Nemo ditescit, nisi malo alterius. Buchler p. 166. 

Des Einen Aufkommen ist des Andern Untergang. 

2042. 
Nemo diu gaudet, qui judice vincit iniquo. Cato 2, 14. 

Unrecht Gut gedeiht nicht. 

2043. 
Nemo hunc amat, qui verba nuntiat mala. 

Nach SophocL Eiselein p. 90. 
lieble Botschaft verdient kein Botenbrod. 
2044. 
Nemo ire qoemquam prohibet publica via. Reg. Jur. 
AÜmandgut ist nicht Nachbargut. 

2045. 

Nemo ita pauper tivit, quam pauper natus est. 

FuM. Syr. 459. 
Niemand lebt so arm, als er geboren ist. 

2046. 
Nemo malus hoc seiet. Lang p. 160. 

Man sagt das nicht jedem Narren. 

15 



226 

2047. 
Nemo militat suis stipendiis. B. P W. K. 164. 

Nichts umsonst, 
Ist gemeine Kunst 

3048. 
Nemo nascitur artifex. Buchler p. 32. 

Es ist noch kein Gelehrter vom Himmel gefallen. 
2049, , 
Nemo nostrüm non peccat. Peiron. c. 82. p. 530. 
Wir sind allzumal Sünder. 
2050. 
Nemo potest diu personam ferre fictam. Buchler p, 152. 

Angenommene Weis' 
Zerschmilzt wie Eis. 

2051. 
Nemo potest dominis pariter servire duobus. Fasel p. 161. 
Niemand kann zwei Herren zugleich dienen. 
2052. 
Nemo propheta sua splendidus in patria. Gärtner p. 154. 
Der Prophet gilt Nichts in seinem Vaterlande. 
2053. 
Nemo regere potest, nisi qul et regi. Seneca de ira. 2, 15. 
Wer nicht gehorchen gelernt hat, taugt auch nicht 
zum Befehlen. 

2054. 
Nemo repente fuit turplssimus. JuvenaL 2, 83. 
Das schlecht werden geht stufenweise. 
2055. 
Nemo seit, praeter me, ubi soecus me premat. 

Hieron. adv. Jovin, 1, 29. 
Ich allein weiss, wo mich der Schuh drückt 
2056. 
Nemo simul dominis par est servire duobus. 

Owen Epigr. 1, H, 
Niemand kann zwei Herren zugleich dienen. 



227 

2057. 

Nemo sine murine vrrit. Cato 1, 5« 
Niemand ist ohne Fehler. 
2058. 

Nemo tarn gnarus, qui non Sit laudis avarus. Gärtner p. 20. 
Niemand ist so der Weisheit voll, 
Wenn man ihn lobt, so thut's ihm wohL 

3059. 
Nepam imitait Plaut. Ca*. 2, 8, 7. 

Den Krebsgang gehen. 
2060, 
Neque caro, neque piscis. Buchler p. 153. 
Weder Fleisch, noch Fisch. — 
Weder kalt, noch warm. — 
Weder gehauen, noch gestochen. — 
Weder zu sieden, noch zu braten. 

2061. 
Neque compluitur, neque sole aduritur. Lang p, 316. 

Ein gewandter Bursche: einmal zu Markte, zweimal 
zur Mühle. 

2062. 
Neque mel, neque apes. Buchler p. 108. 
Keine Kose ohne Dornen. 
2063. 
Neque natare, neque literas novit. Nach Sueton. Octav. 64. 
Er kann weder gasen, noch Eier legen. 
2064. 
Neque nulli sis amicus, neque multis. 

Nach Hesiod, Mannt p. 904. 
Aller Leute Freund, Jedermanns Geck. 

2065. 
Nervus rerum gerendarum pecunia. Eiselein p. 218. 
Geld ist der Nerv. — - 
Wo du nicht bist, 
Herr Organist, 
Da schweigen alle Pfeifen. 

15* 



228 

2MS. 

Nescia mens hominum fati sortisque futurae. 

VirgU, Aen. 10, 501. 
Niemand weiss, wie es morgen gehen wird. 
2067. 
Nescis, quid serus yesper vehat» Macrobius Saturn. 1, 7. 
Lobe den Tag nicht vofr .dem Abend. 
2068. 
Nescit vox missa reverti. Borat. A. P: 390, . 
Geredet ist geredet. — 
Man kann die Rede nicht mehr hinunterschlacken. 

2069. 

Ni satur est ursus, facile haud saltare videbis, 

Zuber. Mon. K, 67. 
Hungrige Katzen mausen nicht gern. 
2070, 
Ni sit nota fides, ignoto non bene fides. Gärtner p. 96. 
Trau, schau, wem? 

2071. 
Nihil ad farinas. Steinmeyer p. 48. 

Es jagt keinen Hasen in die Küche. — 
Es gibt kein Mehl in den Kasten 1 . 

2072. 
Nihil ad fides (versum). Fasel p. 164. 
So haben wir nicht gewettet. — 
Das gehört nicht hieher. 

2073. 
Nihil ad rhombum. Seybold p. 219, 

Es reimt sich, wie Faust auf Auge, 
2074. 
Nihil agendo homines male agere discunt. Colum. r. r. 12, 1. 
* Miissiggang ist aller Laster Anfang. 
2075. 

Nihil difficile amanti. Cicero Orat. 10. - 
Die Liebe lernt tanzen. 



229 

20W: 
Nihil caute simul ac celeriter gert potest. Seybold pl 347. 
Eilen thut nicht gut.' — 
'Eile mit Weile. 

2077. 
Nihil est ab omni parte beatum. Horat. Carm. 2, 16, 27, 28. 
In der Welt ist Nichts vollkommen. — 
Niemand ist ganz gülden. — 
Jede» drückt irgendwo der Schuh. 
2078. 
Nihil minus expedit, quam agrum dptfme eolere 

Pän. HisL nat 18, 6. 
Allzu gut und allzu viel ist ungesund. 

2079. 

Nihil opertum, quod non reYeletar. Seybold p. 350. 

Es kommt Alles an den, Tag, 

"Was unter d/em Schnee verborgen lag. 

2080. 

Nihil recte sine exemplo docetur, aut discitur. Colum. 1 1, 1, 4. 

Was mit Exempeln nicht bewährt, 
Wird schlecht gelernet und gelehrt. 

2081. 
Nihil recusandum, quod donatur. ManuL p. 987. 
Man soll kein Geschenk ausschlagen. — 
Einem geschenkten Gaul 
Siehe nicht in's Maul. 

2082. 
Nihilo sapientior ille, 

Qui te deridet, caudam trahit. Horat Serm. 2, 3, 52. 53. 
Ein Esel schilt den andern Langohr. 
2083. 
Nil actum credas, dum quid superesset agendum. 

Lucan. 2, 667. 
Thue Nichts halb. 

2084. 

Ml bene panper agit Alan. 4. 

In des armen Mannes Beutel verdirbt viel Witz. 



280 

20S5. 
Nil adeo dulce est, quod non videttur amarum 
Et non displiceat, si plus duraverit aequo. 

Palmgen. 2, 391. 392. 
Man wird zuletzt jeder Sache überdrüssig, wenn sie 
zu lange währt. 

2086. 
Nil adeo fortuna gravis miserabfle fecit, 

Ut minuant nulla gaudia parte malum. Oviä. exPontA,\, 5. 
Kein Unglück ist so gross, 
Es hat ein Glück im ßchooss. 

2087. 
NU citra recti mensuram sumere debes. Locher Nuth. 2, 43. 
Halte Mass in allen Dingen. 
2088. 
Nil dictu foedum visuque haec limina tangat, 
Intra quae puer est. Javenal 14, 44. 45. 

Kindern soll kein Aergerniss gegeben werden. 
2089. 

Nil est tarn pravum, quod ad ullura non valet usum. 

Neander p. 293. 

Nichts ist so schlecht, dass man es nicht zu Etwas 
gebrauchen könnte. 

2090. 
Nil melius vere, quam cum ratione tacere» Gärtner p. 197. 
Wenig reden und wohl bedacht, 
Hat Manchem Nutz und Ehr' gebracht. 

2091. 
Nil mlserabilius, quam incerta sede vagari. Seyboldp. 354. 
Arm ist, wer keine g'wisse Statt 
Und nirgendwo zu bleiben hat. — 
Eigener Herd 
Ist Goldes werth. 

2092. 
Nil, nisi quod prodest, carum est. Oxid, ex Pont. 2, 3, 15. 
Nur der Nutzen macht Etwas werth. 



231 

2093. 

Nil ppodest, quod non laedere possit idem. Ovid. Tritt. 2, 266. 

Waa nützen kann, das kann auch schaden. 

2094. N 

Nil quidquam Duo haben t, nil quidquam possidet Unum; 

Sex vero nil dant, dant tibi Quinque nihil; 
Sed Tria cum Quatuor mediorum turba fidelis: 

Conjungunt operas haec aliquando pias. ZincgrefS, p. 55. 
Dauss, Ess hat Nichts; Sess, Zink gibt Nichts; 
Aber Quater,,Drei, die helfen frei. 

2095. 
Nil refert, uno constringi, Tel pede bino. Gärtner p. 54. 
Es ist ein kleiner Unterscheid: 
Ein Bein im Strick, öder alle beid'. 

2096, 
Nil timet adversi, quem servat rector Olympi. Seyboldp. 357, 
Wer Gott da hat zum Freunde mit, 
Denselben kein Unglück betritt. 

2097. 

Nimia ftmiliaritas parit contemptum. Schamel V. 198. 

Gar zu innige Gemeinschaft erzeugt Geringschätzung. 
2098. 

Nimium altercando veritas amittitur. Publ. Syr. 475. 
Mit viel zanken und disputiren 
Thut man die Wahrheit leicht verlieren. 

2099. 
Nimium boni est, cui nil est mali. 

Ennius Fragm. ReL p. 118« 
Wem's nicht schlecht geht, dem geht's gut genug. 
2100. 

Nimium ne crede colori. VirgÜ. EcL 2, 17. 
Lass dich nicht vom Schein betrügen. 

2101. 
Nimium tendendo rumpitur funiculus. Seybold p. 358. 

Wenn man den Bogen zu schtaff spannt, so bricht er. — 
Allzu scharf macht schartig. 



232 

2102.; 

Nitere cum studio, si vis aliquaado nitere. Mss. Maier. 

Gib dir Mühe, wenn du zu Ehren gelangen willst. 
2103. 
Nitimur in vetitum semper cupimusque negata. 

Ovid. Amor. 3, 4, 17. 
Verbotene Frucht schmeckt am besten. — 
In verbotenen Seen fischt man gern. 

2104. 
Niyeo denticulo atrum venenum inspirare. 

ApuL Met. 11, p. 269. 
Eine bittere Sache süss eingeben. 
2105. 
Nobile vincendi genus est patientia; vincit 

Qui patitur : si vis vincere, disce pati. Gärtner p. 153. 
Wer lernen und gewinnen will, 
Muss leiden und ertragen viel. 

2106. 
Nobilitas morum magis ornat, quam genitorum. 

Neander p. 291. 
Edel macht das Gemtith, 
Aber nicht das Geblüt. 

2107. 
Nobilitas sola est atque unica virtus. JuvenaL 8, 20. 
Wer Tugend hat, ist wohlgeboren. 
2108, 
Nocet emta dolore voluptas. Horal. EpisL 1, 2, 55. 
Süss getrunken, sauer bezahlt. 
2109. 
Nocet innocuo nocuus, causamque nocendi 
Invenit. Anon. Fab. Aesop. 2, 15. 16. 
Wer lustig ist zu Zank und Streit, 
Der findet bald Gelegenheit. 

2110. 
Nocte lucldus, interdiu kratilis. Erasm. p. 13* 

Gerade da, wo er Etwas nutz sein sollte, ist er Nichts. 



»88 

2111. 

Nocte latent mendae* tttiofue ignosdtur omni. 

Qmd. Art. am. 1, 249. 
Bei Nacht sind alle Kühe schwarz. 
2112. 

Nocte pluit tota, redeunt spectacula mane. 

Donat. in vita VirgÜH. 
Nach Regen folgt StfUM&sctein. 

2113. 
Nocte rubens coelum cras indicat esse serenum, 
Atque rubens mane tempus signat pluviale; 
Ancillae venter adipem foetumve latenter. Gärtner p. 38. 

Morgenröthe kann nicht lügen, 
Mägdebauch kann nicht betrügen: 
Ist's kein Regen, so ist's ein Wind, 
Ist's kein Speck, so ist's ein Kind. 

2114. 
Noctes atque dies patet atri janua Ditis; 

VityU. Aen. 6, 127. 
Der Tod ist jede Stunde bereit uns abzuholen. — 
Der Teufel bietet jeder Zeit seine Dienste an. 

2115. 
Noctua inter cornfces; Buchler p. 34. 

Ein Einfaltiger unter den Weltkindern. — 
Saul unter den* Propheten. 

2116. 
Noctuas Athenas portare. AposloL cent. 6. 
Ablass nach Rom tragen. 
2117. 
Nocamenta sunt documenta. Weber 1, 85. 
Durch Schaden wird man klug. — 
Was versehrt, das lehrt. 

2118; 

Nodum in seirpa quaeris. Ennius ComoerL reL p. 162, 

Du suchst Schwierigkeiten, wo keine sind. 



234 

2119. 

Nolens yolens. Nach Homer. Buchler p. 197. ! 

J a sagen und nein meinen. 

2120. I 

Noli me tangere! Schreger p. 215. 

Die Hand vom Butten! es ist D ... . drin. I 

2121. 

Nomen abit sine re, sine nomine rem tibi quaere. I 

Eiselein p. 486. 
Der Name thut Nichts zur Sache. i 

2122. 
Nomen et omen. Schamel. V, 209. j 

Gute Namen 
Gerne anen (ähnlichen). < 

2123. 

Nominis est cuculus proditor ipse sui. Zuber. Mon. tt, 23. ( 
Der Gukuk ruft seinen eigenen Namen. 
2124. 
Non absque Theseo. Tapp 115 b. 

Mit den Nachbarn hebt man die Zäune. 
2125. 

Non amat hie puerum, qui raro corrigit illum. Gärtner p. 37. 
Je lieber das Kind, je schärfer die Zucht. 

2126. 
Non Archimedes posset melius describere. 

Gcero pro CluenL 32. §. 87. 
Das hätte selbst der Herr Pfarrer nicht besser sagen 
können. 

2127. 

Non audet Stygius Pluto tentare, quod audet 

Effrenis monachus plenaque fraudis anus. Gärtner p. 178. 
Wo der Teufel nicht selbst hin will, uschikt er ent- 
weder einen Pfaffen, oder ein altes Weib. 

2128. 
Non bene ölet, qtti bene semper ölet MaräaL 2, 12. 
Wer immer gut riecht, riecht nicht gut. 



235 

2129. 
Non bene casta cAro, si bene pastä caro. B. P. W. K. 142; 

Wenn der Kopf und Bauch ist voll, 
Ist der Reinigkeit nicht wohl. 

2130. 
Non bene coepfese , sed bene perfecisse laudis est. 

Seybold p. 227. 

Es ist nicht genug, gut spannen, man rouss auch 
gut schiessen. 

2131. 
Non bene convemunt, nee in una sede morantur 
Majestas et amor. Ovid. Met 2, 847. 848. 

Mit grossen Herren ist nicht gut Kirschen essen. 
2132. 
Non bene cum soeiis regna Yenusque maneni 

Ovid. Art am. 3, 564* 
Liebschaft und Herrschaft leiden keine Gemeinschaft. 

2133. 

Non bene dissimiles in eadem sede morantur. 

Tschermng p. 60. 
Ein ungleiches Paar Ochsen läuft nicht gut unter 
einem Joch«. 

2134. 
Non bene pro toto libertas venditur auro. 

Jncn. Fab. Aesop. 54, 25. 
„Die edle Freiheit geht vor Gold" 
Sprach die' Wachtel und flog in's Holz. 

2135. 
Non bene, si tollas proelia, durat amor. Ovid. Amor. 1, 8, 96» 
Liebe muss gezankt haben. 

2136. 
Non bonus est soeiüs, qui devorat omnia solus. 

Gärtner p. 193. 
Das ist eine böse Kuh, welche die Weide allein 
haben will. 



236 

2137. 
Non bonus est uffi, qui malus ipse sibi. Gßrjner p. M4, 
Ein böser Vogel, der in sein eigenes Nest hofirt 
2138. 
Non capit regnum duos. Mwr, Majer. 

Zwei Oöckel in einem Hofe thun nicht gut. 
2139. 
Noto certatur de oleästro. Buchler p. 193. 
Es handelt sich um etwas Hechtes. 
2140. 
Non cito decrescit mala planta, sed usque virescit. 

Gärtner p. 92. 
Unkraut verdirbt nicht. — 
Eine böse Art verliert eich nicht leicht. 

2141. 

Non clamor, sed amor clangit in aure Dei. Gärtner p. 16. 
Gott sieht nicht das Geschrei, sondern das Herz an. — 
Gott schlaft nicht, daas man ihn erst mit Schreien 
aufwecken jaüsste. 
2142. 
Non contingit ignavis praeda. Seybold p. 228. 

Es fliegen Einem keine gebratend Tauben in's Maul. 
2143. 
Non contradicens dieitur esse sequens. Gärtner p, 42. 
Wer nicht wider mich ist, der ist für mich. 
2144. 
Non convalescit planta, quae saepe transfertur. Seneca Ep. 2. 
Die Pflanze nicht gnt wurzeln kann, 
Die oft wird hin und her gethan. . 
2145. 
Non conveniens omnibus omnis erit. Ovid. Art. am. 3, 188. 
Niemand kann es allen Leuten recht machen. 
2146. 
Non cuilibet pulsanti patet jamia. Schreger p. 14. 
Es ist nicht für Jeden der Tisch gedeckt. 



»7 

2147. 
Non cuivls homini cortängU adfre Corinttama. -= 

mrut. £p, 1, 17, 36, 

Nicht Jeder hat solehes Glück. — 
Es geräth nichtTJedem. . 

' ' • ■•;*'• ~ 2i48. "• ' ' / ' " 

Non curatur, qui curat 

(Inschrift auf den Bädern Antonius.} 
Ein Kranker, der «icfe mit Sorgen trägt/ wird nkht 

gesund. •*-, . . 

Schaben fressen die Kleider, SQrgen das Eingeweid, 

(Agricola.) 

2149. 
Non datum est summis imperiis, stare diu. Agricola p. 10. 
Grosse Gewalt kann Gott nicht erleiden. 

2150. • j < 

Non de ponte cadit, qui cum prudentia vadit Sehreger p. 36. 
Wer gescheidt drein geht, 
Der allezeit besteht. 

' .2151. / " "' /''/;•'' 

Non decet superbum esse hominem servum. Seyboldp. 365* 
An armer Leute Hoffahrt wischt der Teufel das Ge- 
sä&S ab. * ' 

2152. 
Non deficit alter. SchameL IV, 150. 

Die Wtett ist wir Leute. - 

2153. 
Non dulces rivi ex fohte effunduntur amaro, Patingen. 7, 76. 
Aus bitteren Quellen fliegst kein süsses Wasser. 
2154. 
Non erit jgootae graüa magna lyr^e. Oß&. Art. am.3 y £QO. 
Ein vergebener Schatz ist Nichts wertju 

2155. : 

Non est ad astra mollis e terris via. Seneca Herc. für, 437* 
Wer flir den Himmel ist erkor'ny 
De» stechen Disteln oft tmd Dom; 



288 

2156. 
Non es in hoc albo. Buchler p. 19. 

Du Stehst nicht in dem Register. 

2157. 
Non est consultum, nidis imponere stultum. Schregerp. 55. 
Den Narren soll man nicht über die Eier setzen. 

2158. 
Non est de nihilo, quod publica fama susurrat, 

Et partem veri fabula semper habet Seybold p. 367. 
Gemein Geplärr 
Ist selten leer. — 

Man heisst keine Kuh Blässlein , sie habe denn ein 
Sternlein. 

2159. 
Non est de pane lucrando. SchameL II, 53. 
Es bringt kein Brod in's Haus. 

2160. 
Non est discipulus par cognitione magistro. Buchler jt?. 96. 
Der Lehrer weiss immer mehr, ala der Schüler. 
2161. 
Non est ex horto flosculus ille tuo. Schreger p. 58. 
Das ist nicht in deinem Kopfe gewachsen. 
2162. 
Non est in medico semper, relevetur ut aeger. 

Ovtd. ex Pont. 1, 3, 17. 
Nicht alle Krankheiten sind heilbar. — 
Es kann der Arzt nicht allezeit 
Gesund herstellen kranke Leut'. 

21'63. 

Non est in potA vera salute salus. R. P. W. K. 195. 

Viel Gesundheit trinken ist ung'sund: 
Der Tod geht oft ein durch den Mund. 

2164. 
Non est laudandus, ne in coena quidem. Erasm. p. 253. 
Man muss lügen, wenn man ihn loben will. 



2S9 

2165. 
Non est lex aequior ulla, 

Quam, necis artifices .arte perire sua. 

Ovid. Art. am. 1, 655. 656. 
Wer Andern eine Grubo gräbt, fallt selbst hinein. 
2166. 
Non est magna domus; quid tum? sub paupere tecto 
Saepe etiam virtus ingeniosa latet. Seybold p. 359. 
Unter einem schlechten Hut steckt oft ein gescheidter 

Kopf. — 
In einem schlechten Rock steckt oft ein braver Mann. 

2167. 
Non est otium servis. Agricola p. 306. 
Wer da dienet, der dienet 

2168. 
Non ex quovis ligno fit Mercurius. Apul. Apol p. 302. 

Nicht aus jedem Holze kann man Pfeifen schneiden. — 

Nicht jedes Holz 

Gibt einen Bolz. — 

Was nicht kann werden ein Bildstock, 

Das wird zum Nutzen ein Sautrog. 

2169. 
Non facile Caesar, sed nihil essepotest. Unegref^p. 76. 
Kaiser werden ist eine schwere Sach'; 
Nichts werden, das kannst du jeden Tag. 

2170. 
Non facit ad lacrymas barbitos ulla meas. Ovid. Heroid. 157. 
Gegen Thränen hilft kein Saitenspiel. 

2171. 
Non facit ad multam crapula multa diem. Seybold p, 370. 
Viel Schlemmen macht kurze Tage. 

2172. 
Non fit hirsutus lapis per loca multa volutus. 

Steinmeyer p. 64. 
Rollender Stein wird nicht moosig. 



MO 

21T3. 

Non flos, sed flores faciunt ex arte oorollam. Leib. Sktd. S8T. I 
Eine Blume macht keinen Kranz. — 
Eine Schwalbe macht keinen Sommer. 

2174. 
Non fucata , sed est simple* oratio veri. Seybold p. 371. 
Die Wahrheit bedarf keines Aufputzes. 
2175. 

"Non fkdt hie natus, nullo nascetur et aevo, 

Omnibus ex aequo qui placuisse sciat. Eiselein p. 467. 
Der Mensch noch nicht geboren ist/ 
Der aller Welt gefällig ist. 

2176. 

Non gaudebis amore coacto. Seybold p. 87L • 
Aus einer gezwungenen Eh' 
Kommt lauter Leid und Weh. 

2177. 
Non habet anguillam, per caudam qui tenet illam* 

Eiselein p, 1. 
Wer den Aal anfasst beim Schwann, 
Hat ihn weder halb, noch gans. 

2178. 
flfoa batet CTontns sordtöa praeta bonos, . 

Onid. Amor. 1, 10, 48. 

Unrecht Gut gedeiht nicht* 
2179. 

Non habet, cui indormiat. Nach Theorit. Fasel. p f 171. 

Er hat nicht, wo er sein Haupt hinlegt. 

2180. 
Non inest remedium adversus sycophantae morsum. 

Seybold p. 283. 
Gegen böse Zungen hilft keine Arzenei. 
2181. 
Non intellecti nulla est curatia raorbi. Com. Gatt. Ei. 3, 55. 
Wenn man die Krankheit nicht erkennt, 
Kein Mittel auch dieaelb! abwend't. 



241 

2182. 
Non intret tua limina quisquam 
Frater, vel monachus, vel quavis lege sacerdos. Paling. 5, 586* 

Alte Affen, 

Junge Pfaffen, 

Und dazu noch rauhe Bären 

Woir nicht in dein Haus begehren. 

2183. 
Non tnvitati venlunt prandere parati. Zincgref 3, p. 243. 
Ungeladene Gäste sind die werthesten. 
2184. 
Non juga taurus amat, quae tarnen odit, habet. 

Lehmann p. 936. 
Nicht gerne trägt der Ochs das Joch, 
Und was er anfeind't, hat er doch. 

2185. 
Non liberat diadema capitis dolore. Eiselein p. 397. 
Es hilft keine Krone gegen das Kopfweh. 
2186. 
Non liberat podagra calceus. Nach Plutarch. Lang p. 248. 
Es hilft kein Panzer gpgen den Galgen. 
2187. 
Non luctu, sed remedio opus in malis. Er asm. p, 33. 

Hundert Pfund Sorgen bezahlen kein Loth Schulden. 
2188* 

Non ineretur audire verum, quifraudulenter interrogat Reg.jur. 
Klaus Narr ward geiragt, warum er so frühe auf- 
gestanden sei? 
Antwort: Er habe **ich müssen anziehen. 

2189. 
Non minor est für, 

Qui praedae partem capit, ac qui sumpserit ipse. Mss, Majer. 
Der Hehler ist so schlecht, als der Stehler. 
2190. 
Non nenti suum manet linum. Buchler p. 113. 

Spinn' ich nicht, so behalte ich meinen Flachs. 

16 



242 

2191. 
Non minor est virtus, quam quaerere, parte toeri. 

Ovid. Art. amat 2, 13, 
Der ersparte Pfennig gilt so viel, als der gewonnene. 

2192. 
Non minus molestum est calvis, quam cematis, pflos vellL 

Seneca de tranq, anim. 7. 
Der Eine lässt so wenig gerne Haar, als der Andere. 

2193. 
Non missura cutem, nisi plena cruoris hirudo. 

HoraU A. P. 476. 
Der Egel lässt nicht ab, er sei denn Blutes voll. 

2194. 
Non, nisi certanti, laeta corona datur. Schonheim p. 154. 
Wer nicht kämpft, wird nicht gekrönt. — 
Nach der Arbeit kommt erst der Lohn. 

2195. 
Non nostruro, tantas componere Utes. Virgil. Ecl 3, 108. 
Was geht uns der Weltlauf an? 

2196. 
Non emnes eadem mirantur amantque. HoraL Ep. 2, 2, 58. 
Die Geschmäcke sind verschieden. — 
Jedem Narren gefällt seine Kappe. 

2197. 
Non omnes, qui citharam habent, sunt citharoedi. 

Varro Ä. Ä. 2, 1, 3. 

Es sind nicht alle Köche, die lange Messer tragen. 

2198. 
Non omnes sancti, qui calcant limina templi. Gärtner p. 93. 
Es sind nicht Alle fromm, die in die Kirche gehen. 

2199. 
Non omnes stertentes dormiunt Bebel. 

Es schlafen nicht Alle, die die Augen zu haben. 



243 

2200, 
Non oronibus dormio. Cicero Ep. ad Farn. 7, 24. 
Ich drücke nicht bei Allen die Augen zu. — 
Ich sehe nicht Jedem durch die Finger. 

2201. 
Non omnibus inrom est, quod placet. 

Petron. 'Tat Fragm, p. 375. 
Die Geschmäcke sind verschieden. — 
Jedem Narren gefällt seine Kappe. 

2202. 
Ron ornnino temere est, quod vulgo dictitant. 

Nach Aristotel. Steinmeyer p. 57. 
Gemein Geplärr 
Ist selten leer. — 

Man heisst keine Kuh Blässlein, sie habe denn ein 
Sternlein. 

2203. 
Non omnis fert omnia tellus. Virgil. Ecl. 4, 39. 

Georg. 2, 109. 
Non tellus eadem parit omnia. Ovid. Art. am. 1, 757. 
Nicht jedes Land 
Hat Alles zur Hand. 

2204. 
Non oportet hospitem semper esse hospitem. Erasm, p. 570. 
Man muss sich in die Leute schicken lernen, bei 
denen man ist. 

2205. 
Non orat semper stans intra templa frequenter. 

Neander p. 295. 
Man geht nieht immer Betens wegen in die Kirche. 

2206. 
Non patitur ludum fama, fides, oculus. Seybold p. 376. 
Glaub', Auge und Glimpf 
Leiden keinen Schimpf. 

2207. 

Non plus sapit, quam occisa sus. Plaut mit. glor. 2, rf, 4. 
Er ist so dumm, wie ein Mück D . . . . 

16* 



244 

2208. 
Non perit indigne, quem sua culpa necat. Mss. Majer. 

Wer's nicht anders haben will, de >> geschieht recht. — 
Was der Mensch werth ist, widerfahrt ihm. 

2209. 

Non possunt habitare simul contraria. Alan. 2* 

Was nicht zusammen gehört, soll man nicht zu- 
sammen zwingen. 

2210. 
Non potest bene geri res publica multorum imperiis. 

Corn. Nep. Dion 6. 
Viele Köche versalzen den Brei. — 
Viele Hirten hüten nichts Gutes. 

2211. 
Non potes Thetidem simul et Galateam amare. 

Narh Lucian. Fasel, p. 173. 
Man kann Frau und Magd nicht zugleich zur Ge- 
liebten haben. 

2212. 
Non potest numerare supra quinque. 

Nach Zenodot. Eiselein p. 195. 
Er kann nicht Fiinfe. zählen. 
2213. 
Non procul a proprio stipite poma cadunt. 

/?. P. W. K. p IL 
Der Apfel fallt nicht weit vom Stamme. 
2214. 
Non procul a stabulis audet discedere, si qua 
Excussa est avidi dentibus agna lupi. 

Ovid. Trist 1, 1, 77. 78. 
Gebrannte Kinder furchten das Feuer. 
2215. 
Non pudor est, nil scire, pudor, nil discere Teile. 

Schonheim p. 155. 
Nicht« wiesen ist keine Schande, wohl aber, Nicht« 
lernen wollen. 



245 

2216. 

Non quam diu, sed quam bene acta Sit Tita refert. 

Seneca Epist. 77. 
Wohl gelebt, lange gelebt. 

2217. 
Non quam late, sed quam laete habites, refert, Fasel p. 174. 
Klein Haus, grosse Ruhe; gross (laus, kleine Ruhe. 
2218 
Non quisquam melior medicus, quam fidus amicus. Cato 4,13. 
Ein treuer Freund ist der beste Arzt. 
2219. 
Non quisquam sophiam, sapientia quae perhibetur, 
In somnis vidit, priusquam discere coepit. 

Ennius Annal. rel p. 35. 
Es ist noch kein Gelehrter, vom Himmel gefallen. 
2220. 
Non, quisquis applaudit, idem et amicus est. Stybold p. 378. 
Es sind nicht Alle Freunde, die Einen anlachen. 
2221. 
Non renuit mulier locupleti nubere, seu sit 
Improbus, aut mendax, sacrllegusque palam. 

Locher Nuth. 3, 81. 82. 
Auf den schlechtesten Hafen findet sich ein Deckel. 
2222 
Non revocare potes, quae periere dies. Auson. Epigr. 13, 4. 
Vergangene Zeit lässt sich nimmer zurückwünschen. 
2223. 
Non sane convenit, ut Hercules Omphalae serviat 

Oldenburg p. 266. 
Der Mann soll nicht des Weibes Knecht sein. 
2224. 
Non semper Bacchanalia. Schreger p. 15. 
Non semper Saturnalia sunt. Seneca Apocoloc. 12./?. 405. 

ed. Heins. 
Es ist nicht allezeit Kirchweihe (Fastnacht). 



246 

2325, 

Non scholae, sed vitae. Mss. Majer. (SenecaV) 

Nicht ftir die Schule, sondern fiör das Leben. 
2226. 
Non secus excipitur, quam sus in domo Judaei. Buchler pM. 
E» geht ihm, wie der Sau in der Judenküche. 
2227. 
Non secus illemihi exosus, quam limina Ditis. Seyboldp. 378. 
Ich bin ihm so feind, wie dem Teufel. 
2228. 
Non semper erit aestas. Weber 1, 47. 

Man muss nehmen, wann es kommt. — 
Es ist zwar immer Jagtag, 
Aber nicht immer Fahtag. 

2229. 
Non semper felix temeritas. Agricola p. 89. 

Glückt es Einem, so glückt es Hunderten nicht 
2230. 
Non semper ferlet, quodcunque minabitur arcus. 

HvraL A. P. 350. 
Nicht alle Kugeln treffen. ~~ 
Die Hunde , die am meisten bellen, beissen am 
wenigsten. 

2231. 
Non semper homo talis est, qualis dicitur. Lehmann p 300. 
Geschrei macht den Wolf grösser, als er ist. 
2232. 
Non semper idem spirat ventus. Novarin p. 256. 
Zeit und Umstände sind verschieden. 
2233. 
Non semper laetus ridet Apollo. Seybold p. 379. 
Die Glückssonne scheint nicht immer. 
2234. 
Non albl, sed aliis aries sua vellera portat. Alan. /. 
Der Eine säet, der Andere emdtet. 



247 

2235. 
Noft semper teneritas est Mix. Livius 28, 42. 
Waghals brach schon oft den Hals. — 
Wagen gewinnt, Wagen verliert. 

2236. 

Non, si male nunc, et olim sie erit 

HoraL Carm. 2, 10, 17. 19. 

Es wird schon wieder besser werden. — 
Auf Regen folgt Sonnenschein. — 
Und wenn die Hoffnung auch den Ankergrund verliert, 
So lasst uns fest an diesem Glauben halten: 
Ein einziger Augenblick kann Alles umgestalten. 

(Wieland, Oberon). 
2237. 

Non simile est veri, si sit cum virgine solus 
Clericus, hos Noster dicere velle Pater. 

Nach Eiselein p. 141. 
Liegt Einer im Bett bei Einer im Kloster, 
So beten sie schwerlich da« Paternoster. 

s 2238. 
Non sit in arcanis mulier tibi cpnscia rebus. Mss. Majer. 
Binde den W eibern nicht Alles auf die Nase. 
2239. 
Non stillant omnes, quas cernis in aCre, nubes. 

Ä. P. W. K. p. 82. 
Es kommt nicht immer Regen, 
Wenn schon die Wolken schweben. 
2240. 
Non sunt facienda mala, ut eveniant bona. Neanderp. 93. 
Der Zweck heiligt die Mittel nicht. 
2241. 
Non sunt longa, quibus nihil est, quod demere possis. 

MarHaL 2, 77. 
Hat man's lang, so lässt man's lang hängen. 
2242. 
Non valet aequari gemmae vitrum pretiosae. Salut. 69. 
Es ist nicht Alles Gold, was glänzt. 



^ 248 

2243. 
Non tarn aqua similis aquae. Plaut Menaech. 5, 9, 30. 
Non tarn lac lacti simile. Plaut . Amphitr, 2, 1, 54. 
Non tarn ovo ovum simile. Cicero Quaest acad. 4, 18. 
Es sieht sich so .gleich, wie ein Ei dem andern. 
2244. 
Non tarn difficilis sacra scriptura est, velut illam 

Spe lucri et laudis theiologi faciunt. Leib. Stud. 183. 
Gottes Wort war' nicht so schwer, 
Wenn nur der Eigennutz nicht wär\ 

2245. 
Non übique idem decorum est. QuinctU. Inst 5, 10. 
Land's Art, Land's Sitte. — 
Wo es Brauch ist, singt man den Pumpernickel in 
der Kirche. 

2246. 
Non uno ictu arbor cadit. Lehmann p. 22. 
Von einem Streiche 
Fällt keine Eiche. 

2247. 
Non valet lotium suum (i. e. suile). Pelron c. 57. p. 371. 
Er ist keinen Pfifferling werth. 

2248. 
Non venit ante snos prudentia nobilis annos. Seyboldp. 238. 
Verstand kommt nicht vor din Jahren. 

2249. 
Non venit ex molli vivida fania toro. Mss. Majer. 

Unsterblichkeit erwirbt man sich nicht im Federnbette. 

2250. 
Non Terbis, at factis opus est. Nach Suidas. Fasel p. 175. 
Es hilit hier kein Maulspitzen, es muss gepfiffen sein. 
2251. 
Non videmus, manticae quod in tergo est. CatulL 22, 21. 
Niemand sieht den Balken im eigenen Auge. 



249 

2252. 
Non vis, aut numerus, raelior sed causa triumphal 

Seybold p. 382. 

Nicht grosse Kriegsmacht in dem Feld, 
Die gute Sach' den Sieg erhält. 

2253. 

Non volat in buccas assa columba tuas. Gärtner p. 106. 
Nulli per ventos assa columba venit Buchler p. 85. 

Es fliegt Einem keine gebratene Taube in's Maul. 

2254. 
Nondum omnium dierum sol occidit, Livius 39, 26. 
Es ist noch nicht alle Tage Abend. 

2255. 
Nos habebit humus. Mss. Majer. (Altes Commexdied.) 
Der Tod vergisst Keinen. 

2256. 
Nos numerus sumus et fruges consumere nati. 

Horat. Efrist. 1, 2, 27. 
Was weder Gott noch Menschen nützt, gehört in's 
Kloster. 

2257. 
»Nos poma natamus« — Buchler p. 158. 

sprach die Rossbolle und schwamm mit andern 

Aepfeln den Bach hinunter, — 
Der Mausd . . * . ist immer unter dem Pfeffer. 

2258. 

Nos, ubi decidimus, pulvis et umbra sumus. 

Horat. Carm. 4, 7, 14. 16. 

Was da lebt und webt auf Erden, 

Muss zu Erd' und Asche werden. ((Jacobi.) 

2259. 
Nosce te ipsum. Apostol cent 6. 
Lerne dich selbst kennen. — 
Greife in deinen eigenen Busen. 



250 

2260. 

Noscitur ex socio, qui non cdgnoscitur ex se. Gärtner p. 134. 

Willst wissen du, wie sei der Mann, 
So siehe sein' Gesellschaft an. 

2261. 
Nostra Deus subitis non damnat crimina poenis, 

Corapensat longas sed gravitate moraa. Seybold p. 384. 
Gottes Gerechtigkeit kann borge», — 
Gottes Gerichte kommen langsam, aber schwer. 

2262. 

Nota mala res optima est Plaut. Trimm. 1, 2, 25, 

Ein böses Weib ist nicht mehr böse, sobald man 
sie kennt 

2263. 

Notior fabula nulla. Ovid. Amor. 1, 9, 40. 

Die Sache ist weltkundig. j 

2264. | 

Novacula factus es contra te ipsum. N worin p. 116. i 

Du hast dir die Ruthe selbst über den Rücken ge- , 
bunden. ' 

2265. 
Novacula in cotem. Nach Livius 1, 36. 
Mit der Schneid' in die Steine. 

2266. 
Novi tuos digitos. Cicero ad AU. 5, 21, 13. 
Ich k nne deine Geschicklichkeit. 

2267. 
Novus fructus, novus luctus. Seybold p. 385. 
Neue Kinder, neues Kreuz. 

2268. 

Nox et amor vinumque nihil moderabile suadent. 

Ovid. Amor, 1, 6, 5f. 
Die Nacht, die Liebe und der Wein 
Rathen nicht viel Gutes ein. 



251 

2269. 
Nube solet pulsa candidus ire dies. Ovid. Tritt. 2 y 142. 
Nach Regen folgt Sonnenschein. 
2270. 
Nuces relinquere. Persius 1, 10. 
Die Kinderschuhe austreten. 
2271. 
Nudato Petrum Paulo tegere nefas. Eiselein p. 17. 

Man soll keinen Altar entblössen, nm einen andern 
zu decken. 

2272. 
Nudi nascuntur, nudos quos terra reocptafc Cohmb. 2, 54. 
Nackt treten wir in's Leben, 
Nackt fahren wir davon. 

2273 
Nudo detraherevestimenta quispotest? Plautus Asin. 1, 1, 79. 
Wo Nichts ist, hat der Kaiser das Recht verloren. 
2274L 
Nudus ad infernas, stulte, vehere rates. ProperL 3, 3, 36. 
Man kann im Tode Nichts mitnehmen. 
2275. 
Nudus nee a decem palaestritis dispoliari potest. 

Apul. Met 1. p. 109. 
Wo Nichts ist, hat der Kaiser das Recht verloren. 

2276. 
Nudus, ut e bulga matris. Nach Lucilius. Apostol cent 6. 
Nackt, wie aus Mutterleibe. 
2277. 
Nulla calamitas sola. Nwarin p. 47S. 
Nullum infortunium venit £olum. Weber 1, 28. 
Kehrt das Unglück einmal ein, 
Selten wird's alleine sein. 

2278. 
Nulla fides regni soeiis. Lucan. Phars. 1, 92. 
Herrschaft duldet keine Gemeinschaft. 



252 

22^9. 
Nulla dies abeat, quill linea ducta supersit. Buchler p. 85. 
Man soll keinen Tag vorübergehen lassen, ohne 
wenigstens Etwas zu thun. 

2280. 
Nulla dies moerore caret B. P. W. K. 59. 
Jeder Tag hat seine Plage. — 
Kein Tag 
Ohne Klag'. 

2281. 

Nulla fides inopL Auson. Epigr. 92, 4. 
Der Arme gilt nirgends Etwas. — 
In des armen Mannes Beutel verdirbt viel Witz. 

2282. 
Nulla fides pietasque viris, qui castra sequuntur. 

Lucan. Phars. 10, 407. 
Was nicht gut thun will, dem gibt man eine Flinte 
auf den Rücken. 

2283. 

Nulla fides unquam miseros elegit amicos. 

Lucan. Phars. 8, 535. 
Wem's schlecht geht, den wählt Niemand zum Freunde. 

2284. 
Nulla mihi religio est. Horat Serm. 1, 9, 70. 71. 
Ich mache mir kein Gewissen daraus. 

2285. 
Nulla nisi ardua virtus. Ovid. Art am. 2, 537. 
Der Tugend Pfad ist steil. — 
Der Tugendberg ist schwer zu ersteigen. 

2286. 
Nulla novacula tarn duriter radit, quam cum vir sordidus 
consequitur sublime ministerium. Oldenburg 336. 
Kommt der Bauer auf den Gaul, so reitet er stolzer, 
als der Edelmann. 



, 253 

2287, 
Nulla potentia, scelere quaesita, est diuturna. Curtius 10, 1« 
Ungerecht Regiment 
Nimmt bald ein End. 

2288. 
Nulla pusilla domus, quae multos captat amicos. 

Buchler p. 103. 
Es gehen viele geduldige Schäflein in einen Stall. 

2289. 
Nulla regni societas. Colum. 9, 9, 1. 

Herrschaft leidet keine Gemeinschaft. 

2290. 
Nulla regula sine exceptione. Eiselein p. 523. 
Keine Regel ohne Ausnahme. 

2291. 
Nulla salus hello, pacem te poscimus omnes. 

VirgiL Am. 11, 362. 
Krieg stiftet niemals Heil, 
Drum werd' uns Fried' zu Theil. 

2292. 
Nulla sancta societas nee fides regni est. 

Ennius Trag. reL p. 144. 
Herrschaft duldet keine Gemeinschaft. • 
2293. 
Nulla unquam sus ex sordibus suis periit. Seyboldp. 391. 
Es stirbt keine Sau vor einem unsaubern Troge. 
2294. 
Nulli consulendum est ducere uxorem et transmarinam facere 

peregrinationem. Bebel. 
Zum Heirathen und Seefahren 
Muss man die Worte sparen. 

2295. 
Nulli taeuisse nocet, nocet esse locutum. dato 1, 12» 
Mit Schweigen sich verred't Niemand. 



_ 254 

2296. 
Nullius est felix conatus et utilis uaquam, 

Consilium si non detque juvetque Deus. Melanchtium. 

Kein Vorschlag nütz und glücklich ißt, 
Wo Gott nicht räth und hilft zur Frist. 

2297. 

Nullius sensum, si prodest, temseris unquam. Cato 3, 11. 

Nimm auch von Geringen guten Rath an. 

2298. 

Nullö scopo jaculor. Nach Lucian. Buchtet p. 107. 

Ich hab' mein Sach auf Nichts gestellt. j 

2299. 
Nulluni bellum sine milite Gallo. Nach Justin. 25, 2. 
Kein Kreuzer, 
Kein Schweizer. 

2300. 
Nulluni niagnum malum, praeter culpam. Steinmeyer p. 148* 
Höre dich vor der That, 
Der Lügen wird wohl werden Rath. 

2301. 

Nulluni potentius satellitium, quam amici fideles. 

Seyboid p. 39t 
Gute Freunde sind die beste Leibgarde. 
2302. 
Nulluni sine teste putaveris loqim. PubL Syr. 502. 
Die Wände haben Ohren. 
2303. 
Nullus ad amissas ibit amicus opes. Ovid. Trist 1, 8, 10. 
Nimmer Geld, nimmer Gesell. 
2304. 
Nullus agenti dies loogus est Seneca Epist. 122. 
Wer arbeitet, hat keine Langeweile. 
2305. 
Nullu« locus domestica sede jucundior. Cicero ad Farn. 4, 8. 
Es ist nirgends besser, als zu Hause. 



255 

230& 
NuSus emptor difficilis tosura edit ob^onium. 

Nach Jul Polüux. Steinmeyer p. 92. 
Kupfernes Geld, kupferne Seehnees 
2307. 
Numero Deus impare gaudet. Viryil Ecl. 8, 75. 
Ungerade ist eine heilige Zahl. — 
Aller guten Dinge sind drei. 

2308. 
Nummus honoratur, sine nummo nullus amatur. 

Eiselein p. 221. 
Nimmer Geld, nimmer Gesell. 

2309. 
Nummus in exilio comes optimus est peregrino. 

JSeander p. 293. 
Geld ist der beste Freund in der Fremde. 

2310. 
Nunc Dii beati. Lang p. 3. 

Da lebet Gott, da lachet Gott. 
2311. 
Nunc ferrum tuum in igne est. Seybold p, 394. 
Jetzt kommt die Reihe an dich. 
2312. 
Nunc ipsä vocat res. VirgiL Aen. 9, 320. 
Jetzt gilt's. — Jetzt wird's Ernst. 
2313. 

Nunc specimen spicitur, nunc certamen cernitur. 

PkrnL Cashh 3, 1, 2. 

Jetzt gilt's. — Jetzt wird's Ernst. 

2314. 
Nunc mea in angustum coguntur copiae. TerenL HeauL 4, 2, 2, 
Jetzt geht es mir an die Kiemen. 
2315. 
Nunc mihi parta quies. VirgiL Aen. 7, 598» 
Ich habe mein Schäflein im Trockenen« 



256 

2316. 
Nunc pluit, et claro nunc Jupiter aethere folget Weber 3, 9. 

Nach Hegen folgt Sonnenschein. — 
Es weht nicht immer der gleiche Wind. 

2317. 
Nunquam bella piis, nunquam certamina desunt: 

Schonheim p. 162. 
Die Frommen haben immerdar zu kämpfen. 
231S 
Nunquam conveniunt, vel raro: noctua, corvus, 

Nee convivales, nee super osse canes. Gärtner p. 42. 
Die Eulen und die R iben, 
Zwei, die ein'n Buhlen haben; 
Zwei Hund' an einem Bein 
Kommen selten überein. 

. 2319. 
Nunquam, crede mihi, a morbo curabitur aeger, 

Si multis medicis creditur una febris. Owen. Monost. 69. 
VMe Köche versalzen den Brei. — 
Viele Aerzte heilen übel. 

2320. 

Nunquam est fidells cum potente societas. Phaedr. 1, 5, 1. 

Mit grossen Herren ist nicht gut Kirschen essen. 

2321. 

Nunquam negandi causa avaro deficit. Zuber. Mm. B. 32. 

Wer nicht gern gibt, findet immer eine Ausrede. 

2322, 

Nunquam sero, modo bene. R. F. W. K. 100. 

Gutes thun ist nie zu spät. 

2323. 
Nuptiae nuptiarum occasiones. Seybold p. 397. 
Nicht leicht wird eine Hochzeit gemacht, 
Auf der eine neue nicht wird erdacht. 

2324. 
Nusquam habitat, qui ubique habitat. Buchler p. 99« 

Vieles Rutschen zerreisst die Hosen. 



257 

2325. 

Nusquam est, qui ubique est Seneca EpisL 2. 

Vierzehn Handwerk, fünfzehn Unglück. — 
Ueberall und nirgends. 

2326. 
Nusquam tuta fides. Virgü. Aen. 4, 373* 

Es ist keinem Menschen mehr zu trauen. — 
Die Treue ist todt geschlagen. — 
Mit Glaub' und Treu' 
Ist's ganz vorbei. 

2327. 
Nux, asinus, mulier, simili sunt lege ligati: 
Haec tria nil recte faciunt, si verbera cessant Fasel p. 182. 
Eine Nuss, ein Esel und ein Weib sind nur von 
Nutzen, wenn sie geschlagen werden. 



2328. 

ciyes, cives, quaerenda pecunia primum! 

HoraL Ep. 1, 1. 52. 
Geld! Geld! 

Schreit die ganze Welt. — 

Wer reich werden will, muss seine Seele auf ein 
Jahr an einen Zaun hängen. 

2329. 
0, mihi praeteritos referat si Jupiter annos! 

Virgil Aen. 8, 560. 
Könnte ich nur wieder jung werden! 
2330. 
0, quanto priscis sunt nova grata magis! Eiselein p. 22. 
Das Alte klappert, das Neue klingt. 

17 



258 

2331. 
0, quantum est in rebus inane! Per Hub 1,1. 
Eitelkeit der Welt! 

2332, 
Ob solum punctum caruit Robertus Asello. Lehmann p. 322. 
Ein kleiner Stein wirft oft einen grossen Wagen um. 

(Robert, Abt eines italienischen Klosters, Namens Asello, 
auf dessen Thore der Vers stand: „Porta patens esto, nulli 
clauderi8 honesto", setzte aus Geiz ein Punktum hinter 
nullt, wodurch der Sinn der Worte völlig umgekehrt wurde. 
In Folge dessen nahm ihm der Papst seine einträgliche Stelle.) 

2333. 
Ob textoris erratum sartor vapulavit. Eiselein p. 8. 
Weil Adam einst den Apfel ass, 
Entgelt' ich, was ich nie genass (genoss). — 
Der Hosenteufel findet statt, 
Seit Eva's grünem Feigenblatt. 

2334. 
Obrepit non intellecta senectus. Juvenah 9, 129. 
Das Alter kommt unvermerkt. 

2335. 
Obscoeni homines plerumque obscoena loquuntur» 

Palingen. 1, 198. 
Die Kutscher knallen gern. — 
Das Schwein wälzt sich gern im Kothe. 

2336. 
Obsequio dulces retinentur arnici. Cato 1, 32. 

Wenn man Alles thut, was die Leute wollen, ist 
leieht gut Freund mit ihnen bleiben. 

2337. 
Obsequio mitigantur imperia. Curtius 8, 8. 

Oute Unterthanen machen gnädige Herren. 

2338. 
Obtrectatio frequens. Seybold p. 399. 
Können wir nicht Alle dichten, 
Wollen wir doch Alle richten. 



259 

2339. 

Obtrudere palpum. Plaut Pseud. 4, 1, 35. 

Den Fuchsschwanz streichen. 

2340. 
Occasio facit furem. Hoffmann 8, 88. 
Opportunitas latronem facit. Novarin p. 56. 

Gelegenheit macht Diebe. 

234h 
Occasioni insenriendum. Oldenburg 160. 

Man muss die Gelegenheit beim Schöpfe nehmen. — 
Schmiede das Eisen, so lange es warm ist. 

2342. 
Occupet extremum Scabies. Borat. A. P. 417. 
Der Letzte muss herhalten. — 
Den Letzten beissen die Hunde. — 
Wer ertappt wird, muss das Bad austrinken. 

2343/ 
Occurrunt nomine s, nequeunt occurrere montes, 

Ä. P. W. K. 178. 

Berg und Thal kommen nicht zusammen, aber die 
Leute. 

2344. 

Oculata die vendere. Plaut Pseud. 1, 3, 67. 

Auf kurze Sicht verkaufen. 

2345. 

Oculi et vestigia domini res agro salüberrima. Colum. 4, 18. 
Des Herrn Auge dünget den Acker wohl. 

2346. 

Oculi plus vident, quam oculus. Schonheim p. 166« 
Vier Augen sehen mehr, als zwei. 

2347. - 

Oculis clausis liquet. Novarin p. 192. 

Es lässt sich ohne Klavier abfingerln. 

17* 



260 

2348. 
Oculus animl index. Steinmeyer p. 26. 

Man sieht es Einem an den Augen an, was er im 
Schilde führt. 

2349. 
Oculus domini saglnat equum. BebeL 

Des Herrn Auge macht das Pferd fett. — 
Wer hahen will, dass ihm's geling', 
Der sehe seihst nach seinem Ding. 

2350. 
Oderint, dum metuant» Cicero de off. 1, 28. 

Was frage ich nach ihrer Feindschaft? sie werden 
mir keinen See anbrennen. 
2351. 
Oderit insipiens sapientis verba magistri. Colutnö. 5, 164. 
Ein Narr verachtet guten Rath. 
2352. 

Odero, si potero, si non, invitus amabo. Ovid. Amor. 3, 11, 35» 
Man muss vor Manchem einen Bückling machen, 

dem man lieber einen Tritt vor den H 

gäbe. 

2353. 

Oderunt hilarem tristes, tristemque jocosi. 

Horat Ep. 1, 18, 89* 

Lustige und Traurige taugen nicht zusammen. 

2354. 

Odi memorem compotorem. Nach Martial Mannt p. 283. 
Was wir beim Gläschen kosen, 
Das bleib' auch unter den Rosen. 

2355. 

Odi sapientem, qui sibi non sapit. Seybold p. 403. 
Das ist fürwahr kein weiser Mann, 
Der sich nicht selber rathen kann. 

2356. 

Odla conjunctissimorum gravissima. Oldenburg 290. 
Je näher verwandt, 
Je feinder einand'. 



261 

2357. 
Odisse aeque atque angues. Plaut Merc. 4, 4, 21« 
Einander spinnenfeind sein. 
2358. 
Officium ne collocaveris in invitum. 

Nach Homer. Mannt, p. 984. 
Dringe Keinem deine Dienste auf! 
2359. 
Officium officio provocatur. Seybold p. 403. 
Eine Hand wascht die andere. 
2360. 
Oleo incendium restinguere. Tapp 49, 6. 
Oel in's Feuer giessen. — 
Uebel ärger machen. 

2361. 
Oleum addere Camino. Horat. Serm. 2, 3, 321. 

Oel in's Feuer giessen. — 
Uebel ärger machen. 

2362. 

Oleum et operam perdidi. Plaut. Poen. 1, 2, 119. 

Es ist Hopfen und Malz (Taufe und Chrysam) ver- 
loren. 

2363. 
Olim meminisse juvabit. Virgü. Arn. 1, 203. 

An überstandene Leiden erinnert man sich gern. 

2364. 
Olitoris age caballum. Eiselein p. 153. 
Werd' ein Eselstreiber. 

2365. 
Ollae contritae satis inveniuntur ubique. Gärtner p. 142. 
Man findet überall zerbrochene Töpfe. 
2366. 
Omina sunt aliquid. Ovid. Amor. 1, 12, 3. 
Ahnungen sind nicht ohne Bedeutung. 



262 

2367. 
Ominabitur aliquis te conspecto. Erasm. p. 221. 

Wenn man dich an eine Kirchenthüre malte, es käme 
kein Hund herein. 

2368. 
Omissis fontibus consectari rivulos. Cicero de orat 2, 27. 
Zum Nebenbachlein gehen, anstatt zum Strome. 
2369. 
Omne animal post coitum triste. Eiselein p. 270. 

Der Hahn kräht, wenn er die Henne getreten. 

2370. 
Omne animi Vitium tanto conspectius in se 
Crimen habet, quanto major, qui peccat, habetur. 

Juvenal 8, 140. 141. 
Man sieht die Flöhe weit besser auf einem weissen 
Tuche, als auf einem schwarzen. 

2371. 
Omne malum est infra lunam. Palingen. 8, 244. 

Es ist Nichts als Elend unter dem Monde. 

2372. 
Omne nlmium vertitur in Vitium. Ne ander p. 90. 
Omne nocet nimium. Paüngen. 5, 357. 
Allzu viel ist ungesund. 

2373. - 

Omne novum carum, vilescit quotidianum. R. P. W. K 222. 

Immer was Neues man haben will, 
Wenn schon das Alt' war* besser viel. 

2374. 
Omne principium grave. Sckonheim p. 172. 
Aller Anfang ist schwer. 

2375. 
Omne, quod exoritur, terra fit et moritur. Neander p. 297. 
Was geboren wird auf Erden, 
Muss zu Erd' und Asche werden. (Jacobi.) 



263 

2376. 
Omne rarum carum. Neander p. 297. 
Alles Seltene hält man werth. 

2377. 
Omne simile Claudicat. Mss. Majer. 
Jeder Vergleich hinkt. 
2378, 
Omne solum forti patria est, ut piscibus aequor 

Ovid. Fast 1, 493, 
Es ist überall gut Brod essen. 

2379. 
Omne supervacuum pleno de pectore manat. Horat A. P< 337« 
Wess das Herz voll ist, dess gehet der Mund Über. 

2380. 
Omne sua retinet vinum de vite saporem. Seyboldp. 408. 
Der Wein schmeckt nach dem Stocke — 
— hat ein Bodengefährt. 

2381. 
Omne Mit punctum. Horat. A. P. 343. 
Er ist Meister im Fache. 
2382. 
Omnem jacere aleam. Er asm. p. 192. 

Alles auf das Spiel (Alles an Alles) setzen. 

2383. 
Omnes adhibere machinas. Cicero ad Brut 18. 
Alle Hebel ansetzen. 

2384. 
Omnes eodem cogimur. Horat Carm. 2, 3, 25. 
Man trägt Eins nach dem Andern hin. 
2385. 
Omnes majores mors occupat atque minores. Neander p. 297« 
Man bringt eben so viele Kälberhäute, als Kuhhäute 
zu Markte. 



264 

2386. 
Omnes mortales sese laudarier Optant. 

Enmus Annal rel. p. 80. 
Jeder hört sich gerne loben. 
2387. 
Omnes sibi melius esse malunt, quam alteri. 

Terent. Andr. 2, 5, 16. 
Jeder ist sich selbst der Nächste. — . 
Jeder spricht: »Geh' weg, laas mich hin! 

2388. 
Omnes una manet nox. Horat. Carm. 1, 28, 15. 
Alle Menschen müssen sterben. 
2389. 
Omnia blanda cave, latet hoc sub melle venenum. 

Seybold p. 409. 

Traue keinem Schmeichler, er hat Honig im Munde 
und Gift im Herzen. 

2390. 
Omnia conando döcilis solertia vincit. Mantt. 1, 95. 
Lust und Lieb' zu einem Ding 
Macht alle Müh' und Arbeit ring. 

2391. 
Omnia cum pretio. Juvenal 3, 183. 184. 
Um Geld ist Alles feil. — 
Jedes Ding hat seinen Preis. 

2392. 
Omnia esculenta obsessis. Lang p. 6. 

Die Noth macht rohe Bohnen süss. 
2393. 

Omnia fert aetas. Virgil Ecl 9, 52. 

Alles dauert nur eine Zeit lange. — 
Mit der Zeit vergeht Alles. 

2394. 
Omnia fert tempus, parlter rapit omnia tempus. 

Patingen. 6, 344. 

Die Zeit bringt und nimmt. 



265 

2395. 
Omnia fert tempus, tristia, laeta simul. Leib. Sind. 488. 
Alles za «einer Zeit, 
Freud' and daneben Leid. 

2396. 
Omnia mea mecum porto. Fasel, p. 188+ 

Ich trage all' das Meinige bei mir. — 
Ich bin, wie ich gehe und stehe. 

2397. 
Omnia mors aequat. Claudian. Rapt. Pros. 2, 302. 

Der Tod macht Alles gleich. 

2398. 
Omnia mors poscit Anthoh lat. T. I. p. 47. 
Der Tod nimmt arm und reich. — 
Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. 

2399. 
Omnia plena dolis. Palingen. 2, HO. 
Die Welt ist voll Lug und Trug. 

2400. 
Omnia quadrata currunt. Petron. c. 43. p. 270. 

Die Sachen gehen ganz nach Wunsche. 

2401. 
Omnia quae sensu volvuntur vota diurno, 
Pectore sopito reddit amica quies. 

Claudian VI. Cons. Hon. Aug. Praef. 1. 2. 
Mit was man' bei Tage umgeht, davon träumt 
Einem bei Nacht. - ' 

2402. 
Omnia secunda saltat senex. Lang p. 132. 
Er hat mehr Glück, als Verstand. 
2403. 
Omnia si perdas, famam servare memento. Schonheim p> 174. 
Der gute Nam' sei stets dein Sinn, 
War' sonst auch alles And're hin. 



266 

2404. 
Omnia sunt mundi quasi bulla caduca rotundi; 
In pratis ut flos, sie cadit omnis honos* Eiselein p. 134. 
Lust, Ehr' und Reichthum dieser Welt 
. Gleichwie des Feldes Blume fällt. — 
Ehr', Glück und Glas, 
Wie bald bricht das! 

2405. 
Omnia tunc bona sunt, clausula quando bona est 

Lehmann p. 174. 
Ende gut, Alles gut — 
Zuletzt singt man die Glorie. 

2406. 
Omnia vicit duris urgens in rebus egestas. 

Virgü. Georg. 1, 145. 146. 

Die grosse Noth 

Treibt Manchen fort. — 

Hunger ist ein guter Lehrmeister. 

2407. 
Omnia viueit amor. VirgiL Gris 437. 
Liebe überwindet Alles. 
2408. 
Omnibus est nomen, sed idem non Omnibus omen. 

Gärtner p. 83. 
Viel' Leut' zwar einen Namen han, 
Die doch in gleichem Glück nicht stah'n. 

2409. 

Omnibus ex aequo non dant sua munera divi. 

Seybold p. 413. 
Gott theilt seine Gaben ungleich aus. 
2410. 
Omnibus modis nocens. Lang p. 27. 
Ein Schalk mit Haut und Haar. 
2411. 

Omnis Aristlppum deeuit color. Horat Ep. 1, 17, 23. 

Er war in allen Sätteln gerecht. -— 
Es stand ihm Alles gut. 



267 



2412, 
Omnis herus servo monosyllabus. Buchler />. 46. 
Grosse Herren machen nicht viele Worte. 
2413. 
Omnis horao nequam in proprio quaestu. Bebet. 
Eigennutz, 
Da steckt der Butz. 

.2414. 

Omnis laus in fine canitur. Lehmann p. 173, 

Das Ende trägt das Lob davon. — 

Einen schönen Tag soll man Abends loben. 

2415. 
Omnis Minervae homo est. Feiron c. 43. p. 272. 
Es ist ihm Jede recht. — 
Er ist kein Kostverächter. 

2416. 
Omnis nimia potentia brevitate constringitur. 

Seneca Contr. 23, 
Gestrenge Herren regieren nicht lange. 

2417. 
Omnis potestas impatiens consortis. Lucan. Phars. 1, 92. 93. 
Herrschaft duldet kein« Gemeinschaft. 
2418. 
Omnis virtus mediocritas. Mss. Majer. 
Mittelweg 
Ein sicherer Steg. 

2419. 
Omnium horarum homo. Tapp 242 b. 

Ein Mann, der in allen Sätteln gerecht ist. 
2420. 
Omnium rerum vicissitudo est. Terent. Eun. 2, 2, 45. 
Unter der Sonne ist Nichts beständig. 
2421. 
Onere duplici nemo debet gravari. Reg. Jur< 

Man darf Einen nicht mit zwei Ruthen strafen. 



268 

2422. 
Onus Aetna gravius sustinet. Cicero, de sen. 2, 4. 
Er trägt mehr als Centnerlast. 
242S. 
Opera pro pecunia. Buchler p. 181. 
Klein Lohn, klein Arbeit. 
2424. 
Operam ludere. Plaut, Casin. 2,7,1. Terent Pharm. 2,2,18. 
Leeres Stroh dreschen. 
2425. 
Opes arca flagdlare. Martial. 2, 30. 

Sein Geld in den Kasten einklemmen. 
2426. 
Oportet agrum imbecilliorem esse, quam agricolam. 

Columella 1, 3. 
Keiner hüpfe weiter, als der Graben breit ist. 
2427. 
Oportet testudinis carnes aut edere, aut non edere. 

Nach Atäenaeus. Seybold p. 417. 
Man soll eine Sache entweder recht, oder gar nicht 

thun. — 
Was thut man zu Rom, wenn man den Papst nicht 
sieht? 

2428. 
Optat ephippia bos piger, optat arare caballus. 

Horat. Epist. 1, 14, 35. 
Der faule Ochse wünscht sich unter den Sattel, das 

Pferd vor den Pflug. — 
Niemand ist mit seinem Stande zufrieden. 

2429. 

Optima conditio est vitae mediocris habenda. Seybold p. 417. 
Die Mittelstrass' 
Das Beste was (war). 

2430. 
Optima cum pereant, deteriora manent. Seybold p. 417. 
Unkraut verdirbt nicht. 



269 

2431. 

Optlmi natatores saepius submergunt. Bebel 

Die besten Schwimmer ertrinken am ehesten. 

2432. 

Optimum condimentum fernes. Mch Pfato. Bfichler p.A20. 

Hunger ist der beste Koch. 

2433. 

Optimum est, aliena insania frui Plin. HisL nat 18, 5. 
Wohl dem, der durch fremden Schaden klug wird. — 
Wer dumm ist, dem gehören Prügel. 

2434. 
Optimum est, patf, quod emendare non possis. Seneca ep. 107. 
Was ich nicht ändern kann, 
Nehm' ich geduldig an. 

2435. 
Optimus est fimus, qui cadit de calceis domini in agrum. 

Seybold p. 41». 
Des Herrn Gegenwart dünget den Acker wohl. 

2436. 

Optimus interdum natitantum mergitur undis. Buchler p. 20. 

Gute Schwimmer ertrinken auch manchmal. 

2437. 
Optimus orandi magister est necessitas. Seybold p. 419. 

Noth lehrt beten. 

2438. 
Optimus quisque minus est suspicax. Lehmann p. 40. 
Dem Reinen ist Alles rein. — 
Wer nicht selbst hinter dem Ofen gesessen ist, sucht 
auch keinen Andern dahinter. 

2439. 
Opus perit, cujus perit occasio. Lehmann p. 257. 

Wenn der Vogel aus der Hand ist, ist er schwer 
wieder zu bekommen. 



270 

2440. 

Ora et labora. Schonheim p. 177* 

Bete und arbeite. — 
Hab' Gott vor Augen und fleissig bet', 
Ohn' diess dir sonst kein Ding geräth; 
Doch thu' daneben auch das Dein', 
So wirst du reich und selig sein. 

2441. 
Oratio optimus medicus aegrotanti. Tapp 59 b. 
Das Gebet ist die beste Arzenei. 
2442. 
Oratio sine malis est avis sine alis. Seybold p. 422. 
Ohne Kreuz geht kein Gebet von Herzen. 

2443. 
Orci fastidium est. ApuL Met. 4, p. 145. 

Er ist selbst dem T zu schlecht. 

2444. 
Ori dulcescit faba frigida, quando faraescit. Neanderp. 298. 
Der Hunger macht rohe Bohnen süss. 

2445. 
Os castum verbis et Candida palma trahuntur. 

Seybold p. 423. 

Züchtiger Mund und treue Hand 
Passiren leicht durch alle Land\ 

2446. 

Os inest orationi. Erasm. p. 369. 

Die Hede hat Hände und Füsse. 

2447. 

Os laedere. Mss. Majer. 

Einem über das Maul fahren. 

2448. ^ 

Os rodito, quod sorte contigit tibi. Zuber Mon. 3, 2. 
Nage an dem Knochen, den du hast. 



271 

2449, 

Os subUnire. Maut Efrid. Argum. 6. 

Das Hälmlein süss durch's Maul ziehen. — 
Die Ohren melken. — 
Bei der Nase herumfuhren. 

2450. 
Os tergit et pergit. Buchler p. 168. 

Er geht davon, wie die Sau vom Troge. 

2451. 
Osce (Volsce) loqui. Gellius 17, 17. 
Altfränkisch reden. 

2452. 
Oscula qui sumpsit, si non et caetera sumpsit, 
Haec quoque, quae sumpsit, perdere dignus erat. 

Zincgref 4, p. 221, 

Wer Aepfel schält und sie nicht isst, 
Bei Mägdlein sitzt und sie nicht küsst, 
G'nug Wein hat und nicht schenket ein: 
Der muss ein rechter Dummkopf sein. 

2453. 
Ostendit sermo mores animumque latentem. 

Palingen. 4, 625. 

Wess das Herz voll ist, dess gehet der Mund über. 

2454. 
Otia corpus ahmt, animus quoque pascitur Ulis. 

Ovid. ex Pont. 1, 4, 21. 
Erholung thut Leib und Seele wohl. 
2455. 
Otia non ditescunt Mss. Majer. 

Bleibt der Wolf auf der Haide liegen ; so bekommt 
er nicht viele Schafe. 

2456. 
Otia qui sequitur, veniet huic semper egestas. 

Columb. 5, 188* 
Wer nicht arbeiten will, muss am Ende betteln. 



272 



2457. 
Otia si tollas, periere Cupidlnls arciis. (Md. Rem. 189. 
Beim Arbeiten vergehen die Hundsgedanken. 
2458. 
Otium beatas perdidit urbes. Catutt. 52, 15. 

Durch Faulheit ist schon manche Grafschaft verloren 
gegangen. 

2459. 
Otium pulvinar Satanae. Schonheim p. 177. 
Otia dant vitia. Seybold p. 262. 

Müssiggang I 

Ist aller Laster Anfang. 

2460. 
Ovem in fronte, vulpem in corde gerit. Seybold p. 424. 
Er macht den Wolf im Schafepelze. 

2461. 
Ovem lupo committere. Terent Eun. 5, 1, 16. 

Die Katze zum Schmeerlaib setzen. — ! 

Den Bock zum Gärtner machen. 

2462. 
Ovo prognatus eodem. Horat. Serm. 2, 1, 26. 
Von der nämlichen Art — 
Aus demselben Holze geschnitten. — 
So ähnlich, wie ein Ei dem andern. 

2463. 
Ovum dat nulli, nisi sit retributio pulli. Lehmann p. 236. 
Er gibt ein Ei um eine Henne. — 
Er wirft eine Wurst nach einer Speckseite. 



273 



P. 



2464. 
Face suspecta tutius bellum. Lehmann p. 215» 

Lieber Krieg, als einen unehrlichen Frieden. 
2465. 
Palinodiam canere. Nach Macrob. Lang p. 505. 
Zum Rückzuge blasen. 
2466. 
Palmam, qui meruit, ferat. Gellius 3, 6. 
Dem Verdienste seine Krone. 
2467. 
Pallida mors aequo pulsat pede pauperum tabernas, 
Regumque turres. Horat. Carm. 1, 4, 13. 14. 
Der Tod acht't weder Pomp noch Gut, 
Dem Papst er, wie dem Bauern, thut. 

2468. 
Panditur ad nullas janua nigra preces. Propert 4, 11, 2. 
Wer einmal in der Hölle ist, kommt nie wieder 
heraus. 

2469. 
Papulas alienas obserat, ipse ulceribus obsitus. 

Seneca de viL beat 27. 
Er sieht den Splitter in des Bruders Auge, aber den 
Balken im eigenen Auge sieht er nicht. 

2470. 
Par est fortuna labori. Buchler p. 181. 
Par praemium labori. Idem p. 217. 

Wie die Arbeit, so der Lohn. — 

Wie Garn, so Tuch. 

2471. 
Par nobile fratrum. Horat. Serm. 2, 3, 243* 
Ein sauberes Paar Kameraden. 

18 



274 

2472. 
Par pari respondere. Plaut Merc. 3, 4, 44. 
Gleiches mit Gleichem vergelten. 

2473. 
Parata tollo cornua. Horat. Epod. 6, 12. 
Der Bock weiss, dass er Hörner hat. 

2474. 
Parcito saepe cibis et sie annosior ibis. Lehmann p. 304. 
Halt' rechtes Mass in Speis' und Trank, 
So wirst du alt und wenig krank. 

2475. 
Pares cum paribus facillime congregantur. Cicero de sen. 3. 
Gleich und Gleich gesellt sich gern. 

2476. 
Pari jugo niti. Plinius Epist. 2, 9, 8. 

Unter demselben Joche seufzen. — 
In dem gleichen Spital krank liegen. 

2477. 
Parisios stolidum si quis transmittit asellum, 

Si fuit hie asinus, non ibi fiet equus. Gärtner p. 180. 
Den Esel schick', wohin du willt, 
Kein Pferd wird draus, das Etwas gilt. 

2478, 
Parthis mendacior. HoraL Ep. 2, 1, 112. 

Er lügt, wie gedruckt. 

2479. 

Parturiunt montes, nascetur ridiculus mus. Horat* A. P. 139. 

Viel Lärmen um Nichts. — 
Viel Geschrei und wenig Wolle. 

2480. 
Partus sequitur ventrem. Reg. jur. 

Das Kind folgt dem Busen. — 

Das Kind folgt der ärgern Hand. — 

Den Vater glaubt man, die Mutter weiss man gewiss. 



275 

2481. 
Parva facit parvum nidum quaecunque volucris. 

Buchler p. 275. 

Kleiner Vogel, kleines Nest. 

2482. 

Parva necat morsu spatiosum vipera taurum. 

Ovid. Remed. amor. 421. 

Es ist nicht immer an der Grösse gelegen, sonst 
überliefe der Esel den Hasen. 

2483. 
Parva saepe scintilla contempta magnura excitavit incendium. 

Curtius 6, 3, 8. 
Ans einem Fünklein unbedeckt 
Wird oft sehr grosse Brunst erweckt. 

2484. 

Parvo fames constat, magno fastidium. Seneca Epist 17. 
Der Hunger kostet wenig, der Eckel viel. 
2485. 
Parvos usus natura reposcit MamL 4, 8. 
Die Natur bedarf nur Weniges. 
2486. 
Parvum parva decent. Horat. EpisL 1, 7, 44. 
Kleiner Vogel, kleines Nest. 
2487. 
PARVUM SERVABIS, DONEC MAJORA PARABIS. 

Gärtner p. 152. 
Wer zum Gulden kommen will, muss den Pfennig 

sparen. — 
Verkaufe die alten Schuhe nicht, ehe du neue hast. 

2488. 
Parvus pendetur für, magnus abire videtur. Gärtner p. 88. 
Kleine Diebe hängt man, grosse lässt man laufen. 
2489. 
Parvus semper tuus pullus. Eiselein p. 402. 

Anderer Leute Kühe haben immer grossere Euter. 

18* 



276 

2490. 
Pascitur in vivis livor, poat fata quiescit. 

Ovid. Amor. 1, 15, 39. 
Im Grabe beneidet man Niemanden. 

2491. 
Pastillos Rufillus ölet, Gorgonius hircum. 

Horat. Serm. 1, 2, 27. 
Der Eine hat den, der Andere jenen Mangel. 

2492. 
Pater est, quem justae nuptiae demonstrant. Reg. für. 

Wenn Ostern auf einen Sonntag fällt, gehört jedes 
Kind seiner Mutter Ehmann. 

2493. 
Patientia colligit rosas. Eiselein p. 214. 
Geduld bringt Rosen. 

2494. 
Patientia rara virtus. Seybold p. 429. 

Das Kräutlein Geduld wächst nicht in allen Gärten. 

2495. 
Patrem sequitur sua proles. Seybold p. 430. 

Der Wein schmeckt nach dem Stocke. — 
Der Apfel fallt nicht weit vom Stamme.— 
Wie die Alten sungen, 
So zwitschern auch die Jungen. 

2496. 
Patria dat vitam, raro largitur honores. Seybold p. 430. 
Der Prophet gilt Nichts in seinem Vaterlande. 
2497. 
Patria est, ubicunque est bene. Cicero Tute. 5, 37. 
Es ist überall gut Brod essen. 
2498. 
Paucorum hominum (homo). Terent Em. 3, 1, 19. 

Horat. Serm. 1, 9, 44 und Öfter» 
Er ist nur für Wenige genlessbar. 



277 

2499. 
Patriae ftimus igne aüeno luculentior. Weber 2, 28. 

Wo der Hase geheckt ist, da ist er am liebsten. 

2500. 
Paulatim lento succedunt orania motu. Seybold p. 431. 
Mit gemach Gehen kommt man auch weit. 

2501. 
Pauper et dives inimicum matrimonium. 

Calpurn. Flacc. Declam. 29. 

Wenn das Weib den Mann reich macht, ist der T 

im Hause. 

2502. 

Pauper ubique jacet. Ovid. Fast. 1, 218. 

Der Arme 

Heisst „Gott erbarme". — 

Des Armen Herberg* ist beim „Helfgott". 

2503. 
Pauperior caveat, sese sociare potenti. Aman. Fab. 11, 15. 
Arm und reich taugen nicht zusammen. 

2504. 
Pauperioris heri servus conregnat eidem. Buchler p. 104. 
Wer einem geringen Herrn dient, ist selber Herr. 

2505. 
Pauperis est, numerare pecus. Fasel, p. 195. 
Ein Armer isst Alles. 

2506. 
Pauperis in capite pereunt bona dogmata saepe. 

Neander p. 299. 
Pauperuni rationes pondus non habent. Lehmann p. 44. 
In des armen Mannes Beutel verdirbt viel Witz. 

2507. 
Paupertas omnes artes perdocet. Flaut. Such. 1, 3, 24. 
Die Armuth, wo sie eingekehrt, 
Den Menschen alle Künste lehrt. 



278 

2508. 

Paupertas est sibi murus. Seybold p. 442. 

Klein Gut, kleine Sorge. 

2509« 

Paupertas sapientiam sortita est 

Nach Euripid. Mannt* p. 198. 
Armuth lehrt geigen. 

2510. 
Peccantem puerum quisquis non corrigit, odit. 

Muret. Inst p. 808. 
Wer seinen Sohn lieb hat, der züchtiget ihn. 
2511. 
Peccat aliquando nlmia circumspectio. Lehmann p: 69. 

Wer allzu vorsichtig ist, tappt in jeden D , der 

am Wege liegt 

2512. 
Peccat uterque, pari dignum lex censet utrumque 
Supplicio. Palingen. 8, 640. 641. 

Gleiche Schuld, gleiche Strafe. 
2513. 
Pectora dum gaudent, patent. Ovid. Art. am. 1, 361. 
Froher Muth macht offenherzig. 
2514. 
Pectoribus mores tot sunt, quot in orbe figurae. 

Ovid. Art am. 1, 759. 
So viele Köpfe, so viele Sinne. 
2515. 
Pectus est, quod disertos facit. Quinctilian. Inst 10, 7, 15. 
Wo das Herz mitspricht, ist die Zunge beredt — 
Was vom Herzen Kommt, das geht zum Herzen. 

2516. 
Pecunlam in loco negligere interdum maximum lucrum. 

Terent. Adelph. 2, 4, 8. 
Es ist manchmal gut, auf einen Vortheil nicht sehen. — 
Es ist ein guter Gulden, der hundert andere erspart. 



279 

2517. 
Peculium re, non verbis augetur. Mannt, p. 636. 
Leere Worte füllen den Sack nicht. 

2518. 
Pecunia nervus beDi. Cicero Philipp. 5, 2. 
Geld 
Behält das Feld. 

2519. 
Pecuniae obediunt omnia. Tapp 110 b. 
Geld 
Regiert die Welt. 

2520. 
Pecuniae viscera sunt avari. Novarin p. 486. 

Der Geizige hat das Einmaleins an der Stelle des 
Herzens. 

2521. 
Pecuniosus etiam nocens non damnatur. 

Cicero II Act in Verr. 
Hast du Geld, 
So wirst du nicht verfällt. 

2522. 
Pedarius Senator. Gellius 3, 18. 
Ein Jaherr. 

2523. 
Pede tuo te metire. Horat Epist. 1, 7, 98. 
Strecke dich nach deiner Decke. 

2524. 

Pedem, ubi ponat, non habet. 

Cicero de fin. 4, 25. und öfter. 
Er ist arm, wie eine Kirchenmaus. — 
Wenn er auf einen Baum steigt, hat er Nichts mehr 
auf der Erde zu suchen. 

2525. 
Pediculis calceos faceret. Bebet. 

Er könnte jeder Laus Stelzen machen. 



280 

2526. 
Pelle sub agnina corda lupina latent. Salut 31. 
Pelle sub agnina latitat mens saepe lupina. Neander p. 300. 
Oft steckt ein Wolf im Schafspelze. 
2527, 
Pellem caninam rodere alicui. Martial. 5, 61. 
Einem die Wahrheit geigen. — 
Einem Hundsloden anhängen. 

2528. 

Pelles quot pecorum venduntur, tot vitulorum. Neanderp. 299. 
Man trägt eben so viele Kälberhäute , als Kuhhäute 
zu Markte. 

2529. 

Pelliculam veterem retines, et fronte politus. Pemus 5, 116. 
Du wechselst den Balg 
Und bleibst ein Schalk. 

2530. 

Penelopes telam retexit. Cicero Acad. Quaest 4, 29. 
Was er am Tag mit der Leier verdient, 
Geht bei der Nacht wieder Alles in Wind. 

2531. 

Penitus et domi inspexi. Pttn. Epist. 1, 10. 
Ich kenne dich von aussen und innen. 

2532. 

Penulam paene scindere. Cicero ad AtUc. 13, 33. 

Einem fast den Aermel ausreissen (wenn man ihn 
durchaus nicht von sich lassen will). 

2533. 

Per angusta ad augusta. Seybold /?♦ 435. 
Durch die Enge 
Zum Gepränge. — 
Wer zu Ehren kommen will, muss viel leiden. 

2534. 
Per multum »cras, cras« omnis dilabitur aetas. 

R. P. W. K. 121. 
„Morgen, morgen, nur nicht heute* 
Sprechen alle faulen Leute. 



- 281 

2535. 
Per nebulam aliquid videre. Cicero PMUpp. 13. 
Etwas nur durch den Schleier sehen. 
2536. 
Per nullam sortem poteris depellere mortem. Gärtner p. 128, 
Wider den Tod ist kein Kraut gewachsen. — 
FüVn Tod hilft keine Kunst, noch List, 
Sobald die Zeit gekommen ist. 

2537. 

Per pisces et aves multi periere scholares. Gärtner p. 180. 

Fischefang und Vogelstellen 
Verderben manchen Junggesellen. 

2538. 

Per pravum socium vir ventt in Vitium. Gärtner p. 194. 

Böse Gesellschaften verderben gute Sitten. 

2539. 

Per quod quis peccat, per idem punitur et ipse. 

Schonheim p. 185. 
Womit Einer sündigt, damit wird er auch gestraft. 

2540. 
Per risum multum debes cognoscere stultum. Gärtner p. 190* 
Am Lachen und Plärren 
Erkennt man den Narren. 

2541. 
Per varios usus artem experientia facit. Manil 1, 61. 
Uebung macht den Meister. 
2542. 

Per vim facta non sunt rata. Buchler p. 14. 
Gezwungener Eid 
Ist Gott leid. 

2543. 
Percunctator garrulus idem. HoraL Epist. 1, 18. 
Wer viel fragt, schwatzt auch viel aus. 
2544. 

Perdere naulum. Juvenal. 8, 97, 
Sein Letztes verlieren. 



282 

2545. 
Perdit confestim venter, quidquid accipit Lehmann p. 55. 
Der Bauch ist ein Wirthshaus: 
Das Eine geht ein, das Andere aus. 

2546. 
Perditur exiguo quaesitum tempore longo. Gärtner p< 169. 
Perditur in puncto, quod non reparatur in anno. 

Zincgref 1. p. 92. 
Es wird Etwas langsam erworben, ist aber bald ver- 
geudet. 

2547. 
Peregrinatio non facit medicum, non oratorem. 

Seneca Epist. 104. 
Eeisen wechselt das Gestirn, 
Aber weder Kopf, noch Hirn. 

2548. 
Perfer et obdura, dolor hie tibi proderit olim. 

Ovid. Amor. 3, 11, 7. 
Wer sich in's Leiden schicken kann, 
Den wird die Hoffnung nicht verlahn. 

2549. 
Perfer perpetienda, parit patientia palmam. Seyboldp. 436. 
Geduldig leid' in dieser Welt: 
Geduld endlich den Sieg behält. 

2550. 
Perfice iter pedibus, sonipes dum fessus anhelat. 

Buchler p. 110. 
Wer weiter will, als sein Pferd kann, der steige ab 
und gehe zu Fusse. 

2551. 
Perfricare faciem. Plin Hut nät. 1. Hard. 

Ausgeschämt sein. 

2552. 
Peribo, si non fecero; si faxo, vapulabo. Gellius 3,3,8, 
Thue ich's, so bin ich hin; thue ich's nicht, so be- 
komme ich Schläge. 



283 

2553. 

Periculosum est, canem intestina gustasse. 

Nach TheocHt. Budder p. 84. 
Wenn die Katze einmal hinter dem Schmeerlaibe 
gewesen ist, lässt sie nimmer nach. 

2554. 
Periit sus, talentum et nuptiae. Tapp. 243 b. 
Hopfen und Malz ist verloren. 
2555. 
Perilli praemiuni adipisci. Notfarty p. 462. 

In seiner eigenen Schlinge gefangen werden. 
2556. 
Perinde sunt res, ut eas agis. Lehmann p. 851. 
Wie man's treibt, so geht es. 
2557. 
Perisse quod vides', id ducas perditum. Lehmann p. 793. 
Vergessen ist das beste Recept gegen Verlust. 
2558. 
Permissa putantur omnia, quae non sunt prohibita. Reg. jur. 
Was nicht verboten ist, das Ist erlaubt. 
2559. 
Permutant mores hominis, cum dantur, honores. 

Neander p. 299. 
Anderer Stand, andere Sitten. 

2560. 
Perrupit Acheronta Herculeus labor. HoraL Carm. 1, 3, 36. 
In Gottes grossem Krame sind alle Waaren um Ar- 
beit feil. 

2561. 

Perstrepunt, ubi domini absunt. Terent Eunuch, 3, 5, 52. 
Wann die Katze fort ist, tanzen die Mäuse. — 
Der Abt ist ausgeritten, der Convent jubelt. • ' 

2562. 
Petere licet, Reg^jur. 

Suppliciren und appelliren ist Niemanden verboten. 



284 

2563. 
Pessima filiolam genitrlx deposcit honestam. Buchler p. 210. 
Es ist keine Mutter so schlecht, dass sie nicht gern 
ein braves Kind hätte. 

2564. 
Pessima sit, nulli non sua forma placet. 

Ovid. Art. am. 1, 614 
Kein Weib hält sieh selbst für hässlich. 

' 2565. 
Pessumdat petulans una dflator in hora, 

Quae possunt longi vix reparare dies. Tscherning p. 111. 
Ein böses Maul reisst leicht in einer Stunde ein, 
Wozu hernachmals muss viel Zeit und Arbeit sein. 

2566. 
Phaniae janua. Lang p. 344. 

Er ist reich daheim, weiss aber sein Haus nicht. — 
Er hat kein Geld in diesen Hosen, und andere be- 
sitzt er nicht. 

2567. 
Philargyria non habet fündum. Segbold p. 440. 
Der Geiz ist bodenlos. 
2568. 
Phoenicum pacta. Erasm. p. 280. 
An der Krämer Schwören 
Soll sich Niemand kehren. 

2569. 

Phryx plagis melior fit. Cicero pro Flacc. 27. 

Es thut ohne Schläge kein Gut. — 
Narren muss man mit Kolben lausen. 

2570. 
Piacularis datur. Flin. Epist. 3, 9. 

Er muss die Suppe ausessen — das Bad ausschütten. 

2571. 
Pica cum luscinia certak Nach Theocrit. Buchler p. 158. 
Der Narr will den Doktor lehren. 



285 , 

2572. 

Pictoribus atque poetis 

Quidlibet audendi semper fuit aequa potestas. 

Horat A. P. 9. IC. 
Dichtern und Malern sieht man Vieles nach. 
2573. 
Pileum donat, ut pallium recipiat. Manul, p. 581. 
Er wirft eine Wurst nach einer Speckseite. 
2574. 
Pingitur in celsa simia sede sedens, Alan. 3. 

Wenn der ^ Bauer auf den Gaul kommt, reitet er 
hochmüthiger, als der Edelmann. 

2575. 
Pipere abundans, etiam oleribus immiscet. Tapp 175 a. 
Wer viele Eier hat, macht auch viele Schaalen. 
2576. 
Pipini lilium. Eiselein p. 430. 
Larifari — Lilipippi. 

2577. 
Pira desiderans, pirum, non ulmum accedas. Seyboldp. 442. 
Wer mahlen will, gehe in die Mühle, nicht in die 
Schmiede. 

2578. 

Piscator letus sapit. AposloL cent. 2. 

Gebrannte Kinder furchten das Feuer. 
2579. 
Piscis nequam est, nisi recens. Plaut Asin. % 1, 3, 26. 

Dreitägiger Fisch 

Taugt auf keinen Tisch. 

2580. 
Piscis primum a capite foetet. Mannt, p. 1040. 

Wenn das Haupt krank ist, trauern alle Glieder. 
2581. 
Pistillum crescit Eiselein p. 557. 

Er wächst hinter sich, wie ein Schürstecken. 



286 

2582. 

Pix dum palpatur, palpando raanus maculatur. 

Neander p. 302. 
Wer Pech angreift; besudelt sich die Hände. 

2583. 

Placato possum noü miser esse Deo. Ovid. Trist. 1, 3, 40. 

Hab' ich Gott zum Freunde , so kann mich kein 
Unglück treffen. 

2584 
Plaustrum perculit. Plaut Epid. 4, 2, 22. 

Er hat den Karren in den D . . . . geschoben. 

2585. 
Plenus venter non studet libenter. Eiselein p. 56. 
Ein voller Bauch studirt nicht gern. 

2586. 
Plerumque res parvae maximas trahunt. Lehmann p. 263. 
Ein kleiner Stein wirft oft einen grossen Wagen um. 

2587. 
Ploratur lacrymis amissa pecunia veris. Juvenal 13, 134. 
Um verlorenes Geld und Gut werden die aufrichtigsten 
Thränen geweint. 

2588. 
Plumbeo gladio jugularL Cicero ad Att 1, 16. 

Mit unstichhaltigen Beweisen widerlegt werden. 

2589. 
Plumbeus homo. Cicero de fin. 4, 18. Tuscul. 1, 29. 
Ein dummer Mensch. — Ein Klotz. 

2590. 
Plumiger aequoreas anser cum transvolat undas, 
Crede mihi, rediens anser, ut ante, manet. 

Buchler p. 200. 
Es fliegt ein Gänschen über'n Rhein, 
Und kommt als Gagag wieder heim. * 



287 

2591. 
Plures thriobolos, paucos est cernere vates. 

Nach Zenodot. Mannt p. 286. 
Reimschmiede genug, aber wenige Dichter. 
2592. 
Pluribus intentus minor est ad singula sensus. 

Gärtner p. 166. 
Vierzehn Handwerk, fünfzehn Unglück. 

2593. 
Plurimorum calculus vincit. Erasm. p. 89. 

Stimmenmehrheit entscheidet. 

2594. 
Pluris est ejus unguis, quam tu totus es. 

Petron. c. 57. p. 76. Bip. 

Er ist mir am kleinen Finger lieber, als da am 
ganzen Leibe. 

2595. 
Pluris est oculatus testis unus, quam auditu decem. 

Plaut Truc, 2, 6, 8. 
Ein Augenzeuge gilt mehr, als zehn Ohrenzeugen. — 
Zeuge vom Hörensagen gilt im Rechte nicht. 

2596. 
Plus alotfs, quam mellis. Juvenal 6, 180. 
Mehr Bitteres, als Süsses. 
2597. 
Plus oculis suis amare. Catult in luciu pass. 3. 4. 
Wie seinen eigenen Augapfel lieben. , 
2598. 
Plus oportet scire servum, quam loqui. Plaut. Epid* 1, 1, 57* 
Diener Vieles wissen, 
Wenig reden müssen. 

2599. 
Plus potest, qui plus valet Plaut Trucul. 4, 3, 38. 
Der Stärkere schiebt den Schwächern in Sack. 



288 

2600. 
Plus quam lynceus est. 

Erasm. Colloq. ed. Gumprecht p. 243. 
Er sieht schärfer, als ein Luchs. 
2601. 
Plus stricto mendax offendit lingua mucrone. Seybold p. 447. 
Lügenhafte Zunge schneidet schärfer, als ein Schwerdt. 
2602. 
Plus Student in calicibus, quam in codicibus. Novarin p. 400. 
Mancher studirt lieber im Becher, als in den Büchern. 
2603. 
Plus valet humanis viribus ira Dei. Ovid. Trist. 5, 12, 14. 
Wider Gottes Zorn 
Ist Menschenmacht verlor'n. 

2604. 
Plus valet in manibus passer, quam sub dubio gras. 

Gärtner p. 153. 
Besser, ein Spatz in der Hand, 
Als ein Kranich über Land. 

2605. 
Polypi mentem obtinet Buehler p. 47. 
Er ist Fuchs und Hase. 
2606. 
Pomum corruptum cito corrumpit sibi nuptum. 

Neander p. 301. 
Ein räudiges Schaf steckt die ganze Heerde an. 
2607. 
Pone seram, cohibe, sed quis custodiet ipsos 
Custodes? Juvenal 6, 341. 

Was kann's helfen, wenn man den Bock zum Gärtner 
setzt? 

2608. 

Pone supercilium, frangit Deus omne superbum. 

Seybold p. 449. 
Lass die hohen Augen fallen, 
Denn der Höchste straft's an Allen. 



289 

2609. 
Pontificum coenae. HoraL Carm. 2, 14, 25. 
Ein Prälatenessen. 

2610. 
Populus mutatur ad horam 

Quamlibet, et stabilem nescit habere fidem. 

Locher Nuth. 2, 105. 106. 
Das Volk ist wetterwendisch. 
2611. 
Porsenae bona. Naeh Livius 2, 14. Lang p. 472. 
Gestohlenes Gut. 

2612. 
Portatur levite*, quod portat quisque libenter. 

Neander p. 300* 
Was man gern trägt, geschieht Einem nicht sauer. ' 

2613. 
Post asellum diaria non sumo. 

Petron. c. 19. p. 115. vgl. Burmann ad K L 
Auf einen Salmen schmecken keine Schneiderfische. 
2614. 
Post coenam stabis, vel passus mille meabis* Schreger p. 39. 
Nach dem Essen sollst du steh'n, 
Oder tausend Schritte geh'n. 

2615. 
Post equitem sedet atra cura. Horat. Carm. 3, 1, 40. 
Man kann dem bösen Gewissen nicht davonreiten. 
2616. ' 
Post est occasio calva. Schreger p. 17. 
Ein wenig zu spät ist viel zu spät. 
2617. 
Post festum venlt. Nach Plato. Lehmann p. 921 ♦ 

Er kommt, wann der Ablass schon gegeben ist. 
2618. 
Post gaudia luctus. Hoffmann <6, 10« 
Nach Freude kommt Leid. 

19 



290 

2619. 

Post homines natos. 

Cicero Phil. 11, 1, und de opt. gen. arat 6, 17. 

Seit Menschengedenken. 

2620. 
Post jacturam quls non sapit? ManL Barth. EcL 2, 91. 
Durch Schaden wird man klug. 

2621. 
Post jejunium pascha. BebeL 

Auf lange Fasten kurze Ostern. 
2622. 
Post mortis morsum vertit dilectio dorsum. Schregerp. 27. 
Wenn das Kind todt ist, hat die Gevatterschaft ein 
Ende. 

2623. 

Post nubila Phoebus. Seybold p. 451. 

(Nicht Borax, wie die meisten Sammlungen Citizen.) 

Post tristia soles. Palingen. 4, 46. 

Nach Regen folgt Sonnenschein. — 

Nach dem Krachen, nach dem Knallen, 
Nach dem Donnern, nach dem Schallen, 

Folgt der heit're Sonnenschein. 
Man muss durch das Wetter dringen: 
Will es heute nicht gelingen, 

Wird es doch wohl morgen sein. 

2624. 
Post rem devoratam ratio. Plaut Trin. 2, 4, 15* 
Rechnen, wenn der Beutel leer ist. — 
Sparen, wenn man Nichts mehr hat. 

2625. 
Post tres saepe dies vilescit piscis et hospes, 
Nl sale conditus sit, vel specialis amicus. Gärtner p. 95. 

Ein dreitägiger Fisch 

Taugt auf keinen Tisch, 

Und ein dreitägiger Gast 

Wird Einem oft zur Last. 



291 

2626. 
Post verba verbera. Fasel p. 206. 

Von Worten kommt's zu Schlägen. 
2627. 
Posteriores cogitationes sapientiores. Cicero Phil, 12, 2. 

Wann die Herren vom Rathhause herunter kommen, 
sind sie immer klüger, als wann sie hinaufgehen. 
2628. 

Postico discedere. Tapp 233 b. 

Hinter der Thüre Urlaub nehmen. 

2629. 
»Practica est multiplex«. Neander p. 342. 

„Man kann's auch so machen" — sprach der Frosch, 
und setzte sich auf einen Drichel. 
2630. 1 
Praxis est multiplex, qui nescit est simplex. 

Zincgref 4. p. 561. 
Die Praxis, reich zu werden, 
Ist mancherlei auf Erden; 
Wem sie nicht ist bekannt, 
Ein Dummkopf der wird g'nannt. 
2631. 

Praeco valet Satanae, quo non valet ipse venire. 

Neander p. 302. 
Wo der Teufel nicht selbst hin will, schickt er einen 
Pfaffen, oder ein altes Weib. 

2632. 

Praecocia ingenia cito deflciunt. Seybold p. 452. 
Frühreife Kinder leben nicht lange. — 
Die Vögelein, welche frühzeitig singen, holen die 
Katzen. 

2633. 

Praeda canum lepus est MärUal. 1, 22. 
Viele Hunde sind des Hasen Tod. 
2634. 

Praemansum in os inserere. Nach Cicero Orat 2, 39. 
Den Brei in's Maul streichen. 

19* 



29g 

3635. 
Praesens absens. Nach Aristophanes. Buchler p. 215. 
Er ist mit seinen. Gedanken im Gerstenfelde. 
2636. 
Praesente fortuna pejor est futuri nietus. 

Quincäl. Decl. 12, 15. 
Glück und Unglück tragen einander auf dem Rücken. — 
Glück und Unglück sind zwei Eimer im Galgenbrunnen. 

2637. 
Praesentem mulge. Tapp 123 a. 

Der erste Kopf ist der beste. — 

Ein Batzen im Sack ist besser, als ein Gulden draussen. 

2638. 
Praestat possidere, quam persequL Reg. jur. 
Der Habich ist besser, als der Hättich. 
2639. 
Praestat saepe dies, annus quod ferre recusat Seyboldp. 454. 
Es bescheret oft ein einziger Tag, 
Was ein ganzes Jahr nicht gelingen mag. 

2640. 
Praestat sero, quam non venire. Lehmann p. 451. 

Der letzte Hund fangt bisweilen noch den Hasen. 
2641. 
Praestat uni malo obnoxium esse, quam duobus* 

Steinmeyer p. 14. 
Besser, einen Arm, als den Hals gebrochen. — 
Besser, das Kind weine, als der Vater. 

2642. 
Praesumltur bonus de bono genere natus. Schregerp. 80. 
Wer um die Tochter will bitten, 
Der sehe auf der Mutter Sitten. 

2643. 
Praeterita mutare non possumus. Cicero in Pison. 25. 
Geschehen ist geschehen. — 
Was schon geschehen ist vorher, . 
Das lässt sich ändern nimmermehr. 



293 

2644. 
Praevalet in manibus sexcentis una volucris. Buchler p. 355, 
Besser, ein Spatz in der Hand, als hundert auf dem 
Dache. 

2645. 

Praevia lucidior multa candela sequente. Seybold p. 455. 
Es ist besser, eine Kerze vor, als zwei hinten. 
2646. 
Praxillae Adonide stupidior. Nacli Zenodot. Tapp 77 b. 
Gröber als Bohnenstroh. 
2647. 
Preces fundere praeposteras. Seybold p. 455. 
Das Vaterunser hinter sich beten. 
2648. 
Primum vivere, deinde philosophari. Mss. Majer. 
Das Hemd ist näher, als der Rock. 
2649. 
Primus error veniam meretur. Schamel. III, 89. 
Einmal ist nicht oft. — 
Beim ersten Male muss man ein Auge zudrücken. 

2650. 
Principibus placuisse viris non ultima laus est. 

Horat Ep. 1, 17, 35. 

Was rechtschaffenen Leuten beliebt, 
Dasselbe kein gering Lob gibt. 

2651. 
Principii boni finis bonus. Nach Gregor. Sent. Fasel, p. 208. 
Ende gut, Alles gut 

2652. 
Principiis obsta, sero medicina paratur. Ovid. Rem. am. 91. 
Principiis obstare opus est. Palingen. 8, 469. 
Man muss dem Uebel bei Zeiten wehren. 
2653. 
Principium lauda, quod consequitur sua cauda. Neander p. 302* 
Ende gut, Alles gut. 



294 

2654. 
Prindpium fervet, medium tepet, ultima frigent, 

Schonheim p. 190. 
Man fängt oft Etwas hitzig an, 
Pflegt aber kalt hinaus zu gähn, 

2655. 
Prior tempore potior jure. Lehmann p. 187. 
Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. 
2656. 
Prius locusta bovem pariet, quam hoc fiat 

Enrüus bei Varro de lingua tat. 7, 3, 39. 
Eher mag der Himmel einfallen, ehe dies, geschieht. 
2657. 
Priusquam mactaris, excorias. Fasel p. 209. 

Du verkaufst des Bären Fell, ehe der Bär gestochen ist 
2658. 
Pro beneficio Agamemnonem mulctarunt Achivi, 

Germberg II, 27. 
Wer dem Volke dient, hat des Teufels Dank. 
2659. 
Pro cupreis nummis cupreas cantant tibi missas. 

Neander p. 184. 
Kupfernes Geld, kupferne Seelmess. 
2660. 
Pro interta spe certa praemia. Fasel, p. 210. 

Besser, eine Laus im Kraut, als gar kein Fleisch. — 
Der Habich ist besser, als der Hättich. 

2661. 
Pro jucundis aptissima quaeque dabunt Di. JuvenaL 10, 349. 
Gott beschert nicht immer das Angenehme, wohl 
aber das Heilsame. 
2662. 
Pro thesauro carbones. 

Erasm. Colloq. ed. Gumprecht p. 258. 
Da wirst du schön ankommen. 



2663. 
Proba merx facile emtorem reperit. Flaut. Poen. 1, 2, 129» 
Gate Waare verkauft sich von selbst 

2664. 
Probae fruges ipsae suapte natura enitent. Cicero Tose. 2, 5. 
Jede gute Waare lobt sich selber. 

2665. 
Probitas laudatur et alget. JuvenaL 1, 74. 
Die Frommheit lobet Jedermann 
Und lässt sie dabei betteln gähn. 

2666. 
Procreare liberos lepidum est onus. Plaut Mtl. glor. 3, 1, 88. 
Kinder zeugen ist kein Frohndienst, sonst thäten's 
die Edelleute und Pfaffen nicht selbst. 

2667. 
Procridis telum. Tapp 44 b. 

Nicht jeder Schuss trifft. 

2668. 
Procul a Jove, proeul a fulmine* Tapp 132 b. 
Weit vom Ziel ist gut für den Schuss. 

2669. 
Prodigus est natus de parco patre creatus. Gärtner p. 168. 
Ein Sparer will einen Zehrer haben. 

2670. 
Producere ad scamma. Nach Tertullian. Fasel p. 211. 
In die Schranken fordern. 
2671. 
Projicit ampullas et sesquipedalia verba. Horat. A. P. 97* 
Er nimmt das Maul immer zu voll. — 
Er ist ein gewaltiger Aufschneider. 

2672. 
Promissis dives quilibet esse potest B. P. W. K. 71. 

Viel versprechen kostet wenig. 



296 

2673. 
Promissis onerare. Curtius 5, 12. 
Goldene Berge versprechen. 

2674. 
Promissum cadit in debitum. R. P. W. K. 44. 
Versprechen macht halten. 

2675. 
Prona est timori semper in pejus fides. 

Seneca Herz. für. 316. 
Furcht richtet Alles anders an, als es gekocht ist. 

2676. 
Protia Juventus in quodeunque malum. 

Palingen. 5, 733. 734. 

Jugend hat nicht Tugend. 

2677. 

Propria caede vineta. Horat. Ep. 2, 1, 220. 

Iss aus der eigenen Schüssel, — 
Kehre vor der eigenen Thüre. 

2678. 
Propria laus sordet. Hoffmann 8, 68. 
Proprio sordescit in ore gloria. Owen Monost. 83. 
Eigenlob stinkt. 

2679. 

Prora mihi et puppis. Cicero Ep. ad Farn. 16-, 24. 
Mein UauptpJan. — Mein Alles. 

2680. 
Proteo mutabilior. Nach Lucian. Erasm. p. 278. 
Veränderlich, wie eine Wetterfahne. 

2681. 
Protinus ad censum, de moribus ultima fiet 
Quaestio. JuvenaL 3, 140. 141. 

Man fragt zuerst: wie reich? und dann erst: wie 
fromm ? 



297 

2682. 

Protinas apparet, quem fiuctum planta datura est. 

Lang p. 497. 

Eine gute Art lässt sich bald merken. — 
Man sieht bald, was der Baum für Früchte bringen 
wird. 

2683. 

Proxime dngendus habetur pro cincto. B. P. W. K. 112. 
Zunächst daran 
Ist so viel, als schon gethan. 

2684. 
Proximus ecclesiae semper vult ulünius esse. Neander p. 299. 
Je näher bei Rom, je schlechter der Christ. — 
Je näher bei der Kirche, desto später kommt man 
hinein. 

2685. 

Proximus sum egomet mihi. TerenL Andr. 4, 1, 12. 

Ich bin nur selbst der Nächste. 
2686. 
Publica fama non semper vana. SchameL V, 211. 

Gemein Geplärr 

Ist nie ganz leer. 

2687. 
Puer osculatur propter matrem. BebeL 

Man küsst das Kind wegen der Mutter. 
2688. 
Pulchrorum etiam autumnus pulcher. Weber 2, 62. 

Man sieht noch am Scherben, wie die Schüssel war. 
2689. 
Pulchrum est digito monstrari et dicier : hie est. 

Pentos 1, 28. 
Wie doch das Geehrtsein « so wohl thut! 
2690. 
Pulrerem ob oculos aspergere. Gellius 5, 21, 4. 
Einem Sand in die Aug n streuen. — 
Einen am hellen Tage blind machen wollen. 



298 

2691. 
Pumilio, licet in monte, non est magnus. Seneca Ep. 127. 
Der Zwerg wird nicht grösser, auch wenn er sich 

auf einen Berg stellt. — 
Der Zwerg bleibt immerdar ein Zwerg; 
Und stund' er auf dem höchsten Berg. 

2692. 
»Purgo meum ventrem et colo Omnipotentem«. — 

Eiselein p. 593. 
So sprach der Pfaffe, der das Brevier auf dem Ab- 
tritt betete. 

2693. 
Purpura juxta purpuram dijudicanda. Erasm. p. 348. 
Man muss Ein's an das And're stellen, 
Dann lässt sich leicht ein Urtheil fallen. 

2694. 

Purus putus. Plaut PseudoL 4, 2, S3. und öfter. - 

Ganz und gar. — 
Durch und durch. 



2695. 
Qua flumen placidum est, forsau latet altius unda. Cato 4, 31. 
Stille Wasser gründen tief. 
2696. 
Qua positus fueris in statione, mane. Ovid. fast. 2, 674. 
Wozu dich Gott berufen hat, da bleibe, 
Und was du gelernet hast, das treibe. — 
Schuster bleib' bei deinem Leist. 
2697. 
Quadra panis non est beneficium. Seneca de benef. 4, 29. 
Ein Pfifferling ist keine Wohlthat. 



299 

2698. 
Quadmpes In piano quandoque cadit pede sano. Bebel * 
Stolpert doch auch ein Pferd und hat vier Füsse. 
2699. 
Quae culpare soles, ea tu ne feceris ipse. Cato 1, 30. 

Was du an Anderen tadelst, das thue nicht selbst 
2700. 
Quae dices aliis, tibi mox responsa remitti 
Exspectes. Owen. MoiwsL 93. 

Wie man in den Wald schreit , so hallt es wieder 
heraus. 

2701. 
Quae lex non prohibet, debent permissa videri. 

Zuber. Mon. N, 47. 
Was nicht verboten ist, das ist erlaubt. 

2702. 
Quae nimis est sera, non est confessio vera. Schregerp. 35. 
Späte Beicht 
Macht selten das Gewissen leicht. 

2703. 
Quae nocent, docent. Novarin p, 527. 

Durch Schaden wird man klug. — 
Was versehrt, das lehrt. 

2704. 
Quae non posuisti, ne tollas. Nach Plato. Tapp 181 a. 
Was du nicht hingelegt hast, das lasse liegen. — 
Was dich nicht brennt, das blase nicht. 

2705. 
Quae sero contingunt, magnifica. 

Nach Homer. Steinmeyer p. 19. 
Was spät kommt, drückt wohl nach. 
2706. 

Quae subito veniunt, multo graviora videnlur. 

Columb. Monost. 74. 

Unvermuthetes Unglück drückt am schwersten. 



300 

2707. 
Quae supra nos, nihil ad nos. Weber Append. 7. 

Wir wollen das den Gelehrten tiberlassen. 
2708. 
Quaelibet ex proprio fructu cognoscitur arbor. 

Cohmib. Monost. 82. 
Man erkennt jeden Baum an seiner Fracht. 

2709. 
Quaere peregrinum. HoraL Ep. 1, 17, 62. 
Suche dir einen andern Narren. 

2710. ! 

Quaerens obsonium, vestem perdidi. , 

Nach Suidas. Weber 2, 69. 

Ich habe nach einem Spatzen gehascht und eine 
Gans darüber verloren. 

2711. 

Quaerit aquas in aquis. Ovid. Amor. 2, 2, 43. 

Er sucht den Gaul und reitet darauf. — 

Er sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. 

2712. 
Quaerit delirus, quod non respondetHomerus. Seybold p. 460. 
Ein Narr fragt viel, worauf kein Vernünftiger antwortet. 
2713. 
Quaeritur: Aegisthus quare sit f actus adulter? 
In promptu causa est: desidiosus erat. 

Ovid. Rem. 161. 162. 
Müssiggang ist aller Laster Anfang. 

2714. 
Quaestus sine impendio non instituitur. Seybold p. 470. 
Wer nicht setzt, gewinnt auch nicht. 
2715. 
Quaevis commoditas sua secum fert incommoda. 

B. P. W. K. 89. 
Wer sich am Feuer wärmen will, muss auch den 
Rauch ertragen. 



»Ol 

. 2716. 
Quaevis terra patria. . Nach Macarius. Tapp 11 b. 
Biedermanns Erbe liegt in allen Ländern. — 
Es ist überall gut Brod esssn. 

3717. 
Quäle forum, tale vectigal BebeL 
Wie der Markt, so der Zoll. 
2718. 
Quäle pretium, tale sacrificium. Seybold p. 47 h 
Kupfernes Geld, kupferne Seelmess. 
2719. 
Quäle semen, talis est messis. Novarin p. 68. 

Was der Mensch säet, das wird er erndten. 
2720. 
Quales quisque sibi natos eduxit, habebit. Palingen, 5, 752. 
Wie man die Kinder zieht, so hat man sie. 
2721. 
Qualia quisque geret, talia quisque feret. Schregerp. 46. 
Wie die Arbeit, so der Lohn. 
2722. 
Qualis dominus, talis servus. Petron. c. 58. p. 383. 
Qualis hera, talis pedissequa. Cicero ad Att. 5, 13. 
Wie der Herr, so der Knecht. — 
Wie die Frau, so die Dirne. 

2723. 
Qualis persona, talis perizoma. Seybold p. 472. 

Wie der Mann ist, so bratet man ihm die Wurst. 

2724. 
Qualis quaeque arbos, tales solet edere fructus. 

Palingen. 5, 543. 
Wie der Baum, so die Frucht. 

2725. 
Qualis rex, talis grex. Schonheim p. 192, 
Wie der Regent, so die Untex&aiien. 



302 

2726. 
Qualis vir, talis oratio. Seneca, Tapp 15 a. 
Wie der Mann, so die Rede. — 
Man kennt den Vogel am Gesänge. 

2727. 

Quam male inaequales veniunt ad aratra juvenci, 
Tarn premitur magno conjuge nupta viro. 

Ovid. Heroid. 9, 29. 30. 
Ungleiche Ehegatten schicken sich so schlecht zu- 

sammen. als ein ungleiches Paar Ochsen. — 
Ein ungleich Paar in der Eb' 
Bringt oft gar viel Ach und Weh. — 
Topf von Thon und Topf von Eisen 
Sollen nicht zusammen reisen. 

2728. 
Quam quisque norit artem, in hac se exerceat 

Cicero Tusc. 1, 18. 
Quam seit, libens exerceat artem. Horat. Ep. 1, 14, 44. 
Ein Jeder treibe, was er gelernt hat. 

2729. 
Quam raro egregios pauper sortitur honores ! Palingen. 2, 304. 
Die Armuth bleibt tiberall dahinten. 

2730. 
Quam semel errare, melius bis terve rogare. Leib. Stud. 149. 
Besser, zweimal fragen, als einmal irre gehen. 

2731. 
Quamcunque viam dederit fortuna, sequamur. 

Virgil Aen. 10, 49. 
Mag's gehen, wie es will. 

27321 
Quando hirsuta foret spinosaque nata puella, 

Floreret semper virginitate sua. Leib. Stud. 381. 
Wären die Jungfern so stachlig gebor'n, 
Als wie die groben Reisigdorn, 
So gab' ich sicher den Bescheid: 
Sie blieben Jungfern allezeit. 



2733. 
Quando caput albicat, canis pruinis tunc inferiora algent. 

Lehmann p. 9. 

Wann es auf dem Berge reift, ist im Thale Alles 
erfroren. 

2734. 

Quando faber cudit, monachus cum conjuge ludit. 

Eiselein p. 475. 

Mahlt der Müller schon nicht bei Tage, so bringt's 

der Guardian mit der Müllerin bei Nacht ein. 

2735. 

Quando turnet venter, produntur facta latenter. Eiselein p. 57. 

Wann der Bauch schwillt, 
Sieht man, wo es gilt. — 

„Wir fehlen mannigfaltig? — sprach die Aebtissin, 
als ihr der Bauch schwoll. (Agricola.) 

2736. 

Quandoque bonus donnitat Homerus. Borat A. P. 359. 

Grosse Herren machen auch hie und da Fehler. — 
Stolpert doch auch ein Pferd, und hat vier Füsse. 

2737. 

Quando perditior quisque est, tanto acrius urget. 

Horat. Serm. 1, 2, 15. 
Die schlechtesten Zahler sind die Strengesten Mahner. 

2738. 

Quantum oculis, animo tarn procul ibit amor. 

Propert. 3, 20, 10. 
Wohl aus den Augen, aus dem Sinn. 
2739. 
Quantum quisque ferat, respiciendus erit. Ovid. Amor. 1, 8, 38. 
Quantum quisque sua nummorum servat in arca, 
Tantum habet et fldei. Juvenal. 3, 143. 144. 
Ein Jeder gilt so viel, als er hat. — 
Großs Geld, gross Glaube. 

2740. 
Quasi locum in balneis. Tapp 212 «. 

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. 



304 

2741. 
Quantum ubique possunt duo oboli! 

Nach Aristoph. Tapp 187 b. 
Was thut doch das liebe Geld nicht! 
2742. 
Quarta luna natus. Weber 2, 53. 

In Qinem unglücklichen Zeichen geboren. — 
Ein Unsternskind. 

2743. 
Quasi umbra persequi. Plaut, casin. 1, 1, 4. 
Einem wie sein Schatten folgen. 
2744. 
Quavis in terra sunt mala mixta bonis. Leib. Stud. 686. 
Man findet überall zerbrochene Töpfe. 

2745. 
Quem dies veniens videt superbum, 
Hunc dies videt fugiens jaceritem. Seneca Thyest. 614. 

Am Morgen roth, 

Am Abend todt. — 

Gestern noch auf stolzen Rossen, 

Heute durch die Brust geschossen, 

Morgen in das kühle Grab. (Hauff.) 

2746. 

Quem Dil diligunt, adolescens moritur. Plaut. Bacch. 4, 7, 27. 

Grosse Herren kommen am sichersten in den Himmel, 
wenn sie in der Wiege sterben. 

2747. 
Quem perdere vult Deus, prius dementat. 

Nach Lactaniius. Fasel, p. 214. 
Wen der Herr verderben will, den schlägt er mit 
Blindheit. 

2748. 
Quem saepe transit casus, aliquando invenit. 

Seneca Herc. für. 328. 
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. — 
Ein altor Karren knackt so lange, bis er bricht. 



2749. 
Quem taurum metuis, vitulum mulcere solebas. 

Ovid. Art. mm. 2, 241. 

Aus Kindern werden auch Leute. — 

Es war dereinst ein Kalb, was jetzo ist ein JKind: 

So wird ein starker Mann aus einem kleinen Kind. 

2750. 
Qui addit scientiam, addit laborem. Seybold p. 479. 
Wer viel lernt, der muss viel treiben. 
2751. 
Qui alteri exitium parat, 
Eum scire oportet, sibi paratam pestem. 

Ennius Trag. reL p. 93. 
Wer Andern eine Grube gräbt, fallt selbst hinein. 

2752. 
Qui amant, ipsi sibi somnia fingunt. 

SchoL ad Virgü. Pharmaceut 
Verliebte haben ihre Welt für sich. 
2753. 
Qui asinum non potest, Stratum caedit. Petron. c. 45. p. 296. 
Den Sack schlägt man und den Esel meint man. 

2754 
Qui bene carpentant, hl fragmina pauca minutant. 

Neander p. 307. 

Gute Zimmerloute machen wenig Späne. 

2755. 
Qui bene consiliis in tempore porrigit aures, 

Nee dolor a tergo corripit hunc Stimulans. Seybold p. 479, 
Wer gutem Bath bald folgen thut, 
Den quält nachgehends kein Unmuth. 

2756. 
Qui bene fecerunt, illos suo facta sequuntur. 

Owen Epigramm. 3, 148» 
Selig sind die Todten, die in dem Herrn sterben; 
ihre Werke folgen ihnen nach. 

20 



806 

2757. 
Qul bene vult fari, debet heue praemeditari. Gärtner p. 111. 
Wer wohl reden will, muss sich vorher wohl bedenken. 
2758. 
Qui binos lepores una sectabitur hora, 
Non uno saltem, sed saepe carebit utroque. Neanderp. 304. 
Wer zu viel haben will, bekommt gemeiniglich Nichts. 
2759. 
Qui canem alit exterum, huic praeter lorum nil fit reliquum. 

Steinmeyer p. 13. 
An anderer Leute Kindern und an fremden Hunden 
hat man das Brod verloren. 

2760. 
Qui capit uxorem, capit absque quiete laborem. 

Neander p. 305. 

Nimmst du ein Weib, 

So lad'st du dir Kreuz auf den Leib. 

276L 
Qui caret argento, frustra utitur argumento; 
Qui dare seit, non qui dicere, rhetor erit. 

Owen Epigr. 1, 39. 
Nicht der kluge Rednersmann, 
Sondern wer viel geben kann, 
Dringet jetzt durch in der Welt : 
Beden gilt nicht, nur das Geld. 

2762. 

Qui caret uxore, Ute caret atque dolore. Neander p. 305. 
Guter Muth ist halber Leib: 
Sei kein Narr, und nimm kein Weib. 

2763. 
Qui celocem regere non potest, onerarlam petat. 

Mss. Majer. 

Wer keinen Wagen hat, muss mit dem Karren fahren. 

2764. 
Qui cito, qui temere spondet, se multa daturum, 

Quae male promisit, turpius ille negat. Owen Monost. 48. 
Viel versprechen und wenig halten 
Steht Jungen hässlich an und Alten. 



307 

2ft». 
Qui dare rultmultis, non (lebet dicere: vultis? Gärtner p. 108« 
Wer lange fragt, der gibt nicht gern. 

2766. 
Qui dat mutuum, amicum vendit, inimicum erait 

Lehmann p. 102. 

Leihen macht Freunde, wieder fordern Feinde. 

2767, 
Qu! deserit occasionem, deseritur ab occasione. 

Seybold p. 485. 
Man muss die Gelegenheit nützen, ehe sie entschlüpft, 

2768. 
Qui Deum videt, multum ridet. Schreger p. 19. 
Wer an Gott denkt, 
Sich um Nichts kränkt. 

2769. 
Qui Domino fidit, bene vidit et aedificavit. Leib. Sind, 258. 
Wer Gott vertraut, 
Hat wohl gebaut. 

2770. 
Qui esse nuceum Yult, frangat nucem. Fasel p. 215. 

Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken. 

2771. 

Qui est actor, non simul potest esse judex. Oldenb. p. 207« 
Niemand kann in eigener Sache Richter sein. 

2772. 

Qui facilis credit, faciüs quoque fallitur idem. 

Palingen. 3, 145* 
Qui leviter credit, deceptus saepe recedit. Neander p. 305. 
Wer leicht traut, wird leicht betrogen. 

2773. 
Qui fallit mille, a solo fallitur ille. R. P. W. K. 155. 
Der Fuchs geht endlich auch in die Falle. 

20* 



a08 

2774. 
Qui fugtt molam, fiigit ferinam. Apostel, cent. 15* 
Willst du den Gewiss, 
So hab' auch den Verdruss. 

2775. 
Qul fuit in furno, socium sibi quaerit in illo. Gärtner p m 41 
Man sucht Niemanden hinter dem Ofen, man sei 
denn selbst schon dahinter gesteckt. 

U776. 

Qui in pergula natus est, aedes non somniat. 

Petron. c. 74. p. 478. 
Wer zu 59 Kreuzern gemünzt ist, bringt es zu keinem 
Gulden. 

2777. 

Qui jacet in terra, non habet, unde cadat. Mss. Majer. 
Wer nieder bleibt, fällt nicht hoch. 
2778. 
Qui leviter spondet, promisso eludit inani. 

Mannt Parth. Ecl. 4, 14 
Wer leicht Bürge wird, betrügt auch leicht. 

2779. 

Qul lucerna egent, infundant oleum. Jt. P. W. K. 1(58. 

Wer gut fahren will, muss gut schmieren. — 
Wer gute Diener haben will, muss sie gut halten. 

2780. 
Qui me respicit et mea, se non respicit ille 
Et sua; disce ergo: »yvufti oeccvtov« homo. 

Leib. Stud. 396. 
Gar Mancher mich richt't, 
Er denkt seiner nicht: 
Gedächte er sein, 
Vergösse er mein. 

2781. 
Qui moritur minis, bombis tumulent asinlnis» Gärtner p. 124. 
Wer vom Drohen stirbt, den sollte man mit s. v. 
Eselfif begraben. 



»09 

2782. 
Qui mortem metuit, quod vivit, periit id ipsum. Cato 1, 23L 
Todesfurcht verbittert das Leben. 

2783. 
Qui multum fatur, stultissimus esseprobatur. Sehregerp, 30. 
Am vielen Schwatzen erkennt man den Narren. 

2784. 
Qui multum peregrinatur, raro sanctificatur. Schregerp. 19. 

Viel Umschweifen macht ausschweifen. 

2785. 
Qui nescit orare, vadat ad mare. Schonheim p. 199. 
Noth lehrt beten. 

2786. 
Qui nihil aeris habet, nihil aeris perdidit unquam. 

Seybold p. 492. 
Aus leerer Tasche verliert man Nichts. 

2787. 
Qui non aegrotat, bene mingit, si bene potat. 

Eiselein p. 605» 

Der Trunk gar wohl aufs Wasser treibt, 
So lange man gesund verbleibt. 

2788. 
Qui non est hodie, cras minus aptus erit. Ovid. Rem. am. 94. 
Was Häuschen nicht lernt, lernt Hans nimmer. 

2789. 
Qui non est socius culpae, non est socius poenae. 

R. P. W. K. 13. 
Wer nicht mit zecht, darf nicht mit zahlen. 

2790. 
Qui non habet in nummis, luat in corpore. Schamel II, 66. 
Wer nicht zahlen kann, dem schlägt man's am Leibe 

herunter. — 
Wer mit Geld nicht zahlen kann, 
Der muss die Haut gleich spannen d'ran. 



279L 
Qui non habet In nummiß, 

Den hilft's Nichts, dass er fromm is; 
Qul dat pecuniam summis, 

Der macht gerad, was krumm is. 

Zincgref 1. p. 208. 
2792. 
Oui non liügat, coelebs est Nach Hieran. Vergil fol 13 *. 
Wem zu wohl ist, der nehme ein Weib. 
2798, 
Qui non zelat, non amat Nach Augustin. Erasm. p. 51. 
Liebe muss gezankt haben. 
2794. 
Qui nunquam male, nunquam bene. Buchler p. 33.. 

Es ist noch kein Gelehrter vom Himmel gefallen. 
2795. 
Qui procul ex oculis, procul est a Hmine cordis. 

Gärtner p. 15. 
Wohl aus den Augen, aus dem Sinn. 

2796. 
Qui proficit in literis, et deficit in moribus, plus deficit, 
quam proficit Wolf gang Musculus bei Zincgref 3. p. 111. 
Wer in Geschicklichkeit viel weiss und wohl erfahren, 
In Sitten aber sonst läuft an der Grobheit Karren: 
Nimmt mehr in Tugend ab, als er in Kunst nimmt an, 
Die Tugend nur allein, nicht Kunst erhebt den Mann. 

2797. 

Qui propriae domui non prodest, pessimus ille. 

Leib. Stud. 187. 
Es ist eine böse Sau, die ihre eigenen Ferkel frisst. 
2798. 

Qui putat, usuras peccatum esse, is caret auro. 

Leib. Stud. 212. 

Wer Wucher fiir eine Sonde hält, 

Der Mann hat wahrlich selbst kein Geld. 



311 

2799. 
Qui quae vult dicit, quae non vült audiet. Agric. p. 76. 
Wer wissen will, wer er sei, 
Der schelt' seine Nachbarn zwei oder drei. — 
Gut Gruss gibt gut Antwort. 

2800. 

Qui quaerit alta, is malum videtur quaerere. 

Plaut Pseud. Proleg. 22. 

Hohe Steiger fallen leicht*. — 

Gute Schwimmer ertrinken am ehesten. 

2801. 

Qui, quam potuit dat maxima, gratus abunde est. 

Ovid. es Pont 4, 8, 37. 
Wer gibt, so viel er kann, ist dankbar genug. 

2802. 
Qui sapit ante pilos, non sapit ille diu. Eiselein p. 19. 
Wer vor dem Bart ist weis' und klug, 
Der ist nicht weise lang genug. — 
Altklug 
Nie Frucht trug. 

2803. 

Qui satur est, pleno laudat jejunia ventre. 

Manth. Parth. Ecl 1, 61. 
Mit vollem Bauch ist gut Fastenpredigt halten. 

2804. 
Qui semel est laesus fallaci piscis ab hämo, 
Omnibus unca cibis aera subesse putat. 

Ovid. ex Pont 2, 7, 9. 

Gebrannte Kinder fürchten das Feuer. 
2805. 

Qui semel est malus, is semper praesumitur esse/ 

Leib. Stud. 456« 
Verkröche sich der Schalk 
In einen Zobelbalg, 
So blieb' er doch darin ein Schalk. 



312 

280«. 
Qui semel it Romam, vult istic quaerere nequam; 
Qui bis it, hunc reperit, qui ter ? secum huncque reportat. 

Leib, Stud. 178. 
Wer einmal nach Born geht, sacht den Schalk 
dort; wer zweimal, findet ihn; wer dreimal, 
bringt ihn mit nach Hause. 

2807. 
Qui sibi nil conscit, secura mente quiescit. Gärtner p. 43. 
Ein gut Gewissen 
Ein sanftes Kissen. 

2808. 
Qui sibi non prodest, aliis prodesse nequibit. Leib. Stud. 175. 
Wer sich selbst Nichts nutz ist, was wird der Andern 
nutz sein? 

2809. 
Qui sibi semitam non sapiunt, alteri monstrant viam. 

Ennius ap. Cicer. de div. 1, 58. 
Er kann Allen rathen, nur sich selbst nicht. 

2810. 

Qui socius mensae est, verum ne reris amicum. 

Owen MonosL 43. 
Schmarotzer sind keine wahren Freunde. 
2811. 
Qui statuit aliquid, parte inaudita altera, 
Aequum licet statuerit, haud aequum est tarnen. 

Seneca Med. 199. 
Eines Mannes Red' eine halbe Red', 
Man soll die Theile hören beed'. 

2812. 

Qui struit in callem, multos habet ille magistros. 

Seybold 502. 
Wer will bauen an die Strassen, 
Muss die Leute reden lassen. 

2813. 
Qui tangit picem, inquinabitur ab ea. Mss. Majer. 
Wer Pech angreift, besudelt sich die Hände. 



313 

2814. 
Qui struit insidias alii, sibi damna dat ipsl. Seyböldp. 502. 
Wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst .hinein. — 
Untreue schlägt ihren eigenen Herrn. 

2815. 
Qui sustinere non potest suum malum, 
Alios inspiciat et discat tolerantiam. Phaedr. Append. 2,1.2. 
Jedermanns Kreuz schickt sich am besten auf seinen 
eigenen Rücken. 

2816. 
Qui tacet, consentire videtur. Neander p. 89. 
Wer schweigt, der widerspricht nicht. — 
Keine Antwort ist auch eine. 

2817. 
Qui tauros stimulant multi, sed rarus arator. Eiselein p. 13. 
Es gehen viele Stierbuben auf einen rechten Ackers- 
mann. — 
Es sind nicht Alle fromm, die in die Kirche gehen. — 
Nicht Alle sind Köche, die lange Messer tragen. 

2818. 
Qui vadit plane, vadit sane. Neander p. 89. 
Wer in Einfalt wandelt, wandelt wohl. 
2819. 
Qui vehementer emungit, ejicit sangüinem. Seyboldp. 503. 
Wenn man den Bogen zu schraff spannt, bricht er. 
2820. 
Qui velit ingenio cedere, rarus erit. MartiaL 8, 18. 
Niemand will Unrecht haben. 
2821. 
Qui vincit, non est victor, nisi victu' fatetur. 

Ennius AnnaL reh p. 72. 
Nur wenn der Besiegte es zugibt, ist der Sieg aus- 
gemacht. 

2822. 
Quid coeco cum speculo? Nach Stobaeus. Mannt, p. 945. 
W T as hilft dem Blinden eine Brille? 



314 

2823. 
Qui violare fidem solet, "et violetur eidem. Gärtner p. 80. 
Wer keinen Glauben halten will. 
Wird Untreu' auch erfahren viel. 

2824 
Qui volucrem nutrit, pro munere stercus habebit. 

Neander p. 306. 

Wer eine Schlange im Busen wärmt, wird von ihr 

gebissen. — 
Undank ist der Welt Lohn. 

2825. 
Quicunque fraudes alii tendit subdolas, 
Timere debet, ne ipse capiatur dolo. 

Phaedr. Jppend. 19, 15, 16. 
Wer Andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein. 

2826. 

Quicunque turpi fraude semel innotuit, 

Etiamsi verum dicit, amittit fidem. Phaedr. 1, 10, 1. 2. 
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, 
Und wenn er auch die Wahrheit spricht. 

2827. 
Quid de quoque viro et cui dicas, saepe videto. 

HoraL EpUU 1, 18, 68. 
Trau, schau, wem? 

2828. 
Quid domini faciant, audent cum talia fures? 

VirgiL EcL 3, 16. 
Thun das die Knechte, was sollen die Herren thun? 

2829. 
Quid figulus curat, si frangitur olla? Patingen. 4, 454. 
Was bekümmert sich der Töpfer darum, wenn der 
Topf hin ist? 

2830. 
Quid hoc focit ad palatum tuum? Seybold p. 485. 
Wie schmeckt dir der Bissen? 



315 

2831. 
Quid in tragoedia coinjci? Er asm. p. \2. 
Was thut Saal .unter den Propheten? 
2832. 
Quid pro quo, merda pro balsamo. Lehmann p. 837. 
Alles unter einander, wie in der Arche Noäh. 

2833. 
Quid salvis infamia nummis? Juvenal 1, 48. 

Mit Geld kann man Alles eben machen. — 
Es gibt keine Sünde, als arm sein. 

2834. 
Quid, si coelum ruat? Terent Heaut 4, 3, 41. 

Fiele der Himmel ein, es bliebe kein Zaunstecken 
übrig. 

2835. 
Quidquid agit mundus, monachus vult esse secundus. 

lAncgref 3. p. 2* 
G^chen' in der Welt* was immer will, 
So ist dabei ein PfaiF im Spiel. 

2836. 
Quidquid agunt homines, intentio judicat omnes. Mss* Majer. 
Die Welt und ihr Geräusche nicht, 
Allein das Herz hat sein Gewicht 

2837. 
Quidquid delirant reges, plectuntur Achivi. 

Horat Ep. 1, 2, 14. 
Bei grosser Herren Händeln müssen die Bauern Haar 

lassen. — 
Der Herren Sünde, der Bauern Buss. 

2838. 
Quidquid licet, minus desideratur. Fasel, p. 217. 
Verbotene Frucht schmeckt am besten. 
2839. 
Quilibet in sua domo rex. Lehmann p. 365. 
Daheim ist Jeder König. 



316 

2840. 
Quidquid sub terra est, in apricum proferet aetas. 

Horat. Bpist. 1, 6, 24. 

Nichts ist go fein gesponnen, 

Es kommt 'doch endlich an die Sonnen. 

2841. 
Quilibet invitus caro valedicit amico. Seybold p. 490. 
Von guten Freunden scheidet man ungern. 

2842. 

Quis nosset Homerum, 

Ilias aeternum si latuisset opus? 

Ovid. Art. am. 3, 413. 414. 
Verborg'nes Verdienst ist kein Verdienist. 
2843. 
Quisque praesumitur bonus, donec probetur contrarium. 

Reg. Jur. 
Jeder gilt so lange für rechtschaffen, bis er eines 
Vergehens überführt wird. 

2844. 
Quisque sibi placet et sapiens sibi quisque videtur. 

R. P. W. K. 2. 
Jeder gefallt sich selber wohl 
Und meint, er sei der Weisheit voll 

2845. 
Quisque suae vitae semina jacta metet. Seybold p. 499. 
Was der Mensch säet, das wird er erndten. 
2846. 
Quisque. ut habet moros, ita judicat atque ita fatur. 

Palingen. 5, 77. 
Jeder denkt und spricht nach seiner Weise. 
2847. 
Quisque mbonim suoram optiraus interpres. Reg.jwr. 
Jeder ist Awslegw seiner Worte. 
2848. 
Qufequfc habet nummos« smira nariset aura. Pelron. c. 137. 
(fcld wird nicht gekan^en« 



&17 

2&49. 
Qufequfe ab eyentu fiwta probanda putat. 

Ovid. Hereid. 2, 85. 
Geräth die Sache gut, so war der Rath gut. 
2850. 
Quisquis ab e*temis nuper deveaerit oris, 
Non decet, indigenis ut velit esse prior. ' 

Avian. Fab. 38, 13. 14. 
Der Fremdling soll den Einheimischen nicht meistern 
wollen. 

2851. 
Qulsquis amat cervam, cervam putat esse Minervam; 
Quisquis amat ranam, ranam putat esse Dia n am. 

Zincgref 3> p. 303. 
Jeder hält seine Braut für die schönste. — 
Worauf Jemand sein' Liebe getat, 
Für's AllerscWjnste er das schätzt. , 
2852. 
Quisquis amat dictis absentum rodere famam, 
Haue mensam vetitam noverit esse sibi. 

■ (Aufschrift auf dem Speisetische des Kaisers Augustus. 
Vergl. Lehmann p. 231.) 

Kein Afterredner hat 
An diesem Tische Statt. 

2853. 
Quisquis magna dedit, voluit sibi magna remitti. 

Martial. 5, 60. 

Nichts umsonst. — 
Wurst wieder Wurst. 

2854. 
Quisquis plus justo non sapit, ille sapit Martial. 14, 21. 
Der ist klug, der nicht allzu klug ist. 
2855. 
Quo fata trahunt retrahuntque, sequamur. Virgil. Aen. 5, 709. 
Wie Gott es fugt, 
Sind wir vergnügt. — 
Wir wollen aus der Noth eine Tugend machen. 



318 

2856. 
Quisquis suo jure utftur, tnjuriam null! facit Reg, Jar. 
Wer sein Recht gebraucht, beleidigt Niemand. 
2857. 
Quo literarum quisquis est peritior, 
Huic est sacrorum cura negligentior. Seybold p. 515. 
Je gelehrter, . 
Desto verkehrter. 

2858. 

Quo me vertam nescio. Cicero ad ML 10, 12. 
Ich weiss nicht, wo hinaus. — 
Ich stehe wie Herkules am Scheidewege. 

2859. 
Quo minime reris, de gurgite pisce frueris. Eiselein p. 172. 
Wann man am Wenigsten daran denkt, liegt der 

Fisch in der Reuse. — 
Dicke mir da Lieb's geschah, 
Wo ich mich dessen nicht versah. 

2860. 
Quo minus est murmur, plerumque est altior unda. 

Seybold p. 516« 
Stille Wasser gründen tief. 

2861. 

Quo plus sunt potae, plus sitiuntur aquae. Ovid, Fast 1,44. 
Je mehr Einer trinkt, je mehr ihn dürstet. 
2862. 
Quo res cunque cadunt, seroper stat linea recta. 

(wahlsprach des Prinzen von Ligne. f zu Wien Dez. 1814.) 
Wie der Würfel auch fällt, mein Weg bleibt immer 
gerade. 

2863. 

Quo Romae propiores, tanto Christian! tepidiores. Bebel 
Je näher bei Rom, je schlechter der Christ. 

2864. 
Quo semel est imbuta recens, servabit odorera 
Testa diu. Horat Ep. 1, 2, 69. 70. 

Was man in unsaubere Töpfe giesst, säuert bald. 



319 

2865. 
Quod adest bonl, consule. Nach Homer. Mannt p. 984. 
' Jage mit den Hunden, die da sind. 
2866. 
Quod breviter durat, quis prudens quaerere curat? 

/?. P. W. K. 138. 
Was vergeht in kurzer Zeit, 
Einen Weisen nicht gross freut. 

2867. 
Quot cito fit, cito perit. Buchler p. 125. 
Was bald wird, vergeht auch bald. 
2868. 
Quod cito lucratur, cito perditur et nihilatur. Neander p. 305. 
Schnell gewonnen, 
Schnell zerronnen. 

2869. 
Quod dare non possis, noli promittere verbis. 

Colnmban. 5, 23. 
Versprich Nichts, was du nicht halten kannst. 

2870. 
Quod differtur, non aufertur. Neander p. 91. 
Aufgeschoben * 
Ist nicht aufgehoben. — 
Lange geborgt ist nicht geschenkt. 

2871. 

Quod divini juris est, id nullius in bonis est. 

Nach JusÜnian. Fasel p. 220. 
Kirchengut hat eiserne 2 ahne: 
Es frisst Eins nach dem Andern hin 
Und bringt dem dritten Erben keinen Gewinn. 

2872* 
Quod egregium futurum est, serius absolvitur. Seybold p. 505. 
Gut Ding will Weile haben. 
2873. 

Quod fecit quisque, tuetur opus. Ovid. ex Pont 4, 1, 28. 
Jeder wehrt sich um seine eigene Sache. 



320 

2874. 
Quod fecit, ferat, hoc fuerit directio juris, Zinegref l.p. 47. 

Was Einer eingebrockt hat, das soll er auch ausessen. 

(V. B. W.) 
2875. 
Quod felix faustumque stt! Cicero de dir. 1, 44. 

Livius 2, 49. 
Heil und Segen dem Unternehmen! 

2876. 
Quod festo netur, nihilari saepe videtur. Schreger p m 26. 
Was man am Festtag spinnt, 
Dasselbe bald zerrinnt. 

2877. 
Quod fortuito evenit, instabile est. Seneca de brev. viL 17. 
Wie gewonnen, 
So zerronnen. 

2878. 

Quodfuit tege, quod ante rege. Beza ap. Zinegref 3. p. 408. 

Das Vergangene bedecke, das Zukünftige regiere. 
2879. 
Quod hodie non est, cras erit. Petron. c. 45. p. 290. 

Was heute nicht ist, kann morgen werden. 

2880. 
Quod in corde sobrius, id in ore ebrius. /?. P. W. K. 39. 
Was Einer nüchtern denkt, redet er im Rausche 

heraus. — 
Trunkener Mund 
Spricht aus Herzensgrund. 

2881. 
Quod licet, ingratum est, quod non licet, acrius urget. 

Ovid. Amor. 2, 19, 3. 
Verbotene Frucht schmeckt am besten. — 
Was ich gar nicht mag, 
• Hab' ich Jeden Tag; 
Wo ich gerne bin, 
Lässt man mich nicht hin. 



»1 

2882. 
Qwd licet Jovi, non licet bovi. Ms*. Mttfer. 

Wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht dasselbe. 



Quod male quaesitiun est, pejus abire solet SegboMp. 808« 

Uebel gewonnen, 
Uebel zerronnen. 

2884. 
Quod merito pateris, patienter perfer id ipsum. Cato 3, 18. 
Was du dir selbst eingebrockt hast, das iss auch aus. 

2885. 
Quod natura negat, nemo feliciter audet 

Anon. Fab. Aesop. 17, 15. 
Die Natur lässt sich nicht zwingen. 

238* 

Quod natura negat, reddere nemo potest Com* Gatt. 5, 51. 

Waa Natur dir hat versagt, 
Soll dich machen nicht verzagt 

2887. 
Quod nequit Ingenium, casus facit. ManL Parth. 4> 76. 
Der Zufall beschert oft, was der Verstand vergebens 
erstrebt 

2888. 
Quod nimium est, vitiosum saepe repertum. Ms*. Majer. 
Allzu viel ist ungesund», 

2889. 

Quod non capit Christus, rapit fiscus. Neander p. 91. 

Was man Gott nimmt, entführt der Teufel — 
Pfaffengut, Raffengut. 

2890. 
Quod non es, non esse velis cupiasve videri: 
Ipse sui nimium caecus amore perit. Tscherning p, 107. 
Was du nicht bist, noch kannst, begehre nicht zu sein: 
Wer sich zu sehr in sich verliebt, büsst leichtlich ein. 

21 



8» 

289L 
Quod non exspectas, ex transverso fit. Petron c. 82. p. 529. 
Unverhofft kommt oft. 

2892. 
Quod non opus est, asse carum est Seneca EpisL 94. 
Was man nicht braucht, ist um einen Heller zu theaer. 
2893, 
Quod nondum novit, nemo docere potest Agricola p. 209. 
Niemand kann lehren, was er selbst nicht weiss. 

2894 
Quod nova testa capit, inveterata sapit. Gärtner p. 172. 
Was man in neue Häfen schüft', 
Derselbe Schmack verlässt sie nit. — 
Jung gewohnt, alt gethan. 

2895. 
Quod per plurium manus agitur, id eo mqgis intricatur. 

Lehmann p. 281. 
Viele Köche versalzen den Brei. — 
Bei vielen Hirten ist übel gehütet. 

2896. 
Quod potu peccas, ignoscere tu tibi noli, 
Nam nullum crimen vini est, sed culpa bibentis. Cato 2, 21. 
Der Rausch entschuldigt nichts Böses. 

2897. 
Quod procul affertur, hoc dulcius esse refertur. 

Gärtner p. 19. 
Das Wohn' ist zu gemein, 
Das Fremd' soll besser sein. 

2898. 

Quod puer adsuescit, senio dimittere nesrit Neander /?. 303. 

Was Häuschen sich gewöhnt, bleibt Hans immer. 

2899. 

Quod ratio neqirit, saepe sanavit mora. Seneca Agam, 130. 

Geduld 13t oft besser, als Arzenei. 



333 

2900. 
p»od rtfa&t, mtfti cupfeint, ödere quod tostat 

• - _ . ± ' n Ovid. Art. am. l_ 717, 

Verbotene Frucht schmeckt am besten 
290 J. . 
Quod reticere voles alios, prius ipse taceto. 

Was du willst verschwiegen han, 

Das sollst du Niemand wissen lahn. 
2902. 
Quod sur peccavit, succula saepe luit. Gärtner p. 162 

Das Kalb muss oft mit der Kuh gehen. — 

Der Unschuldige muss oft für den Schuldigen büssen 
2903. 
Quod tellus largitur, idem post illa reposcit. Seybold p. 51Z. 

Was von der Erde ist, muss wieder zu Erde werden. 
2904. 
Quod tfoi non fieri clamas, curato, vicissim 
Feceris haud alii. Locher NutK 1,' 59. 60. 
Quod tibi non optes, alii ne feceris ulli. Columb. MonosL 85. 

Was du nicht willst, dass man dir thu', 

Das füg' auch keinem Andern zu. 

2905. 

Quod tibi vis fieri, hoc aliis praestare memento. 

_. . .„ Columb. Monose. 84. 

Was du willst, dass dir die Leute thun sollen, das 
thue ihnen auch. 

2906. 
Quodsi non ungitur axis, 
Tardius inceptum continuatur iter. Mss. Majer. 
Die Schmier' beim Wagen hängen soll: 
Wer nicht gut schmiert, der fahrt nicht wohl. 
2907. 
Quondam etiam vicös venit in praecordia virtus. 

Virgü. Aen. 2, 367* 
Oft liegt man auf dem Boden und fasst doch wieder 
Muth. f 

21* 



SU 

2908. 
Quos edisse pudet, Tita molesta gittat. Seybdd p. 517. 
Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. 
2909. 
Quos ego! Vtrgil. Arn. 1, 135« 
Ich will euch schon! — 
Euch soll ja doch . . . . ! 

2910. 
Quot capitum vivunt, totidem studiorum millia. 

Horat. Serm, 2, 1, 27. 28. 
So viele Köpfe, so viele Sinne. 
2911. 
Quotidle est deterior posterior dies. Publ Syr. 668. 
Es kommt selten etwas Besseres nach. 
2912. 
Quonsque eadem? Seneca de tranq. an. 2. 
Hat das Leben bald ein Ende? 



R. 



2913. 
Radix est sophiae, Dominum de mente timere. 

Columb. Monost 173. 
Die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. 

2914. 
Rana petit saltum, quamvis ponatur in altum. 

Elselein p. 190. 
Der Frosch hüpft wieder in den Pfuhl. 
Und säss' er auf einem gold'nen Stuhl 



8*5 

2015. 
Ranae aquam ministras. Nach Mögenden, lang p. 56. 
Du trägst Wasser in's Meer. 
2916. 
Ranula calcatur, tantum quod vociferatur. Eiselew p. 191. 
Weil der Frosch quiekt, 
Wird er gedrückt. 

2917. 
Rara avia in terris, nigroque simillima cygno. 

Juvenal. 6, 163. 
Ein seltenes Wildpret — 
So selten, wie ein weisser Rabe. 

2918. 
Rara est concordia formae atque pudicitiae. 

Juvenal. 10, 297. 298. 
Schönheit und Zucht sind selten beisammen. 
2919. 
Rarae ftimant felicibus arae. Sil Itai: 7, 88. 
.Reiche Leute sind schlechte Christen. 
2920. 
Rar! quippe boni. Juvenal 13, 26. « 
Fromme Leute sind dünn gesäet. 
2921. 
Rarissima est in paupertate integritas. Lehmann p. 43. 
Arm und fromm war nur bei Joseph im Stalle. 
2922. 
Raro breves humiles vidi ruffosque fideles. BebeL • 
Die Kleinen gerne sich erheben.. 
Die Rothen voller Bosheit leben. 

2923. 
Raro felices polypragmonici. Segbold p. 521. 
Vierzehn Handwerk, fünfzehn Unglück. 
2924. 

Raro meliora subsequuntur. BebeL 

Es kommt selten etwas Besseres nach. 



SU 

2025. 
Raro senex mütat sententiam. Lehmann p. 9. 

Der alte Kukuk bleibt bei seinem alten Gesänge. 
2926. 
Raros tibi quaere sodales. Palingen. 4, 739. 
Sei nicht aller Welt Freund. 

2927. 
v Rarum esse oportet, quod diu carum yelis. M, Byr. 671. 
Was selten ist, das hält man werth. 

2928. 
Ratio in ftde. Steinmeyer p. 28. 

Das Angesicht verräth die That. 

2929. 

* Rebus ab amatis dolor est abscedere gratis. R. P. W. K. 35. 
Scheiden thut weh. 

2930. 
Rebus in adversis animum submittere noli; 
Spem retine. Cato 2, 25. 26. 

Wer hoffen und erdulden kann, 

Der bleibt ein unverdorbner Mann. 

2931. 
Rebus in adversis certa probanda fides. Owen Mono st. 2. 
Rebus in adversis magnum munimen amici. Palingen. 4, 507. 
Im Unglück lernt man den wahren Freund kennen. 

2932. 
Rebus in adversis melius sperare memento. Gärtner p. 16. 
Im Unglück nicht verzag', 
Hoff auf den bessern Tag. 

2933. 
Rebus in humanis regina pecunia nauta est. Seyboldp. 523. 
Geld regiert die Welt. 



327 

2934. 
* Rebus tranquillis metuas adfersa sub Ulis. Neander p. 308, 
Trau' nicht dem Glücke allzu gut, 
Denn es sich gar bald ändern thüt. — 
Auch aus entwölktet Höhe 
Kann der zündende Donner schlagen: 
Darum in deinen glücklichen Tagen 
Fürchte des Unglücks tückische Nähe. (Schüler.) 

2935. 
Rebus turbatis vel pessimus est in honore. Eiselein p. 205. 
Wenn man Einen haben muss, so nimmt man ihn 
vom «Galgen. 

2936» 
Rectum clavum tenere. QuinctiL Inst. 2, 17. 
Die Sache am rechten Flecke anpacken. 
2937, 
Reddam te oleo tranquüliorem. Seybold p. 523. 

Ich will dich so geschlacht machen, dass man dich 
um einen Finger herumwickeln kann. 

2938. 

Reddenda est terrae terra. Cicero Tusc. 3, 25. 

Was von Erde ist, muss wieder zu Erde werden. — 

Was geboren ist auf Erden, 

Muss zu Erd' und Asche werden. (Jacobi.) 

2939. 
* Reddit mercatum mox prompta pecunia gratum. 

Gärtner p. 160* 
Baar Geld lacht auf dem Markte. 
2940. 
Reddunt delirum femina, vina, virum. Neander p. 308* 
Durch Trunkenheit und Weiberlist 
Manch' Mann zum Narren worden iöt. 

2941. 

Referam paria scommata. 

Er asm. Coli. ed. Gumprecht p. 124* 
Ich will dir die Laibe schon heimgeben. 



8*8 

2942. 
Regia, crede mihi, res est, pronittere multum, 
Sed servare fidem, rusticitatis opus. Eiselein p. 10. 
Versprechen ist adelig, halten bäuerisch. 
2943. 
Regis ad exemplum totus componitur orbis. 

Claudian IV. Gm*. Hon. 299. 

Wie der Herr, so die Unterthanen. — 
Wie skih die Obrigkeit verhält, 
So folgt ihr auch die ganze Welt. 

2944. 
Regula certa datur: bene qui stat, non moveatur. 

Lehmann p. 175 f 
Verändere nicht den Stand, 
Du hätt'st denn was Besseres zur Hand. — 
Aendern und bessern ist zweierlei. 

2945. 
Regula virtutum pulcherrima vita docentis. Seyboldp. 525. 
Man kehrt sich mehr an des Predigers Leben, als 
an seine Lehren. 

2946. 
Kegulae ejus non sunt praetoris edicta. Fasel, p. 223. 
Es ist auch nicht Alles ein Evangelium, was er sagt 

2947. 
Rei suae quilibet est moderator. Lehmann p. 867. 
Es kann Jeder zu seinem Heu Stroh sagen. 

2948. 

Relinque quidpiam et Medis. Eise lein p. 10. 

Behalte auch Etwas auf die Nachhut. — 
Behalte auch noch Kraut im Häfelein zurück. 

2949. 

Rem bene provisam non verba inTita sequentur. 

Seybold p. 526. 
Was Einer recht weiss, davon kann er auch gut reden. 



333 

3950. 
Rem frcfos, rem! Horst. Ep: !, 1, 65, 
Geld um jeden Preis! -*- * 
„Geld her!" läuten die Glocken. 

2951. 

Rem perpeude prius, tunc age, quando übet 

Leib. Sind. p. 547. 

Eh' wieg's, dann wag's. 
2952. 
Rerum concordia custos. Lehmann p. 164. 
Eintracht hat grosse Macht. 
2953. 
Res ad triarios rediit. Livius 8, 8. 
Es geht um die Riemen. — 
Es ist am Nothknopf. — 
Die Kerze ist bis auf den Nagel verbrannt. 

2954. 

Res clamat ad dominum. Reg. jur. 

Wo Einer sein Gut findet, da spricht er es an. 

2955. 

Res concupita fit vetando dulcior. Zuber Mon. C 138. 
Verbotene Frucht schmeckt am besten. 
2956. 

Res est in yado. Terent. Andn 5, 2, 5. 

Die Sache ist auf guten Wegen. — 
Es läuft im Geschirre. 

2957. 

Res est solliciti plena timoris amor. Ovid. Her. 1, 12. 
Keine Liebe ohne Furcht und Argwohn. 

2958. 

Res nata ex re mea ad me pertinet. Reg jur. 

Ist die Henne mein, so sind auch die Eier mein. 
2959. 

• Res satis est nota: foetent plus stercora mota. 

Gärtner p. 97. 
Je mehr man im D — rührt, desto mehr stinkt er. 



/ 



830 

2960. 
Res tanti est, quanti emtomn invenerft. Segbold p, 528. 

Nachdem der Käufer, darnach gilt die Waare, 

2961. 
Res tibi quaerenda est, ubi scis, hanc forte latere. 

Seybold p. 529. 
Gehe vor die rechte Schmiede. 

2962, 
- Res valet, ars praestat; si res perit, ars mihi restat. 

Lehmann p. 363. 

Handwerk hat einen goldenen Boden. 

2963. 
Resecare ad vivum. Cicero de amic. 5. 
Bis auf das Genaueste untersuchen. 

2964. 

Respondet positis monachi devotio nummis. 

Zuber Mon. A. 81. 

Umsonst wird kein Altar gedeckt. — 
N Kupfernes Geld, kupferne Seelmess. 

2965. 
Responsio secundum interrogationem intelligenda. Reg. jur. 
Wie die Frage, so die Antwort. — 
Wie man in den Wald schreit, so hallt es wieder 
heraus. 

2966. 
Respublica virum docet. Nach Plutareh. Eiselein p. 26. 
Das Amt lehrt den Mann kennen. 
2967. 
Retro sedet januam non invitatus ad aulam. Gärtner p. 172. 
Wer nicht geladen ist, niuss hinter der Thtire vor- 
lieb nehmen. 

2968. 
Rex aut asinus. Nach Plato. Tapp. 85 a. 

Entweder etwas Rechtes, oder gar Nichts. 



331 

am 

Ridentem di$ere verum Quid vetat? 

HoraL Serm. 1, 1, 24. 25. 
Man kann auch mit lachendem Munde die Wahr- 
heit sagen. 

2970. 
Ridenti domino, nee coelo crede sereno, 
Nam facili causa dominus mutatur et aura. Gärtner p. 78* 

Auf Herrengunst sollst du nicht bauen, 
Noch schönem Wetter zu viel trauen; 
Denn, wie das Wetter nicht besteht, 
So auch der Herren Gunst vergeht. 

2971. 
Ridiculus multis eunetis sit amicus oportet. Buchler p. 24. 
Aller Welt Freund, vieler Leute Geck. 
2972. 
Rimani reperire. Flaut. Cure. 4, 2, 24. 

Sich ein Hinterthürchen offen behalten. 
2973. 
. Risus habet fletum neetarque molestat acetum. 

Neander p. 308. 
Kein Gcniess 
Ohne Verdriess. 

2974. 
' Roma manus rodit, quod tollere non valet, odit. 

Zincgref 4, p. 283. 
Was Rom nicht schaben und schinden kann, 
Das speit es mit Gift und Geifer an. 

2975. 
Roma non fuit una die condita. Bebet. 

Rom ist nicht an einem Tage erbaut worden. 

2976. 

Romae quoque homines moriuntur. 

Nach Eustath. Fasel p. 225. 
Auch der Papst tnuss sterben, und wohnt doch zu 
Rom. 



/ 



332 

297?. 
Romanus sedendo vincit. Varro de re rust 1, 2. 

Wenn sicfi der Markt langsam anläset, wird er gut. 
2978. 
Rore pascitur. Mannt p. 1062« 
Er lebt von der Luft. 

2979. 
Rosam, quae praeteriit, ne quaeras iterum. Eraem. p. 337. 
Nach verlor'nen Dingen 
Soll man nicht mehr ringen. 

2980. 
Rota plaustri male uncta stridet. Fasel, p. 226. 

Wer nicht gut schmiert, fahrt auch nicht gut. 
2981. 
Rudius ac planius. Nach Stada*. Buchler p. 116. 
Schlecht und recht. 

2982. 
Ruina majoris sit cautela minoris. Seybold p. 532. 

Des Grossen Fall soll des Kleinen Warnung sein. 
2983. 
Rustica gens est optima flens, sed pessima ridens: 
Ungentem pungit, pungentem rusticus ungit. Neanderp. 309. 
Nur wer das Bauernvolk thut drücken, 
Der kann ihm biegen seinen Rücken; 
Wenn's aber wohl geht diesem Häuf, 
So bäumt er sich gewaltig auf. — 
Weiden und Bauern muss man alle drei Jahre be- 
schneiden, sonst werden sie zu geil. 

2984. 
Rustica gens nulla genus arte domabile. 

ManL Parth. 2, 66. 
Rustica turba suos nescit deponere mores. Schreger p. 54. 
Der Bauer lässt schwer von seiner Art. 

2985. 

Rusticitati parcendum. Seybold p. 523. 

Man muss dem Unverstand Etwas zu Gute halten. 



»33 

2986, 
Rusticus agricohm, mjfeg fera bella gereutem, 
Rectorem dubiae oavita puppis aniat. 

Ovid. ex Pont. 2, 5, 61. 62. 
Jeder ist gerne bei seines Gleichen. — 
Gleich und gleich gesellt sich gern. 

2987. 
Rusticus inflatur nimium, si saepe rogatur. Neanderp. 309. 
Wenn man den Bauern bittet, so schwillt ihm der 

Kamm. — 
Krauet man dem Bauern im Bart, 
So hofirt er auf seine Art. 



& 



2988. 
»Sabbata cuncta colo, de stercore surgere nolo.« 

Eiselein p. 305. 

„So bin ich einmal, mach' mich anders/ 4 

(Ein Jode, der im Jahre 1268 zu Magdeburg in einen s. v. 
Abtritt gefallen war, wollte sich, weil es gerade Sabbath 
war, nicht herausziehen lassen.) 

2989. 
Sacra* celerius absolvenda. Nach Homer. Budder p. 46. 
Kurz und gut 

2990. 
- Saepe carent multa responsis verbula stulta. Gärtner p. 197. 
Ein Narr fragt viel, worauf kein Weiser antwortet 

2991. 
Saepe est etiam sub pallio sordido sapientia. 

Caecilius apud Cicer. Tusc. 3, 23* 
In einem schlechten Bock steckt oft auch etwas Rechtes. 



/ 



834 . 

2992. 
Saepe in magfetrüm scelera redienmt sua. 

Seneca ThyesL 312. 
Der Pfeil fährt oft auf den Schützen zurück. — 
Wer Andern eine Grnbe gräbt, fällt selbst hinein. 

2993. 
Saepe intereunt aliis meditantes necem. 

Phaedr, Append. 6, 11. 
Der Pfeil fährt oft auf den Schützen zurück. — 
Wer Andern eine Grube gräbt, fallt selbst hinein. 

2994. 

Saepe minus faciunt homiries, qui magna minantur. 

Anon. Fab. Aesop. 25, 7. 
Ein grosses Maul thut's nicht allein. — 
Die Hunde, die am lautesten bellen, sind nicht die 
gefahrlichsten. 

2995. 

Saepe mora remedium est maii. Lehmann p. 803. 
Verzug ist oft für Unglück gut. 

2996. 

Saepe natatores submerguntur meliores. Neander p. 312. 

Die besten Schwimmer ertrinken oft am ehesten. 

2997. 
Saepe nates scabras facies commendat honesta. 

Eiselein p. 32. 
Ein schönes Antlitz verkauft ein räudiges Gesäss. 

2998. 
Saepe necesse gravem currere cogit anum. Budderp. 246. 2. 
Noth lehrt ein altes Weib traben. 
2999. 
Saepe mores patris imitatur filius infans; 
Qualis erat mater, filia talis erit. Owen Monost. 103. 1. 
Der Apfel fallt nicht weit vom Stamme. 
3000. 

Saepe optime cogitata pessime cadunt. Seybold p. 535. 
Auch ein guter Rath 
Oft gefehlet hat. 



»S5 

3001. 
Saepe, quod falso creditum est, verivicem obtinuit. 

CurUu* 4, 8. 
Manches hält man für erlogen, und es ist doch wahr. 

3002. 
Saepe tacens vocem verbaque vultus habet. 

Ovid. Art. am. 1, 574. 
Man kann auch mit Schweigen viel sagen. — 
Keine Antwort ist auch eine. 

3003. 
Saepe via obliqua praestat, quam tendere reeta. 

Eiselein p. 398. 
Ein guter Weg krumm 
Ist Nichts um. 

3004. 

Saeva feris natura redit Buchler p. 245. 
Wilde Art 
Nie zahm ward. 

3005. 
Saevis inter se convenit ursis. Juvenal. 15, 164. 

Keine Krähe hackt der andern die Augen aus. 
v ' 3006. 

Sal, unde venerat, redit. Seybold p. 321. 

Was Wasser gewesen ist, wird wieder zu Wasser. 
3007. 
Salem et caseum edit. Plin. Hist. nat. 21, 8. 
Er ist mit Salz und Brod zufrieden. 
3008. 
Salem vehens dormis. Nach Suidas. Germberg /, 11. 
Du bist in grosser Gefahr sicher. 
3009. 
Saliares dapes. Horat Cärm. 1, 37, 2. 4. 

Ein Essen, wie bei einem Reichsprälaten. 
3010. 
Salinum obsignare cum sale. Plaut. Per*. 2, 3, 15. 
Die Laus um den Balg schinden. 



au 

3011. 
, Sallvani hoc auwei Seneca Ep. 70. 
Das macht den Mund wässerig. 
3012. 
Salsitudo non inest. Lang p. 529. 
Weder gesalzen, 
Noch geschmalzen. 

3013. 
Salsuginosa vicinia. Tapp 120 a. 

Nachbar über den Zaun, Nachbar wieder herüber. 
3014. 
% Sambacam citius caloni aptaveris alto. Permi* 5, 95. 
Eher wäre an des Himmels Einfall zu denken. — 
Eher gienge ein Kameel durch ein Nadelöhr. 

3015. 

Samiorum flores. Seybold p. 537. 

Ein Leben in Saus und Braus. 

3016. 
Sanis sunt omnia sana. Palingen. 8, 990. 
Dem Gesunden bekommt Alles wohl. 
3017. 
Saperdae nobis videmur esse, cum simus saprL Fasel, p. 227. 
Es gibt viele Narren ohne Schellen und Kolben. — 
Nicht alle Narren sind beschoren. 

3018. 
Sapere aude. HoraL Ep. 1, 2, 40. 

Werde endlich einmal gescheidt. 
3019. 
Sapere post factum. Steinmeyer p. 66. 
Rath nach der That 

3020. 
Sapientes sunt, qul veteri Tino utantor. Plaut Cas. 3, 2, 21. 
Alter Freunde, alten Weines und alter Schwerter 

soll man sich trösten. — 
Junger Wein ist süss, hat aber viele Hefe. 



3$7 

3021. 
Saptenti Bat. SchameL / 9 23. 

. Wer klug ist, der. merkt's. 
3022. 
Sapientia vino obumbratur. Plin. Bist. naL 23, 23. 
Wenn der Wein eingeht, geht der Witz aus. 
3023. 
Sarcinas colligere. Varro de re rast 1, 1. 
Den Bündel schnüren. 

3024. 
Sardi venales. Cicero Ep. ad Farn. 7, 24. 
Verächtliche Kerls. 

3025. 
Sat cito, si sat bene. /?. P. W. K. 256. 
Es ist bald genug, wenn's wohl will. 
3026. 
Sat dotata venit, quae bene casta venit. Seybold p. 538. 
Keuschheit ist ein schönes Heirathsgut. 
3027. 
Sat fecit indoctus tibicen saltare volenti. B. P. TF. K. 134» 
Wer gern tanzt, dem ist leicht pfeifen. 
3028. 
Satietas ferociam parit. Nach Theognis. Tapp 100 b. 
Fülle bringt Muthwille. — 
Wann der Geiss wohl ist, scharrt sie. 

3029. 
Satis est populis fluviusque Ceresque. Lucan Phars. 4, 381. 
Wasser und Brod ist genug zum Leben. 
3030. 
Satius est, otiosum esse, quam nil agere. Eiselein p. 479, 
Besser, müssig gehen, als Nichts arbeiten. 
3031. 
Scarabaeo nigrior. Er asm. p. 494. 
Er glänzt wie ein Ofenloch. 

22 



388 

3032. 
Satius est, pedibus labi, quam lingua. Seybold p. 589. 
Es ist immer noch besser, sich mit Füssen Verstössen; 
als mit der Zunge. 

3033: 
Scelera non habent consillum. Buchler p. 365. 

Wen Gott strafen will, dem nimmt er den Verstand. 

3034. 
Scenae servire. Cicero ad Brut. 1, 9, 2. 

Sein Lieht vor den Leuten leuchten lassen» 

3035. 
Schemate dubio loqui. MarHal. 3, 68. 
Verblümt reden. 

3036. 
Scilicet accenso domus est ornatior igne. Buchler p. 157. 
Wo in einem Hause die Küche kalt ißt, ist wenig 
Freude. 

3037. 
Scilicet est cupidus studiorum quisque suorum, 
Tempus et assueta ponere in arte juvat. 

Ovid. ex Pont 1, 5, 35. 
Jeder reitet gerne sein Steckenpferd. 

3038. 
Scilicet haud una capitur sapientia sede, 

Sed variis terris quaeritur atquelocis. Seybold p. 541. 
Wenn man daheim hinter dem Ofen Alles lernen 
könnte, so brauchte man nicht in die Fremde 
zu gehen. 

3039. 
Stilieet ingenfls aliqua est eoncordia junctis. 

Ovid. ex Pont. 2, 5, 59. 
Was gleich und Gleiches hat studirt, 
Beisammen oft gefunden wird. — 
Freund', die man in der Schule find't, 
Gemeiniglich die besten sind. 



3040. 
£dH{£t,!U* fulvum apectetur in ignibus aorum, 
Tenipoore sie duro est inspicienda fides. 

Ovid. Trist. 1, 4, 25. 
Wie das Gold im Feuer geprüft wird, so lernt man 
die Freunde in der Noth kennen. 

3041. 
Schtd)t corrigias fcx pelle tua sibi latas. Eiselein p. 529. 
, Er schneidet sich aus fremder Haut Riemen. 
3042. 
Scinditur incertum studia in contraria vulgus. 

Virgih Aen, % 39. 
* '• Der gemeine Pöbel ist wetterwendisch. 
3043. 
Scintillis haud terrentur fabrorum filii. Buchler p. 219. 
Schmiedskinder fürchten das Feuer nicht. 
3044. 
Scire aliquid laus est, pudor est, nil discere velle. Cato 4, 29. 
Wer Etwas kann, den hält man werth, 
. Des Ungeschickten Niemand begehrt. 

3045. 
Scire tuum nihil est, nisi te scire hoc sciat alter. 

Persius 1, 27. 
Was nützt dich deine Kunst, wenn Niemand weiss, 
was du kannst? 

3046. 
Scire volunt omnes, mercedem solvere nemo. JuvenaL 7, 157. 
Ein Jeder gerne lernen wollte, 
Wofern es nur Nichts kosten sollte. 

3047. 
Scire volunt omnes, studiis incumbere pauei. Seyboldp. 544. 
Wenn nur die Leraensmüh' wäV klein, 
Ein Jeder gern gelehrt wollt' sein. 

3048. 
' Scribatur portts: meretrix est janua mortis. Seyboldp. 544. 
Wer sich an H . . . . hängt, der hat kein Glück. 

22* 



842 

3066. 
Semper erit paribus bellum, qui viribus aequant. 

Manil 1, 343. 
Zwei Gockel in einem Hofe vetttagm sieh nicht. 
3067. 
Semper habet Utes alienaque jurgia leefod, 
In quo nupta jacet: mfeumum doiuritar in 1H& 

JmenaL 6, *68. 269. 
Nimmst du dir ein Weib, 
So kriegst du Plage auf den Leib. 

3066. 
Semper inops, quicunque cupit. Gaudian in Rufin. 1, 200. 
Wer nie genug bekommt, ist immer arm. 

3069. 
Semper praeterito deterior subit. Seneca Epist 108« 
Es kommt selten etwas Besseres nach. 
3070. 
Semper tibi pendeat hamus. Lang p, 101. 

LasjS sieht nach, so kommst du doch. — 

Unverdrossen 

Hat's oft genossen. 

3071. 
Senectus insanabills morbus est. Seneca Epist 108. 

Das Alter ist ein Spital, das alle Krankheiten auf- 
nimmt. 

3072. 
Senectus ntmium ad rem attenta. TerenL Adelph. 5, 1, 47. 
Je älter, je karger. — 
Je älter der Bock, je härter das Hörn. 

3073. 
Senectus non solet pellere stulUtiam. Bebet. 
Alter schützt vor Thorheit nicht. 
3074. 
Senem erigere durum. Steinmeyer p. 49. 
Alte Häute brauchen viel Gerbens. 



a4a 

3075.. 
Senetittts, si aM quidquam aliud Tttü 
Attuleris tecum, quum advenis, uuum id sat est, ; 
Quod diu vivendo multa, quae non vult, videt. 

Qim/. öptttf ttc^rö die *«t. 8» 

Ist Einer alt an Jahren, 

So hat er viel erfahren, 

Das ihn noch heute kränkt, 

Und unter so viel Stunden 

Nur wenige gefunden, 

Woran er mit Vergnügen denkt. 

3076. 

Senes et peregrinantes per vim mentiuntur. Eiselein p. 436. 

"Weit gewandert und alt 
Lügt mit Gewalt. 

3077. 
Senes interdum delirant. Plaut. Epid. 3, 3, 11. 
Alter schützt vor Thorheit nicht. 
3078. 
Senex bos non lugetur. Apostol. cent 6. 

Wenn der Dienst gethan, ist der Knecht unwerth. . 
3079. 
Senis amplexus culta puella fugtt. TibulL 1, 9, 74. 
Den alten Mann mit grauem Bart 
Lieben selten die Mägdlein zart. 

3080. 
Sepem erigere durum est. Mss. Majer. 

Es steckt in der Haut; Stacke es im Kleide, so 
könnte man es herausbürsten. 

3081. 

Sepes calcatur, qua pronior esse putatur. Ä. P. W. K. 160. 

Den Schwächern greift man an, 
Den man leicht meistern kann. 

3082. 
Septennis, nondum edidit dentes. Lang p. 531. 

Er ist noch nicht trocken hinter den Ohren. 



344 

3083. 

Septem convivium, novero conviclam. Eiselein p. 230« 

Sieben Gäste gute Zahl, 
Neune halten böses Mahl. 

3084. 
Septeih horas dormire satis juvenique senique. 

Eiselein p. 567. 
Wer länger schläft, als sieben Stund, 
Verbringt sein Leben wie ein Hund. 

3085. 
Sequitur superbos ultor a tergo Deus. Seneca Herc. für. 385. 
Hochmath kommt vor dem Falle. 
3086. 
Sera nunquam est ad bonos mores via. Seneca Agam. 242. 
Sich wohl halten ist nie zu spät. 
3087. 
Sera parsimonia in fundo est. Seneca Epist. 1. 

Es ist zu spät ; sparen wenn Nichts mehr da ist 
3088. 
Seris venit usus ab annis. Ovid. Met 6, 29« 
Verstand kommt nicht vor den Jahren. 
3089. 
Sermo animi est imago. PubL Syr. 848. 

Aus dem Gesänge erkennt man den Vogel. 
3090. 
Sermo mollis frangit iram. Seybold p. 553. 
Ein gutes Wort findet einen guten Ort. 
3091. 
Sero Jupiter fliphteram inspexit. Steinmeyer p. 61. 
Gott kommt langsam, aber sicher. — 
Lange geborgt ist nicht geschenkt. 

3092. 
Sero venientlbus ossa. Fasel p. 234. 

Wer nicht kommt zu rechter Zeit, 
Der muss essen, was übrig bleibt. 



84S 

30»& 
Sero moluirt deorum moiae; Nach Ptutorch. Siäelem p. 24»; 
Gottes Mühlen mahlen langsam, mahlen aber trefflich 

klein, 
Ob aus Langmuth Er sich säumet, bringt mit Schärf 
Er alles ein. (Logaa.) 

3094. 

Sero sapiunt Phryges. Livius Andr. hei Fest. 17. p. 382. 

Dacer. 

Viel zu spat 
Kommt guter Rath. 

3095. 
Sera mensuram, semper multum valituram. R. P. W. K. 33. 
Halt' rechtes Mass in allen Dingen, 
So wird dir's immer wohl gelingen. 

3096. 

Servant sacratae semel anno festa capellae. Neander p, 314. 

Es ist kein Kapellchen so klein, 
Man geht im Jahr einmal hinein. 

3097. 
Servierant tibi, Roma, prius domini dominorum; 

Servorum servi nunc tibi sunt domini. Zincgref 4. p. 286. 
Die Herrn der Herrn und ihre Macht, 
Hau dir, o Rom, gedient jeur Pracht; 
Jetzt aber ist's verkehret schlecht: 
Dein' Herren sind die Knecht' der Knecht'. 

3098. 

Setigermn pecus ob sordes non interit ullum. Buchler p. 353. 
Es stirbt keine Sau vor einem unsaubern Troge. 

3099. 
Sexagenarios de ponte dejicere. 

Varro de viL p. p. Rom. apud Non. p. 523. 

Alte Leute auf die Seite schieben. 

3100. 
Si baculus sit equus, sentiet utique vaeh crus. 

R. P. W. K. 97. 
Steckenreiten macht müde Füsse. 



\r> 



846 

3161. 
Sl bene quid ftcias, fiictas die: nam cito factum 
Gratom erit iteiw». 82, 

Wer schnell gibt, gibt doppelt. 
3102. 
Si bene vis diel, caveas male dicere: qualis 

Clamor adit Silvas, talis et inde redit. Schreger p. 43. 
Wie das Geschrei geht in den Wald, 
Also das Echo wieder hallt. 

3103. 

* Si bursae parcas, fuge papas et patriarchas. Neander p. 314 

Wem sein Geld lieb ist, der lasse sich nicht mit 
Pfaffen ein. 

3104. 
„ Si careas aere, cupiet te nemo videre. Schreger p. 52, 
Nimmer Geld, nimmer Gesell.- 
3105. 
Si caseum haberem, non desiderarem obsonium. 

Nach Plutarch. Weber 2, 66. 
Bei Käse und Brod stirbt man nicht Hungers. 
3106. 
Si credere fas (dlgnum) est. 

VirgiL Aen. 6, 173. Georg. 3, 391. 
Es ist kein Evangelium. — 
Es gehen viele schöne Reden in einen Sack. 

3107. 

* Si eulpare velis, eulpabilis esse cavebis. Gärtner p. 48. 

Wer and're Leute will bestrafen, 
Soll seine Fehler erst abschaffen. 

3108. 
- Si cupias pacem, linguam compesce loquacem. Schreger p. 47. 
Mit Schweigen sich verred't Niemand. 
3109. 
St fuerit lbmim tenue, cos parcitur inde. Neander p. 310. 
Dünn geschlagen ist bald geschliffen* 



847 

3110, 

SlDeoe pro Dobtß, qu! contra no s? 

Nach Rom. 8, 3L Fasel p. 235. 
Ist Gott für uns, wer mag wider qua sein? 

3111. 
Si dormit lupula, um currit in os ovis ulla. Gärtner p. 16&. 
Ein Wolf im Sddaf 
Fängt nie ein Schaf. 

3112. 
Sl fecisti, nega. Schamel II, 62. 

Was man nur halb gemeint, das ist 
Schon ganz genommen beim Jurist. 

3113. 
Si fortuna deest, labor oronis et omnia frustra. 

Leib. Stud. 496. 

Wo kein Glück ist, ist umsonst 
Hopfen, Malz und alle Kunst. 

3114. 
Si fortuna volet, fies de rhetore consul; 
Si volet haec eadem, fies de consule rhetor. 

Juvenal. 7, 197. 198. 
Es hängt Alles vom blinden Glücke ab. — 
Das Glück ist kugelrund, 

Dem Einen läuft's in den Hintern, dem andern in 
den Mund. 

3115. .„' 

> Si fueris Romae, romano vivito more; 

Si fueris alibi, vivito sicut ibi. Neander p. 315. 
Land's Art, Land's Sitte. — 
Wohin man kommt, da soll man halten 
Des Landes Sitten und der Alten. 
3116. 
* Si gradus est altus, gravior fiet tibi saltus. Gärtner p. 37» 
Je höher Einer steht, je tiefer er fallt. 
3117. 

Si horteris, fortior ibit equus. Ovid. ex Pont. 2, 11, 122. 
Nicht leicht thut man Etwas ungetrieben. 



848 

3118. 

Si habes scrupulum, sequere rotulpulum. Lehmann p. 938. 

Wer Zweifelt , folge dem Haufen, so kopimt er auf 
die Landstrasse. 

3119. 
^ Si moechis nasum mos esset tollere rasum, 
Hultis per mundum sine naribus esset eundum. 

Eiselein p. 132. 

Wenn es wäre Brauch und Sitte, 
Dass Hurern man die Nas' abschnitte, 
So mtisste mannig Frau und Mann 
Im Land umher ohn' Nase gähn. 

3120. 
Si nescis jacere lapidem, dimitte jacere. Neander p. 810. 
Wer den Stein nicht schieben kann. 
Derselbe soll ihn liegen lahn. 

3121. 
Si Nisi non esset, perfectus quilibet esset; 

Sed pauci visi, qui caruere Nisi. Gärtner p. 216. 
Niemand man noch gefunden hat, 
Der gänzlich wäre rein und glatt. — 
Alles wäre gut, wenn kein Aber dabei wäre. — 
Der Mann, der das Wenn und das Aber erdacht, 
Hat sicher aus Häckerling Gold schon gemacht. 

(Bürger.) 

3122. 
- Si non caste, tarnen caute. Schamel. II, 69. 
Nur klug, wenn auch nicht ehrlich. 
3123. 
Si non vis falli, studeas res noscere praesens. 

Palingen. 5, 562. 
Die Augen auf, oder den Beutel. 

3124. 
Si non vult uxor, veniat ancilla. Mss. Majer. 

Wenn man keine Jungfern hat, muss man mitH.... 

tanzen. — 
Wer kein Bett hat, behilft sich mit dem Strohsack. — 
Spülwasser löscht auch den Durst. 



84fr 

3195. 
Si poenitet, haud nocet error. Sepbold p. 337. 
Nimmer thun ist die beste Busse. 
3126. 
Si qua placent, abeunt, inimica tenacius haerent. 

Mant. Parth. 1, 174. 
Was man gern hat, geht; was man nicht mag, bleibt. — 
Unkraut verdirbt nicht 

3127. 
. Si qua sede sedes, et erit tibi commoda sedes: 
Dia sede sede, nee ab illa sede recede. JVeander p. 311. 
Wer wohl sitzt, lasse das Rücken bleiben. 

3128. 
Si qua venit sero, magna ruina venit Propert. 2, 25, 28. 
Je langsamer die Strafe kommt, desto schwerer 
trifft sie. 

3129. 
Si quid agis, prudenter agas et respice finem. 

Anon. Fab. Aesop. 22, 5* 
Was du thust, das thue recht und bedenke das Ende. 
3130, 
Si quis amat Christum, mundus non diligit istum. 

Gärtner p. 4(h 
Der Fromme ist den Weltkindern verhasst 

3131. 
Si, quoties peccant homines, sua fulmina mittat 
Jupiter, exiguo tempore inermis erit. 

0«#*. Trisi. 2, . l, aa. 
Wenn Gott alle Sünden strafen wollte, würde er viel 
zu thun haben. 

3132. 

Si rota defuerit, tu pede carpe viam. Ovid. Art* am. 2, 230. 

Wer nicht fahren kann, muss zu Fusse gehen. — 
Wenn man keine Falken hat, muss man mit Eulen 
beizen. 



3*33. 
; Si secretanim seriein Tis noscere rerumc 
Ebrius, insipiens', pueri diesot tibi verum* Neander p. 311. 
Betrunkene, Narren und Kinder sagen die Wahrheit. 
3134. . 
Si stalti mercantur, mercatores faciunt hierum. 

Schreger p. 22. 
Wenn die Narren zu Markte gehen, lösen die Krä- 
mer Geld. 

3135. 

Si tibi deficit aes, miser es et piogola mm es. Gärtner p. 158. 

Wer Mangel in dem Beutel hat, 
Der wird nicht feister Speise satt. 

3136» 
" S* tibi do mannos, numeres ne dentibus annos. 

Neander p. 312. 

Einem geschenkten Gaul 
Schaue nicht in's Maul. 

♦ 3137. 

.SI tibi machaera, et nobis veruina est domi. 

Plaut Bacch. 4, 8, 46. 

Hau'st du meinen Juden, so hau' ich deinen Juden. 

3138. 
1 Si tibi parva est res, est tibi magna quies. Neander p. 309. 
Hast du keine Kühe, 
Sa hast du keine Mühe. 

3139. 
Si til recta fecis, ne eures verba malorum. 

Columb, Monost. 90. 
Thue recht, scheue Niemand. 

.3140. 
J9i valeaat homines, ars tua, Pboebe, jacet. 

Ovid. Trist. 4, 3, 78. 
•• Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht. — 

Wenn die Leute gesund sind, ist der Arzt krank. 



'SSI 

a » i ■ 

8141. 
Sibi parat malum, cfui alteri patat. 

Nach Jrietoiel. Fasel, p 
Wer Andern eine Grube gräbt, fallt selbst hinein. 
* , 3142. • . 

Sic eunt fata hominum, Ms*. Majer. 
So geht es in der Welt. 
3143. 
Sic itur ad astra. Virgil Aen. 9, 641. 
So gel.angt man eu hohen Ehren. 
3144. 
Sic mihi ctmcta eadaot, ut fert divina voluntas. 

R. P. w: K. 11&. 
Was Gott thut, das ist wohlgethan. — 
Wie Gott es will, 

So ist mein Ziel. • 

3145. 
Sic vos non vobis nidificatis aves. Dornt in vita Virgil. 

vellera fertis oves. 

++. mellificatis apes. 

: fertis aratra boves. 

Der Eine säet, der Andere erndtet. — 
Das Pferd, das den Haber verdient hat, kriegt ihn 
nicht. 

• 3146. 
Sica minax stricto cohibetur ab ense frequenter. 

Seybotd p. 55^. 
Ein Schwerdt hält das andere in der Scheide. 

3147. 
Sidera coelo addere. Ovid. Amor. 2, 10, IS. 
Wasser in den Rhein tragen. 
3148. 
Silent leges inter arma. Cicero pro Mil. 4, 10. 
Im Kriege schweigt das Recht. — 
Kommt der Krieg in's Land gezogen, 
M das Recht hinausgeflogen. 



tag 

3149. 
Silendo nemo peecat Segbold p. Ml. 

Mit Schweigen sich verred't Niemand. 

3150. 
Simia in pelle leonis. Nach Lucian. Mannt, p. 146. 
Viel Geschrei und wenig Wolle. 
3151. 
Simia in purpura. Apostol. cent. 16. 

Der Bauer bleibt ein Bauersmann, 
Würd' ihm gleich Purpur angcthan. 

3152. 
Simius vetulus non capitur laqueo. Apostol. cent 6» 
Alte Füchse sind schwer zu fangen. 
3153. 
Simile simili gaudet. Nach Aristotd. Tapp 66 b. 
Gleich und gleich gesellt sich gern. 

3154. 

Similes habent labra lactucas. Nach Hieronymus. 

Steinmeyer p. 16. 

„Es ißt Salat, wie Maul" — sprach der Esel, als er 

Disteln frass. — 
Wie Vieh, so Stall. — 
Auf solchen Hafen gehört solcher Deckel. 

3155. 
Simplex apparet, simplicitate caret. Sckreger p. 60. 

Die Bauern sind nicht so einfältig, als ihre Röcke. 

3156. 

Simplicibus praesens Deus est, offenditur astu. 

Manl. Parth. 7, 50* 
Gott widerstehet den Hoffährtigen, aber den Demü- 
thigen gibt er Gnade. 

3157. 
Simplicitas amica legibus« Seybold p. 563» 

Schlecht und recht kommen selten vor Gericht. 



353 

3158. 
Simül flare et sorbere bind ftcile. />fcm /. Mottel. 8, 2, 104. 
Mit vollem Maul ist nicht gut blasen. 
3159. 
Simul intonuit, non noscitur ulli, 

Agminfbus comitum qui modo cinctus erat 

Otid. Trist 1, 4, 29. 30. 
Freunde in der Noth, 
Hundert auf ein Loth. 

3160. 
Sincerum est nisi vas, quodcunque infundis, acescit: 

Horat. Ep. 1, 2, 54. 

Was man in unsaubere Töpfe füllt, säuert bald. 

316L 
Sine Cerere et Libero frlget Venus. Terent. Em. 4, 5, 6. 
Ohne Wein und Brod 
Leidet Venus Noth. 

3162. 
Sine cortice nare. Horat. Senn. 1, 4, 120* 
Einer Sache gewachsen sein. 
3163. 
Sine sacris haereditas. Plaut. Capt. 4, 1, 8. Trin. 2, 4, 83. 
Es kommt Einem im Schlafe herein. — 
Der Holzschlegel kälbert ihm auf dem Speicher. 

3164. 
Sine suffragio populi aedilitatem geris. 

Plaut Such. 2, 3, 28. 29. 
Du hast viel zu schaffen, und ist dir wenig be- 
fohlen. — 
Du regierst in anderer Leute Häusern« 

3165. 
Sinistras Hteras edoctus. Eitelein p. 850. 
Geht Alles links, wie bei den Juden. 
3166. 

Sinistro fato genitas. Juvenal. 10, 129. 
Zur unglücklichen Stunde geboren. 

23 



854 

3167. 
Statt Maecenates, non deerunt Marones. Martial, 8, 56. 
Kunst wird durch Ehre gespeiset. — 
Soll die Lampe brennen, so muss sie Oel haben. 

3168. 

Sisyphi saxum volvere. Nach Cicero Tusc. 1, 5. 

Leeres Stroh dreschen. — 
Sich vergeblich abmühen. 

• 3169. 
Sit asinus, quemcunque asinum sors aspera fecit. 

Seybold p. 569. 
Wer von Natur ein Esel worden, . 
Der sei und bleib' beim Eselsorden. — 
Was zum Heller gemünzt ist, wird nie ein Batzen. 

3170. 

Sita est res in cuspide ferri. Seybold p. 570. 

Es gilt der Katze den Schwanz. — 

Man hat ihm das Pistol auf die Brust gesetzt. 

3171. 
Sobrius non saltat. Eiselein p. 154. 

Vor dem Essen gibt es keinen Tanz. 
3172. 
Socius fit culpae, qui nocentem sublevat. PubL Syr. 715. 
Der Hehler ist so schlimm, wie der Stehler. 
3173. 
Solamen miseris, socios habuisse malorum. Neander p. 311. 
Getheiltes Leiden ist halbes Leiden. 

3174. 
Solamen miserum, socios habuisse malorum. 

Schonkeim p. 227, 
Wenn Viele sich dazu versammeln, 
Sie darum bass am Galgen bammeln? 

3175. 
Solem adjuvare faeibus. Gratian, caus. 6, 9, 1. 
Wasser in den Rhein tragen. 



355 

3176. 
Solos cum sola in lecto nonpraesumitur orare »Pater noster.« 

Eiselein p. 141. 

Liegt Einer im Bett bei Einer im Kloster, 
So beten sie schwerlich das Paternoster. 

3177. 
Solus et artifices qui facit, usus erit. Ovid. Art am. 2, 676. 

Uebung macht den Meister. 

3178. 

Solvere diffidit nodum, qui diffidit ense. Mss. Majer. 

Wer den Knoten nicht lösen kann, pflegt ihn zu 
zerhauen, 

3179. 

Solvere oportet mercedem haud parvam doctoribus. 

Palingen. 2, 296. 297. 

Studiren kostet Geld. 

* 3180. 
Somnia de siüquis sus cernit, quando quiescit. Neander p. 315. 
Was man gerne hätte, davon träumt Einem. 

3181. 
Somnia fallaci ludunt temeraria nocte. Tibull 3, 4, 7. 
Somnia ne eures. Cato 2, 31. 
Träume sind Schäume. 
3182. 
Sorbe, quod ipse miscuistL Seybold p. 576. 

Was du dir selbst eingebrockt hast, das iss auch aus* 
3183. 
Sordent, quae possunt semper haberi. Palingen. 2, 394. 
Was man jeder Zeit haben kann, wird unwerth. — 
Alle Tage Rebhühner essen entleidet Einem zu- 
letzt. 

3184. 

Sordibus imbuti nequeunt dimittere sordem. 

Anon. Fab. Aesop. 39, 11. 
, Das Schwein ist gern da, wo der D ... . ist. 

23* 



856 

3185. 
Sors aspera monstrat amlcum. Anon. Fab. Aesop. 60, 89. 

Im Unglück lernt man den Freund kennen. 
3186. 
Sors est sua cuique ferenda. Maral. 4, 22. 
Jeder muss sein eigenes Kreuz tragen. 
3187. 
Spartam nactus es, hanc orna. Cicero ad Att. 4, 6. 
Wenn du ein Amt hast, mache ihm auch Ehre. 
3188. 
Spectatum veniunt, veniunt spectentur ut ipsae. 

Ovid. Art. am. 1, 99. 
Weiber wollen immer sehen und gesehen werden. 

3189. 
Spem pretio non emo* TerenL Adelph. 2, 4, 11. 
Der Habich ist mir lieber, als der Hättich. 
3190. 
Sperandum est vivo, nen est spes ulla sepultis. 

Seybold p. 578. 
Man hoff, weil man zu leben hat, 
Im Tod' hat keine Hoffnung Statt. 

3191. 
Spernens omne datum non se facit esse ligatum. 

R. P. W. K. 217. 
Wer Geld und Gaben annimmt nicht, 
Der macht sich auch Niemand verpflichtet. 

3192. 

Spernitur in patria quivis, licet ipse propheta. Neanderp 316. 
Der Prophet gilt Nichts in seinem Vaterlande. 
3193. 
Spes conflsaDeo nunquam confusa recedet. R. P. W. K. 203. 
Wer Gott vertraut, 
Hat wohl gebaut. 

3194 
Spicam e culmo conjleere. Mannt, p. 1023. 

An den Scherben sehen, wie die Schüssel war. 



357 

3195. 
Spes refidt dominum, Mit et ipsa sumn. Gärtner fi. !«*«> 
Hoffen und Harren 
Macht Manchen zum Karren. 

3196. 
Sponde, noxa adest. Steinmeyer p. 15. 
Sponsio damna dabit. Agricola p. 66. 
Bürgen soll man würgen. 

3197. 

Spondyla fligiens pessime pedit Tapp 60 b 

Er scheidet mit Gestank, wie der Teufel. 

319S. 
Sponsa ut nosceretnr, cacavit in templura. Bebel 

Ist auch die Braut nicht reich; so hat sie doch ihr 
Mütterliches. 

* 3199. 

Sponte oblatum dupliciter gratum. Mss. Majer. 
Wer gern gibt, gibt doppelt. 

3200. 

Sponte qui venit, gratior hogpes erit. Zincgref 3. p. 243. 

Ungeladene Gäste sind die werthesten. 

3201. 

^ Stare diu nescit, quod non aliquando quiescit. Neanderp. 311. 
Was nicht rastet und ruht, 
Thut in die Läng' nicht gut. 

3202. 

Stat pro lege libido. Moni. ParCh. Ed. 6, 208. 
Gewalt geht vor Recht. 

3203. 
Stat sua cuique dies. ' Virgü. Aen. 10, 467. 
Certa dies lethi est cunctis. Palingen. 8, 333. 

Der Tod lässt Keinen dahinten. ^ 

3204. 

Statna taciturnior. Harnt. Ep. 2, 2, 83. 
Stumm wie das Grab. — 
Stummer, als ein Fisch. 



358 

3205. 
Stercus Optimum domini vestigia* Eiselein p. 128. 
Der Mist den Acker am besten düngt, 
So der Herr an den Fusssohlen bringt. — 
Des Herrn Auge dünget den Acker wobl. 

3206. 
Stimulus tibi sum. Plaut. Cas. 2, 6, 8. 
Ich bin dir ein Dorn im Auge. 
3207. 
Struit insidias lacrymis, dum femina plorat. Cato 8, 21. 
So oft ein Weib weint, geht sie mit einem Streiche um. 
3208. 
Stulti son indigent tintinnabulis. Bebel. 

Man kennt den Narren auch ohne Schellenkappe. 
3209. 
Stultis clava pediculi sunt quaerendi. Bebel 
Narren muss man mit Kolben lausen. 
3210. 
Stultitiam simula tempore sive loco. Salut. 72. 
Ein Spässchen zur Zeit 
Hat Keinen gereut 

3211. 

Stulto ne permittas digitum. Erasm. p. 327. 

Wer Narren den Finger in 's Maul steckt, wird ge- 
bissen. 

3212. 
Stulto nullus quaerendi finis. Schreger p. 21. 

Ein Narr fragt viel, worauf kein Vernünftiger ant- 
wortet. 

3213. 
Stultorum plena sunt omnia. Cicero Ep. ad Farn. 9, 22. 
Die Welt ist ein Narrenhaus. 
3214. 
Stultum facit fortuna, quem vult perdere. Publ. Syr. 781. 
Wen das Glück verderben will, den macht es zum 
Narren. 



859 

3215. 
Stultus cunctorum fit 9 quivis amicus eorum. Gärtner p. 190. 
Aller Welt Freund, Jedermanns Geck. — 
Wer alle Welt zum Freund will han, 
Der ist der Narr bei Jedermann. 

3216. 
Sua cuique deus fit dira cupido. Virgil. Aen. 9, 185. 
Des Menschen Lust ist sein Himmelreich. 
3217. 
Sua cuique nocet stultitia. Pün. EpisL 12, 88. 

Jeder schadet sich durch seine eigene Dummheit. — 
Jeder bindet sich die Buthe selbst auf den Bücken. 

3218. 
Sua satius est mala, quam aliena, tractare. Seneca Ep. 118. 
Man kehre erst vor seiner eigenen Thtire, ehe man 
an eine fremde geht. 

3219. 
Suave est, ex magno tollere acervo. Borat. Serm. 1, 1, 51. 
Aus vollem Beutel ist gut zahlen. 
- 3220. 
Sub aliena arbore fructum legere. Limus. 10, 24. 
Gemmas ex alieno litore petere. Seneca Declam. 2, 5. 
Auf fremdem Acker erndten. 
3221. 
Sub laceris crebro virtus latet aurea pannis. 

Muret. Inst. p. 820. 
Oft steckt auch in einem schlechten Bocke etwas 
Rechtes. 

3222. 
Sub loDgis tunicis brevis est animus mulieris. Neander p. 811. 
Die Weiber haben lange Böcke und kurze Gedanken. 
3223. 
Sub nive quod legitur, cum nix perlt, omne yidetur. 

Gärtner p. 145. 
Es kommt zuletzt doch an den Tag, 
Was unter dem Schnee verborgen lag. 



860 

3234. 
Sub omni lapide scorplus dormit. Tapp 26 ft. 
Die Wände haben Ohren. 
3225. 
Sub pallio tatet Davus, Schreger p. 22. 
Nicht alle Esel haben lange Ohren. 
3226. 
Sub rubea pelle non est aliquis sine feile» Neander p. 313. 
Rothköpfe, Hitzköpfe. 

3227. 
Sublato fundamento tollitur relatio. Schreger p. 71. 

Wenn das Kind gestorben ist, hat die Gevatterschaft 
ein Ende. 

3228. 
Subtractum Christo hierum fit Ditis Averni. Seyboldp. 585. 
Was man an Kirchen und Schulen spart, führt der 
Teufel sonst hinweg. 

3229. 
Successore novo pellitur omnis amans. Buchler p. 27. 
Wann Lieber kommt, muss Leider wandern. 
3230. 
Successus etiam in temerario laudatur. Seybold p. 585. 
Das Glück ist der Narren Vormund. 
3231. 
Successus multos ad perniciem devorat. Phaedr. 3, 5, 1. 
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht. 
3232. 
Suevorum gens longe bellicosissima. Caesar de B. G. 4, 1. 
Der Schwabe muss vorfechten. 

3233. 
Sui cuique mores fingunt fortunam. Com. JVep. Attic. 11. 
Jeder ist seines Glückes Schmied. — 
Was der Mensch werth ist, das widerfahrt ihm. — 
So glücklich, als sittlich. 



361 

3284. 

Suillus coetus. Germberg XIII, 242. 

Ein Saumarkt 

3235. 

Silin 1n trivio. Nach Theognis. Mannt, p. 100. 

Ich stehe da, wie Herkules am Scheidewege. — 
, Ich weiss nicht, wo hinaus. 

3236. 
Summa petit livor. Ovid. Rem. am. 369* 

Nddhardt sieht nur hei grossen Herren ein. 
3237. 

Summa potestas non patitur plures. PaUngen. 8, 54. 55. 
Herrschaft leidet keine Gemeinschaft. 

3238. 

Summa rei addita est manus. Manut p 92. 

• ■ • Die Arbeit ist fertig, das Trinkgeld ist verdient. 

3239. 

Summa rüdes asini rerum festigia scandunt. Seybold p. 586« 
Der Esel hat mehr Glück, als der Doktor. — 
Hans kommt durch seine Dummheit fort. — 
Je grösser der Narr, 
Je besser die Pfarr\ 

3240. 
Summa summarum. Plaut. Truc. 1, 1, 4. 

Seneca Ep. 40. und öfter. 
Mit einem Worte. — 
Um Alles mit Einem zu sagen. 

3241. 

Summo pede. Buchler p. 86. 

Oben hin, wie man die Hunde scheert. 

3242. 
Summum cape, et medium habebis. 

Nach Diogenian. Lang p. 381. 

Wer nach dem Wagen stellt, bekommt wenigstens 

einen Nagel davon — 
Trachte nach dem Tische, so kommst du auf die 

Bank. 



362 

3243. 
SuHimum jus, summa injuria« Cicero de off. 1, 10. 
Summum jus, summa crux. Columb. 1, 7. 
Jus summum saepe summa est malitia. 

Terent. Heaut 4, 5, 47. 
Zuviel recht thun ist oft Unrecht, -r 
Je mehr Gesetz, je minder Recht. — 
Recht und Unrecht beissen einander in den Schwanz. 

3244. 
Summus ut esse nego, sie ultimus esse recuso; 

Sim medius: mediis gratia major inest. Seyboldp. 587. 
Der Mittelstand ist der beste. — 
Die Mittelstrass' 
Das Beste was (war). 

3245. 
Sunt aliquid manes, lethura non omnia finit. 

ProperL 4, 7, 1. 

Mit dem Tode hört nicht Alles auf. 

3246. 
Sunt apinae tricaeque, et si quid vilius Ulis. Marfial. 14, 1. 
Es sind lauter taube HändeL 
3247. 
Sunt asini multi solum bino pede fultL Eiselein p. 150. 
Nicht alle Esel gehen auf vier Füssen. 
3248. 

Sua quasi non facta a Domino juranda coaeta. 

Gärtner p. 210. 
Gezwungener Eid 
Ist Gott leid. 

3249. 
Suo bacülo caeditur. Novarin p. 24. 
Suomet se gladio ferit. B. P. W. K. 16. 

Er fängt sich in der eigenen Schlinge. — 

Er bindet sich die Ruthe selbst über den Rücken. 

3250. 

Superanda omnis fortuna ferendo est. VirgiL Aen. 5, 710. 

Geduld überwindet Alles. 



3851, 
Suo punitur exemplo nocena. Seneca Herc. für. 735. 

Wer die Suppe eingebrockt hat, muss sie auch 
ausessen. 

3252. 
Superflua non nocent. Mss. Majer. 
Doppelt genäht hält wohl. — 
„Man kann des Guten nicht zu viel thun" — sagte 
ein Weib, und ersäufte sich im Weihwasser. - 

3253. 
Supplicium quaerit, qui sibi quaerit opes. Tscherning p. 50. 
Die da reich werden wollen , fallen in Anfechtung 
und Stricke. 

3254. 
Surdior turdo. Eiselein p. 44. 

Taub, wie der Auerhahn in der Falz. 
3255. 
Surgere mature lucem non proraovet ipsam. Buchler p. 90. 
Früh aufstehen macht nicht eher tagen. 
3256. 
Sus acina dependet. Lang p. 420. 

Es wird ihm bekommen, wie dem Hunde das Gras. 
3257. 
' Sus magis in coeno gaudet, quam fönte sereno. 

Neander p. 312. 
Im Roth ist's der Sau am wohlesten. 

3258. 
Sus Minervam (docet). Cicero Ep. ad Farn. 9, 18. 
Er will seinen Vater lehren Kinder ziehen. — 
Das Ei will klüger sein, als die Henne. — 
Der Narr will den Doktor lehren. 

3259. 
Sus tubam audivit. Nach Suidas. Mannt, p. 172. 

Es ist gerade, als ob ein Esel einen Dudelsack hörte. — 
Er hat läuten gehört, weiss aber nicht, in welchem 
Dorfe. 



M4 

3260. 

Suspendere aliquem naso. Hörnt türm. 1, 6, 5. 

Persiu* 1, 118. 
Einen an der Nase herumführen. 
3261. 
Susque deque habere. Plaut Amph. 3, 2, 5. 

Cicero ad Att. 14, 6. 
Etwas gleichgiltig hinnehmen. — 
Keine Hand um Etwas umdrehen. 

3262. 
Snstine et abstine. Schontieim p. 233. 
Leide und meide. 

3263. 

Sutorio atramento absolvi. Steinmeyer p. 57. 
Mit einem blauen Auge davonkommen. 
3264. 

Suum cuique. Fasel p. 249. 

(Devise des Preussisefaen schwarzen Adletoctai.) 
Jedem das Seinige (nach Verdienst). 
Keinem zu Lieb' und Keinem zu Leid. (Jahn.) 

3265. 
Suum cuique ptdchruni est. Cicero Tusc. 5, 22. 
Suum cuique placet. Plin. Hist nat. 14, 6. 
Jedem Narren gefällt seine Kappe. 
3266. 
Suus sibi quisque haeres optimus. Sckreger p. 122. 
Jeder ist sich selbst der Nächste. 
3267. 
Syrus cum non sis, ne syrissa. Monat p, 842. 

Was deines Amtes nicht ist, da lass deinen Vorwits. — 
Was dich nicht brennt, das blase nicht. 



805 



T. 

Tacere multis dlscitur vitee maus. Seneca ThyesL 320. 
Durch viele traurige Erfahrungen lernt man schweigen. 

3269. 

Tacitus pasci si posset cor-vus, haberet 
Plus dapis, et rixae multo minus invidiaeque. 

Horat Ep. 1, 17, 50. 51. 
Wer sein Glück unbeneidet will, 
Der schweig' davon bei Andern still. 

3270. 
' Tactus honoris licitus est. Eiselein p. 135. 
Einen Kuss in Ehren 
Kann Niemand wehren. 

3271. 
% Talern te praesta, qualem te poscis haberi 

Muret. Inst. p. 818. 
Soll man dich loben, so halte dich darnach. 

3272. 

Tarn diu discendum est homini, quam diu nesciat 

Publ. Syr. 743. 
Man lernt in seinem ganzen Leben nicht aus. 

3273. 
Tarn facile, quam pirum vulpes coniest. 

Plaut. Most. 3, 1, 22. 

Es ist ihm nur eine Morgensuppe. 

3274. 
Tarn infausti ominis, quam noctuae. Mss. Majer. 

So widerwärtig, wie wenn Einem eine Sau über den 
Weg liefe. 



366 

3275. 
. Tarn male nll cusum, quod nulluni prosit ad usum. 

Gärtner p. 271. 

Nichts ist so schlecht, man kann es doch zu Etwas 
gebrauchen. 

3276. 
Tarn parvum nihil est, cui sit defensio nulla. 

Zuber Monas t. A. 100. 
Auch der Wurm krümmt sich, wenn man ihn tritt. 
3277. 

Tarn perit, quam extrema faba. Fest Pomp. 18. p. 559. 

Dacer. 

Wo der Zaun am niedrigsten ist, da will Jedermann 
hinübersteigen. 

3278. 
Tarn probus haud quisquam toto reperitur in orbe, 
Officium qui expers utilitatis agat. Seybold p. 594. 
Niemand arbeitet gerne umsonst. — 
Umsonst wird kein Altar gedeckt. — , 

Jedes Aemtlein 
Hat ein Schlämplein. 

3279. 
Tandem bona causa triuraphat JSovarin p. 586. 
Was recht ist, muss doch recht bleiben. — 
Beim Ausgang jeder Bach man find't, 
Dass gute Sach gut End gewinnt. 

3280. 
Tantae animis coelestibus irae! Virgil Aen. 1, 11. 
Kränke niemals einen Pfaffen, 
Weil er nie verzeihen kann. (Platen.) 

3281. 
Tantali lapis imminet. Nach Suidas. Mannt p. 721. 

Das Damoklesschwert hängt mir über dem Halse. 
3282. 
Tanto major honor, quanto numerosior hostis. Leib. Stud. 181 
Viel Feind', viel Ehr'. 



367 

3283. 
Tantum raendaciorum, quantum vix una navis vehat , 

Nach Täeognis. Erasm. Coli, ed Gvmprecht p. 99. 
So viele Lügen, dass sie auf einer ganzen Kuhhaut 

nicht Platz haben. — 
So erlogen, dass sich die Balken biegen. 

3284. 
Tantum res valet, quanto vendi potest. Lehmann p. 418. 

Je grösser die Nachfrage, je theuerer die Waare. 

3285. 
Tantum scimus, quantum memoria tenemus. Seyboldp. 596. 

Jeder weiss so viel, als er auswendig kann. 

3286. 
Tarda solet magnis rebus inessefides. Ovid. Herold. 17, 130. 
Wichtige Nachrichten glaubt man nicht so leicht hin. 
3287. 
Tardiora sunt remedia, quam mala. Tacitus Agrlc. 3. 
Krankheit kommt libratim 
Und geht hinweg unciatim. (Luther in den Tischreden.) 

3288. 
Taurum tollet, qui vitulum sustulerit. Lang p. 149. 

Es muss sich zeitlich krümmen, was ein guter Haken 
werden soll. 

3289. 
Te curasti molliter. Seybold p. 596. 
Du hast deinen Kropf gefüllt. 
3290. 
Te ipsum non alens, canes alis. Fasel p. 252» 

Du brauchst einen Hund, wie der Bettler eine Gold- 
wage. 

3291. 
Te primo benedic, nam presbyter ipse facit sie. 

A P. W. K. 34. 
Schau zuerst auf deine eigene Schanze. — 
Jeder ist sich selbst der Nächste. 



868 

8992« 
Te prodet fades, turpiter cum fades. Seybold p. Ml. 
Dein Gesicht verräth deine schlechte Thal* 
3293. 
Te tua, me mea delectant. Mannt p. 84. 
Jedem gefallt das Seinige. 

3294. 
Tecum habita. Persius 4, 52. 

Greife in deinen eigenen Busen. — 
Kehre vor der eigenen Thtire. — 
Ausgegangen war nie so gut, daheim bleiben wir 
besser. 

3295. 

TeDuris inutile pondus. Tapp 80 b. 

Nicht werth, dass ihn die Sonne bescheint. 

3296. 
Temere haud tolles fabulam. Plaut. Mil. glor. 2, 3, 22. 

Lass das Geschwätz ruhen. 

3297. 
Temperata fortuna optima. BebeL 

Ziemliches Glück lebt am besten. 

3298. 
Tempora gaudendi sunt tempora certa dolendl. Columb. 2, 68. 
Freud' und Leid 
Hat seine Zeit. 

3299. 
Tempora labuntur, tacitisque senescimus annis. 

Ovid. Fast. 6, 771. 
f)em Alter braucht man keinen Boten au schicken. — 
Das Alter hat den Kalender am Leibe. 

3300. 
Tempora mutantur, nos et mutamur In fflta. 

R. P. W. K. 78. 

Es verändert sich die Zeit 
Und mit dieser auch die Leut\ 



369 

3301. 
Tempora longa tibi vitae promittere noli: 
Quecunque ingrederis, sequitur mors corpus et umbra. 

Cato 4, 37. 
Niemand sich Rechnung machen soll, 
Dass er allhier lang leben wolP: 
Er gehe aus, .er gehe ein, 
Da steht der Tod und wartet sein. 

3302. 
Tempora ne culpes, cum sit tibi causa doloris» Cato 2, 30. 
Woran du selbst schuldig bist, das schiebe nicht 
auf die Verhältnisse. 

3303. 
Tempora plena dolis, tempora plena malis. Seyboldp. 598. 
Je ärger die Leut', 
Je schlimmer die Zeit. 

3304. 
Temporarium ingenium ei est. Nach Curttus 4, 5. 

Er weiss tlen Mantel nach dem Winde zu hängen. 
3305. 
-' Tempore felici multi numerantur amici; 

Si fortuna perit, nullus amicus erit. Sckreger p. 56. 
In Elend, G'fahr und in der Noth 
Geh'n hundert Freunde aui ein Loth. 

3306. 
Tempore qui longo steterit, male curret. 

Ovid. Trist 5, 12, 25. 
Wer lange gestanden ist, läuft übel. 

3307, 
Temporibus sapiens mores sine crimine mutat. 

Lehmann p. 336. 

Der Kluge weiss sich in Zeit und Umstände zu 
schicken. 

3308. 

Tempus index morum. Mannt p. 448. 

Mit der Zeit wird man sehen, wie er ist. 

24 



370 

3309. 
Temporibus servire decet. Lucan. ad Pis. 143. 
Temporls atque loci servanda est conditio. Balingen. 4, 688. 
Man muss sich in die Zeit schicken. 
3310. 
Tempus edax rerum. Owen. Epigr. 3, 171. 
Die Zeit rafft Alles hinweg. — 
Mit der Zeit vergeht Alles. 

3311. 
Tempus omnia revelat. Tertullian. Apolog. Contra gentes. 
Tempus omnium explorator. Nach Thaies. Fasel, p. 254 

Es ist Nichts so fein gesponnen, 

Es kommt doch endlich an die Sonnen« 

3312. 
Tempus omnium sapientissimum. Mannt p. 574. 
Die Zeit erfindet und bringt Alles hervor. 
3313. 
Temulentus dormiens non est excftandus. 

Nach TheognU. ManuU P- 914. 
Gemach in's Dorf, die Bauern sind besoffen. — 
Einem Besoffenen muss ein Heuwagen ausweichen. 

3314. 
Tenax requirit prodigum. Agricola p. 127. 
Der Sparer muss einen Zehrer haben. 

3315. 

Tenere qui remum nequit, navem haud regat. 

Zuber Mon. C. 150. 
Wer nicht rudern kann, muss auch nicht schiffen 
wollen. 

3316. 
Tentantes ad Trojam pervenerunt GraecL Mss. Majer. 
Frisch gewagt ist halb gewonnen. 
3317. 
Tertius de coelo cecidit Cato. Schreger p. 23. 
Er will alle Berge eben machen. 



371 

3318* 
Terra salutiferas herbas, eademque nocentes 
Nutrit, et urticae proxima saepe rosa est 

Ovid. Rem. am. 45* 46» 
Man findet überall in der Welt Gate und Schlechte 
neben einander. 

3319. 
Terretur minimo pennae Stridore columba, 
Unguibus, accipiter, saucia facta tuis. 

Ovid. Trist. 1, 1, 75. 76» 
Gebrannte Kinder furchten das Feuer. 

3320. 
Tersites numerum, non vires auxit Achivis. Alan. 1. 

„Unser Grenadier war auch bei Rossbach" — sagte 
die Aebtissin von Lindau. 

3321. 
Testa colliditur testae. Nach Aristophanes. Tapp 94 b. 
Hart gegen hart 
Niemals gut ward. 

3322. 
Testudo collecta in suum tegimen, tuta est. lAvius 86, 32. 
Wer will haben gut Gemach, 
Der bleibe unter seinem Dach. 
3323. 
Thesaurus carbones erant. Budder p. 98. 

Die Hoffnung ist zu Wasser geworden. 
3324. 
Thetidem simul et Galateam amare. Eiselein p. 239« 
Gott und den Teufel in ein Glas bannen. 
3325. 
Tibicinis vitam vivit. Lang p. 368. 

Er lebt wie ein Pfeifer in der Garküche. 
3326. 
Timor officit. Seybold p. 605. 

Zu viel sorgen zerbricht das Glas. 

24* 



372 

3327. 
Tinniunt aures sono suopte. Catull 52, 10. 

Mir klingt das Ohr davon (d. h, es wird jetzt von 
mir gesprochen). 

3328. 
Tollat te, qui non novit Quinctil Inst 6, 3. 
Wer dich kennt, der kauft dich nicht. 
3329. 
Tolle moras: semper nocuit differre paratis. 

Lucan. Phars. 1, 281. 
Besser bei Zeiten, als zu spät. 

3330. 
Tota, equidem novi, testa plus pars valet ovh 

Eiselein p. 135. 
Besser halb Ei, als eitel Schaale. — 
Besser eine Laus im Kraut, als gar kein Fleisch. 

3331. 
Tota sum rimata, huc atque illuc perfluo. 

Nach Terent Eun. 1, 2, 25. 
Frauenleut' sind, wie man sait, 
Bös' Hüterin der Heimlichkeit 

3332. 
Totidem hostes, quot servi. Seneca EpisL 47. 

Des Menschen Feind ist sein eigenes Uausgesinde. 

3333. 

Toto coelo errare. Macrob. 3, 12, 10. 

Mit der Stange im Nebel herumfahren. — 
In's Blaue hineinschiessen. 

3334. 
Totum laudatur, si finis laude beatur. Gärtner p. 82. 
Ende gut, Alles gut. 

3335. 
Tractant fabrilia fabri. Horat. Ep. 2, 1, 116. 
Jeder warte seines Berufes. 



873 

3336. 
Tradere ventisi. Borat Carm. 1, 26. 2. 
In den Wind schlagen. 
3337, 
Tradunt operas mutuas. Terent Pharm. 2, 1, 37« 
Eine Hand wascht die andere. 
3338. 
Tragoedias in nugis agere. Gcero de orat. 2, 51. 

Aus einem Winde einen Donnerschlag machen. 
3339, 
Trahit sua quemque voluptas. VirgiL EcL 2, 65. 
Des Menschen Lust ist sein Himmelreich. — 
Wir haben nicht einerlei Köpfe, sonst brauchten 
wir nur einen Hut. 

3340. 
Tranquillas etiam naufragus horret aquas. 

Ovid. ex Pont 2, 7, 8* 
Gebrannte Kinder fürchten das Feuer. 

3341. 
Transversum unguem non discedere. Gcero ad Att 13, 20. 
Nicht eines Fingers breit weichen. 
3342. 
Transvolat in medio posita, et fugientia captat. 

Borat Serm. 1, 2, 108. 
Verbotene Frucht schmeckt am besten. — 
Was ich gar nicht mag, 
Hab' ich jeden Tag; 
Wo ich gerne bin, 
Lässt man mich nicht hin. 

3343. 

- Tres feminae et tres anseres sunt nundinae. 

Zuber. Monost N, 70* 
Drei Weiber und drei Gänse machen einen Jahrmarkt. 
3344. 

Tribus bolis. Plaut Cure. 5, 2, 13. 
Mit drei Worten. 



374 

3345. 
Tribus mlnis insumptis duodecim imputat. 

Nach Aristoteles, Mannt p. 581. 
Er wirft eine Wurst nach einer Speckseite. 
3346. 
Triste rigor nimius. Seybold p. 361. 
Allzu scharf macht schartig. 
3347. 
Trita via omnium tutissima. Seybold p. 609. 
Den Hufschlag hab' in guter Acht, 
So wirst du nicht leicht irr' gemacht. 

3348. 
Tros Rutulusve füat. Virgil. Am. 10, 108. 
Mag's Hinz oder Eunz sein. 
3349. 
Tu abi tuam viam. Plaut. Bud. 4, 3, 88. 
Geh' du deiner Wege. 
3350. 
Tu in legione, ego in culina* Plaut. Trucul. 2, 7, 53. 
Bleibe du bei deinem Berufe, ich will bei dem 
meinigen bleiben. 

3351. 
Tu ne cede maus, sed contra audentior ito. 

Virgil Aen. 6, 95. 

Im Unglück zeige Löwenmuth, 
Und hoff, es soll bald werden gut. 

3352. 
Tu nihil invita dices faciesve Minerva, fforat. A. P. 385. 
Wenn Etwas nicht gehen will, so erzwinge es nicht 
3353. 
Tu perverteris, si perversis socieris. Neander p. 317. 

An einem russigen Kessel macht man sich russig. 
3354. 
Tu quod es, e populo quilibet esse potest. Martial 5, 13. 
Was d u bist, kann jeder Andere auch sein. 



875 

3355. 
- Tu praesens cura, DoiDtuo pennitte futura. Seyboldp. 612, 
Verwalte du mit Fleiss das Dein', 
Lass Weit'res Gott befohlen sein. 

3356. 

Tu recte vivis, si curas esse, quod audis. Horat Ep. 1, 16, 17. 

Standesgemäss leben steht Jedem wohl an. 

3357. 

Tua quod nihil refert, ne eures. Plaut Stich. 2, 2, 48. 

Tua quod nihil refert, procontari desinas. 

Terent. Hec. 5, 3, 12. 
Was dich nicht brennt, das blase nicht. 
3358. 
Tuam tpsius terram calca. Er asm. p. 142. 
Bleibe auf deinem Miste. 
3359. 
Tuis te pingam coloribus. Nach Hieronymus. Tapp 133 a. 
Ich will dir das Wappen schon visiren. — 
Ich will dich mit Speck und Kohlen ausstreichen. 

3360. 

Tunc canent cygni, quum tacebunt graculi. Er asm. p. 195« 

Wenn die Narren aufhören, fangen die Klugen an 
zu reden. 

3361. 

. Tunc caput est laetum, dape corpus quando repletum. 

Neander p. 316* 
Auf einem vollen Bauche steht ein fröhliches Haupt. 
3362. 
- Tunc jus caleatur, violentia si dominatur. R. P. W. K. 113. 
Es ist bös rechten, wo die Gewalt Richterin ist. 

3363. 
Tunc tua res agitur, paries cum proximus ardet. 

Horat. Ep. 1, 18, 84. 
Steht deines Nachbars Haus in Glut, 
Es dich auch selbst betreffen thut. 



376 

3364. 
Tunlca pröpior pallio est. Plaut. Trtn. 5, 2, 30. 

Das Hemd ist näher, als der Rock. 

3365. 
Tuo te pede metiri oportet Horat Ep. 1, 7, 98. 
Du musst dich nach der Decke strecken. 

3366. 
Turdus ipse sibi malum cacat Er asm. p. 396. 
Wornach Einer ringt, 
Darnach ihm gelingt. 

3367. 
Turgida, cor recreans non est cerevisia, spuma. 

Seybold p. 613. 
Schaum ist kein Bier. — 
Man hält Manchen für feist, er ist nur geschwollen. 

3368. 
Turpe quid ausurus te sine teste time. Auson. p. 149. ed. Bip. 
Schämo dich vor den Wänden, wenn du etwas Un- 
rechtes thun willst 

3369. 
Turpe referre pedem, nee passu stare tenaci. 

Ovid. ex Pont 2, 6, 21. 
Ein rechter Mann soll seinen Posten nicht verlassen. 

3370. 
Turpe, rosas suibus, sanetum dare turpe catellis. 

Lehmann p. 379. 
Werfet euere Perlen nicht vor die Säue. 

3371. 
Turpia corrumpunt teneras speetacula mentes. 

Muret. Inst p. 810. 
Böse Gesellschaften verderben gute Sitten. 
3372. 
Tussis pro crepitu. Nach Aristoteles. Faset p. 260. 

Er sucht seinen Wind hinter Hüsteln zu verstecken. 



877 

3373. 
Turpius ejicitur, quam non admittitur hospes. 

Ovid. Trist 5, 6, 13. 
Man sollte Einen lieber gar nicht hereinlassen, als 
ihn nachher mit Spott und Schande hinaus- 
werfen. 

3374. 
Tuta silentio merces. Horqt Carm. 3, 2, 25. 
Mit Schweigen sich verred't Niemand. — 
Schweigen und denken 
Kann Niemand kränken. 

3375. 
Tute hoc intristi, tibi omne est exedendum. 

TerenL Phorm. 2, 2, 4* 
Du hast die Suppe eingebrockt, iss sie auch aus. — 
Du hast das Werg an die Kunkel gelegt, nun spinne 
es auch ab. 

3376. 
Tutior angustos comitatur Tita penates. Muret Instp. 817» 
Wer wenig hat, hat auch wenig Sorgen. — 
Hast du keine Kuh, 
So hast du grosse Kuh*. • 

3377. 

Tutior est locus in terra, quam in turribus altis. Alan. IL 

Wer nicht hoch steht, fallt auch nicht tief. 

3378. 

Tutum carpit inanis iter. OvUL Nux. 44. 

Bei leerer Tasche fürchtet man keinen Dieb. 
3379. 
Tutum iter patet converso in pretium deo. 

Horat. Carm. 3, 16, 67. 
Ein goldener Schlüssel macht alle Schlösser auf. 



37g 



ü. 

3380. 

Ubi amici, ibidem opes. Plaut Trucvti. 4, 4, 32. 

Ein guter Freund ist besser, als baar Geld im Beutel. 

3381. 
Ubi Bacchus regnat, Venus saltat. Schreger p. 23. 

Wo Bacchus einheizt, sitzt Venus hinter dem Ofen. 

3382. 

Ubi cervi cornua abjiciunt Apostel Cent 14. 

Wo die Eulen bocken. — 

Wo die Füchse und Hasen einander gute Nacht geben. 

3383. 
Uty maxima spes, ibi minima spes. Lehmann p. 395. 

Was man am ehesten hofft, geschieht am aller- 
wenigsten. — 

Vom Hoffen hat man weder zu essen, noch zu 
trinken. — 

Wer auf Hoffnung jagt, der fangt Nebel. 

3384. 
Ubi mel, ibi fei. Vergil Fol 8. ä. 
Ubicunque dulce est, ibi et acidum invenies. 

Petron. c. 56. p. 365. 

Was süss ist, kommt auch sauer an. — 
Keine Hose ohne Dornen. 

3385. 
Ubi meum invenio, ibi vindico. Heg. jur. 

Wo Einer sein Gut findet, da spricht er es an. 

3386. 
Ubi non est triticum, ibi non est placenta. Weber 1, 65. 
Wer sich will mit Kuchen laben, 
Muss zuvor den Weizen haben. 



$79 

3387, 
UM quls dolet, ibidem et manum habet 

Nach Flutarch. Fasel p. 261. 
Jeder weiss, wo ihn der Schah drückt. 

3388. 
UM über, ibl tuber. Apul. Flor. p. 359. 
Bei guter Speis' und gutem Wein 
Pflegt das Zipperlein zu sein. — 
Wo Dittlin, da Wärzlin. 

3389. 
UM Titia non sunt, ibi nee virtuti locus est. Lehmann p. 99. 
Bös und gut müssen beisammen wohnen. 

3390. 
Ulcus tetigisse juvabit. Mss. Majer. 

Man muss das Kind beim rechten Namen nennen. 
3391. 
Ultra Eplmenidem dormire. Plin. Hist nat. 7, 52. 
Schlafen bis Michel tutet. 
3399. 
Ultra peram sapit. Nach Luciatu Mannt, p. 889. 
Er kann mehr, als Brod essen. 
3393. 
Ultra posse nemo obligatur. Reg. jun 

Man zwingt Niemanden über Vermögen. 
3394. 
• Ultra posse viri non vult Deus ulla requiri* Neander p. 319. 
Wer thut, was er kann, der thut so viel, als der 
Papst zu Born. 

3395. 
Ultra, quam vestis, non extendas tua crura. Neander p. 319. 
Strecke dich nach der Decke. 
3396. 
Ultra septa transilire. Lang p. 288. 
Ueber die Schnur hauen. 



380 

3397. 
Vitro Deus suppeditat bona. 

Nach Stobaeus. 'Weber Append. 85. 
Gott gibt's den Seinigen im Schlafe. 
3398. 
Ulula cum lupis, cum quibus esse cupis. Neander p. 319. 
Wer unter den Wölfen ist, mnss auch mit ihnen 
heulen. 

3399. 
Ululas Athenas ferre. Cicero Ep. ad Farn. 6, 3. 
Wasser in den Rhein tragen. — 
Ablass nach Rom tragen. 

3400. 
Umbris non est locus. Horat. Serm. 1, 5, 28. 

Ungebetene Gäste gehören hinter den Ofen. 
3401. 
Una cum Ipsis manipulis. Lang p. 86. 
Mit Stumpf und Stiel. 

3402. 
Una domus non aüt duos canes. Erasm. p. 342. 

Zwei Hunde können nicht an einem Knochen 

nagen. — 
Zwei Pfeifer taugen nicht in ein Wirthshans. — 
Zwei Gockel in einem Hofe vertragen sich nicht 

3403. 
Una linea geometram non facit Norarin p. 52. 
Eine Schwalbe macht keinen Frühling. 
3404. 
Una per ambages, altera recta via est. Seybold p. 648. 
Der gerade Weg ist der beste. 
3405. 
Unam semper amo, cujus non sohror ab hämo. 

Eiselein p. 141. 
Ks lebe die Eine, 
Sie ist j* die Meine. 



381 

3406. 
Uncum se praebet, quod ad uncum crescere debet. 

Neander p, 319. 
Was ein Haken werden will, krümmt sich bei Zeiten. 

3407. 
Unde habeas quaerit nemo, sed oportet habere» 

Juvenal. 14, 207. 
Hast du Geld,. so bist du lieb, 
Und wärst du gleich ein' Hur* und Dieb. — 
Ein gestohlener Pfennig gilt so viel, als ein anderer. 

3408. 
Unde tarn tarde, sancte Bernharde? Fasel p. 151. 

(Vergl. unsere Erklärung zu Nr. 1906.) 
Woher so spät zur Kirche? 

3409. 
Undecunque hierum captat Fasel, p. 263« 

Er fällt nicht ohne Vortheil von der Bank. 
3410. 
Undique ad inferos tantundem est viae. Seybold p. 649» 
Es ist von einem Orte so weit zur Hölle, als von 
dem andern. 

3411. 
Unica prava pecus inficit omne pecus. Neand&t p, 319. 
Ein einziges räudiges Schaf steckt die ganze Heerde an. 
3412. 
Unicuique dedit Vitium natura creato. Fropert. 2, 22, 17* 
Kein Mensch ist ohne ein „Aber". — 
Jeder hat ein Hemd von Menschenfleisch. — 
So lange es Menschen gibt, so lange gibt es Sünder. 

3413. 
ünius assis aestimo. CatulL 5, 3. 

Ich gebe keinen Heller darum. 
3414. 
, Unius dementia fit multorum opinio. Lehmann p. 513. 

Wenn ein Spatz auffliegt, fliegt der ganze Haufe. 



382 

3415. 
Uno crlne trahitur voluntarius. BebeU 

Williger Sinn macht leichte Ftisse. 

3416. 
Uno fasce complecti Buchler p, 238. 
Alles in einen Stall treiben. 

3417. 
Uno saltu duos apros capere. Plaut. Cos* 2, 8, 42. 
Zwei Mücken mit einem Schlage treffen. — 
Zwei Mäuse in einem Butten fangen. 

3418. 
ünum ad unum. Eiselein p. 139. 
Eines um das Andere. 
3419. 
Unum novis, omnes noveris. Terent FAorm. 2, 3, 85. 
Kennst du Einen, so kennst du Alle. 
3420. 
Um» consiliis, alter praestantior armte. Seybold p. 651. 
Der Eine taugt mehr im Rath, 
Der Andere mehr zur That 

3421. 
Unus contra multos* Lang p. 87. 

Viele Hunde sind des Hasen Tod. 
3422. 
Unus homo veram nunquam facit esse choream. 

Neander p. 320. 
Ein Mann macht keinen Tanz. 

3423. 

Unus testis, nullus testis. Reg. jur. 
Ein Zeuge, kein Zeuge. — 
Ein Zeuge ist einäugig. 

3424. 
Unus vir, nullus vir« Germberg VII, 114. 
Ein Mann kann nicht Alles sehen. 



3425. 
Unusquisque in suo optficio für» Seifbold p. 662. 
Jeder ist in seinem Handwerk ein Dieb. — 
Jedes Aemtloin 
Hat sein Schlämplein. 

3426. 

Urit matnre, quod vult Urtica mauere* Neander p. 319. 

Was eine Nessel werden will, brennt bei Zeiten. — 
Was ein Haken werden will, krümmt sich bei Zeiten. 

3427. 
^ Urit videndo femina. Virgü. Georg. 3, 215. 

Weiberauge ist ein Feuerspiegel. 

3428. 
Ursum melle fove, tutus adire potes. Salut 38. 
Mit Speck fängt man Mäuse. 

3429. 
Usque ad »plaudite«. Eiselein p. 343. 

Er bleibt immer bis zum „ite missa". 

3430. 
Usuras nauticas imponere (poscere). Fasel p. 264. 
Einen Wucher- . (Juden-) Zins abnehmen. 

3431. 
Usus et experientia dominantur in artibus. Colum. r. r. 1, 1. 
Uebung macht den Meister. 

3432, 

Usus habet laudem, crimen abusus habet. Seybold p. 655. 
Der Gebrauch ist löblich, der Missbrauch sträflich. 

3433. 
Usus propter abusum minime tollendus. Oldenb. p. 21. 

Man muss das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. 
3434. 
Ut ameris, ama. Mar Hai. 6, 11. 
Liebe erwirbt wieder Liebe. 



384 

3435, 
Ut calami resonant, sie est ducenda Chorea. Eiselein p. 508. 
Nach der Pfeife soll man tanzen. 
3436. 
Ut desint vires, tarnen est laudanda voluntas. 

Ovid. ex Pont 3, 4, 79. 
Man muss den Willen für die That nehmen« — 
Wille ist des Werkes Seele. — 
Kannst du nicht auf den Berg, so bleibe «loch auch 
nicht im Thale. 

3437. 
Ut fragilis glacies, interit ira mora. Ovid. Art am. 1, 374. 
Wie der Schnee schmilzt, so vergeht auch der Zorn 
mit der Zeit. 

3438. 

Ut homines sunt, ita morem geras. Plaut. Mostel 3, 2, 36. 

Behandle Jeden auf seine Weise. 

3439. 
Ut jugulent hominem, surgunt' de nocte latrones. 

Hörnt. Ep. 1, 2, 32. 
Wer Etwas haben will, muss früh und spät daran 
sein. 

3440. 

Ut legis in sacris, sie res tua stabit in atris. 

Leib. Stud. 211. 
•Wie Einer lieset in der Bibel. 
So steht auf seinem Haus der Gibel. (Luther.) 

3441. 

Ut mores sunt, ita fortuna respondet. 

Nach Epicharmus. Seybold p. 659« 
Was der Mensch werth ist, widerfahrt ihm. 
3442. 
Ut nos pauca loqui, plura autem audire moneret, 
Linguam unam natura, duas dedit Omnibus aures. 

Muret Inst p. 813. 
Wir haben zwei Ohren, aber nur eine. Zunge, da- 
mit wir mehr hören und weniger reden sollen. 



3S5 

3443. 
Ut nulli nocuisse velte, imitare columlam; 

Sejpe^tem, ut possit nemo nocere tibi. Owen. 3, 195. 

. Seid klug, wie die Schlangen, und ohne Falsch, wie 
die Tauben. 

3444. 
Ut nunc est Plaut. MU. gtor. 3 9 1, 216. 

Wie es eben jetzt in der Welt geht. — 
Wie eben nun die Leute sind. 

3445. 
Ut operam das, ita se res dat. Lehmann p. 38. 
Wie man die Arbeit treibt, so geht sie. 
3446. 
Ut Phoenix raras. FaUngen. 5, 339. 
So selten, wie ein Phönix. 
3447. 

Ut piscis extra aquam, sie monachus extra cellam. 

Novarin. p. 424. 
Der Fisch gehört in's Wasser, der Mönch in's Kloster. 
3448. 
Ut quisque est meritus, praemia ferat. 

Fragm. NaeviL Fasel, p. 265. 
Wie die Arbeit, so der Lohn. 
3449. 
Ut sementem feceris, ita metes. Cicero de orat. 2, 65. 
Was der Mensch säet, das wird er erndten. — 
Wie sich Einer bettet, so liegt er. 

3450. 
Ut somnus mortis, sie lectus imago sepulcri. 

Zincgref 3. p. 187. 

Gleichwie der Schlaf des Todes Bild, 
Also das Bett das Grab vorstellt. 

3451. 
Ut vites poenas, ne tangas res alienas. Eiselein p. 113. 
Was nicht dein ist, das lass liegen. 

25 



386 

Site. 

Dt vivas, comede, at hon vivas pfopter edendunt 

PMingen. 3, 644. 
Wir essen, um zu leben , leben, abei* nicht, um zu 



3453. 
Dtere quaesitis, sed ne videaris akuti. Calö 3, 22. 

Gebrauche dein Vermögen, aber miflsbrauche es nicht. 

3454, 
Uö foro. Lang p. 24. 

Den Sehragen zum Markte richten. — ' 
Sich nach der Decke strecken. 

3455. 
Uti qui nescit nuramis, careat simul istis, Leib.Stud. ifö. 

Besser, ein Mann ohne Geld, als Geld ohne Mann. 

3456. 
ütt sajutas, ita salutaberis. Ä. p; JF. K. 81. 

Wie man in den Wald schreit, also hallt .eS wieder 
heraus. 

34*7. 
Utile per inutile non vitiatur. Lehmann j*. 512. 

Man muss* das Korn wegen der Spreuer nicht weg- 
werfen. * . 
3458. 
Utilfbus monitiß prudeng accommodat aurem. • 

Inc. Aue L Monost 1. 
Wer klug ist, nimmt guten üath an. 

3459. 
Utiliter servit nemo duobusheris. Anon. Fab. Aesop. 44, 12. 
" Niemand kann zweien Herren dienen. 

3460. 
Uxorem nullus ducat, me judice, vates: 

Uxor obest studio, sit licet apta toro. Seybold p. 164» 
Willst du in Künsten excelliren, 
So lass dich nie ein Weib verfuhren. 



S8T 

3*11. 
Utftur manu sinfetra, CatulL 1t, 1. 

Er bat die Hand in anderer Leute Taschen. 
3462. 
Utraque mundatur, dum palraae palma lavatür. 

Gärtner p. 147. 
Wäscht eine Hand die and're fein, 
So werden alle beide rein. 

3463. 
Utrumque Vitium est, et omnibus credere, et nullt. 

Seneca Ep. 3. 
Wer Niemand glaubt und Jedermann, 
Hat beiderseits nicht wohl gethan. 

3464. 
Uvidi tanquam mures. Nach Petron. Mss. Majer. 

Nasa, wie die getauften Mäuse. 



V. 

3465. 
Vacuus venfer ei crepitafc 

Plaut Amphit 4, 4, 12. Casin. 4, 3, 6* 
Es läuft eine Spule bei ihm leer. 

3466. 
Yade maus avibus. Manth. Parth. 5, 188» 
Geh' zum Henker! 

3467. 
Valde gravant natos dira et maledicta parentum. 

Seybold p. 617* 
Der Eltern Fluch thut schwer bekleben, 
Drum solbt du nach ihrtn Willen leben. 

25* 



88» 

3488. 
Valet pancratice. Flaut. Bacchid. 2, 3, 14« 

Er ist so gesund, wie der Fisch im Wasser. 

3469. 
Vana est sine viribus ira. Livius % 1, 10. 

Zorn ohne Macht 
Wird ausgelacht. 

3470. 
Variam dant otia mentem. Lucan. 4, 704. 
Faulheit bringt allzeit zuwegen, 
Dass sich böse Lüste regen. — 
Müssiggang 
Ist aller Laster Anfang. 

3471. 
Variat orania tempus. Palingen. 10, 305. 
Die Zeit macht Alles anders. 
3472. 
Variatio delectat. Lehmann p. 176. 

Veränderung macht Vergnügen. — 
Jedes Ding ist nur eine Weile schön. 

3473. 

Varium ac mutabile semper femlna. VirgiL Aen. 4, 569. 570. 
Die Weiber haben lange Röcke und kurzen Sinn. 

3474. 
Vasa vacua plurimum sonant. Novarin p. 444. 
Vasa vacua sunt bene sonantia. Buchler p. 194. 

Leere Töpfe klingen hell 

3475. 

Vates secum auferat omen. Nach Theocrit. Mannt, p. 1207. 
Hole der T . . . . . alle Wahrsager. 

3476. 

Vel a mortuo tributum aufert. ApostoL cent. 11. 
Er nimmt's, und wenn Blut daran hängt. 

3477. 

Velocem tardus assequltur. Nach Homer. Fasel, p. 267. 

Wer langsam geht, kommt auch zum Ziele. 



889 

3478. 
Vel capra mordeat nocentem. Seybold p. 621. 

Wann der Dieb zeitig ist, fängt ihn auch ein hinken- 
der Scherge. 

3479. 
Vela dare Indignation!. Plin. Epist. 6, 33. 
Frei von der Brust weg reden. — 
Kein Blatt vor das Maul nehmen. 

3480. 

Velis equisque (neuere Lesart: viris). Qcero de off. 3, 33. 

Pfeilschnell. — 
Schnell, wie der Wind. 

3481. 
Veite säum cuique est, nee voto vivitur uno. Persius 5, 53. 
Wir haben nicht Alle einen Kopf, sonst brauchten 
wir nur einen Hut 

3482. 
Venari in mari. Plaut Asin, 1, 1, 87. 

Den Gaul beim Schwänze aufzäumen. 

3483. 
Vendere aliquid per fumum. Capitol vit Anton. PH. 11. 
Einem blaue Nebel vormachen. 

3484. 
Venereum jusjurandum non punitur. Eiselein p. 427. 
Veneris perjuria venti etc. Tibull. 1, 4, 21. 

Der Himmel lacht des Meineids der Verliebten. 

(Shakspeare.) 
3485. 

Venen suem immolare. Eiselein p. 351. 

Dem Juden eine Sau in die Küche jagen. 

3486. 
Venia est tibi prompta fatenti. MureL Inst. p. 806. 

Wer seine Missethat bekennt, der wird Barmherzig- 
keit erlangen. 



wo 

3487, 
Venia primufti deltnqueati. Eiselein p, 141. 
Einmal ißt keinmal. 

3488. 
Veniam petimusque damnsque Yicissim. Harat. A. P.. 11. 
Wir nehmen es nicht bo genau mit einander, 
3489. 
Veniat hospes, quisquis profuturus est. Apöstol. cent. 12. 
Wer Etwas bringt, ist' immer werth. 
3490. 
Venite, fruamur bonis. Eiselein p. 378. 
Besuche mich auf die Kirchweihe. 
3491. 
Venter caret auribus. Nach Plutarch. Schonheim. p. 250. 
Venter non impletur rhythmis. Weber 3, 71. 

Von schönen Worten wird man nicht satt. 
3492. 
Venter praecepta non audit. Seneca Epist. 21. 
Der Bauch lässt sich Nichts vorschwätaen. 
3493. 
Veniis verba profundere. Lucret. 4, 929. 
In den Wind reden. 

3494. 
Ventre pleno melior consultatio. Nach Plutarch. 

Fasel, p. 268. 
Wer hungerig ist, studirt nicht gern. 

3495. 
Venturae memores jam nunc estote senectae, 
Sic nulluni vobis tempus abibit iners. 

Ovid. Art am. 3, 59. 60. 
Wer jung an's Alter hat gedacht, 
Der hat die Zeit recht zugebracht. 

3496. 

Ver ex anno tollere. Nach Herodot. Manut. p. 1102. 

Das Beste von einer Sache wegnehmen. 



3497. 
Ver hiemem sequiiur, §$quitur post triste serenum, 
..,'., Buchler p. 145. 

Nach .dem Leid 

Kommt wieder Freud*. — 

Auf Regen folgt Sonnenschein. 

3498. 
Ver non una dies, non tum reducit hirundo. Palingen. 5, 322« 
Eine Schwalbe macht keinen Frühling. 
3499. 
Verba cutem non lacerant. R. P. W. K. 241. 

Lass den Hund bellen, wenn er nur nicht beisst. — 
' \ Ef&rass lange reden, bis er mir ein Loch in den 
Kopf redet. 

3500. 
Verba ligant homines, taurorum cornua funes. 

Eiselein p. 495. 
Fasse den Ochsen "bei'm Hörn und den Mann bei'm 
Worte. 

3501. 
Verba non necessitant, civfliter debent intelligi. Heg. jur. 
Man soll Niemanden zum Sklaven seiner Worte machen. 

3502. 
Verba, praetereaque nihil. Nach Cicero Pis. 27. §. 65. 
Leere Redensarten. 

3503. 
Verba provisam rem non invita sequentur. Harat A. P.ZW. 
Wohl gedacht, wohl geredet. 

3504. 
Verba puellarum foliis leviora eaducis. Omd. Amor. 2, 16, 45. 

Mädchenschwüre sind wie leere Spreu. 

3505. 
Verba sine penu et pecunia Plaut Capt 3, 1, 12. 
Viel Lärmen um Nichts. — 
Viel Geschrei und wenig Wolle. 



8tf2 

3506. 
Verbera non metuet, raetuit qui vctba magistit 

Muret Inst p. 818. 
Wer der Ermahnung folgt, braucht keine Strafe. 

3507. 
Verberare lapidem. Plaut. Cure. 1, 3, 41. 
Dem Dreck eine Ohrfeige geben. 
3508, 
Verbis opera concordare debent Seneca Epist 20. 
Ein Mann, ein Wort. 

3509. 
Verbum laudatur, si factum tale sequatur. Lehmann p. 927. 
Ein solches Wort ist lobenswerth, 
Da man d'ran hält ohn' alle GTährd. — 
Es ist allzeit löblich und schön, 
Wenn Wort und Werk beisammen steh'n. 

3510. 
Verecundia inutilis viro egenti. Erasm. p. 514. 
Es wird kein blöder Hund feist. — 
In der Notb richtet man mit der Scham Nichts aus. 

3511. 
Veritas non quaerit angulos. Lehmann p. 867. 

Die Wahrheit verkriecht sich in kein Mausloch. 
3512. 
Veritas oflium parit. , Terent Jndr. 1, 1, 41. 

Wer die Wahrheit geigt, dem schlägt man den Fidel- 
bogen um den Kopf. 

3513. 
Veritas temporis filia. Agricola p. 35. 

Die Zeit wird Alles an den Tag bringen. — 
Erfahrt man es nicht neu, so erfahrt man es doch alt 

3514. 
Venia fit ingratus, dum mox opus est operatus. 

Gärtner p. 183. 
Der Knecht wird ein imwerther Mann, 
Sobald die Arbeit ist gethan. 



393 

3515. 
Veritatis Simplex oratio. Nach Eurip. Seneca Ep. 49. 
Schlicht Ist bald geschliffen. 

3516. 
Versatilis Artemon. Nach Plutarch. Mannt, p. 998. 

Man läuft ihm nach, als ob sonst gar keine Leute 
auf der Welt wären. 

3517. 
Vertimur in terram, quoniam de pulvere nati 
Nos sumus. Locher Nuth. 2, 120. 

Was von der Erde ist, muss wieder zu Erde werden. — 

Was geboren ist auf Erden, * 

Muss zu Erd' und Asche werden. 

3518. 
Vescitur assatis galBnis sedulus oranis; 
* Cum suibus vero, quimale discit, edit. Seyboldp. 628. 
Lernst du wohl, 

Wirst du der gebratenen Hühner voll; 
Lernst du übel, 
Musst du mit der Sau zum Kübel. 

3519. 
Vespa cicadae obstrepit. Nach Theocrit Buchler p. 101. 
Der Narr will den Doktor lehren. 
3520. 
Vespere flet crebro, qui risiit mane sereno. Sehreger p. 43. 
Heute roth, 
Morgen todt. 

3521. 
Vestigia domini res agro saluberrima. Colum. r. r. 4, 18. 
Der beste Dünger ist der, den der Herr an den 
Schuhen auf den Acker trägt. 

3522. 
Vestis vlrum reddlt. Qtüncül. Inst 8, 5. 
Das Kleid macht den Mann: 
Wer ein's hat, der zieh' es an. 



39* 

3933. 
Vestigja nie terrent. Horat. Ep. 1, 1,74. 

Ich traue nicht recht: es Bleckt Etwas dahinter. 
3524. 
Vetitis potiri dulcius est. Palingen. 2, 393. 
Gestohlenes Brod schmeckt am besten. 
3525. , ' 

Vetulae mingunt, ubi nolunt. Eiselein p. 160. 
Alte Fässer rinnen gerne. 
3526. 
Yetus amor non sentit rubiginem. Bebel 
Alte Liebe rostet nicht. 
3527. 
Vetusta plerumque rudiora sunt novis. Lehmann p. 8. 
Das Alte klappert, das Neue klingt. 
3528. 
Vexatio dat intellectum. Steinmeyer p. 15. 
Notti macht erfinderisch. 
3529. 
Viae dispendium non raro itineris compendium. Mss. Majer. 
Ein guter Weg krumm 
Ist Nichts um. 

3530. 

Victa pugnaci jura sub ense latent. Ovid. Trist 5, 7, 48. 

Gewak geht vor dem Recht, 
Das klagt manch armer Knecht. 

3531. 

Victrices turbae victricia signa tulere. Eiselein p. 158. 
Man sieht's an den Fähnlein, wer Sieger war. 
3532. 

Vigilantibus jura sunt scripta. Reg. jür. 

Wer die Augen nicht auithut, muss den Beutel ziehen. 

3533. 

Vile donum, vilis gratia. Weber 1, 78. 
Leichte Gabe, leichter Dank. 



Viü trttioö loliam vfctitat Pkmt MiL $hr. 2, 8, 50. ; 
Er gönnt sich selbst nichts Gute». 

3535. 
Vfllor alga. HoraU Serm, 2, 5, 8.. Wpil Set. 7, 4«. ' . 
Keinen Pfifferling werth. 

3536. 
VUis amictus 

Saepius abscondit spfrituale jubar. Salut 25. 

In einem schlechten Rocke steckt manchmal auch 
etwas Rechtes. 

3537. 
Vilis coena non gignit debacchationem. Mannt, p. 1091. 

Bei schmalen Bissen macht man keine hohen Sprünge. 

3538. 
Vim vi repdlere licet. Neander p. 96. 
Nothwehr ist erlaubt. 

3539. 
Vina Mbunt homines, animalia cetera fontes. Schregerp. 256. 
Ptir Menschen ist der Rebensaft, 
Dem Vieh das Wasser gebe Kraft. 

3540. 
Vina parant animos. Qvid, Art, am. 1, 237. 
Ein guter Trunk macht Muth. 
3541. 
Vincere vult animos, non satiare Venus. Auson. Epigr. 39, 2. 
Man muss die Liebe wie Konfekt gemessen, nicht 
wie Kommisbrod. 

3542. 
Vincuntur molli pectora dura prece. Tibull 3, 4, 76. 
Gutes Wort findet einen guten Ort. 
3543. 
Vincuntur nummis leges. Palingen. 6, 706. 
Geld geht vor Recht. 



3544. 
Vindtcta bonum Tita jucundius ipsa» Juvenml. 13, 180. 
Sich rächen ist die grösste Lust. 
3545. 
Vlneta ipse sibl caedit. Horat Ep. 2, 1, 220. 
Er schneidet sich selbst in's Fleisch. — 
Er schlägt sich selbst in das Gesicht. 

3546. 
Vino Intrante foras subito sapientia vadit Seybold p. 633. 
Wenn der Wein eingeht, geht der Witz ans. 
3547. 
Vino vendibili non opus est suspensa hedera. Seybold p. 333. 
Altem Wein gehört kein neuer Kranz. — 
Gute Waare lobt sich selber. 

3548. 
Vinum caret clavo. Buchler p. 109. 
Wein hat keinen Schrein. 
3549. 
Vinum et pueri veraces. Apostel. cenL 14. 

Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit. 
3550. 
Vinum Hoslanum fuit omni tempore sanum. Schreger p. 254. 
Ein guter Wein vom Moselgrund, 
Hält Leib und Seele stets gesund. 

3551. 
Vinum Rhenense decus est et gloria mensae. Gärtner p. 121. 
Ein guter Wein vom Rhein, 
Steht bei der Mahlzeit fein. 

3552. 
Violenta nemo imperia continuit diu. Seneca Troad. 217. 
Gestrenger Herren Regiment dauert nicht lange. 
3553. 
Viperam in sinu alit. Novarin. p. 387. 
Viperam sub ala nutricat. Petron. c. 77 p. 496. 
Er wärrot eine Schlange im Busen. 



m 

S»4. 
Vir beiie vestitas pro vesttbus esse perttus 
Greditur a nulle, quamvis idiota sit ille. 

Gumprecht ad Er asm. Cottoq. p. 411. 
Kleider machen Leute. 
3555. 
Vir bonus est animal rarum. Mant. Parth. Ed. 6, 221. 
Fromme Leute sind dttnn gesäet. 
3556. 
Vir bonus est codi, malus est tellurfs alumnus. 

Mant Parth. Epigr. ad Pole. Opp. Tom. /, p. 11t 
Die Frommen trachten nach dem, was oben ist, die 
Gottlosen nach dem, was auf Erden ist. 

3557. 
Vir bonus, in ritinimo peccans, culpatur ab omni; 
Vir malus, enormi si peccat crimine, nunquam. 

Leid. Sind. 204. 

Man sieht die Flöhe weit besser auf einem weissen 
Tuche, als auf einem schwarzen. 

3558. 
Vir fugiens iterum pugnabit. Zincgref 3. p. 49. 

Bliebe ich jetzt todt, so käme ich ein andermal nicht 
wieder. 

3559. 
Vir in discrimine apparet. Mannt, p. 96t 

In der Nöth lernt man den Mann kennen. 
3560. 

Vir probus in pretio est, quocunque sit ille locorum. 

Leib. Skid. 682. 
Biedermanns Erbe liegt in allen Landen. 
3561. 
Virgo primum. Eiselein p. 353. 

Die Jungfer gibt's willig und billig. — 
Jungfernfleisch ist kein Lagerobst. — 
Die Jungfrauschaft ist ehrenwerth, 
Doch nimm vorlieb, was Gott beschert» 



m 

Vir sapiens, qui sead casus accommodat omee. Mss. Major. 
Der ist fUrwahr recht klug und tvei«V 
Der in Alles sieh 211 schicken weiss. 

3563. 
Virescit vulnere virtus. Segbold p. 638. 
Je mehr die Tugend leiden muss, 
Je steifer .stellt sie ihren Fuss» • 

3564 
Virgo pubescens, et nui matura rubescens, 
Dia quidem tangi vult, haec de stipite fraogi. Eiselein p. 441. 

Ist das Mädchen flügg und reif, 

Scheut es nicht den Vogel Greif, 

Wie die braunen Nüsse auch 

Gerne fallen von dem Strauch. 

3565. 
Virtus est medium vitiorum, et utrimque reductum. 

Horat. Ep. 1, 18, 9. 
. Tugend hält die Mitte zwischen zu viel und zu wenig. 

3566. 
Virtus in iufirnütate perficitur. Seybold p. 378. 
Gott ist in den Schwachen mächtig. 
3567. 
Virtus post nummos. Horat Ep. 1, 1, 53. 

Vor reich werden, dann Gott dienen. — 
Geld ist die erste Frage, dann: wie fromm? 

3568. 
Virtus sine censu languet ubique. Palingen. 6, 834. 
Arm und fromm war nur bei Joseph im Stalle. 
3569. 
Virtus sudore paratur. Schonheim p. 258. 
Der Tugend Pfad ist steil. — 
Der Tugendberg ist schwer zu ersteigen. 

3570, 

Virtutem primam esse puta, coropescere linguam. Cato 1, 3* 
Schweigen können ist die vornehmste Tugend. 



ä&9 

3571. 
Virtute vinci qttöd neqtüt, vtoeit dolus!. Lehmann jri. 80, 

.? ' . u ^ enn öiaii d en Wolf fangen will, muss man ihm 
eine Grube zurichten. 

3572. 
Virtutem -et ßftpientiaai vincunt testudines- Lang p. 465. 
Geld, das stumm ist, 
Macht grad, was krumm ist. 

357a. 
Virtutum omnium pretium in ipsis est. Seneca Ep. 81« . 
, Tugend trägt ihren Lohn in sich. 

3574. 
Vis sapiens dici, pauca et meditata loquare. Owen. MonosL 76. 
Nur der i$t klug, der wenig und vernünftig redet. 
3575. 
Vis tu nosse hominem, qualis sit, perspice amicos. 

Palingen. 10, 92, 
Willst wissen du, wie sei der Mann, 
So siehe sein 9 Gesellschaft an. 

3578. 

Vis violenta non est dkitmna. Oldenburg. 230. 

Gestrenger Herren Regiment währt nicht lange. 
3577. 
Visco manus tinctas habet. Seybold p. 639. 

Er hat kleberige Finger: es bleibt immer Etwas drari 
hängen. 

3578. 
Visu carentem magna pars veri latet. Lehmann p. 96. 
Die Lahmen und Blinden 
Bleiben immer dahinten. 

3579, 

Vitiosum. est ubique, quod nimium est. 

Seneca de tranq. an. 9, 44. 
Allzu viel ist ungesund. — 
Allzu scharf macht schartig. 



400 

3580. 
Vis» beri pakbnun jhctt esaraatqae 

Gärtner p. 21L. 
Des Herrn Auge ffittert das Pferd wohL 

3581. 
Vita faominum nfl est aliud, quam fabnla quaedam. 

PaÖngen. 5, 25. 
Das Leben ist nur ein Traum. 

3582. 
Vita pejores sunt, quo Romae propiores. 

Zincgref 4. p. 283. 
Je näher bei Rom, je schlechter der Christ. 

3583. 
Vltia erunt, donec homines. Tacit. HisL 4, 74. 

So lange es Menschen gibt, so lange gibt es Sander. 

3584. 
Vitiis nemo sine nascitur. Borat. Serm. 1, 3, 68. 
Niemand in der Welt ist ohne Fehler. 

3585. 
Vitulum, non titulum. Eiselein p. 597. 
Besser den Kittel, 
Als den Titel. 

3586. 
Vivat in aeternum, qui dat mihi dulce Falernura; 
Qui mihi dat villum, Satanas male torqueat illum. 

Lehmann p. 8S(K 
Wer mir ein gut Glas Wein thut geben, 
Der soll in Ewigkeit hoch leben; 
Doch, wer mit Krätzer mich macht toll, 
Der T den gleich holen soll. 

3587. 
Vite memor, quam sis aevi brevis. Horat Serm. 2, 6, 97. 
Freut Euch des Lebens, 
Weil noch das Lämpchen glüht. 



J 



401 

3588. 
Vivere mancipio null! datur, omnibus usu. Lucret. 3, 984. 
Es hat Niemand einen Erbsteeken in dieser Welt. — 
Es darf zwar Jedermann gebrauchen dieses Leben, 
Doch ist es Keinem gar zum Eigenthum gegeben. 

3589. 
Vivitur parvo bene. Horat. Carm. 2, 16, 13. 
Vivitur exiguo melius* Claudian. in Rufin. 1, 215. 

Man braucht zum Leben nur wenig. 

3590. 
Vivum cadaver. Nach Sophocles. Manul, p. 568. 
Lebendig todt. 

3591. 
Vixdum conveniunt Catharina, Johanna, Sibylla? 
Garrire ineipiunt et ab hoc, et ab hac, et ab illa. 

Gumprecht ad Erasm. Colloq. p. 185. 
Wo Weiber beisammen sind, werden die Leute aus- 
gerichtet. 

3592. 
Volam pedis ostendere. Eiselein p. 166. 
Fersengeld geben. 

3593. 
Volenti non fit injuria. Reg. jur. Neander p. 91. 

Wer es nicht anders haben will, dem geschieht recht. 

3594 
Voluntario nil fit difflcile. BebeL 

Was man gern thut, kommt Einen nicht schwer an. 

3595. 
Voluptates commendat rarior usus. Juvenal. 11, 208. 
Seltener Genuas erhöht das Vergnügen. 

3596. 

?Yos inopes nostis, quis amicus, quisve sit hostis. 

Eiselein p. 39, 
Die Armen kennen Freund und Feind. 

26 



402 

3597. 
Vox amici, vox Dei. Schonheim p. 263. 
Freundes Rath, Gottes Rath. 
3598. 
Vox populi, vox Dei. Lehmann p. 300. 
Volkes Stimme, Gottes Stimme. 
3599. 
Vox, postquam est edita, retro haud remeare potest. 

Palingen. 4, 784. 785. 
Ein gesprochenes Wort lässt sich nicht mehr zurück- 
nehmen. 

3600. 

Vulgus amicitias utilitate probat. Ovid. ex Pont. 2, 3, 8. 
Willst haben Freund', musst geben viel. 
Sonst Keiner zum Freund dich haben will. 

3601. 
Vulpes cerasa non curat. Novarin. p. 18. 
Der Fuchs verachtet die Trauben. 
3602. 
Vulpes pilum mutat, non mores. Sueton. Vesp. 16. 
Der Fuchs verändert den Balg 
Und bleibt dabei ein Schalk. 

3603. 
Vulpes uda. Pelron. c. 58 p, 391. 
Ein begossener Pudel. — 
Eine getaufte Maus, i 

3604. 
Vulpina pellis assuenda, si leonina non suflicit. 

Ä. P. W. K. 221. 

Wo die Löwenhaut nicht reicht, mnss man den 
Fuchsschwanz daransetzen. 



403 



X. 



3605. 

Xenocratis caseolus. Nach Stobaeus. Er asm. p. 233. 

Uebrig gebliebenes Zeug. — 
Ein Ladenhüter. 



z. 



3606. 

Zaleuci lex. Valer. Max. 6, 5. 
Strenges Regiment. 

3607. 
Zelotypo conjux semper suspecta marito: 
\am, quae quisque facit, fieri sibi furta meretur, 
Mant Parth. 6, 71. 72. 
Die eifersüchtigsten Männer sind gemeiniglich die, 
welche selbst nicht sauber sind. 

360S. 
Zonam perdidit. Plaut Poen. 5, 2, 48 

Er hat weiter Nichts, als wie er geht und steht 

3609. 
Zonarius sector. Plaut. Trinam. 4. 2, 20. 
Ein Beutelschneider. 



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